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Zahnformel: Funktionsweise, Bedeutung, Beispiel und Aufbau


Die Zahnformel beschreibt eindeutig die verschiedenen Zähne im Gebiss eines Säugetiers. Du siehst aus der Zahnformel die jeweilige Anzahl der Zähne und ob der Zahn im Ober- oder Unterkiefer sitzt.

Mit so einer Zahnformel vergleicht man in der Zoologie verschiedene Arten miteinander.

Zahnformel: Wie werden Zähne beschrieben?

Es gibt vier Abkürzungen in der Zahnformel:

  • I für Schneidezahn (Incisivus),
  • C für Eckzahn (Caninus).
  • P für Vorbackenzahn (Prämolar),
  • M für Backenzahn (Molar).

In der Regel wird nur eine Hälfte des Kiefers dargestellt, da alle Säugetiere spiegelsymmetrische Gebisse haben. Du kannst den Kiefer durch eine senkrechte Linie in zwei gleiche Hälften teilen.

Wie werden Ober- und Unterkiefer dargestellt?

Die Zähne des Ober- und Unterkiefers sind bei der Darstellung der Zahnformel durch einen Strich getrennt. Über dem Strich steht die Anzahl der verschiedenen Zähne des halben Oberkiefers. Unter dem Strich steht die Anzahl der verschiedenen Zähne des halben Unterkiefers.

Ober- und Unterkiefer haben häufig unterschiedliche Anzahl von Zähnen. Deshalb stellt man Ober- und Unterkiefer getrennt dar.
Vor der Anzahl der Zähne steht der jeweilige Buchstabe (I, C, P oder M).

Zahnformel beim Hund

Schauen wir uns zum besseren Verständnis das Gebiss eines Hundes an: Ein erwachsener Hund hat 42 Zähne. Jede Hälfte des Oberkiefers besitzt drei Schneidezähne (Buchstabe I), einen Eckzahn (Buchstabe C) und vier vordere Backenzähne (Buchstabe P). Im Oberkiefer hat der Hund zwei hintere Backenzähne, im Unterkiefer drei hintere Backenzähne (Buchstabe M).

  • Oberkiefer I3 (3 Schneidezähne), C1 (1 Eckzahn), P4 (4 vordere Backenzähne) M2 (2 hintere Backenzähne).
  • Unterkiefer I3 (3 Schneidezähne), C1 (1 Eckzahn), P4 (4 vordere Backenzähne) M3 (3 hintere Backenzähne).

Das bedeutet…

  • Oberkiefer: I3 E1 P4 M2 Unterkiefer: I3 E1 P4 M3
  • 10 Zähne im halben Oberkiefer, 20 Zähne im ganzen Oberkiefer
  • 11 Zähne im halben Unterkiefer, 22 Zähne im ganzen Unterkiefer.
  • 20 Zähne (Oberkiefer) + 22 Zähne (Unterkiefer) ergibt 42 Zähne im Hundegebiss.

Wie lassen sich Gebisstypen bestimmen?

Die Zähne sind für die erste Zerkleinerung der Nahrung notwendig. Die Art des Gebisses, die Form der Zähne und ihre Anordnung im Kiefer sind perfekt an die jeweilige Ernährung von Tieren angepasst.

Das Gebiss eines Fleischfressers

Das Gebiss eines Jaguars ähnelt stark dem eines Hundes. Beide sind Fleischfresser. Typisch für Landraubtiere sind die vier dolchartigen, leicht gekrümmten Eckzähne (zwei im Oberkiefer, zwei im Unterkiefer). Die Eckzähne (oder Fangzähne) überragen alle übrigen Zähne. Mit den Eckzähnen ergreifen Fleischfresser ihre Beute und halten sie fest.

Der zweite typische Zahntyp bei Raubtieren ist der – ebenfalls sehr scharfe – Reißzahn. Reißzähne sind im oberen und unteren Kiefer vorhanden. Im Oberkiefer ist es der vierte Vorbackenzahn (P), im Unterkiefer der 1. Backenzahn (M). In dieser Zahnformation sitzt die meiste Muskelkraft. Damit kann ein Raubtier Knochen knacken und große Stücke Fleisch aus der Beute herausreißen.

Die Backenzähne sind bei Raubtieren nicht ausgeprägt entwickelt. Raubtiere können große Stücke Fleisch fast unzerkaut verschlingen. Das hochwertige Fleischprotein muss nicht fein zerkaut werden, um verdaut zu werden.

Das Gebiss eines Nagetiers

Nagetiere wie das Eichhörnchen oder der Biber sind vorwiegend Pflanzenfresser. Sie fressen Beeren, Nüsse, Samen oder die Rinde von Bäumen. Deshalb haben Nagetiere vier ausgeprägte Vorderzähne, die Nagezähne.

Die Nagezähne sind viel größer als die anderen Zähne und leicht gekrümmt. Die Tiere knacken damit die harte Schale von Nüssen oder (Biber) können sogar Baumrinde abnagen. Die Nagezähne nutzen sich ständig ab und wachsen deshalb ständig nach.

Die Form der Backenzähne unterscheidet sich bei verschiedenen Nagern, da Nager verschiedenes Futter zermahlen (Nüsse, Getreide, Samen…). Nagetiere haben keine Eckzähne, da diese bei der Mahlbewegung hinderlich wären.

Das Gebiss eines Pflanzenfressers

Reine Pflanzenfresser wie Kuh oder Schaf sind häufig Wiederkäuer. Sie kauen und schlucken ihre Nahrung, würgen sie nach einiger Zeit wieder hoch und kauen sie ein zweites Mal. Wichtig ist, dass die Nahrung zu Brei zerkleinert wird.

Pflanzenfresser haben starke, breite, raue Backenzähne, um die Nahrung gründlich zu zermahlen und zu raspeln. Wiederkäuern haben im Oberkiefer weder Schneidezähne noch Eckzähne. Stattdessen befindet sich dort eine feste Hornplatte. Die Tiere können mit der Hornplatte und den unteren Schneidezähnen sehr schnell und effektiv Gras oder Blätter abreißen.

Das Gebiss eines Allesfressers

Allesfresser wie der Dachs fressen Fleisch (wie Regenwürmer und Schnecken), aber auch pflanzliche Kost wie Obst oder Pilze. Allesfresser haben spitze Eckzähne, um ihre Beute festzuhalten. Die pflanzliche Kost wird von breiten Backenzähnen zerkleinert.

Das Gebiss eines Insektenfressers

Insektenfresser wie Igel, Maulwurf oder Spitzmaus haben meist 44 Zähne. Diese sind relativ einheitlich, es gibt keine besonderen Zahnformen wie bei Raub- oder Nagetieren. Die Eckzähne sind häufig spitz, um Insekten oder Schnecken festzuhalten. Zähne von Insektenfresser besitzen spitze Höcker, um Panzer (Käfer) aufzubrechen.


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