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Historische Epoche: 7 Fragen & Antworten zur Geschichtseinteilung


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Zeitstrahl zu den Epochen der Menschheitsgeschichte


Eine Geschichtsepoche bzw. historische Epoche ist eine künstlich geschaffene Konvention, um geschichtliche Daten und Fakten besser einordnen zu können. Die wesentlichen Epochen der Menschheitsgeschichte (Urgeschichte, Altertum, Antike, Mittelalter, Neuzeit) sind somit nachträglich geschaffen wurden und bekamen erst später, durch moderne Forschung, eine Bedeutung.

Was ist eine Geschichtsepoche bzw. historische Epoche

Eine Geschichtsepoche ist die Einteilung der Menschheitsgeschichte in bestimmte Zeitabschnitte, um ein Ordnungssystem zu schaffen. Die verschiedenen Epochen sind aufeinanderfolgend und werden durch Periodisierung festgelegt. Man kann es auch als Geschichtsgliederung verstehen.

Solche festgelegten Zeitabschnitte gibt es in der Menschheitsgeschichte aber auch in der Erdgeschichte oder der Filmgeschichte. Diese Perioden sollen dabei helfen, die Geschichte besser zu verstehen und bieten die Möglichkeit, Fachrichtungen (z.B. Alte Geschichte, Neue Geschichte) aufzumachen.

Wer legt die Geschichtsepochen fest

Die Epochenfestlegung erfolgt im Nachhinein, indem die Forschung eine Rückschau auf die Vergangenheit anstellt und wichtige Ereignisse herausnimmt, welche einen Epochenwechsel rechtfertigen könnten. Kein Mensch in der Antike hat gewusst, dass er in der Antike lebt. Den Begriff gab es damals noch nicht. Die epochale Einteilung erfolgte erst später, als die Forschung ein Anfangsereignis und ein Endereignis für die Antike festlegte.

Als Beginn der Antike wird die Herausbildung der griechischen Staatenwelt um etwa 800 v.Chr. herangezogen. Das Ende der Antike war der Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 n.Chr. und das sich daraus ergebende Machtvakuum im Mittelmeerraum, wodurch die Islamische Expansion ab 600 n.Chr. entstehen konnte. Beide Ereignisse wurden in der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert) herangezogen, um nachträglich eine Geschichtsepoche festzulegen. Und die Renaissance als Epochenbezeichnung wurde im 19. Jahrhundert festgelegt.

Wie wurden Geschichtsepochen festgelegt

Die erste Einteilung der europäischen Geschichte erfolgte in der Renaissance. Die Menschen im 15. und 16. Jahrhundert blickten auf die vergangenen Jahrhunderte zurück und stellten fest, dass das antike Griechenland und das römische Reich zwei kulturschöpfende Staaten waren.

In den Jahrhunderten zwischen 800 v.Chr. und 600 n.Chr. entstanden in diesen beiden Kulturräumen unzählige Kunstwerke, Musik, wissenschaftliche Neuerungen und andere Kulturgüter. Die Zeit danach, also ab 600 n.Chr. bis ins 15. Jahrhundert, betrachteten die damaligen Gelehrten als graue, schwarze bzw. dunkle Periode, in welcher keine Neuerungen eintraten.

Das sollte sich ändern. Und so fanden die Humanisten der Renaissance diverse Leitbilder und Vordenker in der Antike, an denen sie sich ausrichteten. Dazu zählten die griechischen Philosophen, wie Sokrates oder Platon – aber auch die Universalgelehrten – wie Leonardo da Vinci.

Blickten die Gelehrten nun auf ihre damalige Ära, war die Zeit bestimmt durch Kriege und Machtkämpfe. Kulturelle Neuerungen und Umstürze blieben aus. Ihre Idee war es, dass die antiken Leitbilder und Leitsätze wieder in die Gesellschaft und Wissenschaft integriert werden sollten. Die Wissenschaft und Kunst sollte daran anknüpfen. Und so gliederten sie erstmals die Menschheitsgeschichte in:

  • Zeit vor der Antike
  • Antike
  • Zeit nach der Antike

In der Rückschau auf die Antike mussten sie festlegen, mit welchem Ereignis diese Epoche begann und mit welchem Ereignis sie endete.

Bei allen anderen Epochen ging man ähnlich vor. Die geschichtliche Betrachtung richtet sich dabei an gewissen Umstürzen aus, wonach eine Errungenschaft, eine Revolution oder ein gesellschaftlicher Wandel so stark wirkte, dass die Menschheitsgeschichte in eine andere Richtung verlief.

So war das Ende der Steinzeit, jener Zeitpunkt, als die Menschen Bronze als vorrangiges Verarbeitungsmaterial nutzten. Diese Epoche endete, als Menschen zu Eisen und somit zur Eisenzeit übergingen.

Die Antike bzw. das Altertum markiert den Punkt der Sesshaftigkeit und Aufbau einer Zivilisation, welche in Sumer, Mesopotamien und im Alten Ägypten begann und später im Mittelmeerraum fortgesetzt wurde. Das Ende der Antike ist gleichzeitig der Fall des römischen Reiches und seiner Provinzen. Dies läutet die Zeit des Mittelalters ein, welches mit der Entdeckung Amerikas endete und in die Neuzeit überging. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges spricht man von einer neuen Neuzeit.

