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Die 9 Vor- und Nachteile der veganen Ernährung


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Unter veganer Ernährung versteht man den Verzicht auf jegliche Tierprodukte in der Ernährung, bzw. im gesamten Leben. Veganer sind im Schnitt gesünder als Menschen, die Fleisch konsumieren, müssen dafür aber auf sehr viele Lebensmittel verzichten. Ob sich die vegane Ernährung für einen selbst eignet, ist immer eine individuelle Entscheidung, die auch mit Allergien und anderen Lebensumständen zusammenhängen kann. Man kann der veganen Ernährung insgesamt 7 Vorteile zusprechen, muss aber auch 9 Nachteile berücksichtigen.

Was ist die vegane Ernährung?

Die vegane Ernährung bezeichnet eine Ernährungsweise, bei der vollkommen auf tierische Produkte verzichtet wird. So essen Vegetarier keine tierischen Produkte, für die ein Tier sterben muss, also Fleisch und Fisch. Ein Veganer verzichtet zusätzlich auf Eier, sämtliche Milchprodukte und Honig.

Darüber hinaus nutzen die meisten Veganer allgemein keine Tierprodukte, beispielsweise Leder, Wolle oder Daunen. Ob der Verzicht dazu führt, dass vor Beginn der eigenen veganen Lebensweise gekaufte Tierprodukte entsorgt werden, ist individuell verschieden. Zumindest neu angeschafft wird aber in der Regel nun nichts Tierisches mehr.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Tierversuche. Veganer meiden Firmen, die ihre Produkte an Tieren testen. Das tun sie, weil die Tiere dabei zu Schaden kommen und in unwürdigen Zuständen leben müssen.

Woher stammt die vegane Ernährung?

Die vegane Ernährung hat sich aus der vegetarischen Ernährung gebildet. Die Geschichte des Vegetarismus lässt sich bis mehrere Jahrtausende vor Christi Geburt verfolgen. Das Wort „vegan“ entstand 1944. Donald Watson kreierte es aus den Anfangs- und Endbuchstaben von „vegetarian“, dem englischen Wort für „Vegetarier“. Er begründete diese Entscheidung damit, dass der Veganismus mit dem Vegetarismus begann und ihn zu einem logischen Ende bringt.

Kann man Kinder vegan ernähren?

Aktuell (Stand 2023) wird es in Deutschland nicht empfohlen, seine Kinder rein vegan zu ernähren. Kinder haben einen ganz anderen Nährstoffbedarf als Erwachsene. Zudem gibt es bisher wenig Langzeitstudien über mögliche Folgen einer rein veganen Ernährung von Kindern.

Bekannt ist, dass ein Mensch nicht von Geburt an ernährt werden kann. Er benötigt zumindest Muttermilch, ansonsten würde er früh, im Kleinkindalter, versterben. Auch eine nach der Muttermilch eingeführte, rein pflanzliche Ernährung hat bereits Kleinkindern das Leben gekostet.

Definitiv möglich ist eine hauptsächlich pflanzliche Ernährungsweise. Tierische Produkte können problemlos einen geringen Teil in der Ernährung von Kindern ausmachen, ohne zu gesundheitlichen Schäden zu führen. Dass die Ernährung insgesamt gesund und ausgewogen ist, ist natürlich Voraussetzung dafür.

Ist der Mensch ursprünglich ein Veganer gewesen?

Ein häufiger vorgebrachtes Argument für den Veganismus ist, dass sich nahe Verwandte des Menschen aus dem Tierreich rein vegan ernähren. Ein Beispiel ist der Gorilla. Als Rohveganer kann er dennoch bis zu 200 kg wiegen und das Vierfache seines Körpergewichts anheben. Der Verdauungstrakt von Gorilla und Mensch unterscheidet sich allerdings voneinander. Zudem teilt sich der Mensch mit dem Gorilla 98,25 % seines Erbgutes. Mit dem Schimpansen ist es noch ein wenig mehr, nämlich 98,63 %. Der Schimpanse ist ein Allesfresser, auf dessen Speiseplan mehr als 30 Säugetierarten stehen.

