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Die Antike: 18 Fragen und Antworten zur historischen Epoche


Das Kolosseum in Rom ist eines der Symbolbauten aus der Antike

Das Kolosseum in Rom ist eines der Symbolbauten aus der Antike


Die Antike war eine historische Epoche vor dem Mittelalter. Dieser Zeitabschnitt begann ca. 800 v. Christus und endete ca. 500 n.Chr. Die Epoche umfasste die Hoch- bzw. Blütezeiten des antiken Griechenlands, des Hellenismus und des Römischen Reiches.

Was ist die Antike

Die Antike ist eine historische Epoche. Sie reichte von etwa 800 v. Chr. bis, je nach Auslegung, um 500 n. Chr. Typisch für die Antike war intensiver Handel und gleichzeitig kultureller Austausch. Zudem war die Epoche durch politische Unruhen und Neuordnungen geprägt. So existierten tyrannische Strukturen und rudimentäre Demokratien quasi nebeneinander.

Die Bezeichnung „Antike“ beschreibt dabei besonders das Alte Rom und das Alte Griechenland. Auch das Alte Ägypten ist damit gemeint, da dieses ab 332/331 v.Chr. von Alexander dem Großen als Pharao regiert wurde. Demnach war Ägypten ab diesem Zeitpunkt ein griechisch-hellenistisches Reich. Später wurde es von den Römern erobert. Die griechisch-römische Phase in Ägypten endete 395 n.Chr.

Bei der Antike handelt es sich also nicht nur um eine zeitliche Epoche, sondern auch um einen lokal stark eingeschränkten Begriff und bezieht sich auf den Mittelmeerraum als Kulturraum.

Wann begann die Antike

Die Antike begann um 800 v. Chr. mit dem archaischen Zeitalter in Griechenland.

Wie entstand die Antike

Antike entstand durch einen Kulturwandel – weg von der Tyrannis (Alleinherrschaft) und hin zur Demokratie als Regierungsform der Archaik.

Als „Archaik“ bzw. archaisches Zeitalter bezeichnet man eine kulturell und politisch geprägte Epoche in Griechenland. Diese war durch wichtige Aspekte geprägt: Unterversorgung, soziale Ungleichheit und Unruhen.

So ging es den Kleinbauern im Alten Griechenland sehr schlecht. Sie machten einen Großteil der Bevölkerung aus. Unzufriedene Kleinbauern bedeuteten daher gleichzeitig, dass der Unmut in der Bevölkerung wuchs. Außerdem gab es eine kleine Elite, die sehr konkurrenzorientiert vorging. Dadurch kam es quasi dauerhaft zu kämpferischen Auseinandersetzungen mit den Nachbarn.

Aus diesem Grundproblem ergaben sich zwei Lösungswege: Entweder eine Region erhielt die Herrschaftsform der Tyrannis. Dabei wurden die Menschen durch einen Alleinherrscher, den Tyrannen, regiert. Dieser musste den Adel um sich herum an sich binden oder rücksichtslos eliminieren, um seine Macht zu behalten. Gleichzeitig musste er das Volk bei Laune halten, damit sein Reich stabil blieb.

Die andere Lösung war ein Gemeinwesen mit institutionalisierter Herrschaft und demokratischen Zügen. Konflikte wurden durch verschriftlichte Regeln und Gesetze gelöst.

Bald zeigte sich ein Hang zu Letzterem. Viele Teile Griechenlands wurden mit der Zeit zu Stadtstaaten (Polis). Diese Polis regierten sich selbst, hatten eine demokratisch gewählte Regierung. Der Kulturraum des Antiken Griechenlands war letztlich kein Nationalstaat, sondern lediglich ein Gebiet – in welchen griechisch-sprachige Menschen in Polis lebten und untereinander Handel betrieben bzw. Informationen austauschten.

Wann endete die Antike

Die griechische Antike endete im Jahr 30 v. Chr. Als letztes griechisch-hellenistisches Reich existierte das Alexanderreich von Alexander dem Großen. Es war ein Reich, welches durch Makedonen und Griechen erobert wurde. Als Alexander 336 v.Chr. starb, hinterließ er keinen geeigneten Erben, weshalb das Weltreich aufgeteilt werden musste.

Die Nachfolgerstaaten des Alexanderreiches waren nach und nach beseitigt worden. Als letztes existierten das Seleuklidenreich (Perser) und das ptolemäische Ägypten. Ersteres fiel 64 v. Chr. an Rom. Und Ägypten wurde 30 v. Chr. ebenfalls von Rom annektiert. Drei Jahre später folgte die Ausrufung Griechenlands als römische Provinz Achaea.

