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Warum verändert Helium die Stimme: Ursache und Effekte


Du kennst das…
Da steht so ein Helium Kanister auf irgendeiner Feier herum und alle nehmen erst einmal einen richtig tiefen Atemzug.
Herauskommt dann eine Mickey Mouse Stimme.
Cool, oder?

Aber warum wird unsere Stimme höher, sobald wir Helium einatmen?
Die kurze Antwort lautet:
Helium ist leichter als Luft und dadurch bewegen sich die Stimmbänder schneller.
Dadurch entsteht eine höhere Tonlage.

Falls dir das nicht reicht, gibt es noch eine ausführliche Variante.
Und glaube mir bitte…. Die ist spannend, da hier drei Wissenschaften, nämlich Biologie, Chemie und Physik auf einmal wirken.

Warum macht Helium die Stimme hoch?

Beginnen wir mit Bio…
In deinem Hals stecken Stimmbänder.
Jedes Mal, wenn du sprichst oder Geräusche machst – geraten diese in Bewegung.
Sie schwingen und dadurch kommt es zu Schallwellen.

Wie hoch deine Stimme ist, hat etwas mit der Länge der Stimmbänder zu tun oder mit der Frequenz, wie schnell sie schwingen.

  • Lange Stimmbänder erzeugen niedrige Frequenzen und tiefe Töne, da diese behäbiger sind.
  • Kurze Stimmbänder erzeugen hohe Frequenzen und hohe Töne, da diese schnell hin und herschwingen.

Also halten wir fest…
Bewegen sich Stimmbänder schneller, werden hohe Töne erzeugt.
Und falls sie sich langsamer bewegen, fällt die Stimme tiefer aus.
Übrigens ist dies auch das Phänomen beim Stimmbruch in der Pubertät.

Kommen wir zum Ohr und seinen Schwingungen.

Geräusche hören wir immer dann, wenn unser Hörapparat entsprechend stimuliert wird.
Und diese Stimulation findet über die Schallwellen, welche von den Stimmbändern erzeugt wurden, statt.

Denn wie jede andere Welle auch, hat die Schallwelle Berge und Täler.
Und so trifft ein Berg auf dein Trommelfell und bringt es zum Schwingen.
Dies ist das gleiche Phänomen, wie zuvor beim Sprecher und seinen schwingenden Stimmbänden.

Und natürlich haben die Wellen unterschiedliche Frequenzen.
Das bedeutet, dass die Wellenberge – welche auf dein Trommelfell einwirken – unterschiedlich hoch sind.

Diese unterschiedlichen Höhen bewirken wiederum, dass dein Trommelfell unterschiedlich stark schwingt.
Und so gibt es:

  • niedrige Frequenzen mit langsamen Schwingungen, welche wir als tiefe Töne wahrnehmen
  • und hohe Frequenzen mit schnellen Schwingungen, welche in unserem Ohr hohe Töne erzeugen

So das war’s dann mit der Physik und der Biologie.
Gar nichts so schlimm, oder?
Also kommen wir zur Chemie.

In Helium können Schallwellen schneller schwingen

Wie sich Schallwellen verbreiten, hängt auch mit dem Luftwiderstand zusammen.
Hat die Luft eine hohe Dichte, ist der Widerstand entsprechend hoch.

Das bedeutet dann, dass die Schall-Frequenzen abnehmen und Töne werden dumpfer und tiefer.
Ist die Dichte aber gering, herrscht kaum Widerstand und Schallwellen können ungehinderter durch den Raum gleiten.
Somit bleiben Frequenzen bzw. Wellenberge erhalten.

Aber nicht nur das….
Durch den geringeren Widerstand beim Helium entsteht auch kein Luftwiderstand in den Stimmbändern.
Dadurch, dass das Helium eine geringere Dichte hat – können auch die Stimmbänder ungehinderter schwingen.
Das heißt dann, hohe Frequenzen durch schnelle Schwingungen der Stimmbänder.
Und dies wiederum bedeutet eine hohe Stimme im Mickey Mouse Stil.

PS…
Falls du eine tiefe Stimme haben willst, musst du deine Stimmbänder langsamer schwingen lassen.
Dies funktioniert, indem du Edelgas einatmest, welches eine höhere Dichte als Luft hat.


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