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Tiere


Tiere

Tiere sind vielzellige Lebewesen, welche sich durch Aufnahme organischer Stoffe ernähren und aus dieser Materie ihren Energiestoffwechsel betreiben. Als Nahrungsquellen dienen hierzu Pflanzen und andere Tiere. Anders als Pilze, welche ebenfalls organische Stoffe für ihren Stoffwechsel nutzen, können Tiere ihren Standort verändern bzw. sich bewegen. Als Tierart bezeichnet man eine Spezies aus dem Tierreich.

Was sind Tiere

Tiere sind Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern besitzen. Demnach gehören alle Tiere – wie auch Pflanzen oder Pilze – in die Domäne der eukaryotischen Lebewesen. Die Tiere bilden innerhalb der Eukaryonten ein eigenes Reich, welches als Tierreich oder Fauna bezeichnet wird. Aufgrund ihrer Organe (Beine, Arme) und ihres Bewegungsapparates können Tiere sich selbstständig fortbewegen. Dies unterscheidet sie von Pflanzen und Pilzen.

Welche Tierarten gibt es

Es leben schätzungsweise zwischen 10 Mio. und 100 Millionen verschiedene Tierarten auf der Erde, deren mengenmäßige Anzahl auf 1. Trillion (18 Nullen) geschätzt wird. Alle Tiere ernähren sich von organischer Substanz – also von anderen Lebewesen. Je nach Nahrungsquelle unterscheidet man im Tierreich zwischen Pflanzenfresser, Fleischfresser, Insektenfresser oder Allesfresser. Und je nach Nahrungserwerb und Stellung innerhalb einer Nahrungskette unterscheidet man Tiere nach Beutetieren, Beutegreifern, Prädatoren (Jäger) oder Aasfressern. Diese Unterteilung nimmt man lediglich in der Ökologie vor, um einzelne Tierarten und ihre Stellung im Ökosystem abzubilden.

Die Fachdisziplin, welche sich mit der Erforschung und Einteilung der Tierwelt beschäftigt, wird als Zoologie bezeichnet. Als Methode zur Unterteilung der Tierarten dient die zoologische Systematik, wonach man Tiere in Arten, Gattungen, Familien, Ordnungen, Klassen und Stämme unterteilt: (siehe Hauptartikel: Unterschied zwischen Tierart, Rasse, Gattung, Familie, Klasse oder Tierstamm und Unterschied zwischen Raubtier, Beutegreifer, Prädator, Fleischfresser und Fressfeind).

Innerhalb der Systematik trennt man das Tierreich in Wirbeltiere und Wirbellose. Darüber und darunter existieren zwar weitere Über- und Unterstämme, welche der Nichtzoologe allerdings nicht kennen muss. Die Wirbeltiere besitzen eine Wirbelsäule, die Wirbellosen nicht. Zu den Wirbeltieren gehören die Fische, die Amphibien (Lurche), die Reptilien (Kriechtiere), die Vögel und die Säugetiere.

Der Mensch ist demnach eine spezifische Tierart aus der Klasse der Säugetiere und dem Stamm der Wirbeltiere. Zu den Wirbellosen Tieren, also jene ohne Wirbelsäule, gehören bspw. die Insekten, die Spinnen, die Krebse, die Schnecken oder Korallen.

Betrachtet man die Physiologie kann man die Tierwelt auch in wechselwarme und gleichwarme Tiere trennen. Zu den gleichwarmen Tieren gehören die Säugetiere und Vögel, welche ihren Blutkreislauf dazu nutzen können, um den Körper in einer konstanten Temperatur zu halten. Die wechselwarmen Tiere – wie Fische, Amphibien und Reptilien, können dies nicht und passen die Körpertemperatur stets der Umgebung an.

Je nach Lebensraum werden Tiere auch nach Waldtiere, Flusstiere, Steppentiere, Wassertiere oder Wiesentiere unterteilt – was allerdings in der Zoologie keine Rolle spielt.

Als der Mensch begann Tiere als Fleisch- oder Nahrungsquelle zu nutzen, entstand eine neue Kategorien an Tieren: die Nutztiere, die Haustiere oder die Heimtiere. Demgegenüber stehen die Wildtiere, welche in der Wildnis leben. Die Zoologie unterscheidet allerdings nur zwischen Tierarten und betrachtet keine Rassen, weshalb diese Unterteilung in der Wissenschaft ebenfalls nicht vorgenommen wird.

