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6 Bedeutungsebenen der Abhängigkeit: Merkmale und Beispiele


Als Abhängigkeit versteht man eine teilweise oder völlige Angewiesenheit auf:

  • eine oder mehrere Personen. Dies bezeichnet man in der Psychologie als Hörigkeit.
  • bestimmte Gefühlszustände, welche durch Drogen, Alkohol oder andere Stimulanzien hervorgerufen werden. In der Medizin bezeichnet man dies als Sucht.

Persönliche Abhängigkeiten können allerdings auch durch eigene Verhaltensweisen hervorgerufen werden. So kann Angewiesenheit auch durch einen bestimmten Lebenswandel entstehen, wie Spielsucht, Fresssucht oder Ähnliches.

Ebenfalls abhängig kann man von Geldgebern – wie Banken, Ämter oder Familie – sein. Psychologisch betrachtet – entsteht Abhängigkeit immer dann, wenn der Mensch auf etwas angewiesen ist, was er von außen bezieht und es nicht selbst innerlich herstellen kann. Dadurch kann Abhängigkeit zu einem weit gefassten Begriff werden. Jemand kann von der Liebe und Zuneigung Anderer abhängig sein, da er diese nicht selbst herstellen kann.

Anerkennung und Freude sind ähnliche Gefühlszustände, welche sich entweder innerlich selbst herstellen lassen oder von außen bezogen werden müssen. Im letzteren Fall ist die innere Gefühlswelt durch das äußere Umfeld abhängig.

In der Statistik unterscheidet man zwischen abhängigen Variablen und unabhängigen. Dabei wird untersucht, welchen Einfluss bestimmte Faktoren auf andere Zahlenwerte ausüben.

Die verschiedenen Ebenen der Abhängigkeit

Abhängigkeit bedeutet einmal, dass etwas durch etwas anderes bedingt ist. So hängen bestimmte Umstände unmittelbar zusammen und der eine Tatbestand beeinflusst den anderen.

Ein einfaches Beispiel dazu…
Ob ich pünktlich bin, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, hängt von den Straßenverhältnissen ab.

Oder: Ob du die Prüfung bestehst, hängt unter anderem davon ab, wie gut du lernst. Hier gibt es viele Beispiele zu nennen. Immer hängt ein Verhalten oder ein Umstand davon ab, wie ein anderer Umstand oder Zustand ist.

Abhängigkeit bedeutet auch angewiesen sein

Eine andere Bedeutung von Abhängigkeit meint das „Angewiesen-sein“ auf etwas oder jemanden. Als Kind und Jugendlicher ist man noch stark auf die Eltern angewiesen. So lange jemand finanziell nicht auf eigenen Beinen steht, braucht er die Unterstützung anderer. Somit ist er in bestimmter Form an die ‚Geldgeber‘ gebunden, also abhängig von ihnen.

Der Begriff Abhängigkeit wird auch im Sinne von ‚Unselbstständig-Sein‘ genutzt. Das kann sich auf ein Arbeitsverhältnis beziehen. Jemand kann lohnabhängig sein wie zum Beispiel alle Angestellten, Arbeiter, Beamten und Auszubildenden. Im Gegensatz zu ihnen stehen die selbstständig Tätigen. Somit sind unselbständige Arbeitnehmer auf die Lohnfortzahlungen ihres Arbeitgebers angewiesen.

Menschen, welche Sozialleistungen beziehen, sind ebenfalls abhängig. Zwar stehen diese nicht in einem Arbeitsverhältnis und sind somit nicht von irgendeinem Arbeitgeber und dessen Lohnzahlung abhängig. Aber die Abhängigkeit, in Form von Angewiesen-sein, besteht dennoch. Denn auch diese Menschen sind von Zahlungen eines Amtes oder einer Behörde abhängig.

Und auch Selbstständige, Unternehmen und Staaten sind abhängig. Die Unternehmen müssen Gelder von ihren Kunden beziehen, um selbst zahlungsfähig zu sein. Und Staaten müssen Steuereinnahmen generieren, um ihren Haushalt zu finanzieren. Regierungen sind von Wählern und deren Urteil abhängig.

Im Grunde sind alle Institutionen, alle Teilnehmer einer Gesellschaft abhängig, im Sinne von angewiesen. Denn sie sind angewiesen auf Geld, welches in einem modernen Gesellschaftssystem als Konzept des Tausches und Steuerung (Waren, Produktion) fungiert.

Abhängigkeit im Bereich der Wissenschaft

Abhängigkeit kann auch auf etwas Krankhaftes sein oder auf eine Krankheit hinweisen. Meistens wird das Wort Abhängigkeit mit dem Wort Sucht in Zusammenhang gebracht. Jemand kann von Alkohol, Drogen oder anderen Stoffen abhängig sein.

In der Psychologie spricht man von Hörigkeit, wenn jemand von einer anderen Person abhängig ist oder sich abhängig fühlt. Hier liegt eine psychische Erkrankung vor, die auch als abhängige Persönlichkeitsstörung bezeichnet wird.

Auch die Sprachwissenschaft gebraucht das Wort abhängig. Hier gibt es den abhängigen im Sinne von untergeordnetem Satz und die voneinander abhängigen Wortformen. Mathematik, Informatik, Statistik und andere Wissenschaften arbeiten ebenso mit dem Begriff der Abhängigkeit.

