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Unterschiede zwischen Ölen, Fetten und Wachse


Häufig werden Öl, Fett und Wachs gleichgesetzt oder miteinander verwechselt. Das geschieht sowohl in der Nahrungsmittel-Industrie als auch in der Kosmetikbranche. Doch so viele Gemeinsamkeiten die genannten Produkte haben, so viele Unterschiede gibt es auch:

Gemeinsamkeiten von Ölen, Fetten und Wachs

Einigkeit herrscht darüber, dass Öl, Fett und Wachs auf verschiedenen Wegen gewonnen werden können. Neben synthetisch erzeugten Produkten gibt es natürliche Öle, Fette und Wachse. Sie können pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein – und haben trotz dieser unterschiedlichen Quellen eine weitere große Gemeinsamkeit.

Alle gehören zur großen Gruppe der Lipide. Dieses Wort entstammt der griechischen Sprache und bedeutet schlicht „Fett“. Es ist ein Sammelbegriff für hydrophobe Substanzen; d.h. Stoffe, die sich beim Kontakt mit Wasser nicht oder nur sehr schwer auflösen.

Das liegt an ihrer chemischen Struktur – also der Art und Weise, wie sie zusammengesetzt sind. Alle Öle, Fette und Wachse bestehen aus drei Kohlenwasserstoff-Ketten, die durch eine Ester-Verbindung an ein Glycerin-Molekül gebunden sind. Daher tragen sie auch die gemeinsame Alternativ-Bezeichnung Triglyceride.

Unterschiede zwischen Öle, Fetten und Wachse

Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Lipid-Sorten sind riesig und bedingen ein breites Sortiment an Ölen, Fetten und Wachsen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob sie essbar sind oder dem äußerlichen Gebrauch dienen – sondern vor allem um ihre individuellen Eigenschaften.

Der Schmelzpunkt

Der auffälligste Unterschied ist die Temperatur, bei der sich ein festes Produkt verflüssigt bzw. eine Flüssigkeit fest zu werden beginnt. Sie liegt

  • für Öl unter 20 Grad Celsius
  • für Fett zwischen 20 und 40 Grad Celsius
  • für Wachs bei über 40,5 Grad Celsius

Dadurch wird die Streichfähigkeit oder das Hautgefühl sowie die Haltbarkeit und die physikalische Form eines Lipids beeinflusst.

Der Fettsäure-Gehalt bzw. die Fettsäure-Zusammensetzung

Ob und wann Fett, Öl oder Wachs sich verflüssigen bzw. fest werden, liegt an den enthaltenen Kohlenwasserstoff-Ketten. Je länger sie sind, desto stabiler ist das Lipid und umso höher liegt sein Schmelzpunkt. Dieser Aspekt lässt sich an der Kohlenstoff-Zahl eines Fettes, Öles oder Wachses ablesen. Sie kann zwischen 1 und 34 liegen – wobei natürliche Produkte immer einen geraden Wert ausweisen.

Zudem können sich die Kohlenstoff-Moleküle verbinden, sodass sie nicht mehr einzeln auftreten – sondern paarweise oder im Trio. Dementsprechend unterscheiden Experten zwischen Einfach-, Doppel- und Dreifachbindung. Sie bestimmt, ob die Fettsäure gesättigt oder ungesättigt ist und hat damit großen Einfluss auf die Effekte, die ein Fett, Öl oder Wachs entfaltet. Abhängig von seiner chemischen Zusammensetzung wirkt es auf

  • die Gehirnfunktion, die Gedächtnisleistung und die mentale Entwicklung
  • den Cholesterinspiegel
  • das Herz-/Kreislauf-System
  • die Schutzbarriere der Haut

Dadurch können Lipide das Allgemeinbefinden und den Pflegezustand des Körpers verändern. Ein Umstand, der vor allem bei Diagnosen wie Alzheimer, Bluthochdruck oder Neurodermitis Beachtung findet.

Nicht zuletzt beeinflusst der Fettsäure-Gehalt auch die Haltbarkeit eines Fettes, Öles oder Wachses. Übersteigt der Wert die natürliche Grenze, schlagen Geruch und Geschmack des Lipids um. Es wird ranzig und entwickelt äußerst abstoßende Aromen. Ein Prozess, den Hitze, Licht und Sauerstoff-Zufuhr begünstigen. Daher sollten Fette und Öle immer kühl, dunkel und verschlossen lagern.

Die Fähigkeit zur Verseifung

Schließlich und endlich unterscheiden sich Fette, Öle und Wachse auch durch die Verseifungszahl. Sie gibt an, wie gut sich die Kohlenstoff-Ketten bzw. Fettsäuren eines Lipids durch Zugabe von Lauge spalten lassen. Die Berechnung ist höchst kompliziert und kann durch spezielle Computer-Programme zuverlässig unterstützt werden.

Bis auf wenige Ausnahmen lassen sich alle Fette, Öle und Wachse verseifen. Lediglich für Naturkautschuk und Terpentinöl konnte diese Fähigkeit bis dato ausgeschlossen werden. Wichtig dabei ist, dass der Prozess irreversibel ist. Das heißt: Olivenöl oder Bienenwachs, die zu Seife verarbeitet worden sind, können nie wieder in ihren Ausgangszustand zurückversetzt werden.

Zusammenfassung

  • Öl, Fett und Wachs sind Stoffgemische, welche zum Teil auf organischen Stoffen basieren.
  • Natürlich vorkommende Fette, Öle und Wachse werden den Lipiden zugeordnet.
  • Als Mitglieder der Lipide sind sie wasserunlöslich und besitzen einen grundlegend gleichen Aufbau.
  • Die Anzahl der enthaltenen Kohlenwasserstoff-Moleküle kann stark variieren und zu den unterschiedlichsten Verbindungen führen. Das beeinflusst sowohl den Zustand als auch die Eigenschaften eines Lipids.
  • Je nach Zusammensetzung entfalten Öle, Fette und Wachse jeweils eigene Effekte auf die Vorgänge im Körper. Sie können ernährungsphysiologisch oder kosmetisch genutzt werden.