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Wieso heißt es Schrebergarten: Wortherkunft, Ursprung und Bedeutung


Schrebergarten oder auch Laubenpieper, Familiengarten, Kleingarten genannt – sind private Gärten außerhalb des eigenen Wohnsitzes. All das sind Begriffe, die in unterschiedlichen Regionen in Deutschland das Gleiche beschreiben: Den privaten Garten, der nicht direkt am eigenen Haus liegt. Der Ursprung des Wortes „Schrebergarten“ liegt in Leipzig, drei Jahre nachdem Moritz Schreber gestorben war.

Die Idee von Gartenkolonien hat lange Tradition. Gedacht sind sie für Menschen, die nicht in großzügigen Häusern leben, sondern in kleinen Reihenhäusern oder Wohnungen ohne Außenbereich. In Deutschland sind es meist Vereine, die diese Laubensiedlungen betreiben. Viele davon sind mittlerweile ziemlich luxuriös, mit Gartenhäuschen, in denen man sogar leben könnte.



Schrebergarten bedeutet zurück zur Natur

Leben im Grünen, zurück zur Natur, das wollten die Deutschen nicht immer. Im Mittelalter war die Wildnis ein Ort, vor dem man sich fürchtete. Wer alte Volksmärchen liest, findet böse Wölfe, dunkle Wälder und jede Menge dunkle Magie abseits der menschlichen Siedlungen. Wie wichtig ein eigener Garten sein kann, bemerkten zuerst die Städter, die ihre Lebensmittel teuer von Bauern und auf Märkten einkaufen mussten.

Ihre Fürsten und die reiche Oberschicht sahen im Garten außerdem einen Ort zur Erholung. Natur galt ihnen als Heilmittel für die Seele, solange sie nur gut kontrolliert und nicht zu wild war. Der Bürger an sich dachte eher an Gurken, Tomaten und Karotten – und natürlich an Kräuter zum Würzen beim Kochen, denn Gewürze wie heute gab es im Mittelalter oft noch nicht.

Mit Beginn der Moderne, mit dem Aufkommen von Fabriken und dem Wandel der Arbeitswelt, veränderte sich auch das Wohnen für die Arbeiter und Angestellten. Wohnraum wurde enger, und enge Apartments in der Stadt hatten keinen Platz zum Anbau von Lebensmitteln. Die Engländer waren die ersten, die sich mittels “allotments” kleine Oasen außerhalb der dicht besiedelten Innenstädte schufen.

Schrebergarten: Wortherkunft und Ursprung

Kaum zu glauben, aber der Namensgeber der “Schrebergärten” hat selber niemals einen solchen besucht. Moritz Schreber, geboren in 1808, war Orthopäde und hoch interessiert an Gesundheit im griechischen Sinne: “Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper”. Als Anhänger der Ideen von Turnvater Jahn, der den Turnverein erfand, forschte er zum Thema Leibesertüchtigung.

Gemeinsam mit einem befreundeten Pathologen entwickelte er ein eigenes diätetisch-orthopädisches Konzept. Was ein wenig pompös klingt, war einfach nur eine Anleitung zu besserer Fitness durch Bewegung in frischer Luft und gesunder Ernährung mit frischen Zutaten.

Der erste “Schreberverein” wurde 1864 in Leipzig gegründet, drei Jahre nach dem Tod des Namensgebers. Schuldirektor Ernst Innozenz Hauschild setzte die Philosophien Schrebers um, indem er Freiluftakivitäten anbot. Die ersten Schrebergärten entstanden 1985 in Leipzig auf dem Schreberplatz, der in kleine Parzellen aufgeteilt und zu Gärten umgewandelt wurde. Die Initiative dazu kam von Heinrich Karl Gesell, ebenfalls Lehrer und Pädagoge.


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