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Wie ist Achilles gestorben: Ursachen, Gründe für seinen Tod


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Achilles und der Streit mit Agamemnon


Der Mythos des Achilles und dessen Tod gehören zu den wichtigsten Erzählungen der europäischen Kultur und haben sich bis heute, etwa in Form des Begriffs der Achillesferse, in unser kulturelles Gedächtnis eingeprägt. In der Figur des Achilles´ versammeln sich zahlreiche bedeutende Aspekte der menschlichen Natur und liefern uns einen wichtigen Einblick in die griechische Antike, aber auch in unsere eigene Gedankenwelt. Insbesondere Achilles´ Rolle im Trojanischen Krieg, seine Stärken und seine Schwächen, die letzten Endes zu seinem Tod führen, sorgen dafür, dass der Achillesstoff bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat.

Kindheit und Jugend

Achilles ist eine der zentralen Figuren in der griechischen Mythologie. Der Überlieferung nach wird er als Sohn des Peleus, des Königs der griechischen Stadt Phthia, und der Meeresnymphe Thetis geboren. Vor Achilles´ Geburt wird Thetis prophezeit, dass ihr Sohn zwar ein ruhmreiches, aber kurzes Leben führen wird. Um Achilles´ frühen Tod zu verhindern, hegt Thetis den Wunsch, ihrem Sohn Unsterblichkeit zu verleihen und hält ihn – den meisten Quellen zufolge – in ein göttliches Feuer.

Andere Quellen sprechen davon, dass Achilles von seiner Mutter im Fluss Styx, in der griechischen Mythologie ein Fluss der Unterwelt, untergetaucht wird. Die unterschiedlichen Versionen der Achilleserzählung sind sich jedoch in einer entscheidenden Frage einig: Achilles wird sowohl in der Feuererzählung als auch in der Styxüberlieferung an seiner Ferse festgehalten und bleibt an dieser Stelle seines Körpers verwundbar. Dieser Aspekt hat mit dem Begriff der Achillesferse bis heute Eingang in unseren Sprachgebrauch gefunden.

Um den frühen Tod ihres Sohnes zu verhindern, versucht Thetis außerdem, den jungen Achilles vor der Welt zu verstecken. Auch hier existieren unterschiedliche Überlieferungen. Gemäß einiger Berichte wächst Achilles als Mädchen verkleidet auf der abgelegenen Insel Skyros auf und wird dort von der Königsfamilie des Lykomedes aufgezogen. In anderen Versionen legt Thetis die Erziehung und Ausbildung ihres Sohnes in die Hände des Zentauren Cheiron.

Der Trojanische Krieg

Die bedeutendste Quelle für den Achillesmythos stellt der Trojanische Krieg dar, über den der berühmte griechische Dichter Homer in der Ilias, einem antiken Versepos, ausführlich berichtet. Achilles ist der zentrale Held der Ilias. Er wird zunächst von Odysseus, dem König von Ithaka, dazu überredet, auf Seiten der Griechen am Krieg gegen Troja teilzunehmen, woraufhin Achilles mit einer Flotte von 50 Schiffen und 2500 Kriegern, den Myrmidonen, nach Troja segelt.

Achilles´ Teilnahme am Trojanischen Krieg verläuft zunächst äußerst erfolgreich. Achilles erweist sich in der Kriegskunst als sehr geschickt. Es gelingt ihm nicht nur, 23 Städte in der Umgebung Trojas auszurauben, sondern auch, den trojanischen Prinzen Troilus zu töten. Da ein Orakel den Sieg der Griechen prophezeit hatte, wenn Troilus vor seinem 20.Geburtstag verstirbt, ist dessen Tötung von immenser Bedeutung.

Der Streit mit Agamemnon

Das Blatt für die Griechen wendet sich allerdings, als es zwischen Achilles und Agamemnon, dem Anführer des griechischen Heeres, zu einem Zerwürfnis kommt: Bei einem seiner Überfälle hat Achilles zwei junge Frauen entführt, von denen er eine, Briseis, zu seiner eigenen Geliebten macht, während er die andere, Chryseis, Agamemnon übergibt.

