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Wieso sind Erdbeeren Nüsse


Erdbeer

Die Samen der Erdbeere sind kleine Nüsse, welche auf der Oberfläche der Beerenfrucht stecken.

Obwohl die Erdbeere das Wort Beere ja schon im Namen hat, ist sie eigentlich eine Nuss. Genauer betrachtet sogar mehrere. Dass die kleinen Nüsse in eine rote Beere einbettet werden, ist eine ausgeklügelte Fortpflanzungsstrategie der Pflanze.

Aber nicht nur die Farbe dient dem Erhalt der Art. Sondern auch ihr Geschmack und ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften haben etwas mit ihrer Fortpflanzung zu tun.

Warum sind die Erdbeeren keine Beeren, sondern Nüsse?

Die Erdbeere ist keine Beere sondern eigentlich eine Sammelnussfrucht. Sammelnuss deswegen, weil sie viele Samen hat. Das sind die kleinen Kerne außen auf der Haut der Erdbeere, die einem so gerne zwischen den Zähnen stecken bleiben.

Eine Haselnuss hat zum Beispiel nur einen Samen, der in der harten und nicht essbaren Schale steckt. Man nennt die Erdbeere deshalb auch eine Scheinfrucht, weil sie durch das „Fruchtfleisch“ oft mit einer Frucht oder Beere verwechselt wird.

Die Nuss der Erdbeere ist also biologisch gesehen die eigentliche Frucht der Pflanze, weil sie am wichtigsten ist, um den Fortbestand der Erdbeere zu sichern. Aus ihr können neue Erdbeerenpflanzen entstehen.

Ein weiteres Merkmal für die Fortpflanzung ist, dass die äußeren drei Wände der Erdbeerensamen außen verholzt sind. Das heißt, dass dort eine härtere Schale entsteht. Dies ist nötig, weil aus dem Samen nur eine neue Pflanze wachsen kann, wenn er vollständig ist.

Bei einer Walnuss kannst du die Schale natürlich nicht mitessen, weil sie viel zu hart ist. Bei der Erdbeere sind die Samen aber so klein, dass das nicht schlimm ist, du kannst sie also weiterhin bedenkenlos mitessen.

Echte Beeren haben dagegen keine verholzten Wände, sondern weiche und saftige, die den eigentlichen Samen als Schale umschließen. Ein Beispiel für eine echter Beere ist die Johannisbeere. Bei ihr sind die Kerne in der Mitte, umgeben von weichem und süßem Fruchtfleisch.

3 Gründe, Wieso Erdbeeren rot sind?

Die Erdbeere beinhaltet die Farbstoffe Anthocyan, Fisetin und Beta-Carotin.
Anthocyan entsteht, wenn die Sonne außen auf die Erdbeere scheint. Es nimmt die UV-Strahlen der Sonne auf, und wandelt sie in Wärme um. Das ist nötig, weil die UV-Strahlen die Zellen der Erdbeere zerstören können.

Deine Haut wandelt die UV-Strahlen zum Beispiel in Melanin um, das macht deine Haut braun beziehungsweise dunkler und schützt sie so ebenfalls davor, einen Sonnenbrand zu bekommen. Deshalb kommt Anthocyan auch nur auf der Haut der Erdbeere vor, wo es die UV-Strahlen gleich abfangen kann.

1. Anthocyan als roter Farbstoff der Erdbeere

Anthocyan ist übrigens der gleiche Stoff, der auch Blätter im Herbst rot färbt. Auch dort entsteht er, um die Blätter vor UV-Strahlung zu schützen. Aber Anthocyan wird auch in der Lebensmittelindustrie genutzt, um künstlich Lebensmittel einzufärben.

Ein weiterer Farbstoff in der Erdbeere ist das Fisetin. Das ist eigentlich gelb, aber da weniger davon in der Erdbeere vorhanden ist, wirkt sie durch das dunkle Anthocyan trotzdem rot.

Fisetin ist Antioxidativ, das bedeutet, dass es in Verbindung mit anderen Stoffen deren Reaktion mit Sauerstoff verhindert. Somit schützt es die Erdbeere davor, zu schnell gammlig zu werden, da das Fruchtfleisch ansonsten mit dem Sauerstoff in der Luft der Umgebung reagieren würde. Beispielsweise wird ein Apfel nach dem Aufschneiden an der Luft sehr schnell braun, weil das Fruchtfleisch mit dem Sauerstoff der Umgebung reagiert, also oxidiert.

2. Die Erdbeere ist auch rot aufgrund des Beta-Carotins

Außerdem enthält die Erdbeere auch das rot-gelbe Beta-Carotin. Dieser Farbstoff befindet sich auch in Karotten, und kann bei Menschen sogar wie eine Art leichter Sonnenschutz wirken (Achtung; das reicht nicht für einen alleinigen Sonnenschutz!). Beta-Carotin unterstützt wie das Anthocyan aber auch den Sonnenschutz der Pflanze.

Aus Beta-Carotin kann der Körper das Vitamin A herstellen, das uns bei der Fähigkeit im Dunkeln sehen zu können unterstützt, und wichtig für Knochen, Knorpel und Zähne ist.

