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Warum sehen wir die Welt so wie sie ist – Ursache und Bedeutung


Warum sehen wir nicht alles auf dem Kopf, sondern sehen die Welt wie sie ist?

Normalerweise stellt sich die Frage nicht.
Außer du befindest dich gerade am unteren Ende der Erdkugel, oder?

warum sehen wir die welt nicht kopfüber

Aber da stellt sich schon die Frage, warum wir nicht alles kopfüber sehen – oder?

Ich verrate dir etwas….
Wir sehen immer alles kopfüber, egal ob wir uns gerade oben oder unten auf der Erdkugel befinden.

Die Welt steht beim Sehen immer Kopf

Wir können nur sehen, wenn es hell draußen ist.
Also hat das Sehen auch immer etwas, mit Licht zu tun.

Und ein Baum, zum Beispiel, reflektiert dieses Licht.
Das Licht bewegt sich auf einer geraden Linie zu uns und wird durch dein Auge erfasst.

wie entstehen bilder sehen

Letztendlich erreicht das reflektierte Licht dein Auge.
Jetzt enthält es die Informationen zum Baum und den Kirschen, wie auf dem Bild.

In deinem Auge wird dann ein reflektiertes Bild von den Kirschen, dem Baum und allem Anderen erzeugt, welches man Seherlebnis nennt.

Sehen ist somit nichts weiter als eine Reflektion von Licht.
Dieser reflektierte Lichtstrahl enthält Informationen, welche später dein Gehirn konkretisiert.
Und im Gehirn entsteht dann ein konkretes Bild, welches du meinst zu sehen.

Aber…
Vielleicht ist es nicht ganz eindeutig, auf dem Bild zu erkennen.
Aber der Lichtstrahl, welcher dich erreicht – kommt von oben.
Denn die Kirschen hängen von dir aus gesehen über dir.
Dadurch, dass die Lichtstrahlen gerade verlaufen – kommt das Bild bzw. die Information ebenfalls von oben.

Dies bewirkt wiederum, dass die Information auf der Netzhaut deines Auges unten abgebildet wird.
Und Lichtstrahlen, welche das Auge von unten empfängt – werden dann oben abgebildet.

Wenn man jetzt eine Lupe hätte und in dein Auge hineinsehen könnte, würde man den Baum verkehrt herum sehen.

wir sehen alles kopfüber

Ähnlich, wie bei einem Spiegel wird alles verkehrt herum auf die Netzhaut projiziert.
warum sehen wir nicht alles auf dem kopf

Schließlich ist die Netzhaut aber nur eine Empfangszentrale, welche Signale auffängt.
Diese gibt sie an den Sehnerv weiter, welcher die elektrischen Signale Neuron-für-Neuron ans Gehirn meldet.
Und hier entsteht dann ein Bild, welches richtig herum ist.
Denn dein Gehirn setzt letztendlich die Bilder zusammen und lässt dich die Welt sehen, so wie sie ist.

Warum sehen wir nicht Alles auf dem Kopf

Hier siehst du das Bild vom Aufbau bzw. der Anatomie des Auges.

auge aufbau

Was siehst du?

  • Weit oben, siehst du die Linse – hier Lens.
  • Im unteren Bereich siehst du die Netzhaut (Optic disk), welche das Bild der Linse entgegennimmt.
  • Dann wird das Bild an den Optic nerve weiter gegeben und es entsteht ein Bild.

Hier ist eine Zeichnung von mir, welche die Entstehung des Bildes einfacher zeigt.

warum sehen wir nicht alles auf dem kopf

Das Bild, also ein Objekt – welches du siehst, trifft auf die Linse des Auges.
Dann wird dieses Bild kopfüber auf die Hornhaut projiziert.

Und jetzt kommt’s…
Auf der Hornhaut, welche wie ein Schirm ist – werden Bilder in Signale verwandelt.
Jetzt kommt der Sehnerv, welcher mit der Hornhaut verbunden ist.
Dieser transportiert kein Bild, sondern nur noch die elektrische Signale.

Der Nerv nimmt also elektrische Impulse entgegen, welche er weiter an dein Gehirn sendet.
Im visuellen Kortex werden diese Impulse übersetzt und es entsteht ein Bild im Kopf.

Das bedeutet….
Wir sehen nicht alles auf dem Kopf, weil im Gehirn kein Bild ankommt.
Stattdessen kommen lediglich elektrische Signale, welche über den Sehnerv transportiert worden, an.

Erst im Gehirn werden diese entsprechend übersetzt und es kann nur ein Bild entstehen, welches richtig herum ist.
Und zwar weil das Gehirn, dieses Bild nach einem Muster zusammensetzt.

Es gibt sogar Studien darüber.
Dabei ließ man Menschen lange Zeit Bilder verkehrtherum sehen.
Irgendwann war das Gehirn in der Lage, diese Bilder umzuschreiben.
Statt dem Bild auf dem Kopf, kam dann ein nicht verdrehtes Bild bei den Probanden an.

Das bedeutet, dass unser Gehirn relativ genau weiß, wie etwas auszusehen hat.
Bestehende Bilder erkennt es dann als Muster an und setzt diese nach einer Schablone neu zusammen.

Vereinfacht gesagt…
Dein Gehirn weiß wie ein Haus aussieht, weil eine Schablone dazu existiert.
Das Bild des Hauses, welches nur durch elektrische Signale ankommt – wird nach dieser Schablone zusammen gesetzt.
Somit steht das Haus immer richtig herum und niemals kopfüber.

Letztendlich zeigt dies auch, dass alle Menschen unterschiedliche Realitäten sehen.
Was wir erkennen, sehen können – hat etwas mit unserer Modellschablone im Kopf zu tun.
Und so sieht man wahrscheinlich die Baum vor lauter Bäumen nicht, obwohl dieser vor einem liegt.
Die Schablone im Kopf fehlt einfach zu diesem Zeitpunkt.

Es gibt Berichte darüber, dass die amerikanischen Ureinwohner – die herannahenden Spanier nicht sahen.
So war es für die spanischen Eroberer ein Leichtes, die Ureinwohner zu überfallen.
Der Grund weshalb die Indianer, die Spanier nicht sahen war, dass sie keine Schablone für Schiffe im Kopf hatten.
Somit konnten sie die herannahenden Schiffe nicht sehen, einfach weil sie das Aussehen eines Schiffes nicht kannten.

Krass, oder?
Aber dies zeigt, wie stark unser Gehirn an der Entstehung des Sehens beteiligt ist.
Was es noch nie gesehen hat, kann es einfach nicht sehen.

Zu guter Letzt…
Es gibt keine Krankheiten oder Hirnverletzungen, welche deine Seherfahrung jemals ändern könnten.
Letzten Endes ist das bestehende Bild, welches unser Gehirn erzeugt immer richtig herum.


Tasse

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