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Altertum: 8 Fragen und Antworten zur Geschichtsepoche


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Das Altertum ist eine Geschichtsepoche, welche nach der Urgeschichte (ca. 4. Jahrtausend v. Chr.) beginnt und bis zum Mittelalter (ab. 6. Jahrhundert n.Chr.) reicht.

Je nach kulturellem Gebiet (z.B. Altes Ägypten oder Mesopotamien) werden hier die Alten Reiche als Konvention historischer Forschung herangezogen, welche sich gegenüber den Neuen Reichen dieser Kulturen abgrenzen lassen. Demnach ist das Altertum die erste Epoche der Menschheitsgeschichte, die von kultureller Blüte, Fortschritt und dem Entstehen der Zivilisationen geprägt war.

Was ist das Altertum

Das Altertum ist eine historische Epoche der Menschheitsgeschichte, in welcher sich die ersten Zivilisationen bildeten. Als Wiege der Zivilisation werden die historische Region Mesopotamien, das Alte Ägypten, das Alte China und die Mehrgarh-Zivilisation im heutigen Pakistan angeführt.

Das Altertum ist Teil der Frühgeschichte, einer Geschichtsepoche, in welcher erste Schriftzeugnisse auftauchten. Die Schrift ist demnach ein Kennzeichen des Altertums.

Zum Altertum gehört neben den Reichen des Alten Orients auch die Antike, welche sich als Kulturepoche im antiken Griechenland (etwa 800 bis 30 v.Chr. ) und Römischen Reich (bis 600 n.Chr.) etablierte.

Räumlich bezieht sich das Altertum auf den Mittelmeerraum mit den ersten Hochkulturen auf Zypern, Kreta, auf Malta, in Ägypten und in Mykene – aber auch auf die Gebiete in Vorderasien (Naher Osten, Mesopotamien, Levante und Anatolien).

Wohlmöglich in Anatolien (heutige Türkei) entstanden im Altertum diverse Stadtstaaten – wie Troja oder Reiche, wie Lykien oder das Reich der Lyder. Zu den bekanntesten Reichen in Mesopotamien gehören das sumerische Reich mit der Stadt Uruk (5. Jahrtausend v.Chr.), das babylonische Reich oder das Assyrische Reich.

Ein erstes Großreich des Altertums war das Perserreich, welches sich im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. von Vorderasien bis nach Europa und Ägypten ausdehnte.

Wann war das Altertum, Wann begann es und wann endete es

Das Altertum begann mit der Entdeckung der Schrift. Als erste Schriftkulturen der Menschheitsgeschichte gelten die Sumerer in Mesopotamien, welche die Keilschrift im 4. Jahrtausend v.Chr. entwickelten und die Ägypter. Letztere entwickelten die ägyptische Hieroglyphenschrift etwa 3.200 v.Chr..

Mesopotamien, die Levante und der Süden Anatolien bilden das historische Gebiet des Fruchtbaren Halbmondes. Das Altertum begann in diesen Gebieten bereits mehrere Jahrtausende früher als in Europa, da in diesen Regionen bereits in der Mittelsteinzeit eine Frühform von Landwirtschaft betrieben wurde.

Die Neolithische Revolution (Ackerbau und Viehzucht) setzte demnach auf dem Fruchtbaren Halbmond viel früher ein und breitete sich allmählich bis nach West- oder Mitteleuropa aus. So begann die europäische Landwirtschaft zuerst in Südosteuropa, auf Zypern, in Südeuropa und breitete sich dann nach Norden aus.

Der Kulturvorsprung des Fruchtbaren Halbmonds blieb in der Jungsteinzeit, Kupferzeit, Bronzezeit und Eisenzeit bestehen. Demnach endete die Urgeschichte dort einige Jahrtausende früher als in Europa und die Entwicklung der Schrift bewirkte, dass in diesen Gebieten erste hierarchisch aufgebaute Staaten entstehen konnten, Gesetze schriftlich fixiert werden konnten – was die Grundlage einer Zivilisationsstufe darstellt.

In Europa gelten die Minoer als erste europäische Hochkultur des Altertums, welche etwa 2.600 v.Chr. erste Zivilisationsstrukturen auf Kreta entstanden ließen. Neben den Minoern auf Kreta entwickelte sich in Mykene (griechische Festland) eine zweite Hochkultur, welche ebenfalls als eine Vorgängerkultur des antiken Griechenlands angeführt wird. Demnach beginnt das Altertum in Europa erst Mitte des 3. Jahrtausends v.Chr.

