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Altertum


Das Altertum ist eine Geschichtsepoche, welche nach der Urgeschichte (ca. 4. Jahrtausend v. Chr.) beginnt und bis zum Mittelalter (ab. 6. Jahrhundert n.Chr.) reicht. Je nach kulturellem Gebiet (z.B. Altes Ägypten oder Mesopotamien) werden hier die Alten Reiche als Konvention historischer Forschung herangezogen, welche sich gegenüber den Neuen Reichen dieser Kulturen abgrenzen lassen. Demnach ist es die erste Epoche der Menschheitsgeschichte, die von kultureller Blüte, Fortschritt und dem Entstehen der Zivilisationen geprägt war. Die Entwicklungen dieser frühen Phase der Menschheitsgeschichte begründeten vor allem den westlichen Kulturkreis.

Zeitliche und räumliche Absteckung des Altertums

Häufig wird der Begriff Altertum synonym mit der Antike verwendet, umfasst aber eigentlich weit mehr. Das Altertum bezeichnet den Zeitraum vom Entstehen der ersten Zivilisationen in der Jungsteinzeit (Neolithikum; aus dem Altgriechischen: νέος neos = „neu, jung“ und λίθος lithos = „Stein“), also im 4. Jahrtausend v. Chr., bis hin zu deren Zerfall mit dem Anfang des Mittelalters Mitte des 1. Jahrtausends nach Christus im vorderasiatischen und mediterranen Raum. Damit bildet das Altertum die Wiege der westlichen und arabischen Kultur.

Was gehört zum Altertum

Das Altertum umfasst einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden und überlappt sich mit Urgeschichte und Frühgeschichte. Den Übergang zwischen diesen beiden Epochen markiert das Auftreten erster schriftlicher Zeugnisse im jeweiligen Kulturraum.

Neolithikum

Die ersten Zivilisationen entstanden im 4. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien und Ägypten. Zivilisationen werden durch verschiedene Faktoren gekennzeichnet, die sie von der bloßen Jäger-und-Sammler-Kultur unterscheiden: Landwirtschaft, Vorratswirtschaft, grundlegende Techniken der Metallverarbeitung und überregionaler Handel, die durch Arbeitsteilung und Spezialisierung in ummauerten Siedlungen organisiert werden. Die Ausbildung von Schrift, die wiederum das Entstehen von Staaten und Hochkulturen ermöglichte, gilt gemeinhin dann als der entscheidende Marker für den Anfang des Altertums. In Mesopotamien wäre dies die Keilschrift, in Ägypten die Hieroglyphen.

Kupfersteinzeit und Bronzezeit

Die Metallverarbeitung stützte sich bis in 2. Jahrtausend v. Chr. noch auf Kupfer, dies wich jedoch bald der Bronze. Die Akkader in Mesopotamien hatten sich genau wie die Ägypter in der Kupfersteinzeit weiter ausgeweitet. Da Zinn, das zur Herstellung der Bronze benötigt wurde, als Rohstoff in Mesopotamien und Ägypten kaum vorkam, befeuerte der Beginn der Bronzezeit auch den Handel, wodurch die Hochkulturen weniger weit entwickelte Kulturen zunehmend beeinflussten.

Die Ausweitung der beiden großen Hochkulturen ging aber nicht nur friedlich vonstatten, so eroberten die Ägypter um 1500 v. Chr. etwa Kanaan, Phönizien und die Levante. So kamen sie dann auch in Kontakt mit einer dritten Hochkultur, die sich seit etwa 2000 v. Chr. in der Ägäis herausbildete: die Minoer. Auch die Entstehung der ersten monotheistischen Religion in Ägypten unter Echnaton (14. Jahrhundert v. Chr.) fällt in die Bronzezeit.

Eisenzeit

Der Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit war ein fließender, endete aber um das Jahr 1000 v. Chr.. Kulturell ging er mit einem immer stärkeren Austausch der vorderasiatischen und mediterranen Kulturen einher. Längst hatten sich andere Reiche neben denen der bislang dominanten Hochkulturen erhoben. So kam es etwa am 10. November 1259 v. Chr. zum ersten Friedensvertrag der Geschichte zwischen dem ägyptischen Pharao Ramses II. (1303 – 1213 v. Chr.) und dem hethitischen Großkönig Ḫattušili III..

