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Warum fliegen Motten zum Licht: Ursachen der Lichthypothese


warum fliegen motten zum licht

Motten sind nachtaktiven Falter und fühlen sich von Lichtquellen wie Laternen und Glühbirnen offensichtlich magnetisch angezogen. Die Ursache liegt in einer Verwechslung, die den Insekten oftmals zum Verhängnis wird. Motten orientieren sich am Mondlicht und steuern irrtümlich auf künstliche Lichtquellen wie Straßenlaternen, Kerzen und Lampen zu.

Warum treten Motten meist nach Sonnenuntergang auf

Motten sind dämmerungs- und nachtaktiv. Daher begegnen wir ihnen meist in den dunklen Abendstunden.
Nach Einbruch der Dunkelheit schwirren die Falter im Spiralflug jede erdenkliche Lichtquelle an.

Diese Nachtfalter erwachen nach Sonnenuntergang zum Leben, weil die meisten Nahrungskonkurrenten und Feinde in der Dunkelheit nicht mehr unterwegs ist. Untertags ruhen sich die Insekten auf dem Erdboden, auf Steinen oder an Baumstämmen aus. Aufgrund der speziellen Färbung ihrer Flügel sind sie sehr gut getarnt.

Ebenso wie andere Insekten orientieren sich Motten am Mondlicht. Der Mond dient nachtaktiven Tieren als Kompass. Die Position von Mondlicht bleibt weitgehend stabil. Daher können Falter leichter geradeaus fliegen.

Motten halten stets einen konstanten Winkel zum Mond ein. Sie fliegen in einem 40-Grad-Winkel zum Mond, der einen Fixpunkt in ihrer Flugroute darstellt. Dieser Winkel ist jedoch nur deshalb möglich, weil der Himmelskörper so weit entfernt ist.

Warum steuern Motten künstliches Licht an

Nachtfalter verwechseln den Mond mit der Lichtquelle. Sie orientieren sich stets am hellsten Punkt. In den letzten Jahrzehnten wurde immer mehr Lichtquellen künstlicher Art aufgestellt. Straßenlaternen sind weitaus heller als Mondlicht und es führt die nachtaktiven Tiere in die Irre.

Trifft eine Motte auf eine künstliche Lichtquelle wie beispielsweise eine Straßenlaterne, wird ihr diese Orientierung zum Verhängnis. Die Entfernung der Straßenlaterne ist deutlich geringer als jene des Mondes.

Damit der Nachtfalter seinen 40-Grad-Kurs beibehalten kann, muss er eine leichte Kurve fliegen. Das Insekt umrundet die künstliche Lichtquelle im Spiralflug in stets engeren Bahnen. Schlussendlich prallt die Motte gegen die Laterne oder verglüht darin.

Werden Motten von künstlichen Lichtquellen geblendet

Diese Erklärung ist weniger verbreitet. Einige Forscher sind der Meinung, dass die empfindlichen Facettenaugen durch künstliche Lichtquellen geblendet werden.

Welches Licht wirkt besonders anziehend auf Motten

Entscheidend ist der UV-Anteil im Licht.
Ein Wissenschaftlerteam der Jena Universität führte Experimente mit unterschiedlichem Licht durch. Das Ergebnis dieser Forschungsreihe war, dass Insekten stärker auf UVA-Licht reagieren. Aber nicht nur ultraviolette Strahlung, sondern auch blaues und grünes Licht lockte Insekten vermehrt an.

Welche Lichtfarben ziehen Motten weniger an

Wenn Du Motten fernhalten möchtest, sollte Deine Lichtquelle in diesen spektralen Bereichen schwächer ausgeprägt sein. Wenn das Licht wenig Blau- und Grünanteil ebenso wie UV-Strahlen aufweist, ist es für Nachtfalter weniger attraktiv.

Entscheide Dich lieber für ein warmes Licht anstelle einer grellen Lichtquelle.
Insekten sind für Licht mit Wellenlängen im roten, orangen und gelben Bereich weitaus weniger empfänglich.

Einige Wissenschaftler fordern daher, auf eine grelle Straßenbeleuchtung zu verzichten. Sie schlagen Natriumdampflampen mit gelblich-oranges Licht vor. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung wäre nicht nur für Nachtfalter und andere Insekten lebensrettend, sondern auch energiesparender.


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