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Wie und Was haben Urmenschen gegessen: Ernährung und Entwicklung


Urmenschen aßen, was sie in der Natur vorfanden. Die ältesten Urmenschen lebten im tropischen Regenwald Afrikas. Sie bewegten sich mit ihren langen Armen und den kurzen Beinen im dichten Wald und hangelten sich von Baum zu Baum, ganz ähnlich unseren modernen Affen. Im Laufe der Evolution veränderte sich ihre Anatomie. Sie stiegen von den Bäumen herab und wagten den Schritt hinaus aus dem Wald. Ihre Arme wurden kürzer und die Beine länger. Ganz allmählich entwickelte sich der aufrechte Gang. Homo erectus war der erste Urmensch, der in baumlosen Regionen weite Strecken zurücklegen und Nahrung finden konnte.

Vom Sammler zum Jäger

Homo erectus war zunächst ein Sammler und entwickelte sich zum Jäger. Er lernte Werkzeuge und Waffen zu benutzen. Er folgte im Herbst den großen Tierzügen quer durch Afrika und erlegte das begehrte Großwild mit Speeren. Die erlegten Tiere wurden mit den scharfen Faustkeilen und Messern aus Knochen zerlegt und verteilt.

Faszinierenderweise kannte der Homo erectus das Feuer. Er konnte es bewahren, aber auch entfachen und zum Braten oder Garen des Fleisches nutzen. Fleisch wurde auch geräuchert und getrocknet. Diese schlichten Konservierungsverfahren ermöglichten dem Urmenschen eine erfolgreiche Ausbreitung von Afrika nach Europa und weiter nach Ostasien. Der Homo erectus war der Urmensch, aus dem sich in Europa und Asien längst ausgestorbenen Hominiden entwickelten. In Afrika aber erfolgte seine Evolution zum anatomisch modernen Menschen, zum Homo sapiens.

Was haben Urmenschen gegessen

Homo erectus lebte vor etwa 1,9 Millionen Jahren und kann nach heutigem Wissensstand bis vor 70.000 festgemacht werden. In diesem riesigen Zeitraum vollzog sich vor allem die anatomische Evolution, von den Gliedmaßen, den Fingern und Händen, dem Kiefer und dem Gebiss und natürlich auch dem Gehirn.

Unsere Vorfahren waren nicht zimperlich, was ihren Speiseplan betrifft. Sie aßen reife Früchte von den Ästen und überreife, die unter den Bäumen auf dem Boden lagen. Sie aßen auch Aas, wenn sie welches fanden. Vermutlich waren es Fleischreste von Tieren, die von Raubtieren erlegt wurden. Diese Form des Sammelns war mühsam und nicht immer erfolgreich. Einfacher wurde es, als der Urmensch aus dem Wald in die Savanne heraustrat und sich immer weiter von den Bäumen entfernte, die ihm allerdings auch Schutz vor Raubtieren boten. Er entwickelte Jagdwaffen und wurde zum Großwildjäger.

Beispiele für Nahrung und Speisen des Urmenschen

Tierische Nahrung stammt von Elefanten, Nashörnern, Pferden, Hirschen, Rehe, Wildschweinen, Mammuts oder Rentiere:

  • Knochenmark aus den mit den Faustkeilen zertrümmerten Knochen
  • jegliches Fleisch eines gefundenen oder erlegten Tieres
  • Innereien
  • Vogeleier
  • Fische, wenn sie mit primitiven Mitteln erreichbar waren
  • Muscheln

Pflanzliche Nahrung:

  • Nüsse, die mit den Zähnen oder den Faustkeilen geknackt wurden
  • Samen
  • Beeren
  • Pilze
  • Blätter
  • Wurzeln
  • Kräuter, auch Heilkräuter

Vermutlich war die pflanzliche Nahrung in vielen Zeiten lediglich eine Notlösung, wenn der Jagderfolg ausblieb. Der Homo erectus ernährte sich hauptsächlich, vermutlich zu mindestens 80 Prozent, von Fleisch. Evolution und Ernährung hängen eng zusammen.

Die Vorteile von Fleisch als Nahrung für den Urmenschen

Fleisch kann schnell verdaut werden, schneller als Pflanzen. Die Nährstoffe aus dem Fleisch können über den Darm entsprechend schnell in den Blutkreislauf abgegeben werden. Die Nährstoffe gelangen also schnell zu den verschiedenen Organen, wo sie dringend gebraucht werden. Durch die Ernährung mit Fleisch konnte sich der Darm im Laufe der Evolution verkürzen. Die zur Verdauung von Pflanzenfasern notwendige Energie konnte eingespart und beispielsweise in die Entwicklung des Gehirns gesteckt werden.

Dennoch ist es gerade das breite Nahrungsspektrum, das den Urmenschen so erfolgreich werden ließ. Er konnte sich gegen Nahrungskonkurrenten durchsetzen, weil er essen konnte, was sich anbot. Waren es keine Früchte, dann war es vielleicht Aas. Je nach Region, in der er lebte, waren die Nahrungsquellen andere. Homo erectus war ein Allesfresser, so wie alle nachfolgenden Menschenarten ebenfalls Generalisten waren und wir es heute auch noch sind.


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