Damit endete die Antike in Griechenland. In Rom dauerte sie noch einige Jahrhunderte an. Ihr genaues Ende ist nicht definiert. Man rechnet eher mit einem Zeitraum, in dem mehrere einschneidende Ereignisse stattfanden.

Im Jahr 476 n. Chr. wurde der letzte römische Kaiser, Romulus Augustus, abgesetzt. Rom zu diesem Zeitpunkt in ein Westreich und ein Ostreich zerfallen. Romulus Augustus war nur der weströmische Kaiser. 476 markiert daher nicht das Ende des Römischen Reiches insgesamt.

Das Oströmische Reich existierte noch fast ein Jahrhundert länger. Der letzte oströmische Kaiser, Justinian I., starb am 14. November 565 in Konstantinopel. Dieser Zeitpunkt ist der späteste, den man als Ende der Antike annehmen kann.

In welche Perioden lässt sich die Antike teilen

Die griechische Antike wird in drei bis 5 Perioden unterteilt. Diese Perioden unterscheiden sich politisch, gesellschaftlich und in ihrer Kunst. Die römische Antike wird in bis zu 6 Perioden eingeteilt, welche sich vor allem im Staatsaufbau unterscheiden. Als die Römer die Griechen im 30 v.Chr. eroberten, wird zudem von einer griechisch-römischen Epoche gesprochen.

Die griechische Antike:

  • Ägäische Bronzezeit: etwa 2600 v.Chr. bis 1050 v.Chr. mit den Palastkulturen (siehe weiter unten)
  • Dark Ages bzw. Dunkle Jahrhunderte: etwa 1050 bis 800 v.Chr. (siehe Abschnitt unten)
  • Archaik: 800 bis 480 v.Chr.
  • Klassik: 480 bis 323 v.Chr.
  • Hellenismus: 323 bis 30 v.Chr.

Die römische Antike:

  • Königszeit: 8 bis 6 Jahrhundert v.Chr.
  • Frühe Republik: etwa 500 bis 367 v.Chr.
  • Mittlere Republik: 367 bis 133 v.Chr.
  • Späte Republik bzw. Revolutionszeit: 133 bis 30 oder 27 v.Chr.
  • Kaiserzeit (Prinzipat): 30 oder 27 v.Chr. bis 284 n.Chr.
  • Spätantike: 284 bis 476 oder 565 n.Chr.

Archaische Periode

(Siehe auch Hauptartikel: Archaik: archaische Zeit und Kultur im antiken Griechenland)

Die Archaische Periode ist die älteste Periode der Antike. Sie herrschte vom Beginn der Antike, um 800 v. Chr., bis etwa zum Jahr 480 v. Chr. Diese Zeit wurde durch das Wiedererstarken der griechischen Zivilisation geprägt. Es entwickelten sich Stadtstaaten, die sehr an politischem Fortschritt interessiert waren. Auch wissenschaftlich und philosophisch erlebten die Griechen in dieser Zeit einen Aufschwung.

Archaische Kunst ist durch starre Formen geprägt. Muskeln werden nur sehr vereinfacht dargestellt. Man musste sich erst von den geometrischen Figuren der vorherige Kunstepisode lösen. Typisch war das sogenannte „archaische Lächeln, ein mimisch aussehendes, oft überzeichnet dargestelltes Lächeln.

Klassische Periode

Die Klassische Periode folgte auf die Archaische Periode. Sie fand zwischen 480 und 323 v. Chr. statt. Sie gilt als Höhepunkt der griechischen Zivilisation. Athen befand sich unter Führern wie Perikles, Themistokles und Sokrates in seiner Blüte. Man hatte sich nicht den Persern unterwerfen müssen. Das zeigte sich auch in der Kunst.

Dekorationen wurden reicher. Skulpturen sahen nun noch viel menschlicher aus. Die Bildhauer verstanden es, den menschlichen Körper anatomisch korrekt, wenn auch idealisiert, darzustellen. Menschen wurden bevorzugt in Bewegung gezeigt. Die dabei arbeitenden Muskeln wurden präzise herausgearbeitet.

Dass die hier entstandenen männlichen Skulpturen auffallend kleine Genitalien haben, hat vermutlich zwei Gründe. Zum einen stand für die Bildhauer die Darstellung der Muskulatur und perfekten Bewegung der Person im Vordergrund.

