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Warum Bäume ihre Blätter im Herbst und Winter verlieren und in Großstädten es zu Verwirrungen kommt


Jeden Herbst färben sich die Blätter vieler Bäume, um irgendwann abzufallen.
Im Winter sind sie dann oft völlig kahl und irgendwann im Frühjahr schlagen die Bäume wieder aus.

Du hast dich bestimmt schon oft gefragt, warum das so ist.
Dann wirst du bestimmt erstaunt sein, wie Bäume funktionieren und was es mit dem Abwurf der Blätter auf sich hat. Schauen wir uns die Welt der Bäume und ihr Innenleben ein wenig genauer an. Es lohnt sich, denn Bäume können viel mehr, als du das einer Pflanze vielleicht zugetraut hättest.

Welche Bäume färben ihre Blätter denn im Herbst?

Unter dem Oberbegriff Baum verbergen sich zwei völlig unterschiedliche Familien.
Die einen Bäume sind die Nadelbäume, von denen wir einige als Weihnachtsbäume nutzen. Darunter befinden sich unter anderem die Tanne, die Kiefer und die Lärche. Dann wiederum gibt es Laubbäume, zu denen wir Bäume wie Buche, Eiche oder auch Ahorn zählen. Selbstverständlich gehören auch die heimischen Obstbäume zu den Laubbäumen. Es sind also die Laubbäume, die ihre Blätter im Herbst färben. Die Nadelbäume sind immergrün. Das heißt, sie behalten ihr Nadelkleid in allen Jahreszeiten, auch wenn es im Sommer wesentlich üppiger sprießt.

Wie Laubbäume funktionieren

Laubbäume unterliegen einem jahreszeitlichen Kreislauf.
Jahr für Jahr macht ein Baum zur gleichen Jahreszeit dasselbe. Im Winter hält er, ähnlich wie manche Tiere, eine Art Winterschlaf ab. Er hat seinen inneren Akku jetzt ganz runtergeschaltet. Der Baum hält Winterruhe ab, damit ihm der Frost nichts anhaben kann.

Im Frühjahr, wenn der Baum merkt, dass es wärmer und wärmer wird, schlägt er aus.
Das Wachsen von neuen Zweigen, Trieben und Blättern wird nämlich ausschlagen genannt. Im Sommer trägt der Baum Früchte, Beeren oder Samen, denn er möchte seine Art ja erhalten. Im Herbst färbt er scheinbar seine Blätter bunt und im Winter hat er sie längst alle abgeworfen. Dieser Ablauf wiederholt sich Jahr für Jahr. Manche Bäume können mehrere hundert Jahre alt werden. Dann wiederholt sich dieser Ablauf mehrere hundert Mal.

Warum färben sich die Blätter am Baum?

Der Laubbaum besitzt eine innere Uhr, die ihm anzeigt, wie er sich am besten zu verhalten hat.
Er hat kleine Pigmentzellen, die temperatur- und lichtempfindlich sind. Daran merkt der Baum, dass es so langsam Herbst wird. Seine Blätter erscheinen uns im Frühjahr und im Sommer grün. Doch nun, im Herbst, beginnen sie auf einmal, in allen Rot- und Brauntönen zu leuchten.

Was ist da passiert?
Grün erscheinen die Blätter durch ihren natürlichen Farbstoff Chlorophyll. Doch eigentlich hat das Blatt, in dem Grün, auch schon andere Färbungen, versteckt. Die sehen wir bloß nicht, weil das grüne Chlorophyll sie überdeckt.

Das Chlorophyll der Bäume nennt man übrigens auf Deutsch Blattgrün.
Es hat eine ganz wichtige Aufgabe, die es während der frostfreien Periode des Jahres erfüllt. Diese Aufgabe besteht darin, Kohlendioxid aus der Luft aufzunehmen, umzuwandeln und als Sauerstoff wieder abzugeben. Das bedeutet praktisch, der Baum nimmt schlechte, verbrauchte Luft auf und gibt saubere ab.

Im Herbst merkt der Baum nun, dass er zu wenig Licht bekommt und dass es nachts immer kälter wird. Also beschließt er, auf Sparflamme zu leben, bis es im Frühjahr wieder frostfrei ist. Er zieht das Chlorophyll aus den Blättern und lagert es in seinem Stamm über den Winter ein. Da nun die grüne Farbe der Blätter fehlt, siehst du jetzt auch die anderen Farben, die vom Grün verdeckt gewesen waren.

Warum werfen Bäume ihre Blätter ab?