Vermutlich begann die stark fleischlastige Ernährung mit dem Homo habilis. Gefundene Werkzeuge lassen darauf schließen. Aber auch zuvor war der Mensch Fleisch und anderen Tierprodukten nicht abgeneigt. Wann immer sich die Möglichkeit ergab, ernährte er sich davon. Einige Wissenschaftler glauben, dass sich der Mensch erst mit dem regelmäßigen Zugang zu Fleisch so rasant weiterentwickeln konnte.

Der Mensch ist demnach ursprünglich kein Veganer gewesen. Mit einer rein veganen Lebensweise wäre er heute vermutlich nicht dort, wo er steht.

Ist die vegane Ernährung gesünder als vegetarische oder fleischliche Kost?

Die vegane Ernährung wird häufig als sehr gesund beworben. Es stimmt, dass damit Risiken für gewisse Krankheiten gemindert werden. Automatisch gesünder als vegetarische oder fleischliche Kost ist sie allerdings nicht. Auch Veganer müssen auf eine ausgewogene Ernährung achten. Zusätzlich sehen sie sich mit dem Problem konfrontiert, sich mit Mikronährstoffen zu versorgen, die wir aus Tierprodukten gewinnen.

Ist vegane Ernährung klimaschädlich?

Ein Gegenargument ist, dass vegane Ernährung dem Klima schaden würde. Schließlich müssten für die wachsende Zahl der Veganer mehr und mehr Felder in Regenwaldgebieten angelegt werden. Dort werden dann Soja und andere Pflanzen angebaut, die in veganen Ersatzprodukten häufig verwendet werden.

Tatsächlich benötigen Veganer nur einen winzigen Anteil der Monokulturen. Das allermeiste wird zu Tierfutter verarbeitet und dient Rindern als Kraftfutter. Das bedeutet, dass mit einer wachsenden Zahl Veganern deutlich weniger Regenwald für Felder abgeholzt werden müsste. Klimaschädlich ist demnach eher der hohe Fleischkonsum.

Vorteile der veganen Ernährung

Die vegane Ernährung wird zurzeit für immer mehr Menschen attraktiv. Von ihr überzeugen sieben große Vorteile.

Insgesamt kalorienärmere Nahrung und dadurch ein geringeres Risiko für Übergewicht

Vegane Nahrungsmittel sind nicht ausnahmslos gesund. Unverarbeitet haben sie insgesamt aber eine geringere Energiedichte. Das bedeutet, dass es Veganern schwerer fällt, bei gleich großen Portionen zu einer Mahlzeit, zuzunehmen.

Geringere Risiken für gewisse Krankheiten

Durch das Wegfallen diverse Lebensmittel sinkt für Veganer auch das Risiko für viele Krankheiten. Diese sind Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, viele Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie alle hängen zumindest teilweise mit dem geringeren Risiko für Übergewicht zusammen. Zudem haben, bis auf Krebs, alle Folgeerkrankungen, die die Lebenserwartung deutlich verkürzen können.

So führt Typ-2-Diabetes besonders häufig zu Nierenversagen, das eine Spenderniere nötig macht. Die Nachfrage für Spendernieren ist hierbei viel höher als das Angebot. Viele Patienten sterben, bevor es eine passende Niere für sie gibt.
Bluthochdruck kann zu Erblindung führen. Weil sich die Blutgefäße, die die Netzhaut versorgen, verengen, wird diese unterversorgt. Sie löst sich und stirbt ab, was zu dauerhaftem Sehverlust führt. Patienten mit Bluthochdruck haben aus demselben Grund ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Hinzu kommen durch tierische Lebensmittel ausgelöste Krankheiten. Dazu gehören Infektionen mit Salmonellen, Listerien, Campylobacter und Clostridium botulinum. All diese Erreger sind Bakterien.