Zum anderen galten große männliche Genitalien in Griechenland als unerwünscht. Das hängt mit der mythologischen Geschichte von Priapus zusammen, einem griechischen Gott. Diesen verfluchte Hera mit einer dauerhaften, riesigen Erektion. Außerdem wurden Satyrn (Dämonen) häufig mit auffällig großen Genitalien dargestellt. Die menschlichen Skulpturen sollten sich möglicherweise davon abheben.

Hellenistische Periode

(siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zum Hellenismus)

Die Hellenistische Periode (auch Hellenistik genannt) begann 323 v. Chr. mit dem Tod Alexanders des Großen und endete im Jahr 30 v. Chr. Alexander hatte Griechenland ist ein Weltreich verwandelt, das bis nach Indien reichte. Diese Periode zeichnet sich durch erneute Umbrüche aus, da dieses Weltreich bald auseinanderbrach.

Der griechische Einfluss blieb jedoch. Griechisch setzte sich als Weltsprache durch. Auch kulturell vermischten sich die Regionen stark miteinander.

Die Zeit war durch großen Wohlstand geprägt. Die Kunstwerke wurden daher deutlich pompöser. Ein bekanntes Werk aus der Hellenistik ist „Laokoon und seine Söhne“. Die Statue zeigt eine Gruppe aus drei Personen, Laokoon und seine beiden Söhne, die mit Schlangen Kämpfen. Das Werk ist etwa 208 cm hoch und 163 cm breit. Etwa ebenso hoch ist die Venus von Milo, die ebenfalls aus dieser Periode stammt.

Was bedeutet der Begriff „Antike“

Der Begriff „Antike“ stammt von dem französischen Wort „antique“ ab. Seinen Ursprung hat es aber im Lateinischen. „Antiquus“ lässt sich mit „vormalig“ oder „alt“ übersetzen. „Antike“ bezeichnet heute das Alte Griechenland, das Alte Rom und das Alte Ägypten. Wenn man sagt, „etwas ist antik“ ist damit aber nicht unbedingt gemeint, dass es aus dieser Epoche stammt. Damit möchte man nur ausdrücken, dass der beschriebene Gegenstand alt ist.

Der Begriff „Antike“ als Bezeichnung für die Epoche entstand erst während des Humanismus im 18. Jahrhundert. Während dieser Zeit begannen Gelehrte, ein neues Interesse an Kunst, Kultur, Literatur und Geschichte des Alten Griechenlands zu entwickeln.

Weil diese Epoche damit wieder wichtiger wurde, musste man sie begrifflich stärker von den darum liegenden abgrenzen. Dabei setzte sich „Antike“ als Bezeichnung für Altes Griechenland bzw. Rom durch. Zuvor hatte man von der „vorchristlichen Ära“ gesprochen. Das wurde der Antike, die sich noch mehrere Jahrhunderte in die nachchristliche Zeit zog, aber nicht gerecht.

Was war vor der Antike

Die Epoche vor der Antike nennt man die Eisenzeit. Sie zeichnete sich dadurch aus, dass Bronze durch Eisen als hauptsächliches Metall, das man bearbeitete, abgelöst wurde. Diese Epoche gehört zur Urgeschichte, genauso wie die Steinzeit, Kupferzeit und Bronzezeit.

Da es in diesen Epochen noch keine Schrift gab und somit schriftliche Erzeugnisse fehlen, werden diese als Urgeschichte oder Prähistorie zusammengefasst. Mit dem Aufkommen der Schrift begann die Frühgeschichte, zu der die Antike zählt.

Was ist der Unterschied zwischen Antike und Altertum

(siehe auch Hauptartikel: Altertum: Fragen und Antworten zur Geschichtsepoche und Fragen und Antworten zum Altertum)

Die Antike gehört zum Altertum, bezieht sich aber nur auf den Kulturraum in Südeuropa bzw. dem Mittelmeerraum. Hochkulturen in Mesopotamien, wie Babylon, das Perserreich oder die Sumerer – gehören nicht zur Antike.

Die Trennung zwischen Antike und Altertum beruht auch darauf, da in Asien frühe Hochkulturen bereits vor der Antike erblühten. Der Grund war ein Wissensvorsprung, welche diese Völker seit der Neolithischen Revolution innehatten. Frühzeitiger Übergang zu Ackerbau und Viehzucht führte letztlich zu einem frühzeitigeren Wechsel in die Metallzeitalter (Kupfer, Bronze und Eisenzeit). Dann wurde die Keilschrift der Sumer und die Hieroglyphenschrift der Ägypter erfunden. Letztere werden erst seit Alexanders Feldzug (331 v.Chr.) zur Antike gezählt.

