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Abstrakta und Konkreta: Unterschiede, Bedeutung & Grammatikregeln


Abstraktum und Konkretum bzw. auch als Abstrakta und Konkreta bezeichnet, sind beides Spezifizierungen für Nomen, also Substantive. Abstrakta sind Substantive, welche man nicht anfassen kann. Das kann zum Beispiel das Wort Liebe sein. Konkreta sind Nomen, welche anfassbar sind. Zum Beispiel Haus, Tür, Hund oder Mensch.

Gegenstände bzw. Dinge zum Anfassen sind konkret fühlbar, sichtbar oder hörbar. Deshalb bezeichnet man diese als Konkretum bzw. Konkreta in der Mehrzahl. Abstrakte Begriffe wie Idee, Jugend oder Weisheit sind nicht anfassbar oder fühlbar. Deshalb bezeichnet man diese als Abstraktum bzw. Abstrakta in der Mehrzahl.

Was ist das Abstraktum: Bedeutung und Wortherkunft von Abstrakta

Als Abstraktum wird ein Substantiv bezeichnet, welches ein Objekt bzw. eine Sache benennt, welche nicht gegenständlich ist. Diese ist also im weitesten Sinne nicht zu berühren. Hierzu gehören Vorgänge, Gefühle, Handlungen, Zeitangaben, Zustände, Beziehungen oder auch Eigenschaften.

Beispiele für Abstrakta sind Höflichkeit, Liebe, Stress oder auch der Begriff des Sozialstaates, wie Krankenversicherung oder Wahlkampf.

Substantive bzw. Nomen, die gegenständlich und im auch „berührbar“ sind, werden als Konkretum bezeichnet und bezeichnen etwas Dingliches wie Menschen, Häuser, Berge, Straßen oder ähnliche und konkrete Dinge.

Dieser Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort abstractum ab, was sich mit ab oder auch weggezogen übersetzen lässt. Daher verweist diese Übersetzung nur indirekt hierauf, worum es geht. Hierbei geht es also um ein Nomen, welches nicht gegenständlich ist und sich zugleich auch den menschlichen Sinnen entzieht.

Manchmal ist dies jedoch nicht gleich auf den ersten Blick zu differenzieren, ob es sich bei einem Wort um ein Konkretum oder ein Abstraktum handelt. Hierbei gibt es zum Beispiel Begriffe, welche je nach Bedeutung in eine bestimmte Bedeutungsgruppe fallen. So gehört hierzu zum Beispiel das Nomen Schönheit. Dies bezieht sich auf das Schönsein und ist daher ein Abstraktum. Ein schöner Mensch ist hingegen ein Konkretum.

Für viele Abstrakta gilt, dass diese nicht in der Mehrzahl stehen können und nur im Singular vorkommen. Die Regel gilt immer dann, wenn ein Abstraktum einen einfachen Allgemeinbegriff bezeichnet, wie Jugend, Kindheit oder Treue hierbei nicht zählbar ist.

Jedoch können Abstrakta in der Mehrzahl stehen, wenn diese abgegrenzte und zählbare Dinge bezeichnen. Hierzu gehören zum Beispiel die Lieben, die Grausamkeiten, die Freiheiten und die Ängste. Jedoch verschwimmen die Abgrenzungen zwischen den nicht zählbaren und den zählbaren Abstrakta, weshalb eine eindeutige Alternative nicht immer möglich ist.

Was ist das Konkretum: Bedeutung und Wortherkunft für Konkreta

Konkreta sind Nomen, die nur Gegenständliches ausdrücken. „Gegenständlich“ sind in dem Sinne Dinge oder Lebewesen, welche tatsächlich oder auch theoretisch zu fassen sind. Diese sind neben den Abstrakta die zweite Gruppe, in welche Substantive zu unterscheiden sind.