Salmonellen kommen in Eiern und auf rohem Fleisch vor. Sind die Produkte nicht vollständig durchgegart, steckt man sich durch den Verzehr möglicherweise an. Besonders bei Mayonnaise, Rindfleisch und Speiseeis ist die Gefahr erhöht. Die Bakterien führen zu Magen- und Kopfschmerzen, Durchfall und Erbrechen.

Listerien sind hauptsächlich auf Fleisch und Milchprodukten zu finden. Aber auch vorgeschnittene Salate sind häufig durch Listerien belastet. Die Listeriose führt zu grippeähnlichen Symptomen. Auch eine Sepsis oder Meningitis, also Hirnhautentzündung, ist möglich.

Beide Bakterien sind vor allem für Schwangere gefährlich. Sie können zu vorzeitigen Wehen führen und damit eine Früh- oder Fehlgeburt auslösen.

Bakterien der Gattung Campylobacter leben im Verdauungstrakt diverser Tiere. Sie finden sich daher vor allem auf nicht durchgegartem Fleisch und Milchprodukten. Aber auch durch Kot der Tiere verunreinigtes Trinkwasser kann zu einer Ansteckung führen. Zu den Symptomen gehören Durchfall, Bauchschmerzen, Müdigkeit und Fieber.

Clostridium botulinum belastet Fisch und Meeresfrüchte sowie Fleischprodukte und teilweise auch verarbeitetes Gemüse. Es produziert ein Gift, das zu Lähmungserscheinungen führt.

Die vegane Ernährung verhindert eine Ansteckung mit diesen Bakterien nicht zu 100 %, verringert aber das Risiko enorm.

Breites Angebot an Ersatzprodukten reduziert nötigen Verzicht

Mittlerweile (Stand 2020) sind mehr als 3 % der Deutschen vegan. Das mag nicht nach viel klingen, bedeutet aber, dass etwa 2,6 Millionen Menschen in Deutschland auf tierische Produkte verzichten. Für diese 2,6 Millionen Menschen ist ein neuer Markt entstanden, den Lebensmittelhersteller bedienen wollen.

Das führt zu einem stetig wachsenden Angebot an Ersatzprodukten, die den Verzicht kaum noch spürbar machen. Es gibt vegane Wurst- und Käsealternativen, Süßigkeiten und vegane Spieße für die Grillsaison. Diese schmecken natürlich nicht 1 zu 1 so wie das tierische Vorbild, erleichtern aber den Verzicht gerade in der Anfangsphase.

Positive Auswirkungen auf die Umwelt

Um einen Veganer zu ernähren, bedarf es deutlich weniger landwirtschaftliche Nutzfläche, weil Weiden und Äcker für den Futtermittelanbau wegfallen. Für Veganer müssen also viel weniger Lebensräume von Tieren für den Menschen nutzbar gemacht werden. Für die Tiere bedeutet das immer, dass sie ihr Zuhause verlieren. Vor allem in Regenwaldregionen, in denen viele bedrohte Tierarten leben, ist das ein Problem.

Dadurch schützen Veganer indirekt die Umwelt und das Klima auf der Welt.

Reduziertes Tierleid

Wer keine Tierprodukte mehr kauft, unterstützt auch keine Betriebe, die Tiere halten, um sie für den Menschen zu nutzen. Wie es in solchen Betrieben aussieht, wurde in der Vergangenheit immer wieder durch schockierende Dokumentationen aufgedeckt. Selbst in Biohöfen und kleinen Betriebe herrschen oftmals schreckliche Zustände.

Die Tiere leiden, sind krank und verletzt. Viele sterben noch bevor sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben und landen ungenutzt im Müll. Veganer wollen diese Praktiken nicht unterstützen. Ihr Verzicht auf tierische Produkte führt zeitversetzt zu einem Rückgang an Tierprodukten. Dadurch müssen auch weniger Tiere unter solchen Bedingungen leben. Seit wenigen Jahren verzeichnet man auch in Deutschland einen Rückgang in den Schlachtzahlen.