Durch die Schrift entstanden Zivilisationen mit Rechtssystemen, Regeln und Hierarchien. Aber der Beginn der Verschriftlichung begann nicht überall zum gleichen Zeitpunkt. Mitunter lagen Jahrhunderte dazwischen. Der Wissensvorsprung begann auf dem Gebiet des Fruchtbaren Halbmondes bereits zur Jungsteinzeit. Dort setzte die Neolithisierung (Ackerbau, Viehzucht) bereits 9500 v.Chr. ein. In Kerneuropa begann dieser Kulturwandel erst 4000 Jahre später – also 5800 v.Chr.

Diesen Wissensvorsprung, welcher im Vorderen Orient und Mesopotamien seitdem vorlag, zieht sich durch alle Urgeschichtsepochen hinweg bis zur Eisenzeit. Jede neue Kulturzeit verbreitete sich dann vom Orient ausgehend über den Mittelmeerraum Südeuropas bzw. Südosteuropas nach Nordeuropa. Die Nordeuropäer begannen mit Ackerbau und Viehzucht etwa 4200 v.Chr., als in Mesopotamien bereits Hochkulturen erblühten.

Da man nicht überall zur gleichen Zeit damit begann, Eisen als Rohstoff nutzen zu können, ist der Beginn der Eisenzeit regional unterschiedlich anzusiedeln. Der Wissensstand zur Eisenherstellung verbreitete sich auch über Jahrhunderte hinweg. So begann die Eisenzeit nördlich der Alpen erst 800 v.Chr., also zum Zeitpunkt also im Mittelmeerraum bereits die Antike einsetzte.

Was waren die dunklen Jahrhunderte vor der Antike

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Eisenzeit war das Fehlen schriftlicher Aufzeichnungen. Dadurch kam es in Griechenland zwischen dem 12. und dem 8. Jahrhundert v. Chr. zu den sogenannten „Dunklen Jahrhunderten“. Aus dieser Zeit sind uns kaum Quellen geblieben, die etwas über die Menschen und ihre Lebensumstände verraten.

Historiker tappen also im Dunkeln, daher der Name. Den Dunklen Jahrhunderten ging die Mykenische Palastzeit voraus, über die wir deutlich mehr wissen. Die Dunklen Jahrhunderte sind keine Epoche, sondern werden der Vorantike oder archaischen Bronze- und Eisenzeit zugerechnet.

Was waren die Vorkulturen der Antike

Als Vorkulturen der griechischen Antike werden zwei Palastkulturen erwähnt:

  • die minoische Kultur auf Kreta zwischen 2600 v.Chr. bis 1450 v.Chr.
  • und die mykenische Kultur in Mykene (griechisches Festland), welche zwischen 1650 v. Chr. bis 1190 v.Chr. bestand

Vermutlich haben die Mykener auch die Minoer erobert und gingen dann aus ihnen hervor bzw. über.

Das Antike Rom entstand weitaus später als Griechenland. So wurde, laut Gründungssage, zwar die Stadt Rom am 21. April 753 v. Chr. durch Romulus und Remus gegründet. Das Römische Reich als Imperium oder Republik entstand erst 509 v.Chr., also rund drei Jahrhunderte nach den Griechen.

Warum endete die Antike

Die Epoche der Antike endete aus verschiedenen Gründen. Diese reichen teilweise mehrere Jahrhunderte weit zurück. Das Ende der Antike war daher ein lange andauernder Prozess. So gibt es politische, religiöse, kulturelle und demographische Gründe, welche im Folgenden einzeln beschrieben werden.

Politische Instabilität

Rom hatte schon immer mit politischen Problemen zu kämpfen. Ab 395 sprechen wir heute von einem Westrom und einem Ostrom. Nach Außen galt Rom weiterhin als ein Reich. Es wurde allerdings nun durch zwei Kaiser regiert.

Das Reich war zu groß, um es von einem Ort aus zu regieren. An den Grenzen kam es immer wieder zu Invasionen. Wirtschaftliche Probleme bereiteten zusätzliche Schwierigkeiten. Insgesamt ging es Rom immer schlechter.

Religiöse Transformationen

Nachdem die Christen jahrelang in Rom verfolgt worden war, war das Christentum 391 zur Staatsreligion erklärt worden. Das hatte weitreichende Folgen für die Gesellschaft. Die Götter der Vergangenheit mussten weichen, denn als monotheistische Religion duldete das Christentum die Huldigung anderer Götter nicht.

