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Was bedeutet nach Canossa gehen: Bedeutung, Herkunft und Ursprung


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Der Gang nach Canossa hat sich umgangssprachlich durchgesetzt. Es handelt sich um ein historisches Ereignis, das tatsächlich passiert ist. Um die Macht erhalten zu können, muss König Heinrich IV, die Reue zeigen. Zum damaligen Zeitpunkt kämpfen Kirche und Adel darum, wer die Herrschaft zugesprochen bekommt. Geistliche Würdenträger darf allein der Papst ernennen, der damit eindeutig höher gestellt ist. Sich einfach selbst zu berechtigen, zieht weitreichende Konsequenzen nach sich. Die Bedeutung bleibt bis heute gleich und hat sich nicht geändert.

Nach Canossa gehen: Definition und Bedeutung

König Heinrich IV muss die Reue zeigen. Dazu geht er den Gang nach Canossa, wo sich der Papst aufhält. Wer es ihm heutzutage nach macht, ist in eine schwierige Lage geraten. Es wird umgangssprachlich um Entschuldigung gebeten. Erst wenn die Schuld beglichen ist, lässt sich wieder zum üblichen Tagesablauf übergehen. Der Tatbestand wird sinnbildlich ins richtige Licht gerückt. Jeder liegt mal falsch. Es ist nur wichtig, zu seinen Fehlern zu stehen.

Herkunft und Ursprung

Mit dem Gang nach Canossa hat es König Heinrich IV wirklich schwer. Der Papst hält sich in einer Burg auf, die weit entfernt im verschneiten Gebirge liegt und eben genau diesen Namen trägt. Eine echte Niederlage, den Würdenträger in solch einem Zustand zu sehen. Barfuß und mit den Kräften völlig am Ende bittet er den Vertreter der Kirche um Entschuldigung. Es bleibt ihm aber keine andere Wahl, wenn er seine Macht erhalten will. Der Papst hat ihm einen Bann auferlegt, weshalb seine Lage äußerst schwierig ist. Die Fürsten wenden sich immer mehr gegen ihn. Der christliche Glaube verpflichtet nicht mehr dazu, dem König die Treue zu schwören.

Warum es überhaupt dazu kommen konnte, erklärt der sogenannte Investiturstreit, der ein zentrales Thema im Geschichtsunterricht ausmacht und im Allgemeinen bekannt sein sollte. König und Papst sind sich uneinig. Der Konflikt geht darauf zurück, wer nun berechtigt ist, die hohen geistlichen Würdenträger zu ernennen. Die Situation eskaliert, als König Heinrich IV eigenmächtig Bischöfe in Italien einsetzt. Papst Gregor VI spricht sich eindeutig dagegen aus und legt als Strafe den Bann auf, den er jedoch wieder abnehmen muss, als sich König Heinrich IV reumütig zeigt.

Mit dem Gang nach Canossa bleibt ihm keine andere Wahl. Trotz der Erniedrigung trägt König Heinrich IV doch den Sieg davon. Wieder im Besitz der vollen Handlungsmacht, setzt er den Papst kurzerhand ab und bestraft die abtrünnigen Fürsten. Wer wahre Größe hat, muss auch manchmal die Schwäche zeigen. Wer den Gang nach Canossa geht, gibt seine Fehler zu und wird dafür anerkannt.