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Wieso kann man sich nicht selbst kitzeln – Ursache und Bedeutung


Wenn dich Jemand auskitzelt, musst du unweigerlich lachen.
Den Grund dafür habe ich dir schon im letzten Beitrag geliefert.

Aber warum kann man sich eigentlich nicht selbst auskitzeln?
Diese Frage möchte ich gern in diesem Beitrag beantworten.

Die Reaktion des Kitzeln wird im Gehirn gesteuert

Sarah Jayne Blakemore ist eine englische Neurobiologin.
Zusammen mit ihrem Team führte sie eine interessante Studie durch.

Zur Durchführung dieser Studie, erfanden die Forscher einen Kitzelroboter.
Dieser Roboter hatte lediglich die Aufgabe, die Probanden zu kitzeln.
Toll, oder?

Dabei teilte man das Experiment in zwei Durchgänge auf.
Beim ersten Durchgang steuerte die Versuchsgruppe den Roboter mit der linken Hand und imitierten so ihre eigene linke Hand.
Mit dieser Roboterhand sollten sie sich selbst kitzeln.

Das Ergebnis war, dass niemand wirklich lachen musste.
Damit war eines bewiesen: Das Selbstkitzeln hat nichts mit dir zu tun.
Auch eine von dir bewegte Roboterhand ist nicht in der Lage dich so zu kitzeln, dass du lachen musst.

Okay, also nachdem der Selbstkitzelversuch abgeschlossen war – unternahm man den Nächsten.
Jetzt sollten sich die Teilnehmer immer noch – mit Hilfe der Roboterhand – selbst kitzeln, allerdings mit einer zeitlichen Verzögerung.
Die Forscher programmierten eine Verzögerung von einer fünftel Sekunde ein.

Das heißt…
Die Probanden bewegten weiterhin den Roboterarm und kitzelten sich selbst.
Allerdings begann die Roboterhand erst nach 1/5 Sekunde wirklich an zu kitzeln.
Und jetzt konnten sich alle Teilnehmer wirklich selbst kitzeln und dabei Lachkrämpfe erleiden.

Warum kann man sich mit einer zeitlichen Verzögerung selbst kitzeln?

Blakemore und ihr Team fanden heraus, dass eine Schaltzentrale im Gehirn existiert, welche das Lachen verhinderte.
Diese Zentrale ist das Cerebellum bzw. das Kleinhirn.

Wenn das Kleinhirn weiß, dass es gekitzelt wird – gibt es Signale an den Rest des Gehirnes weiter.
Und diese Signale verhindern, dass das Gehirn eine Lachreaktion hervorruft.

Schon länger weiß man, dass man beim Kitzeln entspannt sein muss.
Wenn du vorher weißt, dass du gleich ausgekitzelt wirst – fällt der Lachkrampf deutlich geringer aus.

Um wirklich kitzelig zu sein, muss demnach ein Überraschungsmoment existieren.
Und selbst bei einer Fünftel Sekunde hat das Gehirn bereits vergessen, dass es gleich gekitzelt wird.
Demnach ist der Überraschungsmoment schon gegeben.

Ausprobieren kannst du das Ganze ebenfalls einmal.
Lass dich einmal bewusst von Jemanden auskitzeln und prüfe deine Lachintensität.
Diese ist wahrscheinlich nicht besonders hoch, weil du das Kitzeln erwartet hast.
Demnach warst du nicht entspannt und somit ist die beste Voraussetzung zum Lachen dahin.

Nachdem das erste Auskitzeln zu mäßigen Resultaten führte, mache einen zweiten Durchgang.
Verschließe deine Augen und lass dich einmal unerwartet auskitzeln.
Dieser Überraschungsmoment sorgt dafür, dass das Kitzeln wirklich zum Lacher wird.

Und dies ist auch der eindeutige Beweis dafür, dass du dich nicht selbst auskitzeln kannst.
Es fehlt einfach die Überraschung, welche das Kitzeln erst möglich macht.

Über den Autor:

Mein Name ist Mathias Mücke und ich bin Autor und Inhaber von ScioDoo.

Das Ziel von ScioDoo ist es, dass du hier Informationen findest, welche du für deinen Alltag, Schule, Studium oder eine betriebliche Weiterbildung brauchst.

Aber nicht nur das...

Gleichzeitig will ich das Wissen recht unterhaltsam servieren, so dass du vielleicht mal wiederkommst.

Ich weiß selbst, dass dieser Ansprung enorm ist.

Aber deshalb arbeite ich auch jeden Tag an mir und an diesem Projekt, so dass du auch jeden Tag neues kostenloses Wissen bekommst.

Nicht schlecht, oder?

Also bis später vielleicht.

LG Mathias Mücke


Tasse

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