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Wieso heißt es Schwarzfahren: Wortherkunft, Ursprung und Bedeutung


Als Schwarzfahrer wird jemand bezeichnet, welcher auf ein öffentliches Verkehrsmittel – wie Bahn oder Bus – zugreift, ohne dafür zu bezahlen. Zur Herkunft des Wortes existieren mehrere Theorien, welche ich dir gleich vorstellen werde.

Schwarzfahren: Ein Begriff aus der bildlichen Umgangssprache

Von der „weißen Weste“ über „grün hinter den Ohren sein“ sind Farben fester Bestandteil unserer Alltagssprache. Und das bereits seit langer Zeit. Selbst wenn du oder ich inhaltlich nichts Konkretes mit der jeweiligen Farbe verbinden, verstehen wir sofort, was gemeint ist. Und das kommt nicht von Ungefähr! Viele sehr alte Ausdrücke haben sich bis heute erhalten und werden nach wie vor gebraucht. Eines dieser interessanten Beispiele ist das Wort „Schwarzfahren“. Umso spannender ist daher die Frage, wofür die Farbe hier eigentlich steht?

Die bildlichen Ausrücke sind fester Teil unserer Umgangssprache, auch wenn wir uns dessen oftmals nicht bewusst sind. Zwar ist aus heutiger Sicht der Ursprung diverser Redewendungen und Floskeln nicht mehr völlig nachvollziehbar, wegzudenken sind sie aber dennoch nicht. Ganz im Gegenteil! Viel mehr ist es so, dass sich über die Zeit hinweg weitere Kombinationen ergeben haben. Aber woher kommen diese bunten Begriffe, die wir so selbstverständlich verwenden?

Hast du dich beispielsweise schon einmal gefragt, weshalb es „Schwarzfahren“ und nicht „Blaufahren“ heißt? Und selbst beim Gegenbeispiel wird man an dasselbe Phänomen erinnert: Denkst du nicht auch sofort ans „Blau sein“? Und bildlich an einen betrunkenen Genossen, der unerlaubterweise ein Fahrzeug lenkt? Witzig, nicht?

Die Bedeutung von Schwarz in der Sprache

Das Ohr erkennt dennoch sofort, dass es doch eigentlich „Schwarzfahren“ heißt. Weshalb denn eigentlich? Bei vielen dieser Wortverbindungen, die Farben enthalten, ist die Herleitung logisch nachvollziehbar. Auch dann, wenn du nichts über die Geschichte der einzelnen Wörter, Stämme und ihre Entstehung weißt.

Bei anderen ist das gar nicht einmal so einfach, auf ihre ursprüngliche Bedeutung zu kommen. Weißt du woher der Ausdruck „Schwarzfahren“ stammt? Und wofür die Farbe „schwarz“ hier steht? Immerhin ist es bei Ausdrücken, wie „Da sehe ich leider schwarz.“ oder „Immer diese Schwarzmalerei!“, relativ einfach zu erkennen, wie die Farbe „schwarz“ aufzufassen ist: Als ausweglos, undurchsichtig und somit deutlich negativ behaftet.

Etwas, wo nichts zu Tage tritt außer Dunkelheit beziehungsweise „nichts Gutes“ oder einfach „gar nichts“. Spannender wird es schon beim Begriff „Schwarzfahren“. Hier ist die Herleitung nicht nur tricky, sondern auch die Herkunft nicht genau geklärt. Außerdem ist es ein großartiges Beispiel dafür, dass eine Farbe nicht immer mit der gleichen Bedeutung in Verbindung gebracht werden kann: Denn weder handelt es sich hierbei um einen Fahrer mit schlechter Laune noch um jemanden mit negativer Einstellung zum Fahren per se. Wird umgangssprachlich jemand des Schwarzfahrens bezichtigt, bedeutet dies lediglich, dass sie oder er keinen (gültigen) Fahrschein in einem öffentlichen Transportmittel besitzt.

Schwarzfahren: Wortherkunft, Bedeutung & Ursprung

Mit der Zeit haben sich mehrere Erklärungen finden lassen. Da man in der Geschichte auch unterschiedliche Belege fand, existieren aktuell mehrere Erklärungsansätze, die uns eine Deutung der Farbe als eigenständiger Wortteil ermöglichen. „Im Dunkeln lässt es sich gut munkeln.“, erinnert uns eine andere Redewendung und liefert uns bereits mehr Aufschluss darüber, wie das „Schwarz-“ in „Schwarzfahren“ aufgefasst werden könnte.

Verbotene und illegale Vorgänge lassen sich leicht mit Dingen, die im Verborgenen, im Dunkeln geschehen, in Verbindung bringen. So wäre das auch eine plausible Bezeichnung für Passagiere, die sich illegalerweise den Regeln widersetzen und somit als Ticketsünder schwarz – also illegal – unterwegs sind.

Einen weiteren Ansatz bietet das Jiddische: Das Wort „shvarts“ bedeutet demnach „Armut“ und liefert eine plausible Darlegung: War jemand zu arm für einen Fahrschein, sprach man vom Schwarzfahren. Auch wenn bis heute keine der Theorien eindeutig widerlegt werden kann, lassen sich andere Deutungen dennoch ausschließen: Wird die Farbe Schwarz auch in moderneren Begriffen gebraucht und verschmolzen, gehen solche Ausdrücke auf über Jahrhunderte alte Definitionen zurück.

Demnach ist sicher, dass eine dieser beiden belegten Auslegungen Recht behält. Gewiss ist auch, dass es sich dabei bestimmt nicht um eine jüngere Anspielung auf etwa die Hautfarbe oder den Kleidungsstil handelt. Die Bedeutung in unserer heutigen Umgangssprache ist eindeutig sowie konstant: Ob man sich schwarzärgert, nachdem man ohne Fahrschein ertappt wurde oder im Kleinen Schwarzen schick unterwegs ist – nur beim Zusteigen ohne Ticket, wird umgangssprachlich vom Schwarzfahren gesprochen.

Das ist einleuchtend und bringt ein wenig Licht ins Dunkle dieser alten Wortherkunft und ihre Ursprünge.

Über den Autor:

Mein Name ist Mathias Mücke und ich bin Autor und Inhaber von ScioDoo.

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LG Mathias Mücke


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