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Altsteinzeit: 19 Fragen und Antworten zum Paläolithikum


Altsteinzeit Höhlenmalerei

Die Höhlen von Altamira, Kantabrien. Spanische Felsmalerei aus der Altsteinzeit. Es ist die höchste Darstellung der Höhlenmalerei in Spanien


Die Altsteinzeit oder auch Paläolithikum genannt, ist eine Bezeichnung für den längsten Abschnitt der Urzeit, in welchem der Mensch begann, mit Steinwerkzeugen und Steinwaffen zu arbeiten. Diese historische Epoche der Menschheitsgeschichte beginnt vor circa 2,6 Millionen Jahren in Afrika.

Was ist die Altsteinzeit

Die Steinzeit als Ganzes ist die erste Epoche der Menschheitsgeschichte. Da diese Epoche fast 2,5 Mio. Jahre umfasst, teilt man die Steinzeit weiter in Altsteinzeit, Mittelsteinzeit und Jungsteinzeit auf. Die Einteilung geschieht aufgrund technologischer Fertigkeiten, welche die Menschheit in dieser Zeit entwickelte und aufgrund vorherrschender Umweltbedingungen.

So ist das charakteristische Merkmal der Altsteinzeit, dass die Menschheit erstmalig den Stein so bearbeitete, dass sie ihn als Werkzeug benutzen konnte. Während der Altsteinzeit kam es zu stetigem Wechsel zwischen Warmzeiten und Kaltzeiten. Die letzte Eiszeit liegt etwa 12.000 Jahre zurück und markiert den Übergang zur Mittelsteinzeit.

Während der Altsteinzeit lebten die Menschen als Jäger und Sammler, jagten Großwild – wie Mammuts und Mastodons. Doch mit dem Ende der Eiszeit verschwand die Megafauna und die Menschheit musste Standwild (Rehe, Hirsche, Wildschweine) jagen. Dies war ein Kulturwechsel der Jäger und Sammler-Kultur, wodurch sich die Waffen und Werkzeuge in der Altsteinzeit deutlich von denen der Mittelsteinzeit unterschieden.

Als die Menschheit zur Landwirtschaft überging, verschwanden die Jäger und Sammler-Kulturen und wurden durch Bauern und Viehhirten ersetzt. Dies markiert den Übergang von der Mittelsteinzeit zur Jungsteinzeit.

Warum heißt die Altsteinzeit Altsteinzeit

Die Steinzeit begann vor 2,5 Mio. Jahren und dauerte bis etwa 2.000 v. Chr. an. Somit beträgt die Zeitspanne über 2 Mio. Jahre. Innerhalb dieser Zeit veränderte sich die Steinwerkzeuge massiv. So wurde der Stein in der frühen Altsteinzeit einseitig abgeschlagen, wodurch sich eine scharfe Kante ergab. Dadurch konnten die Menschen die scharfkantigen Steinwerkzeuge nutzen, um damit Tierknochen zu zerschlagen und so an das fetthaltige Knochenmark zu kommen.

In der späteren Altsteinzeit waren die Steinwerkzeuge schon doppelseitig abgeschlagen, wodurch sich nicht nur eine Kante sondern auch eine Spitze ergab. Der doppelte Steinabschlag war somit ein Präzisionswerkzeug gegenüber der älteren Version.

In der Jungsteinzeit nutzten die Menschen sogenannte Mikrolithe. Das waren winzig kleine Steinspitzen aus Feuerstein, welche als Waffe oder Werkzeug gebraucht wurden. Diese konnten noch präziser eingesetzt werden.

Die Präzision der Steinwerkzeuge zeugt von höhere Fingerfertigkeit, welche mit höheren kognitiven Fähigkeiten der Menschen verbunden ist. Das Änderungsprofil der Werkzeuge verlief somit synchron mit der Veränderung von geistigen Fertigkeiten. Und alle Werkzeuge und Waffen, welche in der Steinzeit erfunden wurden – dienten dem Zweck, dass der Mensch seine Umwelt gestalten konnte. Somit änderte sich auch die Lebensweise von der Altsteinzeit zur Mittelstein und zur Jungsteinzeit.

