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Die 7 Stadien der Demenz: Symptome, Verlauf und Maßnahmen


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Demenz ist eine Krankheit, die die Erinnerungsfähigkeit und im Verlauf auch die Motorik beeinflusst. Patienten verlieren nach und nach ihre Fähigkeiten und Erinnerungen. Die Krankheit ist unheilbar und wird, je nach Modell, in drei, vier oder sieben Phasen eingeteilt.

Was ist Demenz?

Demenz ist eine unheilbare Krankheit, die nach und nach die Hirnfunktionen einschränkt. Sie beginnt mit leichten, kaum spürbaren Problemen. Am Ende ist die betroffene Person nicht mehr in der Lage, für sich selbst zu sorgen.

Demente Patienten bemerken die ersten Symptome meist im Alter von mindestens 65 Jahren. Je älter man ist, desto wahrscheinlicher erkrankt man an Alzheimer oder einer anderen Demenzform.

Nach der Diagnose beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung sieben bis zehn Jahre. Viele Demenzpatienten verbringen die letzte Zeit in speziellen Demenzkliniken, die auf ihre besonderen Bedürfnisse ausgelegt sind.

Demenz lässt sich durch verschiedene Modelle in unterschiedlich viele Stadien unterscheiden. Es existiert ein 3-Stadien-Modell, ein 4-Stadien-Modell und ein 7-Stadienmodell. Die Einteilungen erleichtern es Ärzten, Patienten nötige Hilfe zukommen zu lassen. Sie sind außerdem für Angehörige wichtig, um zu erfahren, was in der nächsten Zeit auf sie zukommen wird.

Die 3 Phasen der Demenz zur Berechnung des Werts der Mini-Mental State Examination (MMSE)

Bei der Mini-Mental State Examination wird die Person, bei der Demenz vermutet wird, getestet. Sie muss Aufgaben lösen und Fragen beantwortet und wird psychologisch eingeschätzt. Dadurch ergibt sich ein Modell, das aus drei Phasen besteht: Phase 1: Leichte Demenz, Phase 2: Mittelschwere Demenz und Phase 3: Schwere Demenz.

Phase 1: Leichte Demenz

In der ersten Phase kommt es zu leichten Einschränkungen, die zunächst kaum auffallen. Betroffene werden vergesslich, haben Wortfindungsschwierigkeiten und zunehmend Probleme mit Zahlen und der Orientierung.

Sie verlegen alltägliche Gegenstände, brechen mitten im Satz Gespräche ab und können diesen nicht mehr folgen. Bankgeschäfte fallen ihnen schwer, ebenso Fragen nach der Tageszeit oder dem aktuellen Datum. Alltägliche Wege, etwa zum Supermarkt, können zu Unsicherheiten führen. Möglicherweise fahren Betroffene Umwege, weil sie sich plötzlich nicht mehr erinnern können.

Der normale Alltag funktioniert in diesem Stadium noch. Betroffene können die meisten einfachen Aufgaben wie Kochen und Haushaltsführung weiterhin übernehmen. Komplexe Tätigkeiten können ihnen aber bereits Schwierigkeiten bereiten. Dazu gehören Amtsgeschäfte, das Lesen längerer Texte sowie regelmäßige Aufgaben wie Medikamenteneinnahme oder das Einhalten von Terminen.

Das führt bei den Betroffenen häufig zu Scham. Der Demenzkranke merkt, dass etwas nicht stimmt und zieht sich zurück. Angehörige können diese Warnsignale nur schwer deuten.

Die Isolation und Probleme bei eigentlich einfachen Aufgaben können in dieser Phase zu einer Depression führen. Daher ist es wichtig, dass Angehörige beginnende Vergesslichkeit nicht ignorieren und ihre Hilfe anbieten, wenn sie können. Die Patienten sollten viele Sozialkontakte haben und Sport treiben. Beides verlangsamt nachgewiesenermaßen den Verlauf der Krankheit.

Für Angehörige ist diese Phase aus vielen Gründen schwierig. Sie können unter Schuldgefühlen leiden, weil sie Warnsignale nicht ernst genommen haben. Zudem ist der Gedanke, dass der geliebte Mensch sich im Verlauf der Krankheit nach und nach selbst verliert, unerträglich. Er kann für die Angehörigen sehr belastend sein.