Kulturelle Veränderungen

Mit dem Christentum veränderte sich auch die Kultur Roms. Wissenschaftliche und philosophische Themen wurden weniger gefördert. Die antiken Traditionen gerieten dadurch in Vergessenheit. Die Architektur und Kunst veränderten sich.

Das geschah nicht von heute auf morgen. Es handelt sich um einen Prozess, der, wie die anderen Gründe, zum Ende der Antike beitrug.

Völkerwanderungen

(siehe Hauptartikel: Fragen und Antworten zur Völkerwanderung)

Im Jahr 395 nutzten die Hunnen einen Bürgerkrieg, um nach Illyrien vorzudringen. Sie verbreiteten in vielen europäischen Regionen Angst und Schrecken. Die Bevölkerung flog vielerorts vor ihnen und geriet dabei mit den Römern aneinander. Diese weiteren Spannungen waren für das ohnehin geschwächte Rom kein Todesstoß, aber ein weiterer Sargnagel.

Welche Epoche kam nach der Antike

Auf die Antike folgte das Frühmittelalter. Es reicht etwa vom 5. bis zum 10. Jahrhundert. Dass sich Spätantike und Frühmittelalter überschneiden, ist nicht ungewöhnlich. Ein genauer Zeitpunkt, an dem die eine Epoche endete und die andere begann, lässt sich nicht ermitteln. Es war eher ein Zeitraum, in dem alte Einflüsse weniger wurden und durch neue ersetzt wurden.

Warum ist die Renaissance die Wiedergeburt der Antike

(siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zur Renaissance)

Die Renaissance war eine Epoche, die von 1400 bis 1620 herrschte. In dieser Zeit beschäftigten sich die Gelehrten vermehrt mit der Antike. Dabei flammte eine neue Wertschätzung der Kunst, Ideen und Philosophie für diese Zeit auf.

Nun wurden Texte aus dieser Zeit wieder häufiger übersetzt und gelesen. Weil das Wissen lange Zeit unter Verschluss gehalten worden war, war das Interesse umso größer. Das führte dazu, dass sich Künstler stark an den Statuen der Antike orientierten. Beispiele dafür sind Michelangelo und Botticelli. Sie strebten nach der Perfektion im menschlichen Körper, die schon die Griechen fasziniert hatte. Dieses Streben schenkte uns Kunstwerke wie den David, eine fünf Meter hohe Figur des biblischen Davids, der Goliath mit einer Steinschleuder besiegte.

Das Interesse am Menschen wurde durch den Humanismus (Renaissance-Humanismus) verstärkt. Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen.
Gleichzeitig stieg das Streben nach wissenschaftlichen Erklärungen. In den antiken Texten fanden sich massenhaft Arbeiten, die sich mit Mathematik und Astronomie beschäftigten.

Gelehrten wie Galilei und Copernicus war es nur durch diese Schriften möglich, weitreichende Erkenntnisse auf diesen Themengebieten zu erlangen. Die Antike legte dafür den Grundstein. Nachdem dieser etwa ein Jahrtausend weggeschlossen worden war, konnten diese Gelehrten endlich darauf aufbauen und die moderne Wissenschaft einleiten.

Warum ging Wissen aus der Antike verloren

Die Griechen schienen ihrer Zeit voraus. Sie beschäftigten sich viel mit wissenschaftlichen und philosophischen Fragen. Ihre Überlegungen dazu schrieben sie auf. Viele mathematische und physikalische Errungenschaften stammen beispielsweise aus dieser Zeit.
Leider ist im Verlauf der nächsten Jahrtausende viel von diesem Wissen verloren gegangen. Das geschah nicht nur auf natürlichem Weg, weil die beschriebenen Medien nicht für die Ewigkeit gemacht waren. Teilweise wurden die Schriften auch gezielt zerstört.

Kriege

Während der Antike lagen die griechischen Stämme ständig im Krieg miteinander. Es kam daher oft zu Eroberungen von Städten, bei denen Brände gelegt wurden und so gezielt Wissen vernichtet wurde. Anderes ging dabei versehentlich verloren.

Naturkatastrophen

Während der Antike und lange darüber hinaus waren Schriften sehr wertvoll. Nur ein sehr geringer Bruchteil der Bevölkerung konnte lesen. Daher war es auch nur diesen Menschen möglich, Abschriften anzufertigen.

