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Wie wurden Jahre vor Christus gezählt


Seit Christi Geburt zählt die Menschheit den Tag, die Wochen, die Monate und Jahre auf und erhält dadurch eine Kalenderzeit. So die Geschichte.

Doch was ist mit der Zeit vor Christi Geburt.
Wie haben die Menschen damals die Zeit gezählt?
Wurde überhaupt gezählt oder hat man die Zeit lediglich rekonstruiert?
Diese Fragen möchte ich in diesem Beitrag beantworten.

Unsere Kalenderzeit geht auf die alten Römer zurück.

Nun erst einmal war Christi Geburt niemals der Startschuss für eine neue Zeitrechnung.
Denn die Zeitrechnung basiert auf eine Erfindung im römischen Reich. Und aus der Geschichte weiß man, dass Christus ursprünglich als Ketzer galt, welcher ans Kreuz genagelt wurde.
Somit haben die Römer, der damaligen Zeit, Jesus Christus sicherlich nicht verehrt und mit seiner Geburt auch keine neue Zeitrechnung begonnen.

Tatsächlich wurde den Menschen erst viel später klar, welche Bedeutung Jesus Christus hatte und man rekonstruierte eine Zeitrechnung bis zu seiner Geburt. Dies geschah somit erst 300 bis 400 Jahre später.
Dabei unterliefen den Gelehrten auch Rechenfehler, weshalb Christus Geburt nicht im Jahre Null war – sondern eigentlich im Jahre 4 oder 6.

Wieso diese Abweichung?
Weil es eben verschiedene Möglichkeiten gab die Zeit zu rekonstruieren.
Und alle diese Rekonstruktionsversuche gingen von unterschiedlichen Annahmen aus.

Die Zeit vor Christus Geburt wurde rückwärts gezählt

Ursprünglich hatte die Kalendereinführung etwas mit Geld zu tun.
Denn das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Schuldbuch.
Die Römer legten ein Zählsystem an, um Schuld- und Zinszahlungen zu einem bestimmten Stichtag einzufordern.
Dabei orientierten sie sich ursprünglich an Mondphasen, weshalb das heutige Wort Monat auch vom Wort Mond abstammt.

Später, nachdem das Christentum im Jahre 391 zur Staatsreligion Roms erhoben wurde, begann man damit eine neue Zeitrechnung zu etablieren.
Die Römer, welchen den größten Einfluss auf den christlichen Kalender hatten, legten als Startdatum die Gründung Roms fest. Dies taten sie allerdings erst im 4. Jahrhundert nach Christi Geburt und rechneten dann zurück.

Rom soll im Jahr 753 v. Chr. gegründet worden sein.
Dies bedeutet, dass die Römer bei der Erstellung einer neuen Zeitrechnung rund 1.000 Jahre rekonstruieren mussten.
Dass es damals zu Abweichungen kommen musste, war mehr als verständlich.

Die Griechen, welche ebenfalls eine Zeitrechnung hatten, legten als Startdatum das Jahr 776. v. Chr. fest.
Dies war das Jahr der ersten olympischen Spiele und somit zählten die Geschichtsschreiber die Olympiazyklen und nutzten diese zur Orientierung.

Die Zeit vor Christi Geburt wurde nach Regierungszeiten berechnet.

Dass man ständig eine neue