Wie lange ein Patient in der ersten Phase verbleibt, ist sehr unterschiedlich. Die genannten Therapieansätze (Sozialkontakte und Bewegung) können dazu führen, dass diese Phase mehrere Jahre andauert. Aber auch bei Beherzigung der Tipps vergehen möglicherweise nur wenige Monate, bis der Patient die zweite Phase erreicht.

Phase 2: Mittelschwere Demenz

In die zweite Phase treten Patienten ein, wenn ihre Symptome unübersehbar werden und ihren Alltag stark einschränken. Häufig kommt es nun bereits zu Problemen beim Sprechen und der Bewegung. Das Gehirn ist nicht mehr in der Lage, neue Informationen zu verarbeiten oder zu speichern. Das Kurzzeitgedächtnis ist also sehr stark beschädigt.

Hinzu kommen Probleme beim Langzeitgedächtnis. So gehen eigentlich bekannte Namen und Informationen nach und nach verloren oder werden verwechselt. Gespräche sind nur noch stark eingeschränkt möglich. Betroffene nutzen dabei kurze Sätze und einfache Wörter. Auffällig ist, dass diese von ihnen häufig wiederholt werden.

So kann es vorkommen, dass Patienten ein und dieselbe Frage immer wieder stellen. Die erhaltene Antwort können sie sich nicht mehr merken.
Betroffene benötigen inzwischen Hilfe im Alltag. Sie erhalten eine Pflegestufe und werden ambulant oder bereits stationär in speziellen Kliniken betreut. Das Anziehen und die tägliche Körperpflege können nur noch mit Hilfe bewältigt werden. Zusätzlich kommt es vor, dass die Patienten bereits jetzt die Kontrolle über Blase und Darm verlieren.

Für Betroffene ist das mit viel Scham verbunden. Es kommt vor, dass Windeln versteckt werden, sowohl unbewusst als auch bewusst.
Viele Demenzkranke sind unruhig und bewegen sich viel. Gleichzeitig ist ihr Tag-Nacht-Rhythmus gestört. So kommt es vor, dass sie gerade nachts viel laufen oder verlaufen. In Panik versuchen einige Patienten, die Klinik zu verlassen. Um dem gesteigerten Bewegungsbedürfnis nicht im Wege zu stehen, sind viele Demenzklinik kreisförmig angelegt. Dadurch können die Patienten immer weiterlaufen und müssen niemals umkehren. Die Gefahr, dass sie die Klinik auf ihren Wanderungen verlassen, ist ebenfalls geringer.

Häufig sind weit zurückliegende Erinnerungen für Demenzkranke leichter abrufbar. Man spricht daher in Verbindung mit der Krankheit manchmal auch vom „In der Vergangenheit“-Leben. So sind einige Patienten überzeugt davon, längst verstorbene Personen (etwa die eigenen Eltern oder der Ehepartner) würden noch leben. Häufig behaupten sie, diese würden sie etwa am Wochenende besuchen oder abholen kommen.

In dieser Phase kommt es zu häufigen und plötzlichen Stimmungswechseln. Auffällig ist dabei die Verweigerung von eigentlich notwendiger Hilfe und möglicherweise damit verbundene Aggressivität. Auch plötzliches Aufschreien ohne ersichtlichen Grund ist typisch.

Die Stimmungswechsel können zunächst noch vorübergehen. Bald wird Angehörigen aber auffallen, dass sich der Charakter der Betroffenen nachhaltig verändert. Die bleibenden Wesensveränderungen sind für sie schwer zu akzeptieren.

Weiterhin sind soziale Kontakte wichtig, wobei Angehörige dabei geduldig und ruhig sein sollten. Sie sollten den Betroffenen nicht ständig an seine eigene Vergesslichkeit erinnern, sondern versuchen, Gespräche auf einfachere Themen zu lenken.

Phase 3: Schwere Demenz

Die Betroffenen leiden nun unter Schluck- und Atembeschwerden. Die Nahrungsaufnahme bereiten ihnen Schwierigkeiten. Sie müssen gefüttert werden und die Mahlzeiten werden zur Sicherheit stark zerkleinert oder sogar püriert. Die Kontrolle über Blase und Darm geht in dieser Phase vollständig verloren.