Und schließlich gingen die Menschen in der Jungsteinzeit zu Ackerbau und Viehzucht über, wodurch Sesshaftigkeit, Vorratshaltung und Arbeitsteilung entstanden. Diese Epoche kann mit der Jäger und Sammler-Kultur der Altsteinzeit, welche als Nomaden durch die Savanne zogen, nicht verglichen werden.

Da Anthropologen, Archäologen und Paläontologen diesen Kulturwechsel anhand der gefundenen Steinwerkzeuge ablesen können, kann man den 2 Mio. langen Zeitraum nicht als Ganzes betrachten, sondern muss die Entwicklung des Menschen in Zeitabschnitte einteilen.

Der britische Anthropologe Sir John Lubbock verfasste 1865 ein Buch mit dem Titel: „Prehistoric Times“. In diesem Werk unterteilt er die Steinzeit in Altsteinzeit (Old Stone Age) und Jungsteinzeit (New Stone Age).

Als Charakteristik wählte Sir Lubbock die Steinwerkzeuge der Epochen. So bezeichnet er die Altsteinzeit als Epoche des geschlagenen Steins und die Jungsteinzeit als Epoche des geschliffenen Steins (Mikrolithen, Pfeilspitzen aus geschliffenen Feuerstein).

Wann begann die Altsteinzeit

Die Altsteinzeit begann, laut Lehrbuch, vor 2,5 oder vor 2,6 Mio. Jahren mit dem Auftreten der ersten Steinwerkzeuge. Gefunden wurden diese Steinwerkzeuge in der Olduvai-Schlucht in Tansania (Afrika).

Diese Steinwerkzeuge waren Geröllwerkzeuge, welche einseitig beschlagen wurden. Benannt wurden die Werkzeuge nach dem Fundort (Oldowan-Schlucht). Und mit der Oldowan-Kultur beginnt die Altsteinzeit in Afrika vor 2,5 oder 2,6 Mio. Jahren.

Doch der Beginn der Steinzeit kann sich ändern, sobald man Steinwerkzeuge findet – welche älter als die Oldowan-Werkzeuge sind. Und dies ist mitunter schon geschehen. Denn in Lomekwi (Kenia) fand man im Jahr 2011 diverse Artefakte und Steinwerkzeuge, welche älter sein könnten als die Oldowan-Werkzeuge.

Doch bisher gelten die Lomekwi-Werkzeuge als nicht gesichert und man nimmt an, dass sich die Abschläge durch Erosion ergeben haben könnten. Demnach wurden diese zwar vom Menschen genutzt, aber nicht hergestellt – wodurch die Oldowan-Kultur als älteste Technologiestufe der Menschheit bestehen bleibt.

Wann endete die Altsteinzeit

Die Altsteinzeit endete etwa 10.000 v.Chr., also vor etwa 12.000 Jahren. Zuvor herrschte in Europa eine Eiszeit, wodurch die Menschen nach Süden zogen. Weite Teile Europas wurden somit am Ende der späten Altsteinzeit nicht bewohnt. Mit dem Ende der Eiszeit beginnt erdgeschichtlich das Holozän (die Jetztzeit) und die Mittelsteinzeit in Europa.

Während der Mittelsteinzeit verschwanden die Eismassen und Vergletscherungen in Europa. Stattdessen begannen sich Waldgebiete auszubreiten. Die Menschheit, welche bisher als Eiszeitjäger dem Großwild nachstellte, musste sich umorientieren. In der Altsteinzeit jagten die Menschen große Tiere wie Mammuts oder Riesenhirsche. Mit dem Klimawandel verschwanden diese Tierarten und waren zum Aussterben verdammt. Fortan musste die Menschheit kleinere Tiere, welche dafür flink waren, jagen.

Konnte bspw. ein Mammut mit mehreren Jägern in die Ecke getrieben werden, um es dann mit Speeren zu töten – war dies bei Gazellen nicht möglich. Fernwaffen, wie Bögen oder Steinschleudern, ersetzten die Stichwaffen der Altsteinzeit. Und die Fischerei ersetzte an Küstengebieten die Jagd.

Im Nahen Osten und in Südeuropa wirkte sich die Eiszeit nicht so stark aus wie in Norden Europas und Asiens. Anstelle von Warm- und Eiszeiten kam es dort zu Regenzeiten und Trockenzeiten.

