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Weshalb heißt New York auch Big Apple


Spricht man über New York, fällt oft der Begriff Big Apple. Was bedeutet das? Besitzt die Stadt – von oben betrachtet – etwa die Form eines Apfels? Oder gibt es in New York besonders viele große Apfelbäume? Nichts von dem. Denn eigentlich prägten den Begriff Jazz-Musiker



Big Apple: Ursprung des Slangs

In den 1902er Jahren entsteht der Begriff „Big Apple“ als Synonym für New York. Im Slang der Jazzmusiker steht „Big Apple“ dafür, im Zentrum von New York zu spielen und die „Großen Äpfel“ vom Baum zu holen. Also richtig gut zu verdienen.

Seit den 1970er Jahren verwendet das Fremdenverkehrsamt die Bezeichnung „Big Apple“ zusammen mit einem schönen großen Bild für New York für Marketingmaßnahmen. Hierdurch soll die Stadt für Touristen an Attraktivität gewinnen.

Die New-Yorker Legende vom Big Apple

Wie das bei Legenden so ist, gibt es auch bei der Big Apple-Legende zahlreiche Erklärungen. Eine davon stammt direkt vom Museum Of The City Of New York – dem New Yorker Stadtmuseum. Das Museum beantwortet die Frage offiziell und bezieht sich dabei auf das Buch „The Wayfarer in New York“ – Der Reisende in New York – von Edward S. Martin.

In diesem Buch taucht die Bezeichnung „Big Apple“ im Zusammenhang mit New York das erste Mal auf.

In dem Buch erläutert der Autor seine Ansicht, dass New York mehr vom Reichtum Amerikas abbekomme als andere amerikanische Städte. Um seine Ansichten zu erläutern, benutzt Martin eine Metapher: „New York war lediglich eine der Früchte jenes großen Baumes, dessen Wurzeln im Tal des Mississippi gründeten und dessen Äste sich von einem Ozean zum anderen breiten. Aber ‚The Big Apple‘ (New York) erhält einen unverhältnismäßig großen Anteil des nationalen Lebenssaftes.“ Edward S. Martin zeichnet ein Bild von New York als gieriger Stadt, die zu viel des „nationalen Saftes“ abbekommt. Er zitiert hierbei die Bewohner des Mittleren Westens in Kansas.

John J. Fitz Gerald trägt zur Big-Apple Wortbildung

Der Sportjounalist John J. Fitz Gerald trägt weiter zur Verbreitung des Bildes bei. Er schreibt regelmäßig Artikel über Pferderennen in der Zeitung New York Morning Telegraph. Über diese setzt er den Titel „Around the Big Apple“. Und damit auch keine Missverständnisse aufkommen stellt er am 18. Februar 1924 klar: „Es gibt nur einen Big Apple, und das ist New York.“

Big Apple Corner

Im Jahr 1997 erinnern sich die Stadtväter von New York an Fitz Gerald und setzten ihm ein Denkmal: Sie benennen eine Straßenecke in Manhattan, in der Fitz Gerald in den Jahren 1934 bis 1963 wohnte, in „Big Apple Corner“ um. Es handelt sich um die Südwestecke der 54. Straße West.

New York und Jazz

Die Stadt New York und der Jazz sind fest miteinander verbunden. Und die Jazzmusiker haben sich sofort in das Bild von New York als großem Apfel verliebt. In den 1930er und 1940er Jahren war der Begriff bei Jazzmusikern in aller Munde. Wer im Big Apple spielte, also im Zentrum von New York und auf den Bühnen von Harlem, hatte es geschafft und war erfolgreich. Die unbekannten Musiker draußen in den Vororten, spielten dagegen nur „out in the branches“ – „draußen in den Zweigen“.

Wenn die Jazzmusiker vom Big Apple sprachen, war damit so was wie ein „Großer Job“ gemeint, ein Job, der richtig was einbringt. Das erinnert irgendwie an das Gleichnis, das Edward S. Martin in seinem Buch heranzieht: Nämlich, dass es viele Äpfel am Baum des Geldes gibt. Aber bei New York handelt es sich um einen besonders großen Apfel.

Auch ein damals renommierter und bekannter Jazzclub in Harlem trägt den Namen „Big Apple“ und zieht zahlreiche Besucher an. Auch das könnte eine Erklärung dafür sein, daß in der Jazzszene so oft die Rede von einem Big Apple ist.

Vor Apple und den Beatles

Schon bevor die Beatles und Steve Jobbs einen Apfel als Markenzeichen auswählten, war das Bild eines roten Apfels fest mit der Stadt New York verbunden. Seit Fitz Gerald ist New York der Big Apple und bleibt der große Apfel. In den 1950er und 1960er Jahre war das Label nicht so beliebt. Aber in den 70er Jahren taucht das knackige Bild bei Werbeleuten des Fremdenverkehrsamtes wieder auf und ist seitdem eine feste Größe im Marketing der Stadt New York. Mittlerweile ist der Apfel als Logo und Markenzeichen für die Stadt im Bewusstsein der Welt fest verankert. Weltweit weiß fast jeder, welche Stadt gemeint ist, wenn vom Big Apple die Rede ist.

Äpfel hin und her

Daneben gibt es noch jede Menge lustige Erklärungen, die wir dir nicht vorenthalten möchten. Also, eine geht so: New York besitzt eine lebendige Pferdesportszene und auf den Rennbahnen von New York lässt sich richtig Geld machen. Während die Wetter und Pferdebesitzer bei einem Gewinn das große Geld machen, bekommen die Pferde einen richtig großen Apfel zur Belohnung. Jeder weiß ja, wie gern Pferde Äpfel fressen. Andererseits, nennt man das, was bei den Pferden hinten raus kommt, ebenfalls Apple. Vielleicht stammt der Begriff ja daher?

Im Englischen gibt es dazu das Sprichwort „the apple of somebodys eye“. Entspricht etwa dem Deutschen „etwas wie seinen Augapfel hüten“. Vielleicht mögen die Amerikaner ihr New York so gern, dass sie es als ihren „apple of my eye“ bezeichnen und übrig geblieben ist nur das Apple?

Andere aufmerksame Beobachter haben entdeckt, dass New York von oben wie ein aufgeschnittener Apfel aussieht. Der Hudson wäre dann der Stiel.


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