Skip to main content

Sport


Als Sport werden kulturelle oder individuelle Handlungen zusammengefasst, welche sich in Bewegungs-, Wettkampfs- und Spielformen äußern. Menschen, welche Sport betreiben werden als Sportler bzw. Sportlerin bezeichnet. Man unterscheidet zwischen Berufssportler bzw. Profisport und Hobbysportler bzw. Amateursport.

Was bedeutet Sport

Sport zu treiben, bedeutet sich zu bewegen. Dabei werden neue Körperpositionen im Raum eingenommen. Dies ist möglich, da der Stütz- und Bewegungsapparat so konzipiert ist, dass Muskeln, Gelenke und Knochen zusammenarbeiten können. Koordiniert wird diese Bewegung durch das Nervensystem. Die nötige Energie, welche bei sportlicher Betätigung notwendig wird, entsteht durch Ernährung, Atmung und Stoffwechsel.

Sport ist demnach ein Zusammenspiel der Organsysteme mit dem Zentralnervensystem als Koordinationseinheit, um eine kontrollierte Bewegung einzelner Körperteile oder des ganzen Bewegungsapparates zu erreichen.

Was ist der Unterschied zwischen Sport, Training, Bewegung und Fitness

Sport ist eine gezielt ausgeübte Bewegung. Diese Bewegung kann das einmalige Heben eines Gewichts sein, wie es im Kraftsport üblich ist oder eine lang andauernde Bewegung, wie es im Ausdauersport üblich ist.

Um die Ausdauer oder Muskelkraft zu steigern, werden verschiedene sportliche Übungen über einen längeren Zeitraum zu festen Zeiten absolviert. Dies nennt sich Training.

Das Training dient der Leistungssteigerung im Sport. Die allgemeine Leistungsfähigkeit wird als sportliche Fitness beschrieben. Der Fitnessbegriff kann wiederum verschiedene Leistungsfähigkeiten verbergen. Diese sind Ausdauer, Muskelkraft, Beweglichkeit oder Schnelligkeit.

Welche Rolle spielen körperliche Merkmale im Sport

Talentscouts schauen sich Kinder und Jugendliche an und bewerten, anhand von körperlichen Merkmalen, deren Möglichkeit erfolgreich zu sein. Für die verschiedenen Sportarten existieren unterschiedliche Merkmalsanker.

Ein(e) Geräteturner(in) mit sehr langen Armen, kann wohlmöglich die benötigte Hebelwirkung nicht entfachen, welche für diesen Sport nötig ist. Geräteturnen ist ein kraftorientierter Sport, bei dem kürzere Arme von Vorteil sind, um die Hebelwirkung besser zu nutzen. Da mit den kürzeren Vordergliedmaßen auch eine geringere Körpergröße einhergeht, sind diese Sportler oftmals kleiner als andere.

Im Basketball ist Körpergröße für die meisten Positionen entscheidend und größere Sportler verfügen über größere Reichweite in ihren Armen. Dies macht die Deckung leichter, hat aber auch den Vorteil, dass Bälle – welche vom Korb abprallen und zurück ins Feld gelangen, vom größeren Spieler leichter gefangen werden können.

In sämtlichen Teamsportarten mit Ball ist Körpergröße ein Vorteil. Beim Fußball hat der größerer Spieler einen Vorteil beim Kopfballspiel und beim Handball ist die Reichwerte der Arme ein Vorteil. Auf einzelnen Positionen sind diese Größenvorteile wichtiger als auf anderen. Beim Fußball sind die zentralen Spieler oftmals diejenigen, bei denen das Kopfballspiel über Sieg oder Niederlage entscheidet. Demnach sind Innenverteidiger, Mittelstürmer und die zentralen Mittelfeldspieler meistens großgewachsener als Außenverteidiger oder Außenstürmer.

Für Schwimmer ist es von Vorteil, wenn sie lange schlanke Beine haben und dazu noch breitschultrig sind. Denn die längeren Beine sinken weniger ein und ermöglichen – aufgrund der höheren Wasserverdrängung beim Abstoßen im Wasser – einen größeren Vortrieb. Breite Schultern wiederum ermöglichen, dass der Schwimmer oder die Schwimmerin besser am Wasser ziehen kann.