Das dauerte lange. Von vielen Werken existierten daher nur sehr wenige Exemplare. Kam es nun zu einer Naturkatastrophe, wodurch die Bibliothek zerstört wurde, war auch das in ihr enthaltene Wissen verloren.

Veränderte Sicht auf die Bildung

Mit dem Untergang der Antike, veränderte sich der Blick auf Bildung. Wissenschaftliche Errungenschaften galten plötzlich als deutlich weniger wichtig. Man machte sich daher keine Mühe mehr, das Wissen aus der Vergangenheit zu verstehen oder zu erweitern. Weil man es für so unwichtig hielt, ging auch in dieser Zeit (Mittelalter) viel mehr verloren.

Schließlich wechselte auch die Sprache, die im Mittelpunkt stand. Wichtige wissenschaftliche Schriften aus der Antike waren in Griechisch verfasst. Gelehrte des Mittelalters sprachen aber immer seltener Griechisch und viel häufiger Latein. Selbst wenn sie wollten, konnten sie diese Schriften also gar nicht mehr verstehen.

Religiöse und politische Zensur

Während des Mittelalters trat die Wissenschaft in den Hintergrund, während die Religion deutlich wichtiger wurde. Schriften, die dem Glauben widersprachen, wurden daher als besonders gefährlich angesehen.

Daher kam es leider immer wieder zu gezielten Vernichtungen von antiken Schriften. Alternativ fertigte man Abschriften an und veränderte die ketzerischen Passagen, sodass sie in das aktuelle Weltbild passten. Dabei ging sicherlich eine Menge antiken Wissens verloren.

Warum war Latein eine Brücke zwischen Antike und Mittelalter

Als das Römische Reich an Wichtigkeit gewann, verschob sich auch die präferierte Sprache in Richtung Latein. Viele Schriften, die zuvor nur auf Griechisch verfügbar waren, wurden nur übersetzt. Das geschah bis ins Mittelalter, auch wenn das antike Wissen in dieser Zeit an Gewicht verloren hatte.

Gleichzeitig erleichterte Latein die Weitergabe des Wissens. Aus dem Lateinischen wurde nämlich eine lange Zeit nichts weiter übersetzt. Entsprechend kam es nicht zu Übersetzungsfehlern oder missverständlichen Passagen. Das Wissen der Antike wurde genau so erhalten, wie es Jahrhunderte zuvor niedergeschrieben worden war.

Wozu dienten die Olympischen Spiele in der Antike

Die Olympischen Spiele finden, der Überlieferung nach, seit 776 v. Chr. statt. Sie wiederholen sich alle vier Jahre im Sommer. Dabei traten in der Antike nur Männer in sportlichen Wettkämpfen gegeneinander an. Zunächst gab es nur einen Wettlauf, der einmal durch das Stadion führte. Dabei legten die Wettkämpfer eine Strecke von 192,27 m zurück. Später kamen weitere Disziplinen wie Ringen, Faustkampf, Wagenrennen und Wettreiten hinzu.

Die Spiele erfüllten religiöse, politische, soziale und wirtschaftliche Aufgaben.

Religiöse Bedeutung

Die Olympischen Spiele fanden in der Antike im Heiligen Hain von Olympia statt. Olympia war ein Heiligtum des Zeus. Die Spiele fanden ebenfalls zu seinen Ehren statt. Die Griechen glaubten, in dem sportlichen Wettkampf körperliche Vollkommenheit zu erlangen. Etwas, was sie in Zeus bereits sahen. Der Sieg in den Olympischen Spielen war damit auch ein Streben danach, das Beste aus sich herauszuholen.

Politik

Die Olympischen Spiele wurden genutzt, um politische Beziehungen zu verbessern, Intrigen zu schmieden und das eigene Prestige zu erhöhen. Während der Spiele kamen Menschen aus ganz Griechenland zusammen, darunter auch viele Politiker und Diplomaten. Es bot sich an, diesen Umstand auszunutzen, um mit Verbündeten zu sprechen.

Das war besonders wichtig, weil die Griechen ständig miteinander im Streit waren oder sogar Kriege führten. Ein Ort mit einem Zeitfenster, in dem man diese Streitigkeiten beiseitelegen konnte, war daher umso wichtiger.

Förderung des Zusammenhalts

Weil die Griechen so viele Kriege gegeneinander führten, trugen die Olympischen Spiele auch zum Zusammenhalt in Friedenszeiten bei. Gleichzeitig wurde der Ekecheiria ausgerufen. Das war der sogenannte Olympische Frieden. Er garantierte auch in Kriegszeiten, dass Sportler aus ganz Griechenland ungehindert anreisen und Seite an Seite antreten konnten.
Die Olympischen Spiele wurden dadurch zu einem Symbol der Griechen allgemein.

