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Weshalb heisst Amerika heute Amerika: Wortherkunft, Ursprung und Geschichte


Der Name Christoph Kolumbus ist in aller Munde, wenn es um die Entdeckung Amerikas geht. Aber Amerika wurde nicht nach ihm bezeichnet: Ein Kartograf erstellte die erste Weltkarte, auf der die Landmassen im Westen vielmehr nach einem ganz anderen Entdecker benannt wurden.



Kolumbus im Auftrag der spanischen Krone

Im August des Jahres 1492 sticht Christoph Kolumbus im Auftrag der Krone Spaniens in See. Sein Ziel ist Indien. Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón hatten Kolumbus beauftragt, Spanien die Macht über die Handelsrouten nach Asien zu sichern.

Als Kolumbus am 12. Oktober 1492 in der Karibik auf das Festland trifft, wähnt er sich an seinem Ziel. Bis zu seinem Tod im Mai 1506 beharrt Kolumbus darauf, in Asien angekommen zu sein – und es fällt kein Wort über den ganz neuen Kontinent, den er in Wahrheit erreicht hatte: Er sollte den Namen „Amerika“ bekommen.

Hätte Kolumbus gewusst, dass er nicht den Westweg nach Indien, sondern einen neue Welt entdeckt hatte, würde der amerikanische Kontenent heute wahrscheinlich Kolumbien oder Columbia heißen.

Amerigo Vespuccis Schlussfolgerungen

Ganz im Gegensatz zu Amerigo Vespucci, der die richtigen Schlüsse aus seinen Reisen zog: Mehrfach ist der florentinische Seefahrer um das Jahr 1500 entlang der Küste Südamerikas gesegelt – und er zieht die richtigen Schlussfolgerungen: Die Neue Welt wird von Vespucci in aller Ausführlichkeit beschrieben, auch die Kultur der Menschen, ihr Liebesleben und ihr Kannibalismus. Vespuccis Schriften finden dann reißenden Absatz.

Die neue Karte von der Welt

Zum Anfang des 16. Jahrhunderts arbeitet der Kartograf Martin Waldseemüller mit seinen Kollegen an einer Weltkarte. Die Berichte des Amerigo Vespucci sind Waldseemüller gut bekannt und so wird zum ersten Mal in der Geschichte der Kartografie die Neue Welt als ein ganz eigener Kontinent verortet und dargestellt: Amerigo Vespucci zu Ehren wird der neue Kontinent „Amerika“ genannt. Bis in unsere Zeit soll diese Karte aus der Renaissance für Aufregung sorgen.

Von Oberschwaben nach Washington

Ein halbes Jahrtausend nach ihrer Veröffentlichung wird die Waldseemüller-Karte zum Glanzstück einer der renommiertesten Bibliotheken der ganzen Welt: In der Library of Congress in Washington wird das vermeidlich letzte noch verbliebene Exemplar gehütet wie ein Schatz. Er stammt aus dem Schwäbischen: Auf Schloss Wolfegg in Oberschwaben taucht im Jahr 1901 ein Exemplar der bis dahin gänzlich verloren geglaubten Karten auf – und so existiert heute eine Kopie der wertvollen Karte in den fürstlichen Kunstsammlungen auf dem Schloss.

Wer sie sieht, ist immer wieder fasziniert, dass die alte Karte von Martin Waldseemüller schon heute Darstellungen der Welt aufzeigt, wie wir sie heute kennen.

Die etwa drei Quadratmeter große Landkarte bildet die seit dem Altertum bekannten Erdteile Europa, Afrika und Asien geografisch fast exakt ab. Völlig neu hingegen ist der vierte Kontinent: Amerika. Die genauen Umrisse dieser Landmasse sind den Renaissance-Kartografen allerdings noch nicht bekannt.

Das Must-have der Amerikaner

Schon bald nach dem Fund auf Schloss Wolfegg weckt die alte Karte große Begehrlichkeiten. Die US-Amerikaner versuchten jahrzehntelang, die Weltkarte des Martin Waldseemüller zu erwerben. Allerdings ließ sich das zunächst nicht realisieren, weil die alte Karte auf der Liste schützenswerter deutscher Kulturgüter stand. Erst unter Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde die Genehmigung zur Ausfuhr in die USA erteilt.

Den Vereinigten Staaten von Amerika war die Waldseemüller-Karte stolze zehn Millionen Dollar wert. Deswegen ist sie die bisher teuerste Landkarte der Welt. Vielen Amerikanern dient sie als Geburtsurkunde ihres Landes – und die Karte erzählt uns die Geschichte eines Namens, der heute immer wieder in aller Munde ist: Amerika.


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