Und als in Nordeuropa die Eismassen allmählich verschwanden, kam es im Mittelmeerraum zu einem Trockenklima. Da nun die Gazellen aus der Trockensavanne verschwanden, mussten die Menschen dort innovativ werden. Der Übergang zu Ackerbau und Viehzucht vollzog sich dort etwa vor 14.000 bis 20.000 Jahren, also zu jener Zeit als Nordeuropa noch in der Eiszeit steckte.

Die klassische Einteilung in Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit mit festen Zeitpunkten ist demnach nur für Nord- und Mitteleuropa möglich. In Südeuropa, der Levante und Nordafrika bezeichnet man die Übergangszeit zwischen Altsteinzeit und Jungsteinzeit auch nicht als Mittelsteinzeit sondern als Epipaläolithikum (Nebensteinzeit).

Somit endete die Altsteinzeit in Nordeuropa, Mitteleuropa und Asien etwa 10.000 v.Chr. Doch in den wärmeren Gebieten des Mittelmeerraums bereits 12.000 oder 18.000 v.Chr.

Wie lange dauerte die Altsteinzeit

Laut Lehrbuch begann die Altsteinzeit vor 2,5 Mio. Jahren und endete etwa 10.000 V.Chr. Demnach dauerte die Altsteinzeit etwa 2,49 Mio. Jahre an. Aber wie oben bereits geschildet, kann diese Betrachtung leidglich regional erfolgen. Denn der Beginn der Steinzeit kann zwar noch halbwegs fest mit dem Auftreten der Oldowan-Kultur fixiert werden, aber das Ende keineswegs.

Wo lebten die Menschen in der Altsteinzeit

Die Altsteinzeit begann vor 2,5 Mio. Jahren in Afrika. Als Wiege der Menschheit kommen mehrere Gebiete in Afrika in Betracht. So wurde in Marokko, in Djebel Irhoud, der älteste Schädel eines modernen Menschen gefunden.

In Südafrika gibt es eine Reihe an Höhlen, wie bspw. die Sterkfontein oder die Malapa-Höhle, in denen Überreste menschlicher Fossilien geborgen wurden, wodurch diese ebenfalls als Geburtsstätte der Menschheit in Erwägung gezogen werden könnten.

Weitere Fundstellen in Kenia, Tansania und Äthiopien deuten ebenfalls daraufhin, dass sich dort die Wiege der Menschheit befindet. (Siehe Hauptartikel: Afrika in der Steinzeit, Geschichte Kenias: Abschnitt Urzeit und Urgeschichte)

Die Altsteinzeit begann also in Afrika. Aber vor etwa 1,8 Mio. Jahren wanderte eine Menschenart, welche als Homo erectus bezeichnet wird, vom afrikanischen Kontinent aus. Wahrscheinlich über die Halbinsel Sinai in Ägypten erreichte Homo erectus den Nahen Osten und Westasien. In Georgien bezeugen die Fossilien von Dmanissi diese Wanderschaft. (Siehe Hauptartikel: Steinzeit in Asien)

Neben Asien erreichte Homo erectus auch Europa, wo er sich zum Homo heidelbergensis weiter entwickelte. Dieser Heidelbergmensch ist der Vorfahre des Neandertalers. (Siehe Hauptartikel: Steinzeit in Europa)

Der Jetztmensch (Homo sapiens) entwickelte sich in Afrika. Und zwar aus der verbliebenen Population des Homo erectus. Der Jetztmensch ist somit eine Parallelspezies zum europäischen Heidelbergmenschen und Neandertaler. Und vor etwa 100.000 Jahren erreichte Homo sapiens ebenfalls den Nahen Osten.

Aber Homo sapiens erreichte auch während der Altsteinzeit den australischen Kontinent. Dies geschah etwa vor 50.000 oder 60.000 Jahren. Und auch Amerika sollte vor 12.000 Jahren erstmalig besiedelt werden. Zu diesem Zeitpunkt war die Beringstraße – welche heute Russland und Alaska verbindet, noch trockengelegt. Die Menschen konnten die Landbrücke nutzen, um von Asien nach Amerika auszuwandern.

Kurzum….
Die Altsteinzeit fand auf allen Kontinenten – außer auf Antarktika – statt.

Was war vor der Altsteinzeit

Die Altsteinzeit markiert den Beginn der Steinzeit, welche als erste Epoche der Menschheitsgeschichte verstanden wird. Zusammen mit der Bronzezeit und der Eisenzeit gilt die Steinzeit als eine Epoche der Urgeschichte.