Da das Hethiterreich jedoch bald darauf, also zum Beginn der Eisenzeit, unterging, kam es zu einem Machtvakuum, das wiederum zu sehr unsteten, von Kämpfen überschatteten Zeiten in Vorderasien führte. Am Ende konnte Babylon sich als neue vorherrschende Macht behaupten. Auch Ägypten war von internen Machtkämpfen zerrüttet, die in der Fremdherrschaft der Perser mündeten.

Im Mittelmeerraum wurden durch die Besiedlung durch die Phönizier in Nordafrika und auf der Iberischen Halbinsel neue unabhängige Kulturzentren wie Karthago, Gades, Ebusos und Panormos gegründet. Auch in der Ägäis ging die Expansion voran. Auf die minoische Kultur war mit dem Ausklingen der Bronzezeit zunächst die Mykenische gefolgt, doch mit der Eisenzeit bildeten sich in Griechenland nun die Stadtstaaten heraus.

Während Sparta die Peloponnes dominierte, gingen im übrigen Griechenland, allen voran Athen, die alten Königsherrschaften unter und wichen der Polis. Diese konnte dann entweder demokratischer Natur sein oder die Form einer Tyrannis haben und somit nach wie vor einem Alleinherrscher unterstehen.

Klassische Antike

Die Perser kristallisierten sich als neue Supermacht heraus. Nicht nur Ägypten, das sich im 4. Jahrhundert erfolgreich gegen die Fremdherrschaft wehrte, sondern weite Teile Vorderasiens, also auch das einstige babylonische Reiche, fielen unter persische Herrschaft. Die Expansion der Perser erreichte im 5. Jahrhundert auch Griechenland, wo gerade die Epoche der Klassik angebrochen war. Die Griechen verteidigten sich jedoch erfolgreich gegen die Eroberer.

Wenn die Griechen sich jedoch nicht gegen die sogenannten „Barbaren“ zusammenschlossen, führten sie untereinander Krieg. Es waren die Makedonier unter Phílippos II. (382 – 336 v. Chr.; eingedeutscht: Philipp II.), die Griechenland letztlich in weiten Teilen durch Eroberungsfeldzüge einen konnten. Doch es war der Sohn Phílippos‘, der weit mehr wollte als bloß Griechenland. Im westlichen Mittelmeerraum stieg Karthago zu einer Vormachtstellung auf.

Hellenismus

Aléxandros III. von Makedonien, auch Aléxandros ho Mégas oder Deutsch Alexander der Große (356 – 323 v. Chr.) war der Sohn Phílippos II. und eroberte nicht nur Griechenland, sondern auch das gesamte Perserreich und Ägypten. Der Mittelmeerraum wurde in weiten Teilen unter griechischer Vorherrschaft geeint. Man spricht bei dieser Epoche, die etwa von 334 bis 200 v. Chr. dauerte, deshalb auch von Hellenismus von altgriechisch Ελληνισμός hellēnismós = „Griechentum“

Das Römische Reich

Im 3. Jahrhundert v. Chr. erhob sich in Italien eine neue Macht. Der Stadtstaat Rom hatte die gesamte Halbinsel unter seine Vorherrschaft gebracht und weitete seinen Einflussbereich weiter aus. Nicht nur Griechenland und das einstige Perserreich, auch weite Teile Mitteleuropas und des Mittelmeerraums und am Ende sogar Ägypten fielen unter römische Fremdherrschaft. Gaius Iulius Caesar (100 – 44 v. Chr.) war nicht nur maßgeblich für diese Expansion verantwortlich, sondern auch dafür, dass sich Rom von einer Republik in ein Kaiserreich wandelte.

Dieses Weltreich wurde ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. zunehmend von einer neuen religiösen Strömung unterwandert. Das Christentum trat seinen Siegeszug an und wurde unter Flavius Valerius Constantinus, genannt Konstantin der Große (270 – 337) de facto neue Staatsreligion. Gleichzeitig begann das Römische Reich zu zerfallen.

Ende von Antike und Altertum

Neben dem Christentum, dessen Verbreitung das Mittelalter einleitete, spielte noch eine andere Religion beim Ausklingen des Altertums eine wichtige Rolle. Ab dem 7. Jahrhundert expandierte auch der Islam. Im Grunde markieren das Durchsetzen und die Verbreitung der beiden Weltreligionen das Ende des Altertums und den Beginn des Mittelalters, das vor allem im christlichen Europa mit einem Stillstand des Fortschritts einherging.

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