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Warum heißt Aschermittwoch so: Wortherkunft, Ursprung und Bedeutung


Jedes Jahr im Februar oder März endet die Karnevalszeit mit dem Aschermittwoch. Dieser läutet eine 40-tägige Fastenzeit ein, nachdem man zuvor noch ausgiebig gefeiert hat. Die Fastenzeit dauert bis Ostern und der Aschermittwoch ist der erste Tag dieser Periode.



Aschermittwoch als Zeichen der Vergänglichkeit

Die Bezeichnung „Aschermittwoch“ ist auch heute noch ein genauso gängiger Begriff wie Ostern oder Weihnachten, auch wenn längst nicht alle Menschen in Deutschland dem Christentum nahestehen. Denn daher kommt der Begriff. Er steht aber genauso für den letzten Tag der Karnevals- bzw. Faschingszeit. Und diese wird schließlich unabhängig der Konfession von vielen gefeiert.

Während Weihnachten schlicht für eine „geweihte“ und somit heilige Nacht steht, ist auch das Wort „Asche“ jedem geläufig. Wieso aber heißt der Aschermittwoch nach Asche? Das klingt wenig feierlich und allgemein ist die Asche auch nicht als besonders bedeutungsträchtiges Material bekannt.

Doch die Antwort ist einfach. Die Asche – also die Überreste von etwas, was verbrannt ist – gilt als Symbol für die Vergänglichkeit als Irdischen. In der christlichen Kirche gilt sie zudem als Symbol für Buße und Reue. Am Aschermittwoch wird traditionell die Asche von Palmzweigen aus dem Vorjahr geweiht. Mit dieser geweihten Asche wird dann den Gläubigen von den Pfarrern ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet.

Geschichte des Aschermittwochs

Die Existenz eines solchen Rituals, das dem Aschermittwoch seinen Namen gibt, lässt sich bis ins 10. Jahrhundert historisch belegen. In der Zeit davor wurde Buße getan, indem man sich öffentlich ein Büßergewand anlegte und dann mit Asche bestreut wurde. Ab dann fiel der öffentliche Aspekt des Büßens weg und übrig blieb das Asche-Ritual.

Grundsätzlich gibt es die Bestreuung mit Asche als Zeichen der Buße schon im Alten Testament. Darin wird von König Ninive berichtet, der sich sowohl ein Bußgewand anlegte als auch sich in Asche setzte. Nachdem man auf das Büßergewand verzichtete, wurde dieses Asche-Ritual dann aber für alle Gläubigen eingeführt. Man ging davon aus, dass es jedem guttat, ein wenig Buße zu tun. Oder zumindest daran erinnert zu werden, dass dies immer mal wieder nötig sein könnte.

Ganz offiziell eingeführt wurde dieser Brauch schließlich am Ende des 11. Jahrhunderts von Papst Urban II. Von da an zeichneten die Priester auf Stirn oder Scheitel ein Kreuz aus Asche. Dies war somit das Zeichen dafür, dass nun die Fastenzeit beginnt, die auch als Zeit der Buße verstanden wird. Zu diesem Ritual gehört auch, dass der Priester dabei aus dem Buch Genesis die folgenden Worte zitiert:

„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“

Auch bei Begräbnissen wird bekanntlich mit der Floskel „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube“ darauf Bezug genommen, dass der Mensch und alles Leben auf der Erde vergänglich ist und „wieder zu Asche“ wird.

Ab Aschermittwoch 40 Tage fasten

Die mit diesem Ritual beginnende Fastenzeit dauert bis Ostersonntag. Damit umfasst sie inklusive Karfreitag und Karsamstag, aber exklusive der in dieser Phase liegenden Sonntage 40 Fastentage. Dies lehnt sich daran an, dass Jesus laut der Bibel selbst 40 Tage in der Wüste verbrachte und in dieser Zeit fastete.

In der römisch-katholischen Kirche findet am Aschermittwoch eine heilige Messe statt. Darin zeichnet der Priester jedem Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn, das er anschließend aber sofort mit Weihwasser beträufelt. Auch in der evangelischen und hier besonders in der lutherisch geprägten Kirche hat sich dieses Ritual bis heute gehalten.

Der Termin für Aschermittwoch ist nicht auf ein konkretes Datum festgelegt. Aschermittwoch ist allerdings immer der Mittwoch vor dem 6. Sonntag vor Ostern. Dieser Termin wird schon seit dem 6. Jahrhundert so bestimmt. Damit liegt er meist im Februar oder im März.

Andere Funktionen von Aschermittwoch

Abgesehen von jenen, die Karneval oder Fasching feiern, hat sich aber noch eine weitere Gruppe den Aschermittwoch als besonderes Datum zu eigen gemacht. In Deutschland existiert der „politische Aschermittwoch“, bei dem sich Parteien zu lokalen Versammlungen treffen.

Dabei geht es oft rhetorisch etwas derber zu als sonst im Politikbetrieb üblich. Auch dieser politische Aschermittwoch besitzt schon eine lange Tradition, deren Ursprung man im 16. Jahrhundert verortet. 1580 trafen sich erstmals bayerische Bauern in Vilshofen auf dem Viehmarkt, auf dem nicht nur die Preise, sondern auch die Themen des Tages diskutiert wurden.

Ebenso existiert ein Aschermittwoch der Künstler sowie einer der Kabarettisten. Bei allen dreien spielt die eigentliche Bedeutung des „Aschermittwochs“, die Asche als Zeichen der Buße, jedoch keine Rolle.


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