Mit der Entwicklung der Schrift entstanden die ersten historischen Quellen, wodurch die Geschichtswissenschaft eine Rekonstruktion der Vergangenheit liefern konnte. Diese erste Schrift-Epoche wird als Frühgeschichte und die Kulturen dieser Zeit werden als Hochkulturen verstanden.

Vor der Steinzeit war die Stammesgeschichte der Menschheit, welche beschreibt wie sich die Menschheit evolutionär entwickeln konnte. Neben der Evolutionsgeschichte fand vor der Altsteinzeit auch die Erdgeschichte statt. Das Pleistozän ist die erdgeschichtliche Zeitabschnitt während der Altsteinzeit, welche die unterste Serie des Quartärs darstellt.

Vor dem Quartär bestand das erdgeschichtliche Tertiär, welches vor 66 Mio. Jahren mit den Aussterben der Dinosaurier begann. Die Epochen der Evolution und der Erdgeschichte, welche vor der Altsteinzeit bestanden, werden als Urzeit zusammengefasst.

Welche Menschen lebten in der Altsteinzeit

In der Altsteinzeit lebten verschiedene Menschenarten parallel. Als ursprünglichste Menschenart wird Homo rudolfensis verstanden, welcher vor 2,5 bis 1,9 Mio. Jahren in Kenia und Äthiopien vorkam.

Parallel zum Homo rudolfensis lebte Homo habilis, welcher als Begründer der Oldowan-Steinwerkzeuge gilt. Homo habilis lebte vor 2,1 bis 1,5 Mio. Jahren ebenfalls in Afrika.

Homo ergaster, welcher vor 1,9 bis 1,4 Mio. Jahren in Afrika lebte, wird als dritte urtümliche Menschenart Afrikas betrachtet und teilweise auch als Vorfahre des Homo erectus.

Homo erectus trat erstmalig vor 2 Mio. Jahren in Afrika auf. Da Homo erectus nach Asien und Europa auswanderte, sich dort zu verschiedenen Menschenarten weiterentwickelte, kann man einen genauen Aussterbezeitpunkt nicht benennen.

Der Heidelbergmensch (Homo heidelbergensis) lebte vor etwa 600.000 Jahren in Europa als Nachfahre des Homo erectus. Während der letzten Eiszeit passte sich der Heidelbergmensch evolutionär an das kalte Klima an, wodurch vor etwa 230.000 Jahren oder 130.000 Jahren der Neandertaler entstand.

Parallel zur Heidelbergmensch/ Neandertaler-Linie entwickelte sich vor etwa 200.000 Jahren der Homo sapiens in Afrika aus der verbliebenen Homo erectus Population. Dieser afrikanische Homo sapiens wird noch als archaischer Homo sapiens bezeichnet.

Als Homo sapiens vor 40.000 Jahren, also während der letzten Eiszeit, Europa erreichte und trat dieser in Konkurrenz zum Neandertaler. In der europäischen Forschung bezeichnet man Homo sapiens für diese Zeitspanne als Cro Magnon Menschen.

Mit dem Verschwinden des Neandertalers (vor etwa 30.000 Jahren) und dem Übergang zur Mittelsteinzeit und Jungsteinzeit wird der Cro Magnon Mensch als Jetztmensch (Homo sapiens) bezeichnet. Der Jetztmensch ist demnach die einzige Menschenart, welche die Altsteinzeit überlebte.

Es gibt Funde in Asien, welche belegen könnten, dass während der Altsteinzeit oder Mittelsteinzeit noch andere Menschenarten gelebt haben könnten. Aber diese Menschenvarianten werden dem Homo erectus zugeordnet. So ist bspw. der Pekingmensch oder der Java-Mensch eine Unterart vom Homo erectus.

Wie nennt man die Menschen in der Altsteinzeit

In Schulbüchern werden die verschiedenen Menschenarten der Altsteinzeit als Altsteinzeitmenschen zusammengefasst. In der Wissenschaft bedient man sich anderer Begriffe. So werden die Vorfahren aller Menschenarten als Vormenschen (Australopithecinen) zusammengefasst.