Sportlicher Wettkampf

Der wohl offensichtlichste Nutzen der olympischen Spiele war der sportliche Wettkampf. Die Griechen strebten nach körperlicher Perfektion. Wer durch stetes Training und Anstrengung die Spiele gewann, wurde als Held gefeiert. Seinen Körper zu Höchstleistungen anzutreiben, galt als erstrebenswert und ruhmreich.

Deshalb erhielten die ersten Sieger auch keine direkten Preise. Sie wurden lediglich durch ein Stirnband und einen Kranz aus Zweigen des Ölbaums, der in der Nähe des Zeustempels stand, geschmückt. Kamen sie so in ihre Heimat zurück, wurden sie jedoch oft durch Steuerbefreiung, Geld und weitere Geschenke geehrt. Olympische Sieger erhielten außerdem große Begräbnisse, auch wenn diese nicht ihrem sozialen Stand entsprachen. Medaillen gibt es erst seit den Olympischen Spielen von 1904.

Wirtschaft

Bei den Olympischen Spielen ging es nicht nur um Sport. Es wurden auch Theateraufführen gezeigt und Musiker unterhielten die Besucher mit Liedern.

Weil Menschen aus ganz Griechenland anreisten, um die Spiele zu sehen oder selbst daran teilzunehmen, waren sie für Händler lukrativ. Die Leute mussten versorgt werden. Gleichzeitig fand ein kultureller Austausch durch den Handel statt. Stoffe, Kleidung, Keramik, Schmuck und Musikinstrumente wechselten hier den Besitzer.

Volksfest

Die Olympischen Spiele hatten einen Volksfestcharakter. Für die Wettkämpfer waren sie eine Herausforderung, die es ernst zu nehmen galt. Zuschauer genossen die Zeit dort. Man kann sich den Heiligen Hain zur Zeit der Spiele ein bisschen wie einen Jahrmarkt vorstellen. In der Arena herrschte eine feierlich-ernste Atmosphäre. Außerhalb stand der Spaß an erster Stelle.

Weshalb wurden Christen in der Antike verfolgt

(Siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zur Christenverfolgung)

Die Christenverfolgung im Antiken Rom hatte mehrere Gründe. Gesamtstaatlich begann sie unter Decius 249. Christen, die sich weigerten, den römischen Göttern und früheren Kaisern zu opfern, wurden bestraft. Diese Strafen reichten bis zur Todesstrafe. Ihren Höhepunkt fanden die Verfolgungen unter Kaiser Diokletian, der von 284 bis 305 regierte. Auch hier war die Problematik, die Christen und Römer gegeneinander aufbrachte, die Verehrung der römischen Götter und Kaiser.

Unüberwindbare religiöse Differenzen

Die Antike ist für ihre religiöse Toleranz bekannt. Menschen unterschiedlicher Religionen lebten problemlos nebeneinander. Natürlich kam es zu Spannungen, aber Verfolgungen aufgrund einer Religion waren zunächst selten.

Die Christen machten sich dadurch zum Ziel, dass sie die römischen Götter nicht akzeptierten. Sie weigerten sich, ihnen Opfer zu bringen, und erkannten auch den Kaiserkult nicht an. Das waren für die Römer zu große Differenzen, sodass die Christen als störend betrachtet und verfolgt wurden.

Christen als Sündenbock

Die wiederkehrende politische Instabilität im Römischen Reich machte einen Sündenbock nötig. Die ohnehin unbeliebten Christen eigneten sich perfekt dafür. Ihre Verfolgung war daher teilweise auch ein politischer Schachzug. Indem man jemanden für die Probleme verantwortlich machen konnte, lösten sich die Spannungen zumindest etwas.

Ablehnung des Römischen Reiches als solches

Die Christen lehnten nicht nur die römischen Götter, sondern auch den Kaiser ab. Sie folgten nur Gott und weigerten sich daher, einen Menschen so zu verehren, wie es bei dem römischen Kaiser üblich war.

Die Römer sahen das als Bedrohung für ihre staatliche Autorität. Lehnten sich mehr Menschen gegen den Kaiserkult auf, würde der Kaiser an Einfluss verlieren. Um das zu verhindern, mussten die Christen weichen.

