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5 Gründe, weshalb weibliche Hyänen einen Pseudopenis haben


hyäne pseudopenis

Bildquelle: www.pixabay.com



Ja, du hast richtig gelesen.
Bei den Tüpfelhyänen haben die Männchen und die Weibchen einen Penis.
Klingt total irre, oder?
Dies hat aber einen Grund.

So ein Hyänen Pseudo Geschlechtsorgan ist verbreitet unter Tieren

Man nennt dieses Phänomen Maskulinisation.
Gemeint ist, dass sowohl die weiblichen – als auch die männliche Tiere – männliche Geschlechtsorgane besitzen.

Kurios ist bei den weiblichen Hyänenpenis auch, dass dieser erigiert werden kann.
Er ist somit in der Lage zu verhärten, was für einen Geschlechtsakt notwendig wäre.

Lange Zeit glaubte man, dass Hyänen Zwitterwesen seien.
Aber Zwitter besitzen sowohl männliche, als auch weibliche Geschlechtsorgane – welche völlig funktionsfähig sind.
Bei tierischen Zwitterwesen gibt es somit kein männlich und kein weiblich.

Hyänen sind da anders.
Denn es gibt sowohl männliche Hyänen, als auch weibliche.
Ungewöhnlich ist nur das zusätzliche Glied der Weibchen.

Hier sind 5 Gründe, warum weibliche Hyänen einen Penis haben.

1. Der Hyänen Pseudopenis dient als Schutz

Am ausgeprägtesten ist dieser Pseudopenis bei den weiblichen Tüpfelhyänen, welche in Afrika leben.
Hier erreicht das weibliche Glied circa 90 % der Länge, eines männlichen Tieres.

Kurioserweise unterscheiden sich bei dieser Hyänen Unterart, die Weibchen am deutlichsten von den Männchen.
Und zwar in Größe, Gewicht, Kraft und Stellung.
Bei keiner der anderen drei Hyänenarten (Streifenhyäne, Schabrackenhyäne und Erdwolf) gibt es so einen Größenunterschied zwischen den Geschlechtern.

Jetzt glaubst du sicherlich, dass die Weibchen viel kleiner sind – als die Männchen.
Weit gefehlt. Die Männchen sind kleiner, schwächer und rangniedriger.
Auch das größte unter den Männchen könnte es kaum mit einem rangniedrigem Weibchen aufnehmen.

Dennoch ist der Pseudopenis ein Schutzorgan für die Weibchen.
Denn im Tierreich geht es meistens nicht fair zu.
Und so kommt es bei einigen Tierarten dazu, dass sich mehrere Männchen zusammenschließen und ein Weibchen körperlich überfallen.
Bei diesen Tierarten mit unterlegen Männchen, zwingen mehrere Tier das Weibchen zum Geschlechtsakt.

Bei Hyänen geht das nicht.

2. Der Pseudo Penis der Hyäne ist ein Keuschheitsgürtel

Es ist dem Männchen nicht möglich, ein Weibchen – ohne deren Zustimmung zu besteigen.
Um den Geschlechtsakt zu vollziehen, muss das Männchen ziemlich tief unter das Weibchen krabbeln.

Dabei berühren sich beide Geschlechtsteile.
Und schließlich dringt das männliche Glied in den weiblichen ein.
Komisch oder?

Bevor du jetzt völlig durchdrehst…
Der weibliche Hyänenpenis ist kein echter Penis.
Er sieht so aus, wie einer und kann erigieren (verhärten).
Mehr kann er nicht.

Eigentlich handelt es sich um einen ziemlich großen Kitzler.

3. Der Hyänen Penis als Geschlechtsorgan der Weibchen

Die weiblichen Hyänen besitzen keinen Scheidenvorhof und keine Vulva.
Und auch der Gebärmutterhals ist sehr kurz und eigentlich kaum zu erkennen.

Eine Vagina hat die weibliche Hyäne zwar.
Doch diese verschmilzt aber direkt mit der Harnröhre.
Dies ist ähnlich, wie bei einem männlichen Penis – bei dem Samenleiter und Harnröhre ebenfalls in einen Eingang münden.

Dennoch ist es ihr Geschlechtsteil.
Aus der Klitoris heraus, entspringt dann der übergroße Kitzler – welcher erigiert wird.
Zwei Fettkörper, welche aus den Schamlippen herausgebildet sind – bilden zudem noch ein Sack.

Das Problem dabei ist sicherlich der Geschlechtsakt.
Zwar sind die Weibchen durch männliche Übergriffe geschützt – dennoch müssen sich beide Penise vereinigen.
Dies ist sicherlich schmerzhaft, wenn der männliche in den weiblichen eindringt.

Aber das viel größere Problem ist die Geburt.
Da es keine anderen Geschlechtsorgane bei den Weibchen gibt, erfolgt auch die Geburt über den Pseudopenis.

Dann ist es ganz logisch, dass dies sehr schmerzhaft sein muss.
Meistens reißen diese komplett auf und benötigen nach der Geburt – Wochen und Monate, um zu heilen.

4. Der Pseudopenis beim Hyänenweibchen dient zur Begrüßung

Hyänen begrüßen sich, wie Menschen auch, sehr förmlich.
Natürlich können sie sich nicht gegenseitig die Hand schütteln.

Aber zwei Tiere stellen sich nebeneinander hin.
Und zwar Kopf an Po und Po an Kopf.
Mitunter hast du ähnliches Verhalten schon einmal bei Hunden oder Katzen gesehen.

Aber jetzt kommt’s….
Das rangniedrigere Tier hebt sein Hinterbein und das Ranghöhere darf zwischen seinen Beinen schnuppern.
Dabei ist der Penis ebenfalls erigiert und ein Zeichen der Unterwerfung.

Falls du die Möglichkeit hast, in einem Zoo – Hyänen zu beobachten – schau dir ihr Schnupperverhalten an.
Das dominante Tier schnuppert und das unterlegene lässt an sich herumschnuppern.
Cool oder?

Bleibt natürlich die Frage…

Warum haben weibliche Hyänen einen Penis

Wie sie ihn nutzen und welchen Zweck dieser erfüllt, hast du erfahren.

Aber warum machen es Hyänen nicht auf die herkömmliche Art?
Oder handelt es sich einfach um ein Relikt, welches die Evolution vergessen hat?

Erst einmal…
Die Evolution vergisst nie etwas.
Alles hat einen gewissen Grund und beim Pseudopenis wird es diesen geben.

Anzunehmen ist, dass die weiblichen Tiere einen größeren Schutz erfahren.
In einer weiblich dominierten Gesellschaft können sich die Weibchen dennoch niemals voll und ganz vor männlichen Übergriffen schützen.

Bei den Hyänen ist das anders.
Wenn die Weibchen sich zu 100% aussuchen können, mit welchem Partner sie sich paaren – ist dies Macht.
Nicht nur irgendeine anerzogene oder kulturelle Macht, sondern vollkommene Macht.

Die Natur wollte sicherlich, dass weibliche Tüpfelhyänen die höchste Stellung im Rudel genießen.
Und um dies zu erreichen, hat sie einen möglichen Übergriff durch Männer – einen Riegel vorgeschoben.
Somit werden die Weibchen immer einen größeren Einfluss auf die Gesellschaft haben.
Dies dient den Jungtieren und unterstützt somit auch das Überleben der Art.

Weiterhin denkbar ist, dass Keime und Bakterien ausgeschlossen werden sollen.
Denn durch den Verschluss können nur erschwert Bakterien in die Geschlechtsorgane oder in die Geburtsorgane vordringen.

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