Homo rudolfensis und Homo habilis werden als Urmenschen bezeichnet. Alle anderen Menschenarten, wie bspw. Homo erectus oder Neandertaler, werden Frühmenschen genannt. Mit dem Verschwinden des Neandertalers blieb der moderne Mensch als einzig verbliebene Menschenart bestehen und wird fortan als Jetztmensch bezeichnet.

Wo wohnten die Menschen in der Altsteinzeit

Der Alltag der Neandertaler wurde durch Klima, Trinkwasservorkommen und Nahrungsressourcen bestimmt. Manche Gruppen hielten sich in Höhlen auf oder nutzten Felsvorsprünge als Unterschlupf.

Andere Neandertaler-Gruppen bauten sich Unterschlüpfe aus Tierfellen, Sträuchern und Ästen. Diese Zelte konnten schnell aufgebaut werden und durch Geäst oder Tierknochen gestützt werden. Solche Lagerstätten fand man bspw. im Netzetal in Hessen. In Rheindalen (Nordrhein-Westfalen) konnten ausgehobene Grubenlöcher, welche zusätzlich gestützt wurden, als Unterschlupf nachgewiesen werden.

Der Fundplatz Bilzingsleben (Thüringen), welcher vor etwa 400.000 Jahren vom Homo erectus genutzt wurde, zeigt primitive Behausungsstrukturen auf. Die Wohnbauten waren zeltartige Stangenkonstruktionen, welche mit Knochen gestützt wurden und mit Tierfellen überzogen wurden.

Die Cro Magnon Menschen (Homo sapiens) behielten diese Bauweise bei. Festere Behausungen aus Stampflehm wurden erst in der Jungsteinzeit bzw. Epipaläolithikum angelegt, da die Sesshaftigkeit eine längere Wohnraumnutzung einforderte.

Der Mythos vom Höhlenmensch entstand da man Kleinkunst und Felsbilder häufig in Höhlen fand. Diese waren aber lediglich Rückzugsorte oder dienten zur Bestattung der Toten. Dennoch hielt sich die Vorstellung bis in die 1930-er Jahre, dass der Mensch in der Altsteinzeit ein dauerhafter Höhlenbewohner gewesen sei und erst im Zuge der Neolithischen Revolution sich zum Kulturmenschen weiterentwickelte.

Mit Zunahme der Funde, welche auch außerhalb von Höhlen gefunden wurden, relativierte sich allerdings die Vorstellung – dass die Menschheit etwa 2,5 Mio. Jahre in der Höhle verbrachte.

Wie ernährten sich die Menschen in der Altsteinzeit

Anhand des Zahnschmelzes eines gefundenen Fossils lässt sich erkennen, was dieser Mensch vor 2 Mio. Jahren gegessen hatte. Denn die Nahrung lässt Spuren zurück, welche sich tief in den Zahnschmelz einlagern.

In einer Analyse, welche im Jahr 2018 unter dem Titel „Dietary versatility of Early Pleistocene hominins“ veröffentlicht wurde, gaben die Forscher an, dass sich Homo rudolfensis bis zu 70 Prozent von Blättern, Knollen und Früchten von Bäumen ernährt hat.

An tierischen Knochenfunden, welche als Begleitfossilien bei Menschenschädeln gefunden wurden, lassen sich Schnittspuren erkennen. Die Forschung schließt daraus, dass die Knochen aufgeknackt wurden, um das Knochenmark heraus zu saugen. Und die ersten Steinwerkzeuge wurden wohlmöglich nur erfunden, um die großen Röhrenknochen besser aufbrechen zu können.

Als Erfinder der Steinwerkzeuge wird Homo habilis angeführt. Die Untersuchung eines Zahns vom Homo habilis, welcher als Fundstück KB 5223 dokumentiert wurde, zeigt – dass sich diese Menschenart weitaus mehr von Fleisch ernährte als Australopithecus (Vormensch).

Für Homo erectus ist die Ausdauerjagd nachgewiesen. Seine Nachfahren, Homo heidelbergensis und Neandertaler, wurden zu ausgiebigen Fleischfressern. Die Schöninger Speere, welche als älteste Jagdwaffen der Welt gelten, belegen – dass Homo heidelbergensis bereits ein ausgiebiger Jäger war.

Der Neandertaler war eine massige und stämmiger Menschenart, welche sich auf die Großwildjagd der Eiszeit spezialisiert hatte. Neben Mammuts und Riesenhirschen wurden selbst Bären gejagt.

