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Warum lösten die Goten die Völkerwanderung aus?


Der Auslöser der Völkerwandung war die Flucht der Goten. Dieser germanische Stamm siedelte etwa bis zum Jahr 150 n.Chr. im Weichselraum . Dann zogen sie weiter ins heutige Rumänien und an die ukrainische Schwarzmeerküste.

Im Jahr 375 wurden sie von den Hunnen überfallen, weshalb ein Großteil der Goten neue Siedlungsgebiete aufsuchte. Dies war der Auslöser der Völkerwanderung, welche ganz Europa neu formierte. Gleichzeitig war der Hunnenüberfall und dessen Folgen auch der Auslöser für die Trennung der Goten in Ost- und Westgoten.

Völkerwanderung: Was ist das?

Die Historiker bezeichnen die Zeit zwischen dem Jahr 375 nach Christus bis zum Jahr 568 nach Christus als Zeit der Völkerwanderung. Zu Beginn dieser rund 200 Jahre unterwarfen und vertrieben die – aus Ostasien einfallenden – Hunnen germanische Stämme, besonders die Goten nach Westen und Süden.

Den Abschluss der Völkerwanderung bietet der Einfall der Langobarden, eines weiteren Germanenstammes in Italien. Die Völkerwanderung besiegelte mit der Gründung verschiedener germanischer Königreiche auf römischen Boden letztlich den Zerfall des Römischen Reiches.

Außerdem führte sie zu einer Neuordnung der germanischen und romanischen Bevölkerungsteile und prägte die politische, aber auch die soziale und kulturelle sowie religiöse Struktur von ganz Europa. Unser Kontinent veränderte während der Völkerwanderung sein Gesicht grundlegend.

Die Goten – die mächtigsten der germanischen Stämme

Woher die Goten eigentlich kommen, ist bis heute nicht unumstritten. Viele Historiker gehen davon aus, dass sie ursprünglich im südlichen Skandinavien siedelten. Dafür sprechen die Namen von Regionen wie Gotland und Städten wie Göteborg.

Möglicherweise stammt der Name der Goten auch ab von den Gutonen, einem germanischen Stamm, der an der Weichselmündung (heute Russland/Polen) sein Siedlungsgebiet hatte und möglicherweise ursprünglich aus Skandinavien kam.

Genau bekannt ist nur, dass es zum Ende des 3.Jahrhunderts zwei große germanische Stämme bzw. Völker gab, die allgemein als Ostgoten und Westgoten bezeichnet wurden. Das hauptsächliche Siedlungsgebiet der Ostgoten (Ostrogothi) lag in der Dnepr-Region, nördlich des Schwarzen Meeres sowie auf der Krim, das Siedlungsgebiet der Westgoten (Vesigothi) hauptsächlich nördlich der Donau.

Was löste die Völkerwanderung aus?

Es gibt wahrscheinlich verschiedene Gründe, warum die Goten ihr angestammtes Siedlungsgebiet verließen und in Teile des Römischen Reiches vordrangen. Viele Historiker gehen davon aus, dass es in erster Linie der Einfall der Hunnen war.

Die kriegerischen Hunnenstämme aus der mongolischen Steppe überrannten die gotischen Siedlungen, töteten und verschleppten Menschen und Vieh, brannten die Behausungen nieder und vernichteten Vorräte und die Ernte.

Einige Gotenstämme arrangierten sich vermutlich mit den Angreifern und kämpften sogar als Verbündete an ihrer Seite. Die meisten Westgoten aber flohen vor den Hunnen an die Grenzen des Römischen Reiches, wo sie Sicherheit suchten.

Allerdings vertrieben sie dabei andere Stämme, zum Beispiel die Vandalen. Wie bei einem Domino-Effekt verdrängte ein Stamm den anderen aus seiner über Generationen angestammten Heimat.

Den Römern waren die Westgoten anfänglich willkommen. Erst als immer mehr die Donaugrenze überschritten, wendete sich das Blatt. Die Lebensbedingungen der Einwanderer wurden immer schlechter, die Römer hielten ihre Verträge und Zusagen nicht mehr ein und schließlich rebellierten die Westgoten. Am Ende der Geschichte zerfiel das gesamte antike römische Reich.

Aber es gab neben dem Einfall der Hunnen auch noch andere Gründe dafür, dass die Goten sich auf die Wanderschaft durch fast ganz Europa machten und von allen germanischen Stämmen die weitesten Strecken durchmaßen. Denn in ihrer alten Heimat kam es verbreitet zu Klimaänderungen und dadurch verursachte Missernten, zu Hungersnöten und sehr wahrscheinlich auch zu Naturkatastrophen, besonders zu verheerenden Überschwemmungen.

Außerdem lockte sie wahrscheinlich auch der Reichtum und Glanz Roms an. Und letztlich waren die Goten auch ein kriegerischer halbnomadischer Stamm, dem das Wandern in Kriegshaufen sozusagen im Blut lag.

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