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Unterschiede zwischen Klimazone und Klimatypen


klimazonen der erde

Klimazonen-Modelle teilen die Erde nach Gebiete mit gleichen Klima-Ausprägungen ein


Es existieren auf dem Planeten Erde fünf Klimazonen. Diese werden als polare Zone, subpolare Zone, gemäßigte Zone, subtropische Zone und tropische Zone bezeichnet. Eine Klimazone grenzt sich von anderen Klimazonen durch ihre spezifischen Klimaverhältnisse ab. Klimaverhältnisse bzw. Klimatypen beinhalten die Temperatur, die gesamte Sonneneinstrahlung, den Niederschlag etc. Der Verlauf von Klimazonen ist entlang der Breitengrade, analog den ihnen zugehörigen Vegetationszonen.

Die Klimazonen und ihre Klimatypen

Die polare Zone

Der Nord- und Südpol inklusive der nördlichen bzw. südlichen Hemisphäre bilden die polare Zone. Sie wird auch als Kältewüste bezeichnet, da aufgrund der geringen Sonneneinstrahlung selten Temperaturen über 0°C erreicht werden und auch nur selten Niederschläge fallen.

Eine genauere Definition der polaren Zone umfasst sämtliche Gebiete um den nördlichen und südlichen Polarkreis, in denen die maximale monatliche Temperatur 10°C nicht übersteigt. Das Klima in der nördlichen und südlichen polaren Zone ist vorwiegend sehr kalt.

Durch den flachen Einfallswinkel der Sonnenstrahlen erwärmt sich selbst im Sommer der Boden nur oberflächlich. Weiterhin existiert nahezu keine pflanzliche Vegetation in der polaren Zone, da die geringe Sonneneinstrahlung nicht ausreicht, damit Pflanzen, Algen oder Cyanobakterien eine ausreichende Photosynthese betreiben können.

Ohne ausreichend Pflanzen sind diese Gebiete lediglich Wüstengebiete aus Eis. Die Antarktis ist die größte Eiswüste der Erde.

Die subpolare Zone

Zwischen der polaren und der gemäßigten Klimazone der nördlichen Hemisphäre verläuft die subpolare Zone. Somit stellt sie eine Verbindung zwischen der gemäßigten und polaren Klimazone dar. Die Winter sind ähnlich lang wie in der polaren Zone, dennoch fallen im Sommer häufiger Niederschläge als in der polaren Zone. Aufgrund des etwas steileren Einfallswinkels der Sonnenstrahlen in den Sommermonaten, können im Vergleich zur polaren Zone innerhalb der subpolaren Zone einige Gräser und Flechten wachsen.

Ein weiteres Merkmal der subpolaren Zone ist auch durch den halbjährlichen Wechsel von außertropischen Westwinden in den Sommermonaten und durch polare Ostwinde im Winter gegeben. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt in der subpolaren Zone ähnlich wie in der polaren Zone bei etwa 0°C. Aufgrund der vorhandenen Permafrostböden (dauerhaft gefrorene Böden) kann das Wasser aus Niederschlägen nicht versickern, weshalb die Luftfeuchtigkeit stets erhöht ist.

Eine Vegetationszone der subpolaren Klimazone stellt die Tundra dar. Die Tundra beschreibt eine weitläufige und baumfreie Landschaft. Die Böden der Tundra sind Permafrostböden, auf denen in den Sommermonaten Flechten, Moose, Gräser und verschiedene Sträucher wachsen können.

Die gemäßigte Zone

Eines der Länder, das sich in der gemäßigten Klimazone befindet, ist Deutschland. Die Verbreitung der gemäßigten Klimazone ist zwischen der subpolaren und der subtropischen Klimazone auf beiden Hemisphären. Ein signifikantes Merkmal der gemäßigten Klimazone ist der Jahreszeitenwechsel. Die Jahreszeiten sind durch unterschiedliche Temperaturen und unterschiedliche Mengen an Niederschlägen gekennzeichnet.

Innerhalb der gemäßigten Zone lassen sich die kaltgemäßigte und die warmgemäßigte Zone unterscheiden. Die ihr innewohnenden Klimatypen sind äußerst divers. Zwei Beispiele sind das Seeklima und das Kontinentalklima. Das Seeklima äußert sich in geringen Schwankungen der Temperatur, während die Niederschlagsmenge verhältnismäßig hoch ist.

Das Kontinentalklima hingegen weist niedrige Niederschlagsmengen und stärkere Temperaturschwankungen auf. Grundsätzlich zählen sämtliche Gebiete zur gemäßigten Klimazone, in denen die jährliche Durchschnittstemperatur 20°C nicht übersteigt, jedoch mindestens 10°C beträgt.