Als Ende des Altertums wird der Untergang des Römischen Reiches angeführt, was 476 n.Chr. geschah. Die nachfolgende Periode ist überschattet durch das Machtvakuum im Mittelmeerraum, welches nach dem Ende Roms bestand.

Dieses Machtvakuum führte zur Ausbreitung der Araber, welche als Islamische Expansion bezeichnet wird. Neben dem Ende Roms, der Islamischen Expansion (ab 630-er Jahre) wird auch die Völkerwanderungszeit (ab 375 n.Chr.) als Ereignis für das Ende des Altertums angeführt.

Was war vor dem Altertum

Die Zeit vor dem Altertum wird als Vorgeschichte bezeichnet. In diese Epoche fallen Abschnitte der Urgeschichte, wie die Altsteinzeit und die Mittelsteinzeit (vor 12.000 Jahren).

Da die Mittelsteinzeit in Europa zu einem Zeitpunkt einsetzte, als sich die Gebiete des Fruchtbaren Halbmondes bereits im Übergang zu Ackerbau und Viehzucht befanden, wird diese Zeitepoche in diesen Gebieten auch als Epipaläolithikum bezeichnet.

Als dann in Europa die Jungsteinzeit mit ersten Agrarwesen einsetzte, entstanden auf dem Fruchtbaren Halbmond bereits Zivilisationen. Demnach wird die europäische Jungsteinzeit auch als Teil des Altertums verstanden. Somit gehören auch nachfolgende Epochen, wie Kupfer-, Bronze- oder Eisenzeit ins Altertum. Davor waren lediglich die beiden ersten Steinzeitepochen (Altsteinzeit und Mittelsteinzeit).

Was passierte im Altertum

Im Altertum entwickelte sich die Schrift, wodurch erste Kulturen damit begannen, hierarchische Strukturen aufzubauen, Gesetze zu entwickeln und ein Staatswesen zu etablieren.

Durch die Entdeckung des Kupfers (Kupferzeit) und der späteren Weiterverarbeitung zu Bronze (Bronzezeit) entstand ein Handel zwischen den Zivilisationen. Dieser Handel weckte Begehrlichkeiten, wodurch es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam.

Der erste archäologisch belegbare Krieg fand etwa 3.500 v.Chr. auf dem Gebiet des heutigen Syriens statt. Eine Kriegspartei war die Stadt Hamoukar, welche überfallen und belagert wurde. Man nimmt an, dass die Belagerer aus Uruk kamen.

Der wohl bekannteste Krieg des frühen Altertums war der Trojanische Krieg zwischen Troja und den Griechen, welcher im 13. oder 12. Jahrhundert v.Chr. stattfand.

Neben Kriegen kam es auch zu Naturkatastrophen, wie beim Vulkanausbruch des Vesuvs in der Nähe von Pompeji, wodurch die Stadt 79 n.Chr. zerstört wurde.

Was gehört zum Altertum

Das Altertum umfasst einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden und überlappt sich mit Urgeschichte und Frühgeschichte. Den Übergang zwischen diesen beiden Epochen markiert das Auftreten erster schriftlicher Zeugnisse im jeweiligen Kulturraum.

Neolithikum

(Siehe Hauptartikel: Fragen und Antworten zur Neolithischen Revolution und Fragen und Antworten zur Jungsteinzeit (Neolithikum))

Die ersten Zivilisationen entstanden im 4. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien und Ägypten.

Zivilisationen werden durch verschiedene Faktoren gekennzeichnet, die sie von der bloßen Jäger-und-Sammler-Kultur unterscheiden. Dies sind: Landwirtschaft, Vorratshaltung, grundlegende Techniken der Metallverarbeitung und überregionaler Handel, die durch Arbeitsteilung und Spezialisierung in ummauerten Siedlungen organisiert werden.

Die Ausbildung von Schrift, die wiederum das Entstehen von Staaten und Hochkulturen ermöglichte, gilt gemeinhin dann als der entscheidende Marker für den Anfang des Altertums. In Mesopotamien wäre dies die Keilschrift, in Ägypten die Hieroglyphen.

Kupfersteinzeit und Bronzezeit

(Siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zur Kupferzeit und Fragen und Antworten zur Bronzezeit)

Die Metallverarbeitung stützte sich bis in 2. Jahrtausend v. Chr. noch auf Kupfer, dies wich jedoch bald der Bronze.