Es kommt zu weiteren, körperlichen Symptomen. Krampfanfälle, Zittern und Versteifung einzelner Gliedmaßen treten auf. Betroffene bewegen sich immer weniger, häufig nur noch auf Aufforderung. Ihre Sprache ist auf wenige Sätze oder nur noch einzelne Wörter begrenzt. Sie reagieren nur noch vereinzelt auf Ansprache und werden anfällig für Krankheiten, da das Immunsystem leidet.

In einigen Fällen kommt es zusätzlich zu Wahnvorstellungen oder Halluzinationen. Diese werden durch zusätzliche Medikamente gelindert, um den Patienten die Angst zu nehmen.

Spätestens in der dritten Phase ist ständige Hilfe durch geschultes Pflegepersonal nötig. Nur vereinzelt kann die Pflege der dementen Person vollständig durch Angehörige gemeistert werden. Der Umgang mit den Betroffenen ist nicht nur körperlich anstrengend. Sie müssen gewaschen und angezogen werden. Außerdem fallen einfache Bewegungsabläufe schwer, sodass Betroffene in dieser Phase häufig nicht mehr eigenständig laufen können.

Zusätzlich kommen gerade Angehörige an ihre psychischen Belastungsgrenzen. Die dauerhaften Wesensveränderungen sowie die häufigen Wutanfälle der Patienten führen dazu. Zudem belastend ist es, wenn man von der geliebten Person nicht mehr erkannt wird. Angehörige empfinden dies oftmals schlimmer, als wenn die Person einfach bereits verstorben wäre. Ob die Pflege daher zu Hause möglich ist, sollte genau abgewogen und gegebenenfalls kurzfristig angepasst werden.

(Endphase: Embryonales Stadium)

Am Ende der Demenzerkrankung steht das Embryonale Stadium. Die Patienten sind bettlägerig und werden palliativ versorgt. Dazu gehört Schmerz- und Angstlinderung, Atemhilfe sowie weitere Medikamente und Therapien, die individuell unterschiedlich sein können.

Palliativmedizin zielt nicht auf die Heilung der ursächlichen Erkrankung ab. Dies ist bei Demenz auch gar nicht möglich. Stattdessen möchte sie Leid lindern und den Patienten ihre verbleibende Zeit so angenehm wie möglich machen.

Weil das Immunsystem kaum noch arbeitet, häufen sich Infekte. Dabei sind vor allem die Atemwege betroffen. Lungenentzündungen sind beispielsweise eine häufige Todesursache bei Demenz.

Die 4 Phasen der Demenz nach Naomi Feil

Naomi Feil wurde 1932 in München geboren, wobei ihre Familie bald in die USA auswanderte. Sie machte ihren Master in Sozialer Arbeit an der Columbia University und ist die Begründerin der Validation.

Die Validation ist eine Methode, mit dementen Menschen umzugehen. Ihr Ziel ist, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen. Gleichzeitig soll sie dem Pflegepersonal und den pflegenden Angehörigen die Arbeit erleichtern.

Feil bezieht in ihrer Arbeit mit Demenzkranken vieles auf das Zeitempfinden der Betroffenen. Die Fähigkeit, sich zeitlich zu orientieren, ist für sie ein wichtiger Hinweis darauf, in welcher Phase sich Patienten befinden.

1997 unterteilte Feil Demenz in vier Phasen: Phase 1: Unglückliche Orientiertheit, Phase 2: Zeitverwirrtheit, Phase 3: Sich wiederholende Bewegungen und Phase 4: Vegetieren.

Phase 1: Unglückliche Orientiertheit

In dieser Phase ist das alltägliche Leben für die Demenzkranken noch fast uneingeschränkt möglich. Termine werden gelegentlich vergessen, aber die Betroffenen leben noch in der Gegenwart und nicht in der Vergangenheit. Sie können die Uhr lesen, Texte erfassen, schreiben und Gespräche führen. Liebevoller Umgang ist bereits jetzt wichtig, damit die Patienten nicht den Mut verlieren oder sich aus Scham verstecken.

