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Neunmalklug: Herkunft, Ursprung und Bedeutung


Neunmalklug ist eine spöttische Bezeichnung für eine Person, die sich für klüger als andere hält. Ursprünglich war der Begriff positiv gemeint. Möglicherweise hängt die Herkunft und Entstehung mit der Zahlensymbolik im Christentum zusammen.



Was bedeutet neunmalklug?

Der Begriff „neunmalklug“ bedeutet soviel wie „besserwisserisch“. Er ist negativ behaftet und kann synonym zum „Klugscheißer“ auch eine Person direkt bezeichnen.

Ein „Neunmalklug“ oder ein neunmalkluger Mensch gibt auf unpassende Weise sein Wissen weiter. Er wirkt dabei belehrend oder arrogant und verbessert seinen Gesprächspartner ständig. Ist dieser von seinem Verhalten genervt, bezeichnet er ihn ironisch und spöttisch als „neunmalklug“.

Der Begriff wird auch für Personen verwendet, die sich selbst zwar für intelligenter als andere halten, es aber nicht sind. Er bezeichnet daher sowohl intelligente Personen, als auch solche, die von dem behandelten Thema nicht viel verstehen. Diese tun aber so als ob.

Alle „Neunmalklugen“ haben gemein, dass ihre Art, ihr Wissen zu vermitteln, das Gespräch stört.

Die Redewendung „die Weisheit mit Löffeln gefressen haben“ wird sehr ähnlich dem Begriff „neunmalklug“ verwendet. Gerade wenn es sich um eine jüngere Person oder ein Kind handelt, das sich neunmalklug verhält, passen auch die Wörter „vorlaut“ oder „naseweis“.

Neunmalklug: Wortherkunft, Ursprung und frühere Bedeutung

Die Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig geklärt. Ihnen allen ist dabei jedoch gemein, dass „neunmalklug“ ursprünglich nicht spöttisch oder ironisch gemeint war.

Mit diesem Wort bezeichnete man zunächst tatsächlich intelligente Personen. Auch die spöttische, ironische Verbindung gab es am Anfang nicht. Viel mehr war der Begriff anerkennend und positiv gemeint. Wer neunmalklug war, war intelligenter als andere. Nur das sollte der Begriff hervorheben. Ob die Person sich bei Gesprächen arrogant oder überheblich verhielt, spielte keine Rolle.

Christliche Zahlensymbolik

In der Bibel finden sich verschiedene Zahlen, welchen große Bedeutung zugesprochen wird. Auch die Zahl neun kommt an mehreren Stellen vor.

So könnte der „Neunmalkluge“ neun Tugenden in sich vereinen. In der Bibel werden diese in Galater 5,22-23 aufgezählt. Sie sind Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit. Ein neunmalkluger Mensch besitzt demnach all diese positiven Eigenschaften und ist außerdem intelligent.

Eine zweite Erklärung aus dem Christentum ist die Dreifaltigkeit. Die Drei mit sich selbst multipliziert ergibt in der christlichen Zahlensymbolik die Zahl, die für Vollendung steht. Die Zahl drei findet sich darüber hinaus in den drei Erzengeln und den heiligen drei Königen.

Aus diesem Grund findet sich die Zahl Neun als Steigerung der Drei auch in den Neun Chören der Engel. Laut der Bibel starb Jesus außerdem zur neunten Stunde am Kreuz.

Steigerung vom „Siebengescheit“

Neben dem „Neunmalklug“ existiert noch der „Siebengescheit“. Diese Bezeichnung könnte daher schlicht als Steigerungsform entstanden sein. Ist eine Person bereits als „Siebengescheit“ bekannt, muss eine klügere Person entsprechend benannt werden. Eine Steigerung, auch wenn sie eigentlich nicht zählbar ist, anhand von Zahlen erkennbar zu machen, ist bis heute üblich.

Schiedsgerichte

Ein weiterer Zusammenhang zwischen dem „Neunmalklug“ und dem „Siebengescheit“ findet sich bei den Schiedsgerichten. Dort saßen entweder sieben oder neun Personen zusammen und haben sich beraten, um eine gemeinsame Entscheidung zu fällen. Dabei teilten sie ganz automatisch ihr Wissen miteinander.

Eine Person als „neunmalklug“ zu bezeichnen, bedeutet in diesem Zusammenhang daher, dass sie so intelligent wie neun Menschen zusammen ist.

Scheibenschießen

Das Scheibenschießen bezeichnet verschiedene Veranstaltungen im Sportschießen. Es wurde ursprünglich mit Pfeil und Bogen ausgeführt und diente als Training für Jäger und Soldaten. Ab dem 17. Jahrhundert sind auch festliche Veranstaltungen, die ein Scheibenschießen beinhalteten, überliefert.

Die Treffer wurden früher durch neun Schiedsrichter notiert. Kam es dabei zu Unstimmigkeiten, mussten die Schiedsrichter sich einigen. Der Begriff „neunmalklug“ könnte beim Scheibenschießen also aus ganz ähnlichen Gründen wie bei den Schiedsgerichten entstanden sein.


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