Beispiele sind die Nomen Vernunft, Kälte, Freundschaft oder Fahrt. Nach ihrer Entstehung oder Wortbildung lassen sich Nominal, Verbal und Adjektiv abstrakta differenzieren. Unter dem semiotischbegrifflichen Gesichtspunkt sind Konkreta wie Wald, Baum, Holz oder Tisch begriffliche Abstraktion, denn diese bezeichnen Klassen von Tischen oder Bäume, d.h. eine Anzahl von möglichen Referenzobjekten.

Konkreta an sich sind ein allgemeiner Begriff, während die Abstrakta diese bei Verwendung auch konkret sein können, indem diese Wörter eine Tätigkeit oder Eigenschaft zeitlich und räumlich bestimmt zum Ausdruck bringen.

So ist die Deklination des Nomens Konkretum im Singular Genitiv Konkretums sowie im Plural Konkreta. Das Substantiv Konkretum wird mit den beispiellosen Deklinationsendungen s bzw. a dekliniert. Das grammatische Geschlecht bzw. Genus von Konkretum ist immer neutral und der dazugehörige Artikel ist „das“.

Die Unterscheidung von Abstrakta und Konkreta

Die Konkretheit kann wortartenübergreifend und auch innerhalb von Wortarten wirken. Überliefert wird eine Konkretheit sowie eine Unterscheidung zwischen Abstrakta und Konkreta auf Nomen bezogen. Wegen der Dominanz von Substantiven bei Konkretheit wird eine Einsicht in Wesensmerkmale der Wortart gegeben.

Substantive stellen generell eine Wortart dar. Das Streben, Wörter in tatsächlichen Kategorien einzuordnen, hat den Ursprung schon in Platons Differenzierung von Begründungen und Prädikaten. Hieraus entwickelten sich viele lange Diskussionen über zweckmäßige Kriterien zur Unterscheidung und zur Abgrenzung und Erfassung von Wortkategorien.

Ein semantisches und charakteristisches Kriterium zur Erfassung der Kategorien von Substantiven setzt auf der Ebene aller Referenzen an und bezieht sich auf eine Betrachtung, dass sich die Wortarten bezüglich der Inhalte, mit welchen sie verbunden sind, differenzieren. Die Substantive bezeichnen vorwiegend Personen, Objekte und Substanzen.

Das Wortpaar konkret und abstrakt tauchte zum ersten Mal im Mittelalter durch den Philosophen Boethius auf. Dieser verwendete eine sogenannte Lehnübersetzung für die Bezeichnung „logische Vollstreckung der existenten Anschauungen“, den Aristoteles in Bezugnahme auf die Bildung von Prinzipien verwendete.

Als gegensätzlichen Begriff zu abstrakt erklärte Boethius dann den Terminus konkret. Diese anfängliche Anwendungsweise von Abstraktion bezieht sich auf die Bildung von Begriffen im Allgemeinen, die das Zusammenfassen einzelner und mehrerer Objekte durch das Auslassen bestimmter Merkmale beinhaltet.

Ausgehend von diesem Aspekt sind Entscheidungen zwischen abstrakten und konkreten Bezeichnungen nicht so einfach möglich, weil auch Konkreta eigentlich eine Abstraktion verlangen.

Diese ursprüngliche Anwendungsweise von Abstraktion wird auch „isolating abstraction“ genannt und bezieht sich auf eine Bildung von Begriffen im Allgemeinen, welche ein Zusammenfassen vieler einzelner Objekte.

Ferner ist es auch wichtig, dass diese beiden Begriffe oftmals allein korrelativ verwendet werden, gleichwohl aber auf unterschiedliche Arten des Daseins bezogen werden. So werden die Dinge konkret und bloße Bewusstseinsinhalte wie Begriffe, Vorstellungen und Ideen abstrakt genannt. Hiernach wäre eine solche Bedeutung abstrakt, da diese als physische Erscheinung erkannt worden sind.

Über den Autor:

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