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7 Gründe, warum Menschen auf alten Fotos nicht lächeln


Ist dir schon einmal aufgefallen, dass die Menschen auf alten Fotos nicht lächeln?
Und hast du dich auch schon einmal gefragt, warum sie das nicht taten?

Denn im Grunde genommen ist es doch so, dass man heute auf Bildern lächelt.
Warum man eben dies früher nicht tat, erfährst du in diesem Beitrag.

Wie funktioniert eine Kamera?

Um das Problem der Menschen damals zu verstehen, muss man wissen – wie eine Kamera funktioniert.
Also schauen wir uns das zuerst an.

Du kennst vielleicht noch eine Lochkamera aus der Schule.
Mit diesem wohl einfachsten Apparat können Bilder projiziert werden.

Man schneidet ein Loch in eine feste Rolle, zum Beispiel einer Chipsverpackung und verdichtet diese.
Das Bild, welches auf der Innenrückseite der Packung angezeigt wird, ist eine Projektion von dem Objekt, welches sich vor der Kamera befindet.

Das Phänomen ist einfach erklärt…
Lichtstrahlen werden von jedem Objekt reflektiert. Fängt man die reflektierten Lichtstrahlen durch ein winzig kleines Loch ein, erscheint die Projektion. Allerdings erscheint diese verkehrt herum, was an der Reflektion des Lichtes liegt.
So funktioniert unser Auge und so funktioniert jeder Fotoapparat.

lochkamera-beispiel

Doch am Anfang der Fotografie hatte man noch nicht alle technischen Mittel zur Verfügung.
So malten ursprünglich noch Fotografen Bilder ab.

Dazu hatten sie eine Dunkelkammer, in welcher das Licht mitsamt der Projektion über eine Öffnung eintrat.
Das projizierte Bild wurde dann entsprechend abgemalt. Historisch ging dieses Verfahren als „camera obscura“ (übersetzt dunkle Kammer) in die Geschichtsbücher ein.

camera obscura

In den Jahren zwischen 1835 und 1839 entwickelte der französische Maler Louis Jacques Mandé Daguerre ein Verfahren, welches Bilder auf Eisenplatten selbstständig projizieren konnte.
Er nutzte dafür Chemikalien, wie Jodsilber – welches sich durch Lichteinwirkung verfärbte und dadurch die Konturen des Objektes annahm. Dazu wurden anfangs versilberte Kupferplatten verwendet, welchen man Joddampf aussetzte.
Das daraus gewonnene Jodsilber auf den Platten war so lichtempfindlich, dass das Licht und somit die Informationen des eingefangenen Objektes abgebildet und nachgestellt werden konnte. Dies geschah allerdings in Schwarz Weiß.

Dieses Verfahren, welches man Daguerreotypie nannte, revolutionierte die Kunst- und Fotowelt.
Denn von nun an, konnten echte Fotos durch ein physikalisch chemisches Verfahren hergestellt werden.
Mit dem Verfahren kam auch ein neuer Begriff in der Physik auf, die Belichtungszeit.

Gemeint ist damit, die Zeit – welche verstreichen muss – bis die Chemikalien in der Platte die gewünschte Reaktion durchgeführt haben.
Und dies ist der Hauptgrund dafür, warum früher niemand auf Fotos gelächelt hat.

1. Die Menschen lächelten früher auf Fotos nicht, weil es eine Qual war

Heute machst du ein Foto und brauchst dafür 2 Sekunden.
Früher brauchte man dafür circa 10 bis 20 Minuten.
Denn die Zeit, welche die Chemikalien brauchte um zu wirken, waren eben 20 Minuten.

Im Klartext heißt das…
Vor die Kamera setzen und 20 Minuten nicht bewegen. Der Fotograf läuft mit einer Stoppuhr herum und prüft die Zeit.
Nach 20 Minuten ist durch die Lichteinwirkung und Chemikalienreaktion ein Bild auf der Platte vorhanden.

Das heißt aber auch…
20 Minuten nicht bewegen. Denn sobald du dich bewegst, wird ein anderes Bild auf die Platte geworfen und die Chemikalien verwischen das Bild.

Es war damals sogar so, dass die Menschen künstlich fixiert worden.
Die Fotografen dieser Zeit hatten Kopfspangen, welchen sie ihren Kunden anlegten.
Dadurch wurde erreicht, dass ihre Kunden den Kopf überhaupt nicht drehen und wenden konnten.

Kurz mal kratzen, Schweiß abwischen oder tief durchatmen – all das gab es für 20 Minuten nicht.
Es muss grausam gewesen sein, 20 Minuten ganz bewusst und still dazu zu sitzen.

Und nun stell dir einmal vor, dass die Leute gelächelt hätten.
Nach circa 30 Sekunden hätten sie einen Krampf im Gesicht bekommen.
Dieses Lächeln hätten sie niemals für 20 Minuten durchalten können.
Und deshalb taten sie es auch nicht.

Aber es gibt noch mehr Gründe dafür, warum die Menschen früher auf Bildern nicht lachen durften.

2. Fotographie war ernsthaft und deshalb war es verpönt zu lächeln

Kaum jemand konnte es sich leisten, Fotos von sich machen zu lassen.
Falls jemand Fotos machen ließ, gehörte er einem gehobenen Stand an.