Medizinische Abhängigkeit nennt sich Sucht

Mit Abhängigkeit ist –medizinisch gesehen- die Sucht gemeint. Sie bezeichnet das zwanghafte Bedürfnis nach einem bestimmten Reiz, zum Beispiel nach einer bestimmten Droge, wie Alkohol oder Nikotin. Durch den regelmäßigen Gebrauch dieses Stoffes hat sich der Körper so sehr daran gewöhnt, dass er nicht mehr ohne diese Substanz auskommen kann. Wird ihm der Stoff vorenthalten, reagiert der Körper mit Entzugserscheinungen.

Die Reaktionen sind nicht nur auf den Körper beschränkt. Suchterkrankungen zeigen sich auch im Verhalten. Teils kommt es zu starken Stimmungsschwankungen. Bei Entzug sind Süchtige übelgelaunt, desinteressiert und lustlos.

So macht fortgesetzter Drogenmissbrauch auch psychisch abhängig. Die Erkrankten haben eigentlich kaum noch etwas anderes im Sinn, als nach Möglichkeiten zu suchen, sich ihren Stoff zu beschaffen.

Nicht nur bestimmte Stoffe, sondern auch Verhaltensweisen können süchtig machen, wie zum Beispiel die Spielsucht zeigt.

Hörigkeit – die psychische Abhängigkeit von einem anderen Menschen

Die Wissenschaft, die sich mit dem menschlichen Erleben und Verhalten beschäftigt -die Psychologie- kennt den Begriff ‚Hörigkeit‘. Das bedeutet, dass jemand seinen Willen dem Willen eines anderen vollkommen unterordnet. Das kann freiwillig oder unter Zwang geschehen. Jemandem hörig zu sein, heißt auch, zu tun, was derjenige verlangt.

Die Psychologie nennt das dazugehörige Krankheitsbild ‚abhängige Persönlichkeitsstörung‘. Der Betroffene klammert sich an einen anderen Menschen und zeigt starke Trennungsängste, wenn dieser nicht anwesend ist. Aus Angst, den anderen zu verlieren, sagen Menschen mit abhängiger Persönlichkeitsstörung selten ihre Meinung oder äußern Kritik an dem anderen.

Abhängige und unabhängige Variable in Mathematik und Forschung

Den Begriff der Abhängigkeit gibt es auch im mathematischen und statistischen Bereich. Die Mathematik kennt die Begriffe der abhängigen und unabhängigen Variablen. Eine Variable ist eine beliebig Veränderliche, was bedeutet, dass an ihrer Stelle konkrete Zahlen eingesetzt werden können.

Der Wert oder die Größe der abhängigen Variablen hängt ab von der ‚unabhängigen Variablen‘. Im gewissen Sinn ist die abhängige Variable die Antwortvariable auf eine vorher bestimmte Größe.

Der Begriff ‚abhängige Variable‘ taucht auch auf, wenn Wissenschaftler bestimmte Versuche machen wollen. An zwei Beispielen lässt sich das gut erklären:

  • Forscher in der Landwirtschaft wollen herausfinden, wie sich ein Düngemittel auf das Wachstum von Pflanzen auswirkt. In dem Fall ist das Düngemittel die festgelegte Variable, die nicht verändert wird. Das Wachstum der Pflanzen ist davon abhängig, ist also die veränderliche abhängige Variable.
  • In der Medizin wird ein Medikament getestet. Das Medikament ist die unabhängige Variable. Die Veränderung bzw. Verbesserung der Erkrankung hängt von diesem Medikament ab. Dann ist das die abhängige Variable.

Dependenz – die Abhängigkeit einer Sache von einer anderen

Auch der Begriff der Dependenz bezeichnet ein Abhängigkeitsverhältnis. Gemeint ist damit, dass ein Umstand oder eine Sache einen anderen Umstand, eine Sache beeinflusst.

Dependenz wird in verschiedenen Zusammenhängen gebraucht.

  • die logische Dependenz, bei der eine Gedankenform von der anderen abhängt
  • die kategorische Dependenz, bei der es um die Beziehung von Ursache und Wirkung geht
  • die grammatische Dependenz, die die Abhängigkeit von zwei Wortformen zum Inhalt hat
  • Interdependenz meint das gegenseitige Beeinflussen von Menschen oder Dingen.

Independenz ist das Gegenteil der Dependenz. Laut Definition meint die Independenz, dass keine Abhängigkeit vorliegt, also Unabhängigkeit herrscht.

Über den Autor:

Mein Name ist Mathias Mücke und ich bin Autor und Inhaber von ScioDoo.

Das Ziel von ScioDoo ist es, dass du hier Informationen findest, welche du für deinen Alltag, Schule, Studium oder eine betriebliche Weiterbildung brauchst.

Aber nicht nur das...

Gleichzeitig will ich das Wissen recht unterhaltsam servieren, so dass du vielleicht mal wiederkommst.

Ich weiß selbst, dass dieser Ansprung enorm ist.

Aber deshalb arbeite ich auch jeden Tag an mir und an diesem Projekt, so dass du auch jeden Tag neues kostenloses Wissen bekommst.

Nicht schlecht, oder?

Also bis später vielleicht.

LG Mathias Mücke


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