Ein großes Anliegen vieler Veganer sind Pelzfarmen. Die Zustände dort sind häufig noch viel schlimmer als die in Höfen für Fleischproduktion. Die Tiere, häufig Nerze, Zobel und Marderhunde, leben in winzigen Stahlkäfigen. Sie stehen auf Metallstangen und werden bestialisch abgeschlachtet und anschließend gehäutet. Besonders grausam ist die Häutung bei lebendigem Leibe.

Auf diese Weise gewonnene Pelze sind auch in Deutschland erhältlich. Bleiben sie in den Läden und werden nicht gekauft, reduziert sich in Zukunft automatisch die Nachproduktion. Nach und nach erspart das immer mehr Tieren dieses Schicksal.

Höhere, individuelle Zufriedenheit, durch Handeln aus Überzeugung

Die vegane Ernährung ist nur mit viel Verzicht und Durchhaltevermögen zu bewältigen. Gerade die Anfangszeit verlangt viel von einem Veganer. Er muss sich für sein Handeln häufig rechtfertigen und seine Überzeugung erklären.

Ist das geschafft, führt der Erfolg zu Glücksgefühlen, da man überzeugt ist, das Richtige zu tun. Dabei helfen Spielereien wie Mahlzeitenrechner. Dort trägt man ein, wenn man auf tierische Kost verzichtet hat. Der Rechner berechnet daraus, wie viele Tiere man dadurch bereits nicht gegessen und daher gerettet hat. Diese Rechner sind nicht akkurat, haben aber auch keinen Anspruch darauf. Sie sollen den angehenden Veganer nur auf seinem Weg unterstützen.
Bei der höheren Zufriedenheit hilft auch die Vernetzung mit anderen Veganern.

Allgemein starkes Auseinandersetzen mit Nahrungsmitteln und ihrer Herstellung

Um gesund vegan leben zu können, muss man sich zwangsläufig intensiv mit Nahrungsmitteln auseinandersetzen. In vielen, von denen man es nicht erwarten würde, sind tierische Produkte enthalten. So stecken in vielen Chips zusätzlich Fischmehl, was sie nicht einmal vegetarisch macht. Auch Säfte, Bier und Wein sind möglicherweise nicht für die vegane Ernährung geeignet. Die Getränke sind häufig durch Fischblasen geklärt. Beim Klären werden feste Bestandteile herausgefiltert, die die Getränke ansonsten trüben würden. Deswegen steht auf Säften manchmal „naturtrüb“.

Zusätzlich enthalten viele rote Lebensmittel Karmin. Das ist ein Pigment, das aus toten Läusen hergestellt wird. Wenn man es genau nimmt, lässt sich auch das nicht mit der veganen Ernährung vereinbaren. Karmin wird vor allem für Süßspeisen wie Eis, Marmeladen und für Getränke verwendet. Außerdem wird es in Kosmetika genutzt.

Beim Informieren über diese versteckten, tierischen Erzeugnisse, stoßen Veganer zwangsläufig auf weitere wichtige Hinweise. Ein großer Punkt sind ungesunde Zusatzstoffe. Auch die Lage in den Produktionsländern interessiert viele.
Am Ende weiß ein Veganer also nicht nur, wo sich tierische Produkte verstecken. Er weiß auch, welche Zusatzstoffe schädlich sind und welches Unternehmen die Bauern in Dritte-Welt-Ländern gut behandelt.

Nachteile der veganen Ernährung

Jede Ernährungsweise bringt Nachteile mit sich, so auch die vegane Ernährung. Im Folgenden werden neun Nachteile beschrieben.
Die höhere Anzahl an Nachteilen bedeutet hierbei nicht, dass die vegane Ernährung schlecht ist. Die einzelnen Vor- und Nachteile wiegen für jeden Menschen unterschiedlich viel. So kann das reduzierte Tierleid für einen Veganer alle Nachteile aufwiegen. Andere Menschen sind hingegen nicht bereit, dafür auf so viele Lebensmittel zu verzichten.

