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Was ist eine Schmierenkomödie: Herkunft, Definition und Bedeutung


Das Wort Schmierenkomödie stammt vermutlich aus der Theaterwelt des 16.Jahrunderts. Seine Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Heute wird der Begriff Schmierentheater allgemein verwendet und hat Eingang in den alltäglichen Sprachgebrauch gefunden.

Was bedeutet Schmierenkomödie: Definition und Bedeutung

Das Wort Schmierenkomödie besitzt zwei Bedeutungen. Zum einen kann damit ein besonders theatralisches Verhalten gemeint sein, das dazu dient, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und andere Menschen auf niveaulose Art und Weise zu beeinflussen.

Zum anderen bezeichnet der Begriff Schmierenkomödie ein komisches Theaterstück von niederer Qualität, das von Geschmacklosigkeit und peinlichen Scherzen geprägt ist. Diese zweite Bedeutung ist jedoch veraltet. Zumeist wird das Wort Schmierenbegriff im Kontext der ersten Bedeutung verwendet.

In welchem Zusammenhang wird das Wort Schmierenkomödie benutzt?

Der Begriff Schmierenkomödie wird vor allem in abwertender Absicht benutzt, um bestimmte Personen, Ideen oder Verhaltensweisen, aber auch Theaterstücke oder Filme zu kritisieren. Hier einige konkrete Beispiele:

  • Der Politiker kritisierte die Rede seines Kontrahenten als Schmierenkomödie.
  • Er glaubte ihr kein Wort und hielt ihren Gefühlsausbruch für eine Schmierenkomödie.
  • Die Familienfeier artete zu einer wahren Schmierenkomödie aus.
  • Die Pressekonferenz wurde zu einer Schmierenkomödie.
  • Die Theaterinszenierung wurde in dem Zeitungsartikel als Schmierenkomödie bezeichnet.

Herkunft des Wortes Schmierenkomödie

Die genaue Herkunft des Wortes Schmierenkomödie ist nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass der Begriff Schmierenkomödie vom jiddischen Wort „simrah“ für Gesang abstammt. Jiddisch ist eine tausend Jahre alte Sprache, welche von mittel-, nord- und osteuropäische Juden gesprochen wurde.

Den Begriff „Schmiere“ konnte man zum ersten Mal im 16. Jahrhundert nachweisen. Schmiere bezeichnete bereits damals ein Theater bzw. Theaterstück von niedrigem Niveau. Er konnte jedoch auch auf einzelne Schauspieler und deren schlechte schauspielerische Leistung angewandt werden. Explizit verwendet wurde der Begriff für sogenannte Possen und Vaudeville-Stücke.

Possen sind bzw. waren Theaterstücke, die das Publikum auf derbe Weise zum Lachen bringen sollten und dabei auf sehr oberflächliche Mittel zurückgriffen, beispielsweise auf Verwechslungen.

Vaudeville wiederum bezeichnet eine Theatertradition aus Frankreich, die sich besonders im Paris der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreute. In Deutschland waren es vor allem die umherziehenden Wanderbühnen, die in abwertender Absicht als Schmierenkomödien abqualifiziert wurden.

Heute nutzen einige Theater, beispielsweise das Frankfurter Kabarett „Die Schmiere“, den Begriff jedoch auch als Selbstbezeichnung und versuchen ihn positiv umzudeuten. Insgesamt wird das Wort Schmierenkomödie jedoch bis heute meist dazu verwendet, Missfallen gegenüber Theaterstücken, aber auch Filmen oder Opern zum Ausdruck zu bringen. So werden heutzutage billige Fernsehsendungen wie etwa Daily Soaps wegen ihrer Oberflächlichkeit oftmals Schmierenkomödien genannt.

In der Filmwissenschaft dient der Begriff Schmierenkomödie bzw. das Synonym Schmierentheater dazu, eine bestimmte Schauspieltechnik zu beschreiben. Gemeint ist dann eine Darstellung, die ganz bewusst überzogen und künstlich gestaltet ist, ohne jedoch niveaulos zu sein. Als Beispiel wird hier oft der bekannte Dracula-Film aus dem Jahr 1931 angeführt.

Synonyme

Das wichtigste und häufigste Synonym, das anstelle von Schmierenkomödie Verwendung findet, ist der Begriff Schmierentheater. Als weitere Synonyme können die Wörter Affenkomödie bzw. Affentheater fungieren. Auch Posse oder Possenspiel werden oftmals im Sinne von Schmierenkomödie gebraucht.

Immer wieder wird das Wort Schmierenkomödie auch durch das Wort Farce ersetzt. Eher seltener kommen hingegen die Ausdrücke Provinztheater und Boulevardtheater vor. Im Englischen wird der Begriff „knockabout comedy“ verwendet, der aber im Deutschen nur sehr selten gebraucht wird.


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