Vergleicht man die Größe der Tierarten, unterscheidet man zwischen:

  • Mikrofauna (sehr klein)
  • Meiofauna und Makrofauna – welche mit bloßen Auge erkennbar sind
  • und der Megafauna (große Tiere)

Die Systematik orientiert sich an der Stammesgeschichte der Tiere. Demnach sind Tiere in einer Gattung oder Familie enger verwandt als Tiere derselben Ordnung oder Klasse. Dieses System der Einteilung hat sich durchgesetzt und gilt als Standard in Zoologie und Biologie.

Warum sind Tiere für Menschen wichtig

Menschen und Tiere teilen sich den Planeten und somit auch die Ressourcen auf der Erde. Alle Tiere erfüllen einen Zweck in ihrem Ökosystem.

Dieser Zweck oder Beruf wird wissenschaftlich als Ökologische Nische bezeichnet. So bestäuben viele Insekten bspw. Blütenpflanzen, wodurch sie die Nische der Bestäuber bilden. Ohne diese Bestäubung würden sich die Pflanzen nicht vermehren, was ein Aussterben zur Folge hätte. Falls die Pflanzen aussterben, welche das Kohlendioxid der Luft in Sauerstoff umwandeln, fehlt den Menschen und Tieren die Atemluft.

Demnach sind Insekten wichtig für Pflanzen und für sauerstoffhaltige Luft. Damit eine bestimmte Spezies sich nicht übermäßig ausbreiten kann, gibt es Fressfeinde – welche bestimmte Tiere fressen und so deren mengenmäßige Anzahl beschränken. Somit ist jede Tierart in einer Nahrungskette wichtig. Ein Wegfall einzelner Glieder der Nahrungskette könnte das ökologische Gleichgewicht stören, wodurch ein Ökosystem nicht mehr funktioniert.

Funktioniert ein Ökosystem nicht mehr, werden verschiedene Stoffe – wie bspw. Kohlendioxid usw. nicht mehr umgebaut bzw. abgebaut – was wiederum katastrophale Folgen haben kann. Jede Tierart erfüllt demnach einen Zweck für das Ökosystem, in welchem es lebt. Und da jedes Ökosystem Teil der Biosphäre ist, verändert das Aussterben einer Spezies auch alle anderen Ökosysteme und Stoffumwandlungen.

Warum ist der Löwe der König der Tiere

Der Löwe ist aufgrund seiner Stärke und seiner Jagdstrategie ein Spitzenprädator seines Ökosystems. In Steppenlandschaften Afrikas und Asiens, wo Löwen leben, gibt es keine andere Tierart über ihn (Nahrungskette), weshalb er als König der Tiere bezeichnet wird.

In der Religion und Mythologie gibt es zahlreiche Abwandlungen dieses Tierkönigs, weshalb der Löwe zum Wappentier, zum Königslöwen oder Ähnliches erklärt wurde. Auch die Auferstehung durch den Löwenatem ist Teil dieser Mythologie, weshalb der Löwe auch als Schöpfer oder Gott in seinem Lebensraum bezeichnet wird. (Siehe Hauptartikel: 8 Gründe, warum der Löwe der König der Tiere ist)

Warum waren Tiere früher größer

Die Größe, welche sich eine Tierart im Laufe der Evolution aneignet, hat es etwas mit dem Lebensraum und den vorherrschenden Umweltbedingungen zu tun. Tiere waren früher größer, da der Sauerstoffgehalt in der Luft höher war. Dadurch konnten andere Stoffwechselraten erzielt werden, was die Tierwelt wachsen ließ. (siehe Hauptartikel: 3 Gründe, warum Lebewesen früher größer waren)

Dieses Wachstum geschah außerdem auch dadurch, da die Kontinente noch nicht geteilt waren und lediglich ein Superkontinent existierte. Demnach waren die Reviergrenzen – welche ebenfalls zur Größe beitragen – weitaus größer, wodurch die Tiere mehr Freiraum, größere Territorien und mehr Ressourcen hatten. Solche Beschränkungen oder Freiheiten gibt es heute noch auf Inseln, was zum sogenannten Inselgigantismus oder zur Inselverzwergung führt.