Homo sapiens bzw. die Cro Magnon Menschen waren, wie der Jetztmensch auch, Allesfresser. Die Nahrung bestand demnach aus Fleisch und Pflanzen, welche in der Altsteinzeit noch gesammelt und in der Jungsteinzeit aktiv angebaut wurden. Die Versorgung mit beiderlei Nahrung bot dem modernen Menschen wohlmöglich einen Vorteil gegenüber dem Neandertaler, welcher auf die Großwildjagd spezialisiert war.

Wie lebten die Menschen in der Altsteinzeit

Die Menschen lebten in der Altsteinzeit als Nomaden (Wanderer), ohne festen Wohnort. Die Jäger jagten Wildtiere und erwärmten das Fleisch über dem Feuer. Die ersten Feuerstellen konnten für Homo erectus in der Wonderwerk-Höhle in Südafrika nachgewiesen werden. Diese sind etwa 1 Mio. Jahre alt.

Aber man geht auch davon aus, dass die Menschheit bereits früher Wildbrände einfing und für sich nutzte. Denn durch das Feuer konnten ganze Waldgebiete gerodet werden, Fressfeinde abgehalten oder ausgerottet werden.

Die frühen Menschen, vor Homo erectus, waren wohlmöglich lediglich Aasfresser – welche sich an den Kadaver eines erlegten Beutetieres anschlichen, nachdem die großen Beutegreifer diesen zurückließen. Dann lutschten sie das nährstoffreiche Knochenmark der toten Tiere. Ihre Steinwerkzeuge dienten als Knochenspalter.

Aber mit dem Einfangen eines Wildfeuers waren die Frühmenschen selbst in der Lage einen ganzen Wald niederzubrennen und danach die gerösteten Kadaver, der verendeten Tiere zu fressen. Doch die eigentliche Jagd auf Tiere entstand erst mit Homo erectus.

Die Menschheit ist demnach erst zum Jäger geworden. Doch als Sammler sammelten die Frühmenschen bereits Knollen, Blätter und Wurzeln – um diese zu essen. Der Begriff „Sammler“ setzt allerdings voraus, dass es Behälter zur Aufbewahrung gab. Für die Altsteinzeit sind diese Behälter nicht nachgewiesen. Denn erst während der späten Mittelsteinzeit oder im Epipaläolithikum (Mittelmeerraum) entstanden erste Keramik und andere Gefäße, um Wildgetreide zu sammeln.

Dass die Altsteinzeitmenschen demnach Jäger und Sammler gewesen waren, kann ausgeschlossen werden. Stattdessen entwickelte sich erst Homo erectus zum Jäger und erst der Jetztmensch zum eigentlichen Sammler.

Warum lebten die Menschen in der Altsteinzeit als Nomaden

Eine nomadische und nicht sesshafte Lebensweise ist gekoppelt an Umweltbedingungen. Findet eine Spezies genug Nahrung in einem bestimmten Gebiet und kann sich gegen Konkurrenten durchsetzen, neigt diese Art zur Beanspruchung des Territoriums.

Und diese beiden Lebensbedingungen fanden die Menschen in der Altsteinzeit nicht vor. So war die die frühe Menschheit allen größeren Raubtieren körperlich unterlegen. Und aufgrund des aufrechten Gangs musste die Menschheit an Schnelligkeit und körperlicher Stärke einbüßen. In der Nahrungskette standen die Menschen lediglich in mittlerer Position und wurden von Spitzenprädatoren, wie Löwen oder Bären, permanent bedroht.

Dass die Menschheit in der Nahrungskette aufsteigen konnte, verdankt sie lediglich der Technologie. Die erste Spitzentechnologie war das Feuer, wodurch Fressfeinde vertrieben werden konnten. Und da die Nahrung der ersten Frühmenschen hauptsächlich aus Pflanzen bestand, mussten sie der Vegetation nachwandern. Gleichzeitig mussten sie vor Raubtieren fliehen, welche das Gebiet ebenfalls beanspruchten.

Mit dem Übergang zum Jagdwesen, stieg die Menschheit allmählich in der Nahrungskette auf, musste aber dem Großwild nachwandern, welches aber ebenfalls der Vegetation folgte. Das typische Standwild, welches ein Revier beansprucht, entstand erst in der europäischen Mittelsteinzeit als die Eismassen dahinschmolzen und sich Waldgebiete bildeten.