Da aber Chryseis eine Priesterin des Gottes Apollo, des Verteidigers der Trojaner, gewesen ist, sendet Apollo eine Pest in das griechische Lager und veranlasst Agamemnon dazu, Chryseis in ihre Stadt zurückkehren zu lassen. Nun entscheidet sich Agamemnon dafür, Chryseis durch Briseis zu ersetzen und beleidigt Achilles damit so schwer, dass dieser sich zusammen mit seinen 2500 Kriegern aus der Schlacht zurückzieht.

Ohne Achilles lässt die Schlagkraft des griechischen Heeres spürbar nach. Die Trojaner gewinnen mehr und mehr an Boden und kommen dem griechischen Lager immer näher. Es gelingt ihnen sogar, einige griechische Schiffe in Brand zu stecken. Agamemnon, über diese Entwicklung in großer Sorge, bittet Achilles um dessen Rückkehr. Aber obwohl er von Agamemnon großartige Geschenke und die Rückgabe der Briseis angeboten bekommt, weigert sich Achilles weiterhin standhaft, in das Kriegsgeschehen zurückzukehren. An dieser Stelle tritt Achilles´ enger Freund Patroklos auf den Plan, der die Bitten des Agamemnon wiederholt.

Achilles weist auch seinen Freund Patroklos ab, erlaubt diesem aber, die 2500 Myrmidonen zurückzuholen. Patroklos gibt Achilles das Versprechen, die Armee der Myrmidonen ausschließlich im Rahmen der Verteidigung einzusetzen, nicht aber, um Troja aktiv anzugreifen. Als Patroklos die Myrmidonen zurück in den Kampf führt, geraten die Trojaner in Panik und ziehen sich nach Troja zurück.

Von diesem Erfolg berauscht, vergisst Patroklos sein Versprechen an Achilles, und greift die trojanischen Truppen an. Er schafft es zwar, bis zu den trojanischen Festungsmauern vorzudringen, wird dort aber durch das Eingreifen Apollos gestoppt. Apollo sorgt dafür, dass Patroklos seinen Helm und seine Rüstung verliert und von einem Speer getroffen wird. Schwer verwundet, kann sich Patroklos weder verteidigen noch flüchten, und wird schließlich vom trojanischen Prinzen Hector ermordet.

Der Zorn des Achilles

Als Achilles die Nachricht vom Tod seines Freundes Patroklos erreicht, gerät er in erbitterten Zorn und kehrt mit dem Ziel, Patroklos zu rächen und Hector zu töten, in den Krieg zurück. Nachdem Apollo mehrmals versucht hat, Achilles´ Pläne zu durchkreuzen und Hector vor einem Duell zu bewahren, kommt es schließlich vor den Stadtmauern Trojas zum Zweikampf zwischen Achilles und Hector, aus dem Achilles als Sieger hervorgeht.

Achilles Rachegefühle verleiten ihn dazu, alle Regeln der Kriegsführung zu brechen und seinen Gegner zu demütigen. Er bindet den Leichnam Hectors an einen Streitwagen zu binden und bringt den toten Körper vor den Augen von Hectors Familie in das griechische Lager. Zwar lässt er sich später von Priamos, dem König der Trojaner, und seiner Mutter Thetis dazu bewegen, den Leichnam Hectors zurückzugeben, dennoch leitet Achilles durch dieses Verhalten seinen eigenen Tod ein.

Achilles Tod

Zunächst geht der Krieg allerdings einige Zeit weiter. Achilles gelingt es weiterhin, das Kampfgeschehen zu dominieren. Als er jedoch in der Blüte seiner Kraft und seines Ruhms steht, passiert das, was die Prophezeiung vorausgesagt hatte. Apollo lenkt einen Pfeil des trojanischen Prinzen Paris auf Achilles, und der Pfeil trifft den griechischen Helden an der Ferse, der einzigen verwundbaren Stelle seines Körpers.

Diese Stelle, welche dessen Schwäche offenbarte, wird heute als Achilles-Sehne bezeichnet. Der Name erinnert an den Helden und den Trojanischen Krieg. An den Folgen der Verletzung stirbt Achilles. Seine Leiche wird von Ajax, einem weiteren griechischen Helden, in das Lager der griechischen Truppen gebracht, wo zu Achilles´ Ehren eine große Beerdigungsfeier stattfindet.


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