Warum können Tiere nicht sprechen

Der Mensch kann sprechen, da er ein Zungenbein hat. Den meisten Tieren fehlt dieser Knochen, weshalb die Zunge nicht stabil bewegt werden kann. Dies ist notwendig, um differenzierte Laute abgeben zu können.

Einige Tiere, wie bspw. Großkatzen, haben ebenfalls ein Zungenbein. Deshalb können diese Tiere brüllen – was sie von Kleinkatzen unterscheiden lässt. Aber für die Sprachentwicklung des Menschen war auch ein Gen verantwortlich, welches wohlmöglich in der Eiszeit erstmalig auftrat.

Auch die Neandertaler hatten bereits ein Zungenbein, weshalb man annimmt – dass nicht nur der Jetztmensch das Sprechen gelernt hat. Für die Sprachentwicklung ist demnach die Stellung der Zunge, die Stellung der Zähne und die Stellung der Lippen notwendig. Die Luft, welche aus dem Körper beim Sprechen ausströmt, versetzt die Stimmbänder in Schwingung – wodurch ein Ton oder Geräusch entsteht. Und erst die Stellung von Lippen und Zunge macht aus dem Geräusch ein Wort oder eine Sprache.

Um dies zu erreichen, muss ein komplexes Nervensystem vorhanden sein, welches die Sprach-Befehle des Gehirns in eine Muskelbewegung im Rachenraum umsetzen kann. Dafür sind Nervenzellen mit einer gewissen Verästelung und Länge notwendig. Das Forkhead-Box-Protein P2 (FOXP2) ließ diese Verästelung am Ende der Altsteinzeit entstehen, wodurch der Mensch anatomisch und physiologisch in der Lage war, sprechen zu können. (siehe Hauptartikel: Sprachentwicklung in der Steinzeit: Wieso konnten Neandertaler und Steinzeitmenschen sprechen)

Das Protein bzw. Gen kommt auch in einigen Vögeln (Papageien) vor, weshalb diese zur Lautbildung fähig sind. Eine komplexe Sprache – wie beim Menschen – konnten Papageien allerdings nicht entwickeln.

Warum werden Tiere als Symbole in Märchen oder Fabeln genutzt

Tierfabeln sollen eine menschengemachte Situation darstellen, in denen der Erzähler auf die Unzulänglichkeit eines Menschen verweist, ohne diesen konkret zu nennen.

So stellt der listige Fuchs einen listigen Menschen dar, der dumme Esel einen dummen Menschen usw. Der Erzähler konnte die Fabeltiere nutzen, um jemanden zu verspotten oder anzuklagen, ohne die Person direkt zu nennen. (Siehe auch Hauptartikel: 3 Gründe, warum Tiere in Fabeln für Menschen eingesetzt werden)

Warum sterben Tiere aus

Aussterben ist etwas völlig Normales. Denn die Lebensbedingungen auf der Erde ändern sich permanent, wodurch sich Tierarten an die neue Umwelt anpassen müssen. Die Anpassung führt dann dazu, dass die Tierart neue Eigenschaften besitzt, welche eine Vorteil einbringen. Der Vorteil sorgt dafür, dass die Tiere – ohne Vorteil – sich weniger vermehren und schließlich aussterben.

Klimaveränderungen, Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge und andere Umweltszenarien sorgten in der Vergangenheit für mehrere Massenaussterben im Tierreich.

Was ist der Unterschied zwischen Tiere, Pflanzen und Pilze

Tiere können sich bewegen, Pflanzen und Pilze sind an einen Standort gebunden. Demnach ist der Unterschied zwischen allen drei Reichen, dass Tiere einen Bewegungsapparat besitzen – die Pilze und Pflanzen nicht. Außerdem ernähren sich Tiere und Pilze von anderen Lebewesen und Pflanzen von anorganischer Materie. (Siehe Hauptartikel: Autotrophe vs. heterotrophe Ernährung: Unterschiede, Zusammenhänge und )

Der Unterschied im Grundbauplan ergibt sich aufgrund unterschiedlicher Zellen und den darin befindlichen Zellorganen (Zellorganellen). (siehe Hauptartikel: Unterschied Pflanzenzelle, Tierzelle und Pilzzelle und dem Artikel: 4 Ursachen und Gründe, warum Tierzellen keine Zellwand besitzen).

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