Wieso gibt es Epochen in der Geschichte

Die Einteilung nach Geschichtsepochen stellt ein Ordnungssystem dar. Dadurch kann man eine allgemein gültige Definition für eine Epoche festlegen, gewisse Merkmale daran knüpfen und darauf aufbauen. Wenn z.B. jemand von der Steinzeit spricht, entstehen Bilder im Kopf, wie es in der Steinzeit ausgesehen hat, was die Menschen taten usw. Zwar weiß nicht jeder oder kaum jemand, wann die Steinzeit eigentlich war – aber eine Vorstellung davon hat jeder.

Andere Bilder werden erzeugt, wenn man vom Mittelalter oder von der Antike spricht. Auch hier muss nicht zwingend klar sein, wann diese Epochen waren oder was genau passiert ist. Stattdessen reicht es vollkommen aus, dass innere Bilder bzw. eine Vorstellung mit diesen Epochen verknüpft sind.

Durch das System der Periodisierung wird also ein Standard erschaffen, an welchem sich Forscher aber auch die Allgemeinheit orientieren können. Dieser Standard stellt gleichzeitig ein Ordnungssystem dar, da man sämtliche Einzelheiten einer Epoche, deren Besonderheiten und Merkmale – dann einordnen kann. Die innere Vorstellung, welche zu den Epochen bereits existiert, kann demnach durch Fakten untermauert bzw. kann daran angeknüpft werden. Dadurch wird ein gedanklicher Rahmen erzeugt mit Grenzen zu den anderen Epochen, in welchem dann gedanklich alle Fakten zu einer Epoche einsortiert werden können.

Welche geschichtlichen Epochen gibt es

Siehe Hauptartikel: 5 Epochen der Menschheitsgeschichte und ihre Bedeutung
Die Einteilung der europäischen Geschichte basiert auf den Vorstellungen der Renaissance, bei der die Antike im Mittelpunkt steht. Die Zeit vor der Antike wird als Urgeschichte bezeichnet und die Zeit danach bezeichneten die Humanisten und Gelehrten der Renaissance als Gegenwart. Aus heutiger Sicht befanden sich die Humanisten im Mittelalter bzw. der Neuzeit. Demnach gibt es fünf Epochen der Geschichte:

  1. Urgeschichte: vor etwa 2,5 Mio. Jahren bis 800 v.Chr.
  2. Antike: etwa 800 v.Chr. bis etwa 600 n.Chr.
  3. Mittelalter: 600 n.Chr. bis 1492 (Entdeckung Amerikas)
  4. Neuzeit: 1492 bis 1914 (Beginn des Ersten Weltkriegs)
  5. Neueste Geschichte: Nach 1914

Wie viele Epochen gibt es in der Geschichte

Es sind mindestens die fünf genannten, aber mitunter noch viel mehr. Denn die Urgeschichte lässt sich weiter unterteilen:

  • Steinzeit: vor 2,5 Mio. bis 2.200 v.Chr.
  • Bronzezeit: 2.200 v.Chr. bis 800 v.Chr.
  • Eisenzeit: 750 v.Chr. bis 1025 n.Chr.

Demnach ist die Antike ein Teil der Eisenzeit.

Wieso ist es problematisch Epochen in der Geschichte zu bilden

Epochen zu definieren, ist aus den oben genannten Gründen wichtig – aber zugleich auch problematisch. Denn bspw. wurde das Eisen oder der Stahl als primärer Rohstoff niemals abgelöst, wonach die Menschheit sich – laut Definition – heute noch in der Eisenzeit befinden würde.

Außerdem gibt es in Südafrika ein Volk namens San (oder Basarwa), welche auch heute noch als Wildbeuter umherziehen und somit ihr steinzeitliches Leben nie aufgegeben haben. Auch viele Naturvölker in Südamerika sind keineswegs sesshaft, betreiben weder Ackerbau noch Viehzucht. Und dieser Kulturwandel markiert – laut Definition – das Ende der Steinzeit. Demnach haben auch diese Menschen die Steinzeit nie verlassen.

Eine weiterer Aspekt ist, dass die Antike lediglich eine regionale Epoche darstellt. Denn in Asien, Afrika und Amerika gab es niemals eine Antike. Stattdessen spricht man dort vom Altertum. Und die altertümliche Zeit der Babylonier, Perser, Chinesen und andere Völker endet nicht 476 n.Chr., nur weil das Weströmische Reich unterging.

Außerdem ist das Ende der Antike ebenfalls strittig. So werden neben dem Untergang Westroms auch der Einfall der Langobarden in Rom (568), der Tod des oströmischen Kaisers Justinian I. (565) und der Beginn der Islamischen Expansion (632) als Ende der Antike und Beginn des Frühmittelalters diskutiert.

Vielleicht der wichtigste Punkt ist, dass beim Epochenübergang immer von Königreichen oder Imperien ausgegangen wird, welche endeten oder sich verändern mussten. Diese Ereignisse hatten mitunter wenig oder gar keinen Einfluss auf das Leben der Menschen. Der soziale Aspekt bleibt demnach immer unterrepräsentiert.

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