Die Akkader in Mesopotamien hatten sich genau wie die Ägypter in der Kupfersteinzeit weiter ausgeweitet. Da Zinn, das zur Herstellung der Bronze benötigt wurde, als Rohstoff in Mesopotamien und Ägypten kaum vorkam, befeuerte der Beginn der Bronzezeit auch den Handel, wodurch die Hochkulturen weniger weit entwickelte Kulturen zunehmend beeinflussten.

Die Ausweitung der beiden großen Hochkulturen ging aber nicht nur friedlich vonstatten, so eroberten die Ägypter um 1500 v. Chr. etwa Kanaan, Phönizien und die Levante. So kamen sie dann auch in Kontakt mit einer dritten Hochkultur, die sich seit etwa 2000 v. Chr. in der Ägäis herausbildete: die Minoer.

Auch die Entstehung der ersten monotheistischen Religion in Ägypten unter Echnaton (14. Jahrhundert v. Chr.) fällt in die Bronzezeit.

Eisenzeit

(siehe auch Haupartikel: Fragen und Antworten zur Eisenzeit)

Der Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit war ein fließender, endete aber um das Jahr 1000 v. Chr.. Kulturell ging er mit einem immer stärkeren Austausch der vorderasiatischen und mediterranen Kulturen einher.

Längst hatten sich andere Reiche neben denen der bislang dominanten Hochkulturen erhoben. So kam es etwa am 10. November 1259 v. Chr. zum ersten Friedensvertrag der Geschichte zwischen dem ägyptischen Pharao Ramses II. (1303 – 1213 v. Chr.) und dem hethitischen Großkönig Ḫattušili III..

Da das Hethiterreich jedoch bald darauf, also zum Beginn der Eisenzeit, unterging, kam es zu einem Machtvakuum, das wiederum zu sehr unsteten, von Kämpfen überschatteten Zeiten in Vorderasien führte. Am Ende konnte Babylon sich als neue vorherrschende Macht behaupten. Auch Ägypten war von internen Machtkämpfen zerrüttet, die in der Fremdherrschaft der Perser mündeten.

Im Mittelmeerraum wurden durch die Besiedlung der Phönizier in Nordafrika und auf der Iberischen Halbinsel neue unabhängige Kulturzentren wie Karthago, Gades, Ebusos und Panormos gegründet.

Auch in der Ägäis ging die Expansion voran. Auf die minoische Kultur war mit dem Ausklingen der Bronzezeit zunächst die Mykenische gefolgt, doch mit der Eisenzeit bildeten sich in Griechenland nun die Stadtstaaten heraus.

Während Sparta die Peloponnes dominierte, gingen im übrigen Griechenland, allen voran Athen, die alten Königsherrschaften unter und wichen der Polis. Diese konnte dann entweder demokratischer Natur sein oder die Form einer Tyrannis haben und somit nach wie vor einem Alleinherrscher unterstehen.

Klassische Antike

(Siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zur Antike)

Die Perser kristallisierten sich als neue Supermacht heraus. Nicht nur Ägypten, das sich im 4. Jahrhundert erfolgreich gegen die Fremdherrschaft wehrte, sondern weite Teile Vorderasiens, also auch das einstige babylonische Reich, fielen unter persische Herrschaft.

Die Expansion der Perser erreichte im 5. Jahrhundert auch Griechenland, wo gerade die Epoche der Klassik angebrochen war. Die Griechen verteidigten sich jedoch erfolgreich gegen die Eroberer.

Wenn die Griechen sich jedoch nicht gegen die sogenannten „Barbaren“ zusammenschlossen, führten sie untereinander Krieg. Die beiden Stadtstaaten Sparta und Athen rivalisierten um die Vorherrschaft in Griechenland, sahen sich jeweils als Schutzmacht aller Griechen und verfolgten dabei gegensätzliche Machtansprüche.

Es waren die Makedonier unter Phílippos II. (382 – 336 v. Chr.; eingedeutscht: Philipp II.), die Griechenland letztlich in weiten Teilen durch Eroberungsfeldzüge einen konnten. Doch es war der Sohn Phílippos‘, der weit mehr wollte als bloß Griechenland.

Im westlichen Mittelmeerraum stieg Karthago zu einer Vormachtstellung auf.

Hellenismus

(Siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zum Hellenismus)

Aléxandros III. von Makedonien, auch als Alexander der Große (356 – 323 v. Chr.) bezeichnet, war der Sohn Phílippos II. und eroberte nicht nur Griechenland, sondern auch das gesamte Perserreich und Ägypten.

Der Mittelmeerraum wurde in weiten Teilen unter griechischer Vorherrschaft geeint. Man spricht bei dieser Epoche, die etwa von 334 bis 200 v. Chr. dauerte, deshalb auch von Hellenismus von altgriechisch Ελληνισμός hellēnismós = „Griechentum“.