Die Blätter des Laubbaums haben aber noch eine weitere Aufgabe.
Der Baum zieht mit seinen Wurzeln Wasser aus der Erde. Wenn er zu viel Wasser gespeichert hat, gibt er es über die Blätter wieder ab, wo es in der Luft verdunstet.

Aber jetzt, wenn es kälter wird, braucht der Baum nicht mehr so viel Wasser.
Er verschließt seine Wasseradern im Stamm und in Ästen und Zweigen. Die Folge davon ist, dass die Blätter nun nach und nach vertrocknen und schließlich zu Boden fallen. Viele Blätter haben nun kaum noch Halt und die ersten Herbststürme wehen sie davon. Die meisten Laubbäume haben bis Weihnachten keine Blätter mehr.

Aber es gibt auch ein paar Ausnahmen, denn bei manchen Laubbaumarten werden die Blätter zwar braun, aber sie fallen nicht ab. Das geschieht zum Beispiel bei Eichen, die ihre vertrockneten Blätter noch festhalten, wenn im Frühjahr schon die neuen Triebe kommen.

Gesunde Bäume sind wichtig für die Umwelt

Wir leben im Industriezeitalter, was bedeutet, dass sich unsere Welt vor rund zweihundert Jahren zu verändern begann. Forscher und Erfinder machten immer mehr Entdeckungen und sie entwickelten Maschinen. Die ersten großen Fabriken wurden gebaut und viele Menschen zogen vom Land in die Stadt.

Was aber hat das mit den Bäumen zu tun?
Sehr viel, denn Bäume sind unsere Lebensversicherung, wenn es um saubere Luft geht. In den letzten Jahrhunderten haben wir Menschen sehr stark in die Natur eingegriffen. Es wurden viele Bäume gefällt, weil Holz ein sehr begehrter Werkstoff ist. Außerdem wurden alte Wälder gerodet, um Platz für Industrie und Landwirtschaft, aber auch für den Bau von Wohnsiedlungen zu gewinnen. Wo Wald ist, muss dieser nicht unbedingt gesund sein. Durch die Schornsteine der Fabriken werden viele Abgase und Schmutzpartikel abgelassen.

Der saure Regen schadet den Bäumen

Diese Schadstoffe sammeln sich in der Feuchtigkeit der Wolken.
Schließlich kommen sie vor allen Dingen in den Mittelgebirgen als sogenannter saurer Regen wieder herunter. Das schadet den Bäumen ganz massiv, vor allen Dingen Nadelbäume sind davon betroffen.

Großstadt Bäume werfen zu unmöglichen Zeiten ihre Blätter ab

Ein anderes Problem, das die Bäume mit uns Menschen haben, ist die Lichtverschmutzung in den Städten. Unter Lichtverschmutzung versteht man, dass einfach zu viele Lichter draußen brennen. Dieses Licht irritiert die Bäume und ihre innere 24-Stunden-Uhr kann aus dem Takt kommen. Somit sind die Pigmentzellen in den Blättern, welche dem Baum sagen, welche Jahreszeit gerade ist – stark gestört.

Dies ist der Grund, warum Bäume in Großstädten, ihre Blätter oftmals zu ungewöhnlichen Zeiten abwerfen.
Denn anders als in der Natur werfen Großstadtbäume ihre Blätter oft erst im Winter ab. Oder deren Zeitempfinden ist über die Jahre so gestört, dass sie die Blätter sogar schon im Frühjahr abwerfen.
Auch grüne Blätter können die Bäume dann verlieren. Ihre innere Uhr ist durch Straßenlaternen, Hausbelichtung usw. komplett durcheinander geraten.

Der Baum ist ein großer Freund und Helfer des Menschen, der Tiere und der gesamten Umwelt. Sogar unser Klima hängt davon ab, dass es genügend Bäume auf der Welt gibt. Deshalb sollten wir auf die Bäume und auf unsere gesamte Umwelt gut achtgeben, damit auch unsere Kinder, Enkel und Urenkel noch gute Lebensbedingungen auf der Erde vorfinden.

Über den Autor:

Mein Name ist Mathias Mücke und ich bin Autor und Inhaber von ScioDoo.

Das Ziel von ScioDoo ist es, dass du hier Informationen findest, welche du für deinen Alltag, Schule, Studium oder eine betriebliche Weiterbildung brauchst.

Aber nicht nur das...

Gleichzeitig will ich das Wissen recht unterhaltsam servieren, so dass du vielleicht mal wiederkommst.

Ich weiß selbst, dass dieser Ansprung enorm ist.

Aber deshalb arbeite ich auch jeden Tag an mir und an diesem Projekt, so dass du auch jeden Tag neues kostenloses Wissen bekommst.

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Also bis später vielleicht.

LG Mathias Mücke


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