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Was sind Krokodilstränen: Wortherkunft und Bedeutung


Der Begriff Krokodilstränen bezieht sich auf unaufrichtige Tränen oder Äußerungen der Trauer. Also auf das Vortäuschen von Kummer, der in Wirklichkeit nicht empfunden wird. Es ist eine scheinheilige Gefühlsäußerung. Der Ausdruck stammt von der Tatsache, dass Krokodile tatsächlich weinen, wenn sie ihre Beute verzehren. Doch woher kommt die Vorstellung, dass Krokodile Tränen aus unaufrichtiger Reue weinen?

Woher kommt der Begriff Krokodilstränen?

Dieser Begriff wurde schon vor Jahrhunderten verwendet. Bereits im vierten Jahrhundert wird in der Literatur von Krokodilstränen für vorgetäuschte Trauer gesprochen. Damals entstand die Geschichte, dass Krokodile weinen, während sie ihre Beute fressen, weil sie traurig sind. Diese Traurigkeit ist jedoch nur vorgetäuscht.

Eine andere Geschichte über Krokodilstränen legt nahe, dass die Tiere in der Tat sehr gerissen sind. Es hieß, dass Krokodile Tränen als falsches Zeichen von Schuld oder Trauer vergießen würden, um ihre Beute auszutricksen.

Die Beute würde näherkommen und dann zum Abendessen werden. Der Begriff Krokodilstränen wurde weithin bekannt, nachdem er in einem Buch aus dem fünfzehnten Jahrhundert mit dem Titel „Reisen des Ritters John Mandeville“ dokumentiert wurde.

Eine Passage aus dem Buch lautet: „In jenem Land gibt es eine allgemeine Fülle von Krokodilen … Diese Reptilien töten Menschen und fressen sie weinend.“

Krokodilstränen vergießen in der Literatur

Die Vorstellung, dass ein scheinbar erbarmungsloses Wesen wie das Krokodil über seine Opfer weint, hat viele Schriftsteller inspiriert. Offenbar war der Mythos im 13. Jahrhundert in Frankreich in Gebrauch.

Ein Franziskanermönch namens Bartholomaeus Anglicus schrieb in seiner Enzyklopädie der Naturwissenschaften: „Wenn das Krokodil einen Menschen am Rande des Wassers oder an einer Klippe findet, tötet es ihn, weint dann über ihn und verschlingt ihn schließlich“.

C. A. Guggisberg untersucht in seinem 1972 erschienenen Buch „Crocodiles: Their Natural History, Folklore and Conservation“ die Geschichte der Krokodilstränen. Er stellt fest, dass das Buch „Reisen des Ritters John Mandeville“ aus dem 15. Jahrhundert für die Verbreitung dieses Mythos in die Populärkultur und sogar in das Werk von Shakespeare verantwortlich war.

Der Sklavenhändler John Hawkins aus dem 16. Jahrhundert und seine Mannschaft beobachteten Krokodile in der Karibik und berichteten, dass sie „wie ein christlicher Körper weinen und schluchzen“ würden. Dabei würden sie, so wurde behauptet, mitfühlende Opfer in Reichweite locken, bevor sie sie überraschen und verschlingen.

Die Bildsprache hinter der Geschichte ist so stark, dass der Glaube daran bis weit ins 18. und 19. Jahrhundert bestand. Auch heute noch wird der Ausdruck in der Literatur und in den Medien verwendet. Dabei wird immer noch häufig darüber spekuliert, ob Krokodile tatsächlich weinen.

Warum Krokodile Tränen vergießen

Krokodile vergießen in der Tat Tränen. Sie sind wie menschliche Tränen Produkte der Tränendrüsen. Diese Drüsen produzieren eine proteinhaltige Flüssigkeit, die hinter der Nickhaut, einem dritten Augenlid, abgesondert wird.

Die Flüssigkeit hilft, das Auge zu reinigen und es zu schützen, wenn das Krokodil untertaucht. Wahrscheinlich trägt sie auch zur Verringerung des Bakterienwachstums bei. Wenn die Augen des Krokodils geöffnet sind, ist der Rand der Nickhaut gerade noch im Augenwinkel sichtbar.

Tränen treten normalerweise nur dann auf, wenn das Krokodil längere Zeit nicht im Wasser war und die Augen auszutrocknen beginnen. Das erklärt, warum gerade beim Fangen und dem Verzehr von Nahrung an Land häufig Tränen beobachtet werden können.

Obwohl Krokodile Tränen produzieren, weinen sie natürlich nicht wirklich. Es besteht dabei auch kein direkter Bezug zum Fressen. Das ist ein Mythos, also eine erfundene Geschichte.

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