Eine vollkommen vegane Lebensweise ist unmöglich

Sich rein von Pflanzen zu ernähren, ist möglich. Auch der Verzicht auf tierische Produkte wie Leder und Wolle ist durch Baumwolle und synthetische Fasern kein Problem. Eine vollkommen vegane Lebensweise, bei der man auf die Nutzung jeglicher Tierprodukte verzichtet und keinem Tier schadet, ist es hingegen nicht.

So werden Felder häufig mit Tierdung gedüngt. Den Dung erhalten die Bauern von Rinderfarmen, in denen Fleischvieh oder Milchkühe gehalten werden. Beides lässt sich, wenn man es ganz genau nimmt, nicht mit der veganen Lebensweise vereinbaren.

Die meisten Medikamente werden an Tieren getestet, bevor sie für den Menschen freigegeben werden. Der Verzicht auf diese Medikamente würde im schlimmsten Fall bedeuten, dass der Veganer für seine Überzeugung stirbt. Das ist für die meisten Veganer kein Thema. Für sie gilt, dass sie ihre Lebenweise so umsetzen, wie es möglich ist, und nicht um jeden Preis.

Auch im Alltag ist es unmöglich, jegliches Tierleid zu verhindern. Im Straßenverkehr kommt es zu Wildunfällen, der eigene Wohnort war eventuell bis vor Kurzem noch das Zuhause vieler Tierarten. Nun steht dort ein Haus, das nur noch dem Menschen als Heim dient.

Eine Welt, in der Mensch und Tierwelt keine Berührungspunkte haben, gibt es nicht. Das ist den meisten Veganern bewusst und stellt kaum ein Problem dar. Es geht um den Willen, das Richtige zu tun. Dennoch soll dieser Punkt der Vollständigkeit halber aufgezählt werden.

Verdauungsbeschwerden in der Umstellungszeit

Pflanzliche Lebensmittel sind schwieriger zu verdauen. Sie enthalten viele Ballaststoffe und unverdauliche Fasern. Gerade in der Umstellungszeit überfordern die Massen möglicherweise die Verdauung. Es kommt zu Verstopfungen oder, wenn viele Früchte verzehrt werden, auch zu Durchfall.

Für die Verdauungsbeschwerden kann auch ein Zinkmangel verantwortlich sein. Zusätzlich verändert sich die Zusammensetzung der Bakterien im Darm. Auch das führt kurzzeitig zu Beschwerden. Diese klingen in der Regel nach wenigen Tagen bis Wochen wieder ab. Es hilft, wenig Rohkost zu sich zu nehmen, da rohes Gemüse noch schwieriger zu verdauen ist.

Hohes Risiko für eine Unterversorgung mit B12-Vitaminen und anderen Nährstoffen

Vitamine aus der B-Gruppe kommen hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vor. Für Veganer bedeutet das ein erhöhtes Risiko für einen Mangel. Auch der Bedarf an Eisen, Kalzium, Zink, Jod und Omega-3-Fettsäuren lässt sich nur rein vegan decken.

Um einem Mangel vorzubeugen, können Veganer Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen oder ihr Blut regelmäßig kontrollieren lassen. Hersteller von veganen Ersatzprodukten haben bereits reagiert. Sie fügen ihren Produkten die kritischen Nährstoffe hinzu, sodass die Supplementierung nicht mehr so häufig nötig ist. Dennoch bleibt es bei einer rein veganen Ernährung schwieriger, alle menschlichen Bedürfnisse an Nährstoffe zu decken.

Keine bekannten gesundheitlichen Vorteile gegenüber der vegetarischen Ernährung

Studien zufolge können die gesundheitlichen Vorteile, die man durch vegane Ernährung erzielt, auch durch vegetarische Kost erlangt werden. Auch sind Veganer im Durchschnitt nicht gesünder als Vegetarier, während ihre Blutwerte im Vergleich zu Fleischessern etwas besser sind.