Feil bemerkte Veränderungen im Tonfall der Patienten. Sie beschreibt ihre Art zu sprechen als anklagend, weinerlich oder singend. Ist die Krankheit noch nicht diagnostiziert, neigen Betroffene dazu, die Symptome zu negieren. Sie schieben die Schuld für versäumte Termine oder verlegte Gegenstände auf andere und verärgern diese damit. Dabei kann es sich um eine Handlung aus Scham oder auch um Überzeugung handeln.

Feil empfiehlt, die zeitliche und räumliche Orientierung zu erleichtern. Kalender und Schilder helfen dabei. Jahreszeitlich angepasste Dekoration führt dazu, dass Feste erkannt und gemeinsam gefeiert werden können. Kommt es zu Widersprüchen, sollten Angehörige die Erkrankten nicht darauf hinweisen. Feil empfindet es als wichtig, dass Demenzkranke in ihrer eigenen, etwas veränderten Realität leben können. An ihre Fehler sollen sie dabei nicht erinnert werden.

Phase 2: Zeitverwirrtheit

In der zweiten Phase verlegen Betroffene immer häufiger Gegenstände. Das Schreiben bereitet ihnen Schwierigkeiten. Kurze Texte zu lesen, fällt vielen leichter. Fragen nach der Uhrzeit können sie nicht mehr beantworten. Sie richten sich daher nach ihrem subjektiven Zeitgefühl, was den Schlafrhythmus verändern kann.

Die Vergesslichkeit wird stärker und kann von den Patienten nicht mehr schöngeredet werden. Sie fühlen sich von der Realität überfordert und ziehen sich daher in ihre eigene Vergangenheit zurück.

Das zeigt sich in Form von unsicheren Gesten und unsicherer Mimik. Bekannte, alte Gegenstände sind, laut Feil, wie ein Ticket in die Vergangenheit. Sie erleichtern den Betroffenen die Reise in die eigenen Erinnerungen, wo sie sich sicherer fühlen.

Plötzliches Schreien interpretiert Feil als Bedürfnis nach Liebe und Zugehörigkeit. Feil spricht den Demenzkranken in dieser Phase außerdem die Fähigkeit zu, die Absichten anderer Personen genau zu erfassen. So sollen Betroffene laut ihr sofort bemerken, wenn ihnen jemand unehrlich begegnet. Auf dieses Verhalten reagieren Patienten mit laut kommunizierter und ungeschönter, ehrlicher Abneigung.

Einfache Tätigkeiten können noch ausgeführt werden, sollten sich aber, so weit es geht, nicht überschneiden. So können Patienten zwar noch langsam gehen und sich einfach unterhalten. Aber beides sollte nacheinander erfolgen. Gespräche auf Spaziergängen können schnell zu Überforderung führen.

Vergessene Wörter werden durch Wortneuschöpfungen ersetzt. Die Stimme wird leiser und tiefer. Erste Probleme mit Inkontinenz treten auf. Zusätzlich entkleiden sich Betroffene möglicherweise plötzlich und in der Öffentlichkeit.

Phase 3: Sich wiederholende Bewegungen

Feil betont, dass der Verlauf der dritten Phase davon abhängt, ob die Patienten bereits auf ihre Weise behandelt wurden. Sie behauptet, dass ihr Konzept verhindern kann, dass es in der dritten Phase zum fortschreitenden Verlust der Sprache und Bewegungsfähigkeit kommt. Aggressivität und ständiges Be- und Entkleiden wertet sie als Gefühlsausbrüche von zuvor unterdrückten Emotionen. Laut Feil reagieren Patienten, die durch Validation in der zweiten Phase begleitet wurden, anders.

Betroffene benötigen in dieser Phase dauerhafte Bewegungen durch Wiegen in Schaukelstühlen oder trommelnde Finger. Feil schlägt dabei den Bogen zur frühen Kindheit. In dieser wird einem Säugling durch das Wiegen vermittelt, nicht alleine zu sein. Daher verfallen Demenzkranke in dieser Phase auch in für Kleinkinder typische Lautäußerungen wie Schmatzen, „Ma ma ma ma“ oder Kreischen.

