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Warum wird Arminius auch Herrmann der Cherusker genannt


warum wird arminius auch herrmann genannt

Das Hermannsdenkmal erinnert an die Varusschlacht und ihren Helden Arminius bzw. Hermann


Allerhand Mythen haben sich im Verlaufe der Jahrhunderte um die historische Gestalt des Arminius gebildet, der in Deutschland auch Hermann der Cherusker genannt wird. Die antiken Quellen bieten nur wenige Informationen zu ihm. Dennoch ist und bleibt es spannend, sich mit Arminius zu beschäftigen, vor allem mit seiner Biografie und mit den Fragen, welche Rolle er in der Varusschlacht spielte und was zur Zweinamenbildung führte.

Wer war Arminius

Arminius wurde im Jahr 18 oder 17 vor Christi Geburt als Sohn des Cheruskerfürsten Segimer geboren. Dieser hatte eine führende Stellung innerhalb des Stammes inne und stand ebenso wie Arminius‘ Onkel Inguiomer auf der Seite der Römer. Wie sein Bruder Flavius erhielt auch Arminius eine Ausbildung im römischen Heer. Von ihm selbst ist bis zu dieser Zeit keine Feindschaft zu den Römern überliefert. Im Gegenteil, er erlernte die lateinische Sprache, wurde römischer Bürger mit allen Rechten und später sogar in den Rang eines Ritters erhoben. Nichts deutete auf eine Feindschaft zu den Römern hin, als er im Jahre 7 oder 8 nach Christi Geburt in das Stammesgebiet der Cherusker zurückkehrte.

Der Weg zur Varusschlacht und die Rolle von Arminius

Der römische Statthalter Varus erhielt aus Rom den Auftrag, sehr weit in das Gebiet der Cherusker bis an die Weser vorzudringen. Arminius erwarb sich das Vertrauen des Varus, nahm an dessen Tafeln teil und war in die Pläne und Strategie des römischen Heeres zur weiteren Eroberung des Cheruskerlandes eingeweiht. Varus hegte keinerlei Argwohn gegen den römischen Bürger Arminius, sondern sah ihn als Verbündeten und Anführer von germanischen Hilfstruppen im Zusammenspiel mit dem römischen Heer.

Als ortskundiger Cherusker beriet Arminius Varus auch bei der Streckenführung. So gerieten die Römer auf Arminius‘ Betreiben hin in einen für sie fürchterlichen Hinterhalt, aus dem es kein Entkommen gab. Die eigentlich strategisch und personell völlig unterlegenen Cherusker besiegten das römische Militär in der Varusschlacht allein aufgrund der planerischen Vorarbeit durch Arminius.

Wo fand die Varusschlacht statt?

In der älteren Geschichtswissenschaft wurde als Ort der Varusschlacht der Teutoburger Wald nahe Detmold angenommen, wo seit dem 19. Jahrhundert das monumentale Hermannsdenkmal steht. Heute wird davon ausgegangen, dass die Varusschlacht in Bramsche-Kalkriese im Osnabrücker Land stattfand, wo das hervorragende Varusschlacht-Museum dem interessierten Besucher Einblicke in die Forschung gewährt und die antike Welt des Arminius und Varus wieder aufleben lässt.

Was waren die Motive für Arminius?

Die Motive des Arminius für den Aufstand gegen die Römer liegen im Dunkeln, da von ihm selbst keine Äußerung überliefert ist. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus unterstellte den Drang nach Freiheit für das Vaterland, Tradition und die Berufung auf die Ahnen als Motivation für Arminius. Das Streben nach Macht und Ehre wird Arminius ebenfalls als Triebfeder unterstellt.

Die moderne Geschichtsschreibung sieht mögliche Gründe in den hohen Tributforderungen der Römer, der Gegnerschaft der Cherusker gegenüber römischen Sitten und Gebräuchen und der allgemeinen Verschlechterung der Lebensverhältnisse unter dem strengen Regiment des Varus. Sicher ist allerdings, dass es sich bei der Varusschlacht nicht um einen Aufstand aller Germanen handelte und Arminius der Befreier Germaniens war, wie es die deutsche Geschichtsschreibung des 19. und früheren 20. Jahrhunderts aus nationalen Motiven heraus darstellte. Viele germanische Stämme hielten auch nach der Varusschlacht noch Rom die Treue, nicht einmal sämtliche Cherusker waren an dem Aufstand beteiligt.

Wie ging es mit Varus und Arminius nach der Varusschlacht weiter?

Das Ende von Varus ist schnell erzählt: Nach der fürchterlichen und völlig unerwarteten Niederlage des römischen Heeres nahm sich Varus mitsamt seinen höchsten Offizieren noch auf dem Schlachtfeld das Leben. Arminius versuchte mit unterschiedlichem Erfolg Koalitionen germanischer Stämme gegen die Römer zu schmieden, die nun unter dem neuen römischen Befehlshaber Germanicus standen.

Bei einer Schlacht im Jahr 16 nach Christi Geburt wurde Arminius schwer verwundet, konnte aber einer Gefangennahme entkommen. Im Jahre 21 nach Christi Geburt ermordeten schließlich nach Angaben von Tacitus nahe Verwandte den Arminius.

Warum wird Arminius auch Hermann der Etrusker genannt

Neben dem vermeintlichen oder tatsächlichen Ort der Varusschlacht ist vor allem die Namensgebung des Arminius oder des Hermann – häufig mit dem Zusatz „der Cherusker“ – eine viel diskutierte Frage in der Geschichtsschreibung und in der historisch interessierten Öffentlichkeit. Der Name „Arminius, Sohn des Sigimer“ ist vom römischen Historiker Velleius Paterculus aus dem Jahre 29 nach Christi Geburt überliefert.

Es war üblich, einem römischen Neubürger auch einen römischen Namen zu geben, was Arminius zweifellos ist. Vermutlich war ein etruskisches Rittergeschlecht Namenspatron für Arminius. Ein originär cheruskischer Name ist für Arminius nicht überliefert. Der später weitverbreitete Name Hermann leitet sich aus dem germanischen Wort „Charioman“ oder „Heer-mann“ ab und betont somit den militärischen Erfolg, den die Cherusker unter Arminius gegen die Römer erringen konnten.

Die erstmalige Namensgebung des Hermann für Arminius wird häufig Martin Luther zugeschrieben. Die spätere deutschnationale Geschichtsschreibung nahm diese germanische Form gern auf und verbreitete sie bereitwillig weiter. In Heinrich von Kleist historischen Drama zur Varusschlacht, stellt dieser den Arminius in den Mittelpunkt. Weiterhin wird in Kleists Drama die Schlacht als Hermannsschlacht betitelt, wodurch der Name weiter an Bedeutung gewann. Auch Heinrich Heine verwendet in seinem Versepos: „Deutschland ein Wintermärchen“ den Namen Herrmann anstelle von Arminius.


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