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Warum finden Menschen Tierbabys so niedlich


Katzenvideos werden circa 10.000 mal pro Monat im Internet gesucht.
Bilder von niedlichen Hundewelpen genauso oft.

Wieso?
Was veranlasst Menschen dazu, sich solche Bilder oder Videos im Internet anzuschauen.

Die Antwort liegt im Erbgut des Menschen

Man spricht vom Kindchenschema. Seinem Namen verdankt dieses Verhaltensmuster dem österreichischen Zoologen Konrad Lorenz. Dieser fand heraus, dass gewisse Merkmale an kleinen Tieren oder menschlichen Babys zu einem Schutzbedürfnis bei Erwachsenen führen.

So finden wir Menschen, sie nicht nur süß und niedlich. Wir wollen sie auch beschützen, streicheln, betätscheln und uns um sie kümmern.

Das Schutzverhalten als evolutionärer Vorteil

Gerade bei uns Menschen ist dieser Vorteil extrem wichtig. Denn durch dieses Niedliche, was wir in Babys sehen, wird die emotionale Bindung gestärkt.

Dadurch erreicht die Natur, dass wir uns nicht nur kümmern – sondern eine starke emotionale Bindung entwickeln. Somit geht es weit über das Kümmern hinaus. Menschen lieben ihren Nachwuchs. Und das sicherlich nicht nur, weil er besonders niedlich ist. Aber ein wichtiges Kriterium ist es jedenfalls.

Die Natur ist hier äußerst clever. Denn durch dieses niedliche Erscheinungsbild, wird auf ganz natürliche Weise erreicht – dass wir das Überleben der Babys sichern. Und da Menschen sich sehr lange um ihre Babys kümmern – verschwindet das Niedliche auch erst recht spät. Erst mit dem Einsetzen der Pubertät, verliert unser Nachwuchs seine kindlichen Gesichtszüge. Somit erreicht die Natur, schon allein durch äußere Merkmale, dass das menschliche Sozialverhalten einzigartig, tiefgründig, erfolgsversprechend und nachhaltig ist.

Unser Schutzverhalten ist bei Säugetieren stärker als bei anderen Tierarten

Klar, wir finden auch Küken niedlich. Aber bei Kriechtieren, Fröschen und Fischen hört es schon auf. Und kleine Insekten empfinden die meisten Menschen, alles andere als niedlich – oder?

Wieso?
Menschen sind ebenfalls Säugetiere. Somit sehen wir in einem kleinen Hund, auch ein kleines menschenähnliches Baby.

Manche Menschen behaupten sogar…
Der Hund ähnelt seinem Besitzer. Das menschliche Gehirn ist in der Lage, anhand einiger wesentliche Merkmale, gewisse Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Säugetierarten zu erkennen. Dadurch erkennen wir, den Hundehalter im Hund wieder. Und jedes Mal, wenn wir Tierbabys – wie Rehkitz, Katzenbaby oder Hundewelpen – sehen, erkennen wir Merkmale vom Menschenbaby. Das können besonders große Augen sein. Aber auch ein überproportional großer Kopf, sorgt für ein niedliches Tierbaby.

Besondere Merkmale heben die Niedlichkeit zusätzlich hervor

Denn diese Merkmale machen ein Tierbaby noch menschenähnlicher. Neben Kopf und Augen, sorgen auch eine kleine Nase und kleine Ohren für den Kindseffekt. Dies ist auch der Grund, warum Kuscheltiere so dargestellt werden. Ein Stofftier als Schildkröte mit großen Kopf und großen Kulleraugen wirkt auf Kinder und Erwachsene attraktiver, als eine richtig proportionierte Schildkröte.

Durch diese Merkmale stellt unser Gehirn sofort einen Bezug her und wir erkennen uns selbst wieder.
So hört man manche Eltern sagen…

Oh süß. Das Stofftier sieht genauso aus, wie mein Kind.

Dies ist natürlich Quatsch.
Aber es zeigt schon, worauf unser Gehirn ausgerichtet ist. Und wie unser menschliches Gehirn, ein Tier- oder Babybild scannt, es vergleicht und einordnet. Von einer Babyspinne wird wahrscheinlich niemals Jemand sagen, dass diese besonders niedlich sei. Aber sobald ein junges Säugetier zu sehen ist, schreien alle auf – wie niedlich es sei.

Und dann ist es egal, ob es ein uns verwandtes Affenbaby oder ein gefährliches Löwenbaby ist. Allesamt sehen niedlich aus, weil sie eben dem Menschenbaby am Ähnlichsten sind.

Es gibt auch Menschen, welche Lamas oder Alpakas niedlich finden. Egal welches Tier, du niedlich empfindest. Du erkennst einfach wesentliche Züge eines Menschenbaby, in diesem Tier wieder.

Zusammenfassung:

  • Der Grund warum Menschen Katzenvideos mögen, liegt im Kindcheneffekt bzw. Kindchenschema.
  • Dieser Effekt sorgt dafür, dass wir uns als Säugetier wieder erkennen.
  • Gleichzeitig ist dies ein Schutz- und Verhaltensmechanismus, welcher unseren Babys das Überleben sichert.
    Denn durch das äußerlich Süße und Kindliche, wird eine stärkere natürliche Bindung – zwischen Babys und Erwachsenen – angelegt.