Ein selbstbestimmtes Leben ist unmöglich. Körperpflege und Nahrungsaufnahme wird durch Pfleger übernommen. An die Stelle der Sprache treten vermehrt einfache Bewegungsabläufe wie Wischen mit der Hand oder Nicken.

Gefühle werden in dieser Phase offen gezeigt, wobei dies häufig ohne erkennbaren Grund erfolgt. Betroffene lachen laut oder schreien. Lesen und schreiben ist unmöglich geworden. Die Augen bleiben vermehrt geschlossen, die verbliebenen Wörter werden monoton, langsam und leise gesprochen. Die Teilnahme an der Außenwelt ist deutlich zurückgefahren.

Phase 4: Vegetieren

In dieser Phase ist es dementen Menschen nicht mehr möglich, eigentlich bekannte Personen zuzuordnen. Sie ziehen sich von der Außenwelt zurück, sprechen nicht mehr von sich aus und besitzen kein Zeitgefühl mehr. Möglicherweise reagieren sie jedoch weiterhin auf Ansprache mit einzelnen Wörtern. Auch bekannte Lieder aus ihrer Vergangenheit singen sie eventuell noch mit. Geht das nicht mehr, horchen sie zumindest auf, wenn sie die Melodie vernehmen.

Betroffene halten häufig die Augen geschlossen, zeigen keine Mimik mehr und nehmen eine embryonale Haltung ein. Sie benötigen zaghafte Berührungen und viel Geduld, um sich auf die Pflege einzulassen. Feil ist überzeugt davon, dass durch die Validation diese Phase verhindert werden kann.

Die 7 Phasen der Demenz nach der GDS-Reisberg-Skala

Die GDS-Reisberg-Skala stammt von Barry Reisberg. Er ist Direktor an der Klinik der New Yorn University School of Medicine’s Silberstein Aging and Dementia Research Center.

Die Skala ermöglicht den Patienten eine genaue Einordnung ihrer Krankheit und unterteilt diese in sieben Phasen. Demenz wird dabei auch als „umgekehrte Kindheitsentwicklung“ (Retrogenese) bezeichnet.

Phase 1: Keine Auffälligkeiten

In der ersten Phase treten keine Einschränkungen durch die beginnende Demenz auf. Selbst klinische Tests würden zu diesem Zeitpunkt zu keinem Ergebnis kommen. Das Erinnerungsvermögen ist normal und der Alltag uneingeschränkt möglich. Die erste Phase wird daher auch Latenzphase genannt.

Phase 2: Sehr leichte Vergesslichkeit

In dieser Phase kommt es zu erster Vergesslichkeit, die aber noch nicht mit einer Demenz in Verbindung gebracht wird. Betroffene verlegen Alltagsgegenstände wie Brillen und Schlüssel. In Gesprächen können sie einen Moment brauchen, bis ihnen Namen einfallen.

Für Außenstehende und auch die Betroffenen selbst ist das normale Vergesslichkeit im Alter. Eine Krankheit vermutet zu diesem Zeitpunkt noch niemand dahinter.

Phase 3: Leichter Verlust kognitiver Fähigkeiten

In der dritten Phase werden die Einschränkungen deutlich. Komplexe Aufgaben fallen den Betroffenen nun schwer. Bei der Arbeit kommt es häufiger zu Fehlern. Der dadurch entstehende Stress wirklich sich zusätzlich negativ auf das Erinnerungsvermögen aus.

Gegenstände werden häufiger verlegt, Namen werden vergessen und Wortfindungsstörungen treten auf. Bei der zeitlichen und örtlichen Orientierung kommt es zu Problemen.

Die dritte Phase ist die erste im 7-Phasen-Modell, während der die Demenz durch klinische Tests nachweisbar ist.

Phase 4: Mäßiger Verlust kognitiver Fähigkeiten

In der vierten Phase können Patienten neue Informationen nur noch unter Schwierigkeiten verarbeiten. Die Erinnerungslücken betreffen aber erstmals auch Ereignisse in der eigenen Vergangenheit.