Ein prägendes, klimatisches Element der gemäßigten Zone ist der Westwind. Hierdurch können im Sommer Temperaturen von über 30°C erreicht werden, während im Winter die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Die Niederschlagsmenge ist im Herbst am höchsten. Die der gemäßigten Zone innewohnenden Vegetationszonen sind u.a. der nördliche Nadelwald, der Laub- und Mischwald sowie Steppen.

Die subtropische Zone

Die Klimazone, die sich zwischen der gemäßigten Zone und der tropischen Zone befindet, bezeichnet man als subtropische Zone. Das für diese Klimazone charakteristische Klima zeichnet sich durch tropische Sommer und kühle Winter aus. Eine Unterteilung dieser Klimazone erfolgt in die trockenen, winterfeuchten und immerfeuchten subtropischen Zonen.

Geografisch befindet sich die subtropische Zone im Süden Europas, Asiens und Nordamerikas, aber auch in nördlichen Teilen Afrikas. Auf der südlichen Hemisphäre befindet sie sich in südlichen Teilen von Südamerika, Südafrika und Australien. Eine Einstufung der subtropischen Zone anhand klimatischer Bedingungen erfolgt prinzipiell anhand der durchschnittlichen Temperatur, die generell über 20°C liegt, während der kälteste Monat eine durchschnittliche Temperatur von unter 20°C aufweist.

Durch die Gliederung in drei Klimagebiete ergeben sich hierbei weitere Kriterien zur genaueren Einteilung. Innerhalb der trockenen Subtropen ist die Luft sehr trocken (arides Klima), wohingegen das Klima in den winterfeuchten Subtropen nur im Sommer arid ist. In den immerfeuchten Subtropen ähnelt das Klima durch seine hohe Luftfeuchtigkeit sehr der tropischen Klimazone.

Die Vegetation wächst in den immerfeuchten Subtropen über das ganze Jahr verteilt, während in den winterfeuchten Subtropen nur eine 10-monatige Vegetationsperiode herrscht. Eine sechsmonatige Vegetationsperiode weisen die trockenen Subtropen auf.
Zur subtropischen Klimazonen zählt man verschiedene Vegetationszonen wie z.B. die Wüsten und die Savannen.

Die tropische Zone

Die um den Äquator befindliche Klimazone nennt man tropische Zone. Ihre geografische Verbreitung ist sehr genau definiert, von 23,5° nördlicher bis 23,5° südlicher Breite. Sie erstreckt sich somit über nördliche Teile Südamerikas, den mittleren Teil Afrikas und Südostasien. Die klimatischen Bedingungen sind über das Jahr verteilt sehr gleichbleibend, lediglich innerhalb eines Tages herrschen Temperaturschwankungen.

Diese Temperaturschwankungen können je nach Gebiet zwischen 0 und 40°C betragen. Allerdings beträgt die jährliche Durchschnittstemperatur etwa 25°C. Dadurch, dass der äquatoriale Bereich der Erde über das gesamte Jahr nahezu eine konstante Nähe zur Sonne aufweist, kann durch die damit einhergehende Sonneneinstrahlung die Vegetation das gesamte Jahr lang wachsen. Dies hat zu einer sowohl pflanzlichen als auch einer tierischen Artenvielfalt geführt, die sonst keine andere Klimazone aufweist.

Ebenso ist die Bevölkerungsdichte innerhalb der Tropen so hoch wie in keiner anderen Klimazone. Die Niederschlagsmenge innerhalb der Tropen ist über das Jahr verteilt sehr unterschiedlich, der meiste Regen fällt jedoch während der sogenannten Monsunzeit.
Die Vegetationszone der tropischen Klimazone wird tropischer Regenwald genannt.

Die verschiedenen Klimatypen und ihre Merkmale

Ein Klimatyp bezeichnet die festgelegte Charakterisierung des Klimas, indem verschiedene Aspekte wie z.B. die Luftfeuchtigkeit, Niederschlagsmenge und Temperatur zusammengefasst werden.

Beispiele für Klimatypen sind u.a. das maritime Klima, das humide Klima, das kontinentale Klima und das aride Klima. Innerhalb einer Klimazone kann ein Wechsel verschiedener Klimatypen erfolgen, beispielsweise durch den Jahreszeitenwechsel in der gemäßigten Zone.

Der maritime Klimatyp

Das maritime Klima zeichnet sich durch eine monatliche Durchschnittstemperatur von 10 bis 20°C aus, da die umgebenden Meere zu starke Temperaturschwankungen abdämpfen. Küstengebiete werden somit im Sommer vom Meer gekühlt, während sie im Winter vom Meer erwärmt werden. Die Temperaturschwankungen im Landesinneren des jeweiligen Gebietes sind deutlich höher.