Das bedeutet, dass der zusätzliche Verzicht von Veganern in Bezug auf ihre eigene Gesundheit unnötig ist. Die Vorteile für Umwelt und Tierwohl bleiben natürlich trotzdem bestehen.

Nicht oder nur eingeschränkt geeignet für bestimmte Personen

Gewisse Lebensabschnitte oder gesundheitliche Einschränkungen machen die vegane Ernährung unmöglich. So wird sie aktuell nicht für Kinder empfohlen, da noch zu wenig über Langzeitfolgen bekannt ist. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass vegan ernährte Kinder im Teenageralter im Schnitt etwas kleiner sind. Ob es diese Beobachtung nur mit der veganen Ernährung zusammenhängt, ist aber unbekannt.

Zusätzlich wird die vegane Ernährung für schwangere und stillende Frauen nicht empfohlen. Sie haben einen erhöhten Nährstoffbedarf, um ihr Ungeborenes, bzw. ihr Baby, mitzuversorgen. Bei einer rein veganen Ernährung leiden sie häufiger an Mangelerscheinungen, was auch ihrem Kind schaden würde. Ärzte empfehlen in diesem Fall häufig, zumindest auf vegetarische Kost umzusteigen. Außerdem ist es ratsam, die relevanten Blutwerte regelmäßig zu kontrollieren.

Daneben fällt bei der veganen Ernährung sehr viel an Nahrungsmitteln weg und wird mit pflanzlicher Kost ersetzt. Menschen mit Nahrungsmittelallergien sind hierbei noch weiter eingeschränkt. Eine vegane Ernährung mit ausgeprägter Nussallergie oder einer Allergie gegen Hülsenfrüchte ist deutlich schwieriger. Die Betroffenen müssen noch stärker darauf achten, dass sie mit allen nötigen Nährstoffen versorgt werden.

Vegane Ernährung schützt nicht vor Tricks der Nahrungsmittelindustrie

„Vegan“ ist nicht gleichbedeutend mit „gesund“. Auch bei einer rein pflanzlichen Ernährung muss man auf Ausgewogenheit achten. Gerade verarbeitete Nahrungsmittel, etwa veganer Käse, vegane Wurst oder ganze Fertiggerichte, sind häufig voll von ungesunden Zusätzen. Mit Zucker und Fett wollen die Hersteller den Geschmack verbessern, auf Kosten der Gesundheit ihrer Kunden.

Zudem können auch vegane Produkte Opfer des „Greenwashing“ werden. Darunter versteht man Methoden, mit denen Unternehmen sich öffentlich als umweltfreundlich und nachhaltig zeigen. Hinter den Kulissen sieht es oftmals ganz anders aus.

Auch vegane Produkte stammen daher möglicherweise aus Regenwaldgebieten oder werden aus anderen, weit entfernten Teilen der Erde eingeflogen. In diesen Fällen schadet ihr Anbau, bzw. ihre Einfuhr, sehr wohl der Umwelt.

Durch Tricks, etwa dem Versprechen, das Produkt werde klimaneutral hergestellt, versuchen Unternehmen das zu verschleiern. „Klimaneutral“ bedeutet aber nicht, dass bei der Produktion des veganen Nahrungsmittels kein CO₂ in Umlauf kommt. Es heißt lediglich, dass das Unternehmen seine CO₂-Werte anderweitig aufbessert und insgesamt auf ein neutrales Level kommt.

Höhere Kosten

Anders als man annehmen sollte, ist die rein vegane Ernährung keineswegs günstiger. Vegane Ersatzprodukte sind oftmals teurer oder sogar deutlich teurer als das klassische Produkt. So kostet der vegane Käseersatz beispielsweise etwa 2 € je 100 g. Den gewöhnlichen Gouda bekommt man hingegen schon für ungefähr 80 Cent pro 100 g. Das hat mehrere Gründe.