Finanzielle Angelegenheiten geben Betroffene in dieser Phase an Angehörige ab, weil sie diese nicht mehr selbstständig regeln können. Die Fähigkeit, mit Zahlen zu arbeiten, geht allmählich verloren. Das macht sich auch bei der zeitlichen Orientierung bemerkbar, die spürbar schlechter wird.

Dem Betroffenen selbst werden seine Einschränkungen bewusst. Er reagiert darauf meist auf zwei Weisen: indem er sie verleugnet oder sich aus Scham zurückzieht. Für Angehörige bedeutet das häufige Wutausbrüche und Verweigerung, am Familienleben teilzunehmen.

Phase 5: Mittelschwere kognitive Beeinträchtigung

In der fünften Phase geht der Antrieb für eigene Tätigkeiten verloren. Auf Fragen nach Datum, Jahreszahl, Adressen und anderem alltäglichen Wissen können sie nicht mehr antworten. Der Wortschatz schwindet und die Bewältigung des Alltags ist nicht mehr ohne Hilfe möglich.

Betroffene benötigen Unterstützung bei der Körperhygiene und dem Zubereiten einfacher Mahlzeiten. Ohne Aufforderung der Pflegekraft würden die Patienten diesen Aufgaben auch nicht mehr nachkommen.

Desorientierung, zeitlich, örtlich und persönlich, sind in dieser Phase sehr deutlich erkennbar.

Phase 6: Schwere kognitive Verluste

Ab der sechsten Phase weiß ein Dementer nicht mehr, dass er dement ist. Sein Kurzzeitgedächtnis hat die Arbeit eingestellt. Er kennt seinen Namen, aber darüber hinaus kann er kaum noch Fragen zu seiner eigenen Person beantworten. Angehörige erkennt er ebenfalls nicht mehr. Teilweise wird ein Patient auf Nachfrage antworten, dass sie Personen ihm vertraut vorkommen. Zuordnen kann er sie jedoch nicht mehr.

Die Sprache ist auf wenige Worte und kurze Sätze reduziert. Die Bewegungsfähigkeit leidet. Es treten Ticks in Form von Handlungen oder dem zwanghaften wiederholen von Sätzen auf. Betroffene verlieren die Kontrolle über Darm und Blase.

Die Einschränkungen gehen mit Persönlichkeitsveränderungen einher. Viele Demenzkranke leiden nun an Wahnvorstellungen und Ängsten. Sie sind unruhig oder werden aggressiv.

Phase 7: Sehr schwerer kognitiver Verlust

In dieser Phase ist der Patient kaum noch zu Handlungen fähig. Er kann nicht mehr stehen, sprechen oder seinen eigenen Kopf halten. Reaktion auf äußere Reize findet so gut wie gar nicht mehr statt.