Heimlichkeit

Ein Großteil des religiösen Lebens der Christen fand in den eigenen vier Wänden statt. Ihre nichtchristlichen Mitmenschen bekamen daher nur wenig von ihrer Religion und den dazu gehörenden Riten mit.

Diese Heimlichkeit stellte einen Gegensatz zu den öffentlichen Opferungen und Ehrungen dar, die die Römer kannten. Sie vermuteten daher, dass die Christen nicht nur ihre Religion hinter verschlossenen Türen ausübten. Verschwörungen wurden ihnen unterstellt, wobei diese Behauptung auch politisch motiviert sein könnte, um die Christen als Sündenböcke weiter zu verunglimpfen.

Was war der Unterschied zwischen römischer und griechischer Antike

Griechenland und Rom während der Antike hatten viele Gemeinsamkeiten. In beiden Regionen spielte die Familie eine wichtige Rolle. Der Mann als Oberhaupt hatte dabei die meiste Macht inne.

Frauen hatten deutlich weniger Rechte. Auch das religiöse Leben ähnelte sich stark. Griechen und Römer glaubten an ähnliche Götter. Die Namen waren unterschiedlich, auch die Bereiche, die ihnen als Zuständigkeit zugeschrieben wurden, waren nicht immer gleich. Es handelte sich aber bei beiden Völkern um eine polytheistische Religion. Die Götter hatten menschliche Züge und Bedürfnisse.

Darüber hinaus unterschieden sich Griechenland und Rom in der Antike in einigen Punkten. Die wichtigsten werden im Folgenden beschrieben.

Politik

Das Antike Griechenland bestand hauptsächlich aus voneinander unabhängigen Stadtstaaten. Es war kein einheitliches Reich. Jede Stadt hatte andere Gesetze und wurde unterschiedlich regiert. Demokratische Grundzüge in Form von Abstimmungen, an denen hochgestellte Bürger teilnehmen durften, fanden sich in vielen griechischen Städten.

Das Römische Reich war hingegen zentral regiert. Es war ein einheitliches Imperium mit einem Kaiser. Dieser wurde zwar gewählt und nicht vererbt, hatte aber dennoch quasi die Alleinherrschaft. Er konnte Gesetze erlassen und verändern, die Streitkräfte befehligen und wurde sogar kultisch verehrt.

Kultur und Errungenschaften

Die Antiken Griechen hinterließen ein Erbe, das vor allem aus Philosophie, Kunst, Literatur und Architektur besteht. Die Schwerpunkte des Römischen Reiches waren ganz andere.

Sie erschufen Rechtssysteme, Militärtechnologien und waren für ihre Ingenieurskunst bekannt.

Gesellschaft

Die griechische Gesellschaft wurde grob in drei Klassen unterteilt: Bürger, Nicht-Bürger und Sklaven. Bürger waren Griechen, die Besitz erwerben durften. Sie hatten möglicherweise politische Rechte und genossen höheres Ansehen.

Nicht-Bürger waren etwa die Metöken in Athen. Sie waren keine Athener und besaßen daher nicht dieselben Rechte wie die Stadtbürger. Sie durften keinen Besitz haben, aber einem Handwerk nachgehen. Sklaven bildeten die unterste Schicht. Sie wurden wie Besitz gehandelt und genossen so gut wie keine Rechte.

Die Römer hielten ebenfalls Sklaven und teilten ihre Bevölkerung in Klassen ein. Neben den Bürgern gab es noch die Adligen, eine Klasse, die im Antiken Griechenland fehlt.

Literatur

  • Michael Schaper (Herausgeber), GEO Epoche KOLLEKTION 08/2017 – Das antike Griechenland, ISBN: 3652006925*
  • Hans-Joachim Gehrke (Herausgeber), Helmuth Schneider (Herausgeber), Peter Funke (Mitwirkende), Peter Herz (Mitwirkende), Jens-Uwe Krause (Mitwirkende), Elke Stein-Hölkeskamp (Mitwirkende), Josef Wiesehöfer (Mitwirkende): Geschichte der Antike: Ein Studienbuch, ISBN: 3476047601*
  • Raimund Schulz (Autor), Geschichte des antiken Griechenland, ISBN: 3150142555*
  • Hubert Cancik (Herausgeber), Manfred Landfester (Herausgeber), Helmuth Schneider (Herausgeber), Anne-Maria Wittke (Autor), Eckart Olshausen (Autor), Richard Szydlak (Autor), Historischer Atlas der antiken Welt: Sonderausgabe, ISBN: 3476024016*

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