Vermutlich folgte Homo erectus auch dem Jagdwild, als er vor 1,8 Mio. aus Afrika auswanderte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die nomadische Lebensweise der Menschheit dadurch zustande kam, da sie vor Raubtieren fliehen und ihrer Nahrung nachwandern mussten.

Warum lebten die Menschen in der Altsteinzeit in Herden

Die Menschheit lebte in Horden, da die Horde einen Schutz in einer offenen Savannenlandschaft bietet. Wie bereits oben beschrieben, musste der aufrechte Mensch diverse Einbußen an Muskelkraft und Schnelligkeit hinnehmen. Sämtliche anderen Säugetiere können sich schneller fortbewegen als Menschen. Viele Raubtiere sind stärker als Menschen.

Der Vorteil des Menschen bestand in seinem sozialen Gefüge. Als während des Pleistozäns die Urwälder verschwanden und zu offenen Savannenlandschaften wurden, fehlte der Rückzugsraum, um sich verstecken zu können. Doch in der Gemeinschaft konnten sich die Menschen gegenüber größeren Raubtieren wehren, später gemeinsam jagen und sich gegenseitig versorgen.

Der Schutz der Gemeinschaft ist dem Menschen angeboren. Auch heute zieht niemand in ein verlassenes Haus mitten im Wald. Man fürchtet sich, da andere Menschen als Beschützer fehlen. Diese Grundtendenz, dass sich die Menschheit in einer Gruppe geborgen fühlt, stammt noch aus der Altsteinzeit als diese Sozialstrategie noch überlebenswichtig war.

Welche Werkzeuge gab es in der Altsteinzeit

Das erste Werkzeug der Altsteinzeit und somit auch der Menschheit war der Chopper. Es handelt sich dabei um einen einseitig abgeschlagenen Stein, welcher als Schlagwerkzeug benutzt wurde. Später entwickelte sich der Faustkeil zum wichtigsten Werkzeug der Altsteinzeit. (Siehe Hauptartikel: 10 Werkzeuge der Steinzeit)

Neben dem Faustkeil war der Schaber ein wichtiges Werkzeug, mit denen Tierhäute bearbeitet worden – bevor diese zu Kleidung weitergefertigt wurden. (Siehe Hauptartikel: Kleidung der Steinzeit)

Welche Berufe gab es in der Altsteinzeit

Eine echte Arbeitsteilung mit der Spezialisierung auf Berufe setzt voraus, dass Nahrung und andere Ressourcen stets im Überfluss vorhanden sind. Erst dadurch kann Nahrung gegen Kleidung getauscht werden. Und dann muss ein Kleidermacher keine Sorge tragen, dass er verhungert – da jemand anderes Nahrung im Überfluss produziert und zum Tauschhandel bereit ist.

In der Altsteinzeit existierte keine Vorratshaltung, wodurch dieser Überfluss nicht produziert werden konnte. Folglich gab es keine zielgerichtete Arbeitsteilung mit Berufen. Dennoch gab es kulturelle Errungenschaften, welche die Urgesellschaft gemeinsam erreichte. Neben Jäger und Sammler gab es Gerberer, welcher die rohen Tierhäute zu Leder verarbeiteten. Auch Schamanen, welche Trancezustände hervorriefen und Sessionen vor der Jagd abhielten, sind archäologisch belegt. (Siehe Hauptartikel: Kunst in der Steinzeit, Abschnitt Löwenmensch)

Die Höhlenmalerei entstand in der Altsteinzeit, genauso wie die Steinfiguren oder die ersten Musikinstrumente.

Welche Entdeckungen wurden in der Altsteinzeit gemacht

Die Erfindung der Steinwerkzeuge vor 2,5 Mio. Jahren markiert den Beginn der Steinzeit. Mit diesen Steinwerkzeugen wurden zuerst Knochen beschlagen, später wurden Lanzen geschnitzt. Die Jagd ist eine Erfindung des Homo erectus, wurde aber für alle nachfolgenden Menschenarten übernommen. (siehe Hauptartikel: Jagd in der Steinzeit)

Als älteste Jagdwaffen gelten die Schöninger Speere, welche vor 290.000 bis 337.000 Jahren von Homo heidelbergensis genutzt wurden. Die ältesten Pfeilspitzen stammen aus Südafrika, wurden auf ein Alter von 64.000 Jahren datiert und stammen aus der Sibudu-Höhle.