Zusammenfassung

  • Demenz ist eine unheilbare Krankheit, die das Gehirn betrifft.
  • Demenz beginnt mit leichten Einschränkungen des Erinnerungsvermögens und steigert sich über Wortfindungsschwierigkeiten zum Verlust des gesamten Wortschatzes, der eigenen Erinnerungen und Bewegungsfähigkeit.
  • Nach der Diagnose leben die Demenzkranke im Schnitt noch sieben bis zehn Jahre.
  • Demenz lässt sich durch verschiedene Modelle in unterschiedlich viele Phasen unterteilen.
  • Das 3-Phasen-Modell zur Berechnung des Werts der Mini-Mental State Examination unterteilt Demenz in leichte, mittelschwere und schwere Demenz.
  • In der ersten Phase ist das alltägliche Leben noch alleine möglich.
  • In der ersten Phase sind Einschränkungen in der zeitlichen und örtlichen Orientierung, Wortfindungsschwierigkeiten und Erinnerungslücken typisch.
  • In der zweiten Phase wird alltägliche Hilfe nötig, weil etwa Körperpflege nur noch mit Unterstützung erfolgen kann.
  • In der zweiten Phase schämen sich Betroffene für ihre Krankheit und versuchen, diese zu verstecken.
  • In der zweiten Phase fällt es Betroffenen noch leichter, sich an in der weiteren Vergangenheit stattgefundene Ereignisse zu erinnern, während neue Informationen gar nicht mehr verarbeitet werden können.
  • In der zweiten Phase kommt es zu Stimmungsschwankungen und bleibenden Wesensveränderungen.
  • In der dritten Phase verlieren die Patienten die Kontrolle über Darm und Blase und haben Schwierigkeiten bei der Atmung und dem Schlucken.
  • In der dritten Phase treten körperliche Symptome in Form von Krampfanfällen, versteiften Gliedern auf und erhöhter Infektanfälligkeit auf
  • In der dritten Phase leiden viele Patienten unter Wahnvorstellungen und können auf Ansprache nur noch sehr eingeschränkt mit wenigen Worten reagieren.
  • Die Endphase wird „Embryonales Stadium“ genannt, weil Betroffene sich nicht mehr bewegen können und die Embryonalhaltung einnehmen.
  • Sozialkontakte und Bewegung verlangsamen den Verlauf der Demenz nachgewiesenermaßen.
  • Demenz ist auch für Angehörige eine belastende Krankheit, weil sie einen geliebten Menschen nach und nach verlieren und währenddessen mit Wesensveränderungen und Aggressivität zurechtkommen müssen.
  • Das 4-Phasen-Modell von Naomi Feil unterteilt Demenz in vier Phasen, die sie an ihr Konzept der Validation anpasst.
  • In der ersten Phase kommt es zu Vergesslichkeit und Veränderungen im Tonfall.
  • In der ersten Phase wird die Krankheit nicht unbedingt erkannt.
  • In der ersten Phase empfiehlt Feil, Betroffene nicht mit ihrer Vergesslichkeit zu konfrontieren, sondern sie auch bei Fehlern nicht zu berichtigen.
  • In der zweiten Phase fühlen sich die Betroffenen von der Realität überfordert und ziehen sich daher in ihre eigene Vergangenheit zurück.
  • In der zweiten Phase sind die Patienten laut Feil sehr feinfühlig und erkennen unehrliche Absichten bei Pflegern und Besuchern sofort.
  • In der dritten Phase verlieren Betroffene endgültig ihre Sprach- und Bewegungsfähigkeit, wobei Feil betont, dass dies dank ihres Konzepts verhindert oder verlangsamt werden kann.
  • In der dritten Phase findet eine Teilnahme an der Außenwelt kaum oder nur noch auf Ansprache sehr reduziert statt.
  • In der vierten Phase zieht sich der Patient vollständig zurück und lebt in seiner eigenen Welt.
  • Feil ist überzeugt, dass Validation die vierte Phase verhindern kann.
  • Das 7-Phasen-Modell ermöglicht eine genaue Einschätzung der Schwere der Demenz.
  • In der ersten Phase treten keine Einschränkungen auf, weswegen sie auch Latenzphase genannt wird.
  • In der zweiten Phase tritt leichte Vergesslichkeit auf, die jedoch noch nicht mit einer Krankheit in Verbindung gebracht wird.
  • In der dritten Phase wird die Vergesslichkeit stärker und es kommt zu Problemen bei komplexen Aufgaben.
  • Die dritte Phase ist die erste Phase des 7-Phasen-Modells, in der die Krankheit durch Tests nachweisbar ist.
  • In der vierten Phase verlieren Patienten langsam auch länger zurückliegende Erinnerungen und nehmen neue Informationen kaum noch auf.
  • In der vierten Phase wird dem Betroffenen seine Einschränkung bewusst, was zu Verleugnung oder Scham führt.
  • In der fünften Phase treten starke Probleme in der zeitlichen und örtlichen Orientierung auf.
  • Während der fünften Phase ist der Alltag für die Betroffenen nicht mehr alleine zu bewältigen.
  • In der sechsten Phase verlieren Patienten die Fähigkeit, Angehörige zu erkennen.
  • Ab der sechsten Phase weiß der Patient nicht mehr, dass er dement ist und kann nur noch mit wenigen, einfachen Wörtern oder Sätzen auf Fragen reagieren.
  • In der sechsten Phase kommt es zu Einschränkungen in der Bewegungsfähigkeit.
  • In der siebten Phase reagiert der Betroffene kaum noch auf äußere Reize und ist nicht mehr zu Bewegungen oder Sprache fähig.

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