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Schluckauf: wie er entsteht, warum man ihn hat und was dagegen hilft


Schluckauf bzw. Singultus ist ein ziemlich unangenehmes kurzes Einatmen von Luft.
Meistens ist das Luftschlucken verbunden mit einem ganz bestimmten Laut – dem Hicksen.

Warum wir Schluckauf haben, wodurch dieser verursacht wird und was du dagegen tun kannst- erfährst du in diesem Beitrag.

Was passiert beim Schluckauf

Beim Schluckauf wird unweigerlich Luft gegen deine Atemwege gepresst.
Um das zu schaffen, werden dein Zwerchfell und deine Rippenmuskulatur krampfartig zusammengezogen.

Und jetzt kommt’s…
Neben dem Zusammenpressen von Zwerchfell und Rippenmuskel wird dein Kehlkopf verschlossen.
Dort gibt es eine kleine Spalte, namens Stimmritze, welche abgeriegelt wird.
Dies führt dazu, dass die eingeatmete Luft gegen die geschlossene Stimmritze stößt.
Am Ende hört sich dies an, wie einer „Hick“.

Warum hat man Schluckauf

Erst einmal weiß niemand so richtig, weshalb man Schluckauf bekommt.
Das Thema ist nach wie vor nicht vollkommen erforscht.

Aber es gibt diverse Theorien, welche Funktion der Schluckauf haben könnte.
So gibt es die eine Theorie, welche besagt – dass es den menschlichen Fötus im Mutterleib vor dem Ertrinken schützt.
Und tatsächlich gibt es Babys, welche bereits im Mutterleib Schluckauf haben.

Andere Forscher behaupten, dass der Fötus mit dem Schluckauf seine Atemtechnik trainiert – welche bei der Geburt von Nöten sein soll.

Die wohl logischste Erklärung ist, dass es ein Überbleibsel unserer Vorfahren ist.
Laut der Evolution haben wir die gleichen Vorfahren, wie jedes andere Tier.
Und einer der höheren Atemsysteme ist die Kiemenatmung.

Alles ergibt einen Sinn, unter dem Gesichtspunkt der Evolution.
Ernst Haeckel hat zwischen 1866 und 1869 eine biogenetische Grundregel aufgestellt.
Diese lautet: „Die Ontogenese ist eine kurze Rekapitulation der Phylogenese.“

Ontogenese ist ein anderes Wort für die Entwicklung von Eizelle zum Fötus, dann zum Embryo und letztendlich zum Mensch. Phylogenese ist der Fachbegriff für die Stammesentwicklung.
Im Klartext heißt das, dass in der menschlichen Eizelle alle Entwicklungsstadien des kompletten Tierstammes enthalten sind.

Und Lungenfische können zum Beispiel über Kiemen und Lungen atmen.
Sie können ihre Atemwege versperren, so dass kein Wasser in ihre Lungen gerät.
Wahrscheinlich ist der Schluckauf ein Überbleibsel aus der evolutionären Entwicklung, als unsere tierischen Vorfahren von Kiemen- zur Lungenatmung übergingen.
Der Schluckauf ist demnach ein Phänomen, welches verhindern soll – dass Wasser unsere Lungen erreicht.

Und beim Stillen sorgt das Schließen der Stimmritze im Kehlkopf dafür, dass das Baby keine Milch verschluckt.
Somit sind die Lungen des Babys, aufgrund des Schluckaufs, geschützt.

Wie entsteht Schluckauf

Die Gründe, warum Schluckauf auftritt sind vielfältig:

  • zu viel Alkohol
  • scharfes Essen
  • zu viel Speichel im Mund
  • Stress
  • plötzlicher Temperaturwechsel der Außentemperatur
  • heißes oder zu kaltes Essen
  • Magenbeanspruchung durch schnelles und gieriges Essen bzw. Herunterschlingen
  • einfaches Verschlucken, gerade bei Babys und Kleinkindern

Was hilft gegen Schluckauf

Hier gibt es ein paar nette Anwendungsmöglichkeiten und Aberglauben:

  • einen Löffel Zucker essen
  • Luft anhalten und bis 7 zählen
  • mit den Fingern in den Ohren bohren
  • Niesen
  • oder an etwas anderes denken

Auch in ein Tüte atmen, ist ein Lösungsansatz.
Wahrscheinlich ist es der vernünftigste Weg, da dadurch dein Atem mit mehr Kohlendioxid angereichert wird.
Die Folge ist, dass deine Atemwege – als Gegenschutz – frei gemacht werden.
Und letztendlich wird der Kehlkopf durch dein körpereigenes Schutzsystem entspannt, um besser Luft zu bekommen.


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