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Wer wählt den Vizepräsident in den USA


Das Amt des Vizepräsidenten der USA wird gerne als bedeutungsloser Posten abgetan. Dies liegt daran, dass der Vizepräsident gemeinsam mit dem Präsidenten gewählt wird und aus diesem Grund oft im Schatten des Präsidenten steht. Trotzdem hat das Amt einflussreiche Persönlichkeiten in der Geschichte der USA hervorgebracht.

Was ist die Aufgabe des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika?

Der Vizepräsident der USA ist der Stellvertreter des amtierenden Präsidenten und damit auf dem Papier der Zweitmächtigste Amtsinhaber des Landes. Er ist derjenige, der im Fall des Todes, der Amtsenthebung oder des Rücktritts des Präsidenten dessen Amt bis zum Ende der laufenden Wahlperiode übernimmt. Damit ist der Vizepräsident in einer wichtigen und sehr verantwortungsvollen Position.

Trotzdem hat das Amt nur wenige international bekannte oder historisch bedeutsame Persönlichkeiten hervorgebracht. Dies liegt daran, dass der Vizepräsident von Beginn des Wahlkampfes dem Präsidentschaftskandidaten beigeordnet ist und in der Folge oft nicht als eigenständige politische Person wahrgenommen wird.

Stattdessen soll der Vizepräsidentschaftskandidat, also der Kandidat auf das Amt des Vizepräsidenten den Präsidentschaftskandidaten ergänzen und unterstützen. Ziel dieser Idee ist es, im Wahlkampf ein möglichst breites Spektrum an Wählern anzusprechen. So ergänzt ein ruhiger Vizepräsidentschaftskandidat einen Charismatischen Präsidentschaftskandidaten ideal, während ein innerhalb der Partei eher als liberal geltender angehender Vizepräsident einen eher konservativen Präsidenten unterstützt.

Ersteres ist etwa bei Mike Pence, dem Vizepräsidenten von Donald Trump der Fall, welcher ruhig auftritt und als evangelischer Christ mit der gesellschaftlichen Gruppe der Christen zusätzliche Wählergruppen anspricht. Allerdings hat diese strategische Beiordnung des Vizepräsidenten zur Folge, dass der Vizepräsident politisch kaum wahrgenommen wird und sowohl inhaltlich, als auch als Person im Schatten des Präsidenten steht.

Neben der Aufgabe als Stellvertreter der amtierenden Präsidenten ist der Vizepräsident der Vereinigten Staaten auch Präsident des Senats, der Teil des Gesetzgebungsprozesses ist und die Arbeit des Präsidenten kontrolliert.

Wie wird der Vizepräsident der USA gewählt?

Nach dem heutigen Verfahren wird der Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika gemeinsam mit dem Präsidenten gewählt. Dem Wähler werden dabei Wahlvorschläge gemacht, die sowohl einen Präsidentschafts- als auch einen Vizepräsidentschaftskandidaten enthalten. Beide werden also gemeinsam in ihr Amt gewählt.

Nach dem in den USA vorherrschenden Wahlsystem wählen die stimmberechtigten Bürger Wahlmänner aus, welche dann für ein Team aus Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidaten stimmen. Die Bürger haben hierbei ein indirektes Wahlrecht, da die Wahl über den „Zwischenschritt“ der Wahlmänner abläuft.

Wer auf das Amt des Vizepräsidenten kandidiert muss gebürtiger Staatsbürger der USA sein. Weitere Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 35 Jahren und der Bewerber muss seit mindestens 14 Jahren einen Wohnsitz in den Staaten haben.

Nach dem ursprünglichen Verfahren wählten die Wahlmänner einen Präsidenten ins Amt, der Zweitplatzierte Kandidat wurde dann in der Folge zum Vizepräsidenten der USA. Jeder Wahlmann hatte dabei zwei Stimmen, die er vergeben konnte. Das führte allerdings auch zu Konstellationen, in denen Präsident und Vizepräsident unterschiedlichen Parteien angehörten. In der Folge stellte jede Partei mindestens zwei Kandidaten auf, um möglichst beide Ämter zu besetzen.

Ein weiteres Problem dieses Wahlsystems war es, dass zwei Kandidaten gleich viele Stimmen erhalten konnten. Dies war im Jahr 1800 der Fall, als der aufgestellte Kandidat für das Amt des Präsidenten und sein vorgesehener Stellvertreter gleich viele Stimmen erhielten. Durch dieses Wahlergebnis kam es zu einer innenpolitischen Krise, da sich die Politiker im Repräsentantenhaus nicht auf einen „Sieger“ der Wahl einigen konnten. In der Folge wurde das Wahlsystem geändert und ist seitdem so, wie es heute kennen.

Die historische Rolle des Vizepräsidenten

John Adams, der erste Vizepräsident der USA, welcher dieses Amt von 1789 bis 1797 innehielt bezeichnet das Amt des Vizepräsidenten der USA einmal als „das bedeutungsloseste Amt, das jemals von Menschen ersonnen wurde“. Der politische Posten des Vizepräsidenten galt lange Zeit als ein zweitklassiges politisches Amt, das zwar in der Theorie verantwortungsvoll, in der Praxis aber recht leicht auszuüben war.

Auch dass viele Vizepräsidenten für die Geschichte der USA uninteressant bleiben und keinen eigenen politischen Stempel hinterließen, verstärkte des Mythos des belanglosen Vizepräsidenten.

Allerdings ist die Bedeutung des Postens in den letzten Jahrzehnten deutlich gewachsen. So nimmt der Vizepräsident seit 1933 regelmäßig an den Kabinettssitzungen teil und hat seit 1961 auch ein eigenes Büro im Weißen Haus. Nicht zuletzt gehören Vizepräsidenten zu den wichtigsten Beratern des jeweils amtierenden Präsidenten und sind mit repräsentativen Aufgaben betraut. In der Tat hängt der politische Einfluss des Vizepräsidenten aber immer auch von dem Vertrauen ab, welches der Präsident ihm entgegenbringt.

Bisher rückten insgesamt 10 Vizepräsidenten während ihrer Amtszeit in das Amt des Präsidenten auf. Der erste davon war John Tyler im Jahr 1841, der letzte Gerald Ford, der selbst erst ein Jahr zuvor als erster Vizepräsident durch den Rücktritt seines Vorgängers in das Amt gelangt war. 1974 wurde er durch den Rücktritt Nixons zum Präsident der USA.

Die meisten dieser zehn Vizepräsidenten wurden nicht anschließend für das Amt des Präsidenten nominiert oder schieden nach Beendigung der Amtszeit freiwillig aus. Allerdings begannen auch einige große politische Karrieren wie die von Theodore Roosevelt oder Harry S. Truman auf diesem Posten. Die meisten Vizepräsidenten in der Geschichte der USA wurden nach Beendigung des Amtes Senatoren, Gouverneure oder übernahmen hochrangige Posten im Kabinett.


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