Der humide Klimatyp

Das humide Klima entsteht dadurch, dass die Niederschläge mehr Wasser abregnen, als durch Verdunstung entfernt wird. Hierbei kann zwischen perhumiden und semihumiden Klimatypen unterschieden werden. Perhumides Klima bedeutet, dass das gesamte Jahr über eine erhöhte Luftfeuchtigkeit herrscht, während semihumid eine zeitlich begrenzte, erhöhte Luftfeuchtigkeit beschreibt.

Das Kontinentalklima

Innerhalb der gemäßigten Klimazonen herrscht vorwiegend der Typ des Kontinentalklimas. Die Durchschnittstemperaturen betragen hierbei etwa 20°C. Weitere Merkmale des Kontinentalklimas sind die geringe Luftfeuchtigkeit, eine geringe Bewölkung und eine maximale Niederschlagsmenge in den Sommermonaten.

Das aride Klima

Besonders in Wüstengebieten überwiegt der aride Klimatyp. Aber auch in der polaren Zone, in der kaum Niederschläge fallen, prägt dieser Klimatyp die Klimazone. Das aride Klima stellt den kompletten Gegensatz zum humiden Klima dar, da hierbei die Verdunstung deutlich höher ausfällt als die Niederschläge. Weiterhin kann zwischen einem vollariden Klima und einem semiariden Klima differenziert werden.

Das vollaride Klima beschreibt den oben genannten Zusammenhang zwischen Verdunstung und Niederschlag für 10 bis 12 Monate, während das semiaride Klima diesen Zusammenhang für sechs bis neun Monate darstellt.

Welche Klimatypen in welchen Klimazonen?

Eine Klimazone ist die Aufteilung der Erde in Großklimagebiete. Demnach werden Merkmale der Temperatur, des Niederschlages und der Luftfeuchtigkeit über einen sehr langen Zeitraum von 30 Jahren gemessen. Deren Gemeinsamkeiten können in geografischen Gebieten festgestellt werden. Auf dieser Grundlage unterteilt man die Erde in verschiedene Klimazonen bzw. Klimaräume. Das Wort Klimate wird ebenfalls gebraucht.

Die Klimazone ist demnach ein geografischer Raum – in welchem über 30 Jahre die gleichen Klimamerkmale auftreten. Und da an verschiedenen Stellen auf der Erde es zu diesen Klimaausprägungen kommt, lassen sich verschiedene Gebiete einer Klimazone zuordnen.

Der Klimatyp ist lediglich die Ausprägung des Klimas, welches wüstenähnlich (arid), feucht (humid), maritim (am Meer) oder kontinental sein kann. In jeder Klimazone können verschiedene Klimatypen auftreten, so dass es in den Tropen zu feuchten Klima, zu Seeklima, zu Kontinentalklima oder eben auch zu Wüstenklima kommen kann. Entscheidend ist, dass sich die langfristigen Merkmalsausprägungen des Klimas in den Tropen von den Ausprägungen anderer Klimazonen unterscheiden lassen.

Zusammenfassung

  • Klimazonen beinhalten Klimatypen, die eine prägende Wirkung auf die Vegetation besitzen.
  • Dennoch sind Klimazonen breiter gefächert, da ihnen teils verschiedene Klimatypen innewohnen.
  • Teilweise existiert auch in verschiedenen Klimazonen der selbe Klimatyp, wie es beispielsweise in Wüstengebieten und der polaren Zone der Fall ist, sofern nur die Luftfeuchtigkeit berücksichtigt wird.
  • Die globale Einteilung verschiedener Klimazustände nur anhand von Klimatypen vorzunehmen wäre sehr aufwendig, weshalb das Konstrukt der Klimazonen deutlich hilfreicher ist, um sich einen groben Überblick über die verschiedenen Bereiche zu verschaffen.
  • Man unterscheidet 5 Klimazonen: Die Polarzone, die Subpolarzone, die gemäßigte Zone, die Subtropen und Tropen. In diesen Klimagebieten sind Niederschlag, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ähnlich ausgeprägt, weshalb man diese Großräume unter einer Zone zusammenfasst.
  • Innerhalb der Klimagebiete können verschiedene Klimatypen auftreten.

Literatur

  • Gunther Willinger (Autor), Wälder unserer Erde – Ein lehrreicher Überblick zu den Waldformationen weltweit, aufgeteilt nach ihren Klimazonen, ISBN: 978-3961712175*
  • Georg Brandt (Autor), Klimadiagramme: Grundlagen klimatischer Prozesse, ISBN: 978-3966240710*

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