Neben Amboss und Hammer gab es in der Altsteinzeit bereits Steinklingen und Steinmesser. Die Neandertaler haben die Klingentechnik weiter ausgebaut. (Siehe Hauptartikel: Waffen der Steinzeit)

In der Altsteinzeit wurde bereits Kleidung produziert. Die Kleiderlaus ist seit 75.000 Jahren nachgewiesen, weshalb man annimmt, dass der Beginn der Kleiderherstellung noch weiter zurückliegt. Auch die Vorstufe von industriell gefertigter Kleidung geht auf die Altsteinzeit zurück, da während der letzten Eiszeit die Nähnadel erfunden wurde. (Siehe Hauptartikel: Kleidung der Steinzeit von Neandertaler und Co).

Das Feuer, welches wohlmöglich vor 1 Mio. Jahren durch Homo erectus gezähmt wurde, war die erste Schlüsseltechnologie. Denn fortan konnte die Menschheit ihren Lebensraum aktiv ändern, Flächen roden und ganze Ökosysteme ändern. Außerdem konnte Nahrung leichter verdaulich zubereitet werden. Durch die Erfindung des Bratens und Garens entwickelte sich Kauapparat des Menschen zurück und die Vorliebe zu gebratenen Fleisch, deren Geruch jede andere Tierart (außer Wespen) als bedrohlich empfindet, wurde ausgeprägt. (siehe Hauptartikel: Feuer in der Steinzeit)

Aus Baumrinde konnten Neandertaler und Cro Magnon Menschen bereits eine teerartige Flüssigkeit herstellen, welche als Birkenpech bezeichnet wird. Diese wurde als Klebstoff verwendet, um Holzgriffe an Messer und Keile anzubringen.

Vor etwa 30.000 bis 40.000 Jahren gelang wohlmöglich die Domestizierung des Wolfes zum Hund in Asien. Die endgültige Rekonstruktion des Vorgangs kann allerdings nicht genau datiert werden.

Die Wiege der Kunst befindet sich in der Schwäbischen Alb, in diversen Höhlen – welche vom Neandertaler und Cro Magnon Menschen gleichermaßen genutzt wurden. Dort fanden Archäologen diverse Figuren aus Elfenbein und Knochen, die ältesten Flöten und Tierdarstellungen.

Die Höhlenmalerei wurde im Süden Frankreichs vor 35.000 Jahren vom Cro Magnon Menschen entwickelt. Vorstufen davon finden sich in der spanischen Höhle von Ardales, welche 65.000 Jahre alt sind und vom Neandertaler gefertigt wurden. (siehe Hauptartikel: Kunst in der Steinzeit)

Der Ocker, welcher bei der Höhlenmalerei zum Einsatz kommt, wurde bereits für Bestattungen eingesetzt. Die Erfindung des Jenseits, der Religion und sämtlicher Rituale, welche damit zusammenhängen – wurde ebenfalls während der Steinzeit gesetzt. (Siehe Hauptartikel: Religion in der Steinzeit)

Die ersten Keramikfiguren, wie die Venus von Dolní Věstonice, sind 25.000 Jahre alt. Etwa zeitgleich entstanden auch die ersten Keramikgefäße.

Die Gehäuse von Muscheln wurden in der Altsteinzeit eingefärbt und als Schmuckstücke und gegen Feuerstein getauscht. Demnach haben die Schmuckherstellung und der Tauschhandel ihren Ursprung ebenfalls in der Altsteinzeit.

Was geschah in der Altsteinzeit

Siehe Hauptartikel: 79 Ereignisse der Steinzeit: Was, Wann, Wo geschah | Chronologie

Welche Tiere gab es in der Altsteinzeit

siehe Hauptartikel: Tiere der Steinzeit und die quartäre Aussterbewelle am Ende der Altsteinzeit

Regionale Altsteinzeit

Die Folgenden Artikel sind zeitlich chronologisch, nach Beginn der Altsteinzeit, geordnet. Im Geschichtslexikon existiert eine alphabetische Liste.


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