3. Rote Farbe der Erdbeere als Fortpflanzungsstrategie

Während die Erdbeere durch ihre rote Farbe schön saftig und lecker aussieht, und außerdem zwischen grünen Blättern besser entdeckt werden kann, schmeckt sie auch noch schön süß und lecker.

100 Gramm Erdbeeren enthalten nämlich durchschnittlich 2,2 Gramm Fructose, also Fruchtzucker. Wenn du einmal eine unreife Erdbeere gegessen hast, hast du sicher gemerkt, dass die bei weitem nicht so gut schmeckt wie eine reife. Das liegt daran, dass sich der Fruchtzucker erst ab einer gewissen Reife bildet.

Ansonsten würde die Erdbeere verzehrt werden, bevor die Samen bereit wären, auf die Energie der Mutterpflanze zu verzichten. Dann könnten sie woanders nicht keimen und zu neuen Erdbeerpflanzen werden.

Die rote Farbe der Erdbeere macht die Frucht auffällig und anziehend. Somit wird sie gefressen und die Samen werden dann über die Ausscheidungsorgane der Tiere verteilt.

Wieso sind Erdbeeren gesund?

Sie haben zum Beispiel relativ wenige Kalorien, gerade mal 32 Kilokalorien pro 100 Gramm, das heißt man kann sehr viele davon essen ohne dick zu werden.

Zum Vergleich…
Schokolade hat meist über 500 Kilokalorien pro 100 Gramm. Außerdem enthalten sie neben über 90% Wasser auch sehr viele Ballaststoffe. Die unterstützen eine gute Verdauung, da unser Verdauungssystem sie nicht verwerten kann.

So werden sie nicht „ausgequetscht“ wie der Rest des Darminhalts, sondern binden Wasser und machen so alles schön glatt und rutschig. Außerdem verbrauchen sie viel Platz, was dafür sorgt dass die Verdauung angeregt wird, wir öfter aufs Klo müssen und so Schadstoffe schneller ausgeschieden werden.

Aber daneben haben Erdbeeren noch viele weitere gesunde Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Vitamine, wie das Vitamin C. Das stärkt das Immunsystem, und schützt uns somit davor, krank zu werden.

Aber auch die vielen enthaltenen Mineralien sind nicht zu unterschätzen. Zum Beispiel Kalzium, das sehr gut für die Knochen ist, oder Eisen. Das brauchen wir für gesundes Blut. Ein weiteres vorhandenes Mineral ist Kalium, das zum Beispiel bei der Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks beiträgt.

Ein weiterer Effekt der Erdbeere ist, dass sie sehr viel einfache Fructose enthält. Fructose ist doppelt so süß wie normaler Haushaltszucker, wird aber viel langsamer aufgenommen. Und zwar nicht wie normaler Zucker direkt über den Träger Insulin, der Zucker schnell ins Blut transportiert, sondern ganz langsam über die Zellwände des Darms.

Dadurch steigt nach dem Verzehr der Blutzuckerspiegel langsamer an, das heißt der Körper bekommt langsamer, aber dafür länger Energie. Ein zu schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels, also des Zuckers der vom Blut aufgenommen wurde, sorgt zwar für schnelle Energie, dafür können beim Sinken aber Kopfschmerzen auftreten.

Traubenzucker sorgt zum Beispiel für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels, weshalb er sich gut für den Konsum vor Prüfungen oder dem Sport eignet. Ein weiterer Grund, zur Erdbeerenzeit zwischen Mai und Juli möglichst viele der roten Sammelnussfrüchte zu essen ist der geringe Fettgehalt.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, in der Erdbeerenzeit nicht genug kriegen zu können von den süßen Sammelnussfrüchten kann kaum schaden.

Wieso sind Erdbeeren Nüsse, welche sich in einer Beere verstecken.

Diese Eigenschaften, wie der gute Geschmack, die appetitliche Farbe und auch die gesunde Wirkung auf Menschen haben einen Zweck. Und der ist, wie letztendlich bei fast allem in der Natur, die Fortpflanzung.

Denn dadurch, dass die Erdbeere so süß und lecker ist, weiß unser Körper, dass sie gut für uns ist. Wir mögen Zucker, weil wir wissen, er gibt uns Energie. Deshalb mögen wir auch künstlich hergestellte Lebensmittel mit viel Fett und Zucker so gerne.

Während diese beiden Stoffe in der Natur nur schwer zu kriegen sind, leben wir heute in einem ungesunden Überfluss davon. So garantieren der gute Geschmack und das kräftige, gesunde Rot dafür, dass die Erdbeere von möglichst vielen Tieren und Menschen verzehrt wird.

Diese essen die Samen außen auf der Haut natürlich mit, und tragen sie dann in ihrem Bauch mit sich herum. Bei Menschen braucht etwas zum Beispiel um die 48 Stunden, um den Verdauungstrakt zu passieren. Wenn die Zeit dann gekommen ist, werden sie ganz woanders wieder ausgeschieden.

Mit etwas Glück liegen sie dann auf einem nahrhaften Boden, und fangen mit ein wenig Wasser schnell an zu keimen, um dann schließlich zu neuen Erdbeerpflanzen heranzuwachsen.


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