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Die Nase voll haben: Herkunft und Bedeutung des Sprichwortes


„Die Nase voll haben“ benutzt man, wenn man sagen möchte, dass man genug hat. Sehr wahrscheinlich kommt die Redewendung aus der Gefängnissprache. Es ist auch möglich, dass sie mit anderen Redewendungen zusammengehört.

Was bedeutet „Ich habe die Nase voll“?

Wenn du die Redewendung „Ich habe die Nase voll“ benutzt, hat das normalerweise nichts mit Schnupfen zu tun. Viel mehr bedeutet sie, dass du von etwas genug hast. „Mir reicht’s“, „ich hab es satt“, „genug ist genug“ oder „ich bin es leid“ sind ähnliche Redensarten.

Du benutzt „Ich habe die Nase voll“ in Situationen, die dir über den Kopf wachsen, oder dir zu viel sind. Häufig handelt es sich dabei um wiederkehrende Szenarien, die dir andauernd begegnen. Beispielhafte Sätze, an denen du den Gebrauch der Redensart gut erkennen kannst, sind etwa: „Ich habe die Nase voll davon, dass du ständig zu spät kommst“ oder „Ich habe die Nase voll von der Kälte und wünsche mir den Sommer herbei.“

Neben „die Nase voll haben“ existieren noch leicht abgewandelte Formen des Sprichworts: „die Schnauze voll haben“ und „die Nase gestrichen voll haben“. Alle drei nutzt man auf die gleiche Art und Weise. „Die Schnauze voll haben“ klingt allerdings etwas vulgärer. Damit würdest du in einer Diskussion unterstreichen, dass wirklich genug hast. Ähnlich ist es bei der „gestrichen vollen Nase“. Auch diese Abwandlung ist eine etwas heftigere Form.

Mögliche Ursprünge des Sprichworts

Die Herkunft des Sprichwortes geht wohlmöglich auf zwei Ursachen:

  • Gefängnissprache als Slang-Ausdruck
  • psychologische Ursachen

1. Bestrafung von Gefängnisinsassen

Möglicherweise kommt „Ich habe die Nase voll“ aus der Gefängnissprache. In einigen Teilen der Welt sind Prügelstrafen für Gefangene noch heute üblich. Nicht nur nach Verfehlungen oder Ungehorsam dürfen Wachen dort Gewalt anwenden. Auch neue Insassen sollen so direkt gebrochen werden, damit sie sich benehmen.

Damit die Bestrafung für alle anderen Gefangenen sichtbar ist, wird dabei natürlich auch das Gesicht nicht verschont. Häftlinge, die ein Feilchen, eine blutige Nase oder aufgeplatzte Lippe haben, zeigen deutlich, was den anderen bei Ungehorsam blüht.

Zusätzlich zur Haft haben die Gefangen also auch noch die Nase „voll“. „Jemanden vollhauen“ gibt es auch in dem Sprichwort „jemandem die Hucke (Rücken) vollhauen.“ Diese Herkunft ist also denkbar.

2. Eingebildete allergische Reaktion

Es kann sein, dass „die Nase voll haben“ mit dem Sprichwort „du machst mich krank“ zusammenhängt. Auch das nicht ernst gemeinte „darauf reagiere ich allergisch“ könnte eine Rolle spielen. Man benutzt es, wenn es um eine ungeliebte Person oder lästige Tätigkeit geht.

Bei Heuschnupfen und anderen allergischen Reaktionen kommt es schnell zu einer verstopften Nase. Man hat im wahrsten Sinne des Wortes „die Nase voll“.

Möglich ist daher, dass es bei der Redensart „die Nase voll haben“ um eine eingebildete Krankheit oder Allergie geht. Würde die Person oder die Tätigkeit, die man gern vermeiden würde, einen tatsächlich krank machen, könnte man sich leichter davor drücken.