Und in diesen Ständen war Lachen oder Lächeln zu solch ernster Angelegenheit recht verpönt.
Stattdessen sollte man Würde, Ehrgeizig und Status zeigen.
Lächeln würde genau das Gegenteil bewirken, so dachte man.

3. Fotos hatten ihre Vorbilder von gemalten Bildern

Große Fürsten, Bischöfe oder ähnlich wichtige Personen haben sich seit je her malen lassen.
Und diese haben auf keinem Foto gelächelt oder gelacht.
In Anlehnung an diese Bilder hat man beim Fotografieren ebenfalls auf das Lachen verzichtet.

4. Schlechte Zähne

Man war damals im 19. oder am Anfang des 20. Jahrhundert schon recht fortgeschritten.
Doch so etwas wie Zahnersatz gab es nicht.

Was es allerdings in allen Kreisen und zu jeder Zeit gab, war schlechte Ernährung.
So wurde damals nicht auf Vitamin C geachtet, Zähne wurden nicht geputzt und eine Zahnbehandlung hieß eigentlich nur, dass Zähne gezogen werden.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass man seine Zähne bzw. seine Lücken nicht zur Schau stellte.
Dies setzt aber voraus, dass man nicht lacht.
Somit wurde, gerade auf Fotos, nicht gelacht.

5. Die Menschen schossen früher keine Urlaubsbilder, sondern Ahnenbilder

Wie ich schon schrieb, war es ein Privileg – Bilder von sich und seiner Familie machen lassen zu dürfen.
Nur reiche bzw. wohlhabende Menschen konnten sich das leisten.

Und selbst diese Menschen ließen von sich nur ein oder zwei Fotos anfertigen.
Denn schließlich handelte es sich nicht, um Urlaubsbilder – sondern um ein Vermächtnis.
Alle Herrscher oder wichtige Personen ließen früher Bilder von sich malen und später fotografieren.
Dies taten sie, um nicht in Vergessenheit zu geraten.

Man glaubte damals und auch heute noch, dass durch das Bild ein Teil von sich weiterleben bzw. eine Erinnerung erhalten bliebe.
Hätte man auf den Bildern gelacht, wären Konturen nicht richtig nachvollziehbar gewesen. Somit wäre eine falsche Erinnerung für die Nachwelt erhalten geblieben. Und dies wollte man vermeiden, indem man nicht auf Photos lächelt.

6. Jedes Foto musste sitzen.

Eine zweite Chance gab es nicht bzw. war zu mühsam.
Lächeln auf Fotos hätte die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Foto misslingen würde.

Dass die Menschen heute auf jedem Foto lächeln, liegt daran:

  • dass für jedes Bild nur zwei Sekunden das Lächeln gehalten werden muss.
  • dass du heute zigtausende Bilder machen lassen kannst und es egal wäre, ob ein unschönes Gesicht dabei herauskommt. Schließlich hast du im Handumdrehen die Chance, ein Neues zu machen.
    Diese Möglichkeit hatten die Menschen früher nicht.

7. soziale Gründe

Fast jeder Mensch glaubt, dass es für ein hartes Leben mehr Zuspruch, Applaus und Anerkennung gibt.
Wenn du heute Menschen fragst, wie es ihnen geht – fällt es vielen schwer zu sagen, dass es ihnen gut geht.
Zu jammern und zu leiden, fällt vielen Menschen viel leichter.

Der Grund ist der, dass wir glauben – dass ein schweres Leben ausgezeichnet oder für wichtiger gehalten wird.
Hat es jemand leicht im Leben, nehmen wir ihn scheinbar nicht richtig ernst.
Und deshalb verfallen Menschen in Rechtfertigungen, sobald sie von anderen Menschen hören, dass es ihnen gut geht.

Sprüche, wie:

  • Dir geht es aber gut
  • Oder so gut würde ich auch gern leben

Auf diese Art von Sprüchen reagieren wir meistens mit einem ABER.
Scheinbar können wir es nicht so stehenlassen, dass jemand unser Leben als so toll bewundert.

Und so kommt es, dass Derjenige, welcher einen guten Job hat – es sich kaum traut zu äußern.
Über seinen netten Ehepartner und seine tollen Kinder singt kaum jemand ein Loblied.
Stattdessen glauben wir, dass es immer eine Entschuldigung für Freude oder Spaß geben muss.
So sind auch wir heute noch gefangen, in der – ICH GEBE UNGERN ZU, DASS ES MIR GUT GEHT – Falle.

Und die Menschen damals waren nicht anders.
Nur gab es einen Unterschied. Man konnte nur ein Foto von sich machen lassen.
Und diese Bild sollte den Anschein erwecken, dass ein hartes Leben im Vordergrund stand.

Über den Autor:

Mein Name ist Mathias Mücke und ich bin Autor und Inhaber von ScioDoo.

Das Ziel von ScioDoo ist es, dass du hier Informationen findest, welche du für deinen Alltag, Schule, Studium oder eine betriebliche Weiterbildung brauchst.

Aber nicht nur das...

Gleichzeitig will ich das Wissen recht unterhaltsam servieren, so dass du vielleicht mal wiederkommst.

Ich weiß selbst, dass dieser Ansprung enorm ist.

Aber deshalb arbeite ich auch jeden Tag an mir und an diesem Projekt, so dass du auch jeden Tag neues kostenloses Wissen bekommst.

Nicht schlecht, oder?

Also bis später vielleicht.

LG Mathias Mücke


Tasse

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