Tierische Lebensmittel werden vom Staat nicht nur subventioniert, sondern auch gemäßigt besteuert. Für rein pflanzliche Lebensmittel gilt das nicht. Hinzu kommt, dass der vegane Markt noch recht klein ist. Der geringere Absatz wird mit kleinen Produktionsmengen beantwortet. Das kostet die Produzenten zusätzlich.

Gleichzeitig machen die wenigen Anbieter für vegane Ersatzprodukte aber auch ihre Preise selbst. Alternativen vom Discounter gab es bis vor Kurzem gar nicht. Langsam findet man aber immer mehr vegane Alternativprodukte von Hausmarken. Diese sind aber noch immer teurer als die tierischen Produkte.

Zusätzlich setzen viele Unternehmen, die vegane Ersatzprodukte herstellen, besonders auf Qualität ihrer Produkte. Fairtrade ist bei ihnen ebenfalls ein großes Thema. Beides treibt den Preis, den der Kunde letztendlich bezahlen muss, in die Höhe.
Eine rein vegane Ernährung ist daher für manche Menschen finanziell gar nicht zu stemmen.

(Gefühlte) Ausgrenzung durch fehlendes Angebot veganer Alternativen

Spontane Besuche von Restaurants oder Eisdielen sind für Veganer oft mit Frust verbunden. Das vegane Angebot ist in vielen Geschäften sehr gering oder es findet sich gar nichts Veganes auf der Karte. Einem Veganer bleibt dann häufig nicht einmal ein Salat, wenn dieser mit Joghurtdressing serviert wird.

Während alle anderen so einen Besuch genießen können, müssen Veganer die gesamte Karte studieren und mit den Mitarbeitern sprechen. Das nicht natürlich nicht in allen Restaurants so. Gerade in Großstädten gibt es viele Geschäfte, die sich auf vegane Gerichte spezialisiert haben. Selbst Fastfoodketten haben mittlerweile häufige vegane Alternativen auf ihrer Karte.

Die vegane Ernährung beeinflusst auch andere Bereiche der Freizeitgestaltung. Die meisten Menschen kaufen sich gelegentlich vor Ort etwas zu Essen, wenn sie im Freizeitpark, Schwimmbad oder Kino sind. Auch da müssen Veganer genau schauen und finden überwiegend ein stark eingeschränktes Angebot vor.

Kaum ein Betreiber wird Veganer auf diese Weise bewusst ausgrenzen wollen. Das Problem ist hierbei die geringe Nachfrage. Würde man ein ebenso breites Angebot für Veganer bieten, würde am Ende eines Tages sehr viel weggeworfen werden. Aber auch, wenn die Ausgrenzung nicht absichtlich geschieht, hinterlässt sie bei vielen Veganern einen faden Beigeschmack. Sie verzichten zwar gern und aus Überzeugung, aber in solchen Situationen kann sie das trotzdem sehr stören.

Das starke Auseinandersetzen mit der Materie kann zu negativen Gefühlen gegenüber der Nahrungsmittelindustrie führen

Einige Aktivisten aus der veganen Szene wollen Menschen durch schockierende Videos und Bilder überzeugen. So zeigt der Dokumentationsfilm „Erdlinge“ unzensierte Grausamkeit an Nutztieren und Straßenhunden. Weil Tierleid ein großes Thema für Veganer ist, beschäftigen sich viele von ihnen auch über ihre Ernährung hinaus damit. Dauerhaft kann das ihre Laune nachhaltig beeinflussen.

Die Tatsache, dass ihr Verzicht allein niemals ausreicht, um zu verhindern, dass täglich Millionen von Tieren geschlachtet werden, kann sie in Depressionen stürzen. Allein in Deutschland sind es jeden Tag etwa zwei Millionen Tiere, allein 1,7 Millionen davon sind Hühner.