Ist das Talent für bestimmte Sportarten angeboren

Bei der Geburt sind die Faseranteile in der Muskulatur bereits festgelegt. Man unterscheidet grob zwischen ST-Fasern (slow Twitch- Fasern) und FT-Fasern (Fast Twitch Fasern). Die ST-Fasern werden bei geringer Kraftanstrengung eingesetzt und die FT-Fasern bei kraftintensiven oder schnelligkeitsintensiven Bewegungen.

Ein Sprinter oder Kurzstreckenschwimmer, aber auch ein Fußballer, braucht eine gewisse FT-Faser Struktur um kurzzeitig schnell zu sein. Ist der Anteil an FT-Fasern zu klein, können Spitzenleistungen im Geschwindigkeitssport nicht erreicht werden.

Langstreckenläufer, Fahrradfahrer bei der Tour des France oder Biathleten benötigen wiederum einen hohen Anteil an ST-Fasern. Die für Schnelligkeit ausgebildeten FT-Fasern sind sogar hinderlich, da diese den Sauerstoff zu schnell verbrauchen.

Der Anteil an FT- und ST-Fasern ist genetisch festgelegt. Im statistischen Mittel hat jeder Mensch etwa 50 bis 60 % ST-Fasern und 40 bis 50 % FT-Fasern. Die Menschheit ist demnach mehr zum Ausdauersport als zum Geschwindigkeitssport geboren.

Aber das Faserspektrum lässt sich durch Krafttraining und andere Übungen ändern. So kann ein Sprinter durch Kraftsport seinen Anteil an ST-Faser anheben, was dann allerdings zu einem Rückgang der FT-Fasern führen kann. Deshalb müssen Geschwindigkeitssportler ihre Zeit im Kraftraum genau planen und jederzeit mit ihrem Leistungsprofil vergleichen.

Fußballer, Handballer und Basketballspieler brauchen eine gewisse Mischung aus Ausdauer und Geschwindigkeit. Deshalb kann jede Ausdauereinheit (Langstreckenlauf) den Faser-Anteil zu Gunsten der ST-Fasern verschieben, wodurch die Spieler(innen) zwar ausdauernder, aber auch langsamer werden können.

„Zum Sprinter wird man geboren und zum Marathonläufer gemacht“

Das Sprichwort stimmt, da das Faserspektrum zu Gunsten der Schnelligkeitsfasern (FT) nur begrenzt verschoben werden kann. Ein Mensch ohne dieses Talent, kann Schnelligkeit nicht soweit trainieren, wie jemand – welcher mit dem richtigen Faserspektrum geboren wurde.

Auch die Verschiebung zu Gunsten der Ausdauerfasern (ST) ist begrenzt. Aber zu einem guten Marathonläufer gehören auch Leidensfähigkeit und andere Fertigkeiten, weshalb kognitives Aufbautraining ebenfalls dazu gehört. Marathonläufer und Langstreckenschwimmer müssen demnach ihren ST-Faser-Anteil aufbauen und gleichzeitig mentales Training betreiben, um den Leidensdruck zu kontrollieren.

Weitere Artikel

Zum Sport-Archiv

Lexikon

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M

N

O

P

Q

R

S

T

U

V

W

X

Y

Z

Literatur

  • Torsten Brauner (Herausgeber), Jan Müller (Herausgeber), Konstantin Beinert (Herausgeber), Sportwissenschaft, ISBN: 3437234617*
  • Alexander Ferrauti (Herausgeber), Trainingswissenschaft für die Sportpraxis: Lehrbuch für Studium, Ausbildung und Unterricht im Sport, ISBN: 3662582260*
  • Wolfram Peters (Autor), Abitur-Training Sport. Trainingslehre. Leistungskurs: Grundlagen und Aufgaben mit Lösungen, ISBN: 3894493771*
  • Wolfram Peters (Autor), Abitur-Training Sport. Bewegungslehre. Sportpsychologie: Grundlagen und Aufgaben mit Lösungen, IBSN: 3894491310*

Ähnliche Beiträge