Doch Alexander starb recht früh, hinterließ keine Erben und so wurde das Weltreich unter seinen Generälen aufgeteilt. Diese Diadochenreiche überdauerten nur kurze Zeit und wurden später vom Römischen Reich vereinnahmt.

Das Römische Reich

(siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zum Römischen Reich)

Im 3. Jahrhundert v. Chr. erhob sich in Italien eine neue Macht. Der Stadtstaat Rom hatte die gesamte Halbinsel unter seine Vorherrschaft gebracht und weitete seinen Einflussbereich weiter aus.

Nicht nur Griechenland und das einstige Perserreich, auch weite Teile Mitteleuropas und des Mittelmeerraums und am Ende sogar Ägypten fielen unter römische Fremdherrschaft.

Gaius Iulius Caesar (100 – 44 v. Chr.) war nicht nur maßgeblich für diese Expansion verantwortlich, sondern auch dafür, dass sich Rom von einer Republik in ein Kaiserreich wandelte.

Dieses Weltreich wurde ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. zunehmend von einer neuen religiösen Strömung unterwandert. Das Christentum trat seinen Siegeszug an und wurde unter Flavius Valerius Constantinus, genannt Konstantin der Große (270 – 337), de facto neue Staatsreligion. Gleichzeitig begann das Römische Reich zu zerfallen.

Ende von Antike und Altertum

Neben dem Christentum, dessen Verbreitung das Mittelalter einleitete, spielte noch eine andere Religion beim Ausklingen des Altertums eine wichtige Rolle. Ab dem 7. Jahrhundert expandierte auch der Islam.

Im Grunde markieren das Durchsetzen und die Verbreitung der beiden Weltreligionen das Ende des Altertums und den Beginn des Mittelalters, das vor allem im christlichen Europa mit einem Stillstand des Fortschritts einherging.

Was kam nach dem Altertum

Nach dem Altertum kam, nach klassischer Geschichtseinteilung, das Mittelalter. Doch mit dem Wegfall des Römischen Reiches ging auch die kulturelle Überlieferung verloren. Es fehlen schriftliche Quellen aus dieser Zeit, weshalb man von Dunklen Jahrhunderten spricht.

Oftmals wird die Zeit der Islamischen Expansion, welche ihren Höhepunkt nach dem Wegfall des Römischen Reiches erreichte, auch als Spätantike bezeichnet.

Das Frühmittelalter begann zwischen 600 und 800 n.Chr. Demnach existiert zwischen Ende des Altertums (600-er Jahre) und dem Beginn des Mittelalters eine Zeitspanne, welche nicht genau zugeordnet werden kann und regional als Spätantike oder als Dunkle Jahrhunderte bezeichnet wird.

Was wurde im Altertum erfunden

Bereits in der Jungsteinzeit (Neolithikum) wurde Ackerbau und Viehzucht erfunden. Damit verbunden waren Bewässerungstechniken, wie Brunnenbau oder mechanische Geräte, wie Ochsenkarren oder der Pflug. Die Keramik wurde erst Mitte der Neolithisierung entwickelt. Die Zeit vor der Keramikerfindung wird als Präkeramisches Neolithikum bezeichnet.

Durch die Herstellung von Keramik wurde auch die Brennofentechnik weiterentwickelt, welche später dazu genutzt wurde, um Kupfer, dann Bronze und letztlich Eisen zu erhitzen, um dieses gießen zu können. Die Metallverarbeitung führte zur Münzprägung, zur metallischen Schmuck-, Werkzeug- und Waffenherstellung.

Durch die Schrift wurde das Schreiben entwickelt, wodurch Schriftquellen angefertigt werden konnten, die heute von Historikern analysiert und interpretiert werden. Diese Quellenanalyse stellt eine wichtige Methode dar, um historische Ereignisse als historisch oder als sagenhaft zu belegen.

Was ist der Unterschied zwischen Altertum und Antike

Als Antike wird die Kultur- und Geschichtsepoche der europäischen Geschichte während des Altertums bezeichnet. Zum Kulturraum der Antike gehörte das Antike Griechenland, das Römische Reich – sowie alle Regionen, welche kulturell von beiden Staaten geprägt wurden. Demnach verordnet man auch die Gallier, die Germanen, die Langobarden oder die Etrusker in die Antike.

Das altertümliche China und die Kulturen in Mesopotamien werden nicht zur Antike gezählt, da deren Kultur sich stark von denen antiken Kulturen in Europa unterschied.


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