Zusammenfassung

  • Bei der veganen Ernährung verzichtet man auf jegliche Lebensmittel tierischen Ursprungs.
  • Viele Veganer verzichten zusätzlich auf andere Tierprodukte wie Leder und Wolle und unterstützen keine Tierversuche.
  • Die vegane Ernährung hat sich aus der vegetarischen Ernährung entwickelt.
  • Der Begriff „vegan“ entstand aus den Anfangs- und Endbuchstaben des englischen Wortes „vegetarian“, was „Vegetarier“ bedeutet.
  • Weil Kinder einen anderen Nährstoffbedarf haben und es an Langzeitstudien fehlt, wird die vegane Ernährung aktuell nicht für Kinder empfohlen.
  • Man kann davon ausgehen, dass der Mensch ursprünglich kein Veganer war und sich seine evolutionäre Entwicklung durch erhöhten Konsum tierischer Produkte verbessert hat.
  • Die vegane Ernährung ist nicht automatisch gesünder als andere Ernährungsweisen.
  • Die vegane Ernährung hat sieben Vorteile.
  • Vegane Nahrungsmittel haben eine geringere Energiedichte, wodurch man als Veganer weniger leicht übergewichtig wird.
  • Die vegane Ernährung verringert das Risiko, an Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu erkranken, da diese häufig auf Übergewicht zurückzuführen sind.
  • Veganer haben ein viel geringeres Risiko, an Salmonellen, Listerien, Campylobacter und Clostridium botulinum zu erkranken, da diese Bakterien hauptsächlich auf tierischen Lebensmitteln leben.
  • Die Zahl der Veganer in Deutschland wächst, wodurch das Angebot an veganen Ersatzlebensmitteln steigt, was den Verzicht auf tierische Produkte erleichtert.
  • Veganer benötigen deutlich geringere Flächen, um ihre Nahrung anzubauen, und beeinflussen damit Umwelt und Klima positiv.
  • Veganer mindern mit ihrem Verzicht Tierleid, da zeitversetzt weniger Tiere gehalten und geschlachtet werden, wenn der Konsum ihrer Produkte zurückgeht.
  • Veganer handeln aus Überzeugung und sind daher stolz auf sich, wenn sie stark bleiben und weiterhin auf tierische Lebensmittel verzichten.
  • Veganer setzen sich viel mit Lebensmitteln und ihrer Herstellung auseinander, wodurch sie Wissen über Zusatzstoffe, Transportwege und die Lage in den Produktionsländern ansammeln.
  • Die vegane Ernährung hat neun Nachteile.
  • Die Anzahl an Vor- und Nachteilen ist für den einzelnen Menschen unwichtig, da ein Vorteil für ihn alle Nachteile aufwiegen kann.
  • Eine vollkommene Trennung von Mensch und Tierwelt ist unmöglich, sodass Veganer immer wieder damit konfrontiert werden, trotz ihrer Ernährung negativ in ihre Umwelt einzugreifen.
  • Die rein pflanzliche Ernährung kann zu vorübergehenden Verdauungsbeschwerden in der Umstellungszeit führen.
  • Einige Nährstoffe wie B-Vitamine, Eisen, Kalzium, Zink, Jod und Omega-3-Fettsäuren sind hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln enthalten, wodurch Veganer häufiger an einem Mangel leiden.
  • Die vegane Ernährung hat keine gesundheitlichen Vorteile gegenüber der vegetarischen Ernährung.
  • Die vegane Ernährung ist für Schwangere, stillende Mütter und Menschen mit Nahrungsmittelallergien möglicherweise ungeeignet.
  • Auch bei veganen Produkten tricksen die Hersteller mit ungesunden Zusätzen oder betreiben Greenwashing, um nachhaltiger als sie sind zu wirken.
  • Vegane Ersatzprodukte sind meist deutlich teurer als die klassischen Tierprodukte.
  • Veganer können sich in Restaurants ausgegrenzt fühlen, weil es für sie kaum oder gar keine Gerichte auf der Karte gibt.
  • Veganer beschäftigen sich häufig vermehrt mit dem Thema Tierleid, was bei einigen zu anhaltender Traurigkeit führen kann, weil ihr Beitrag wie ein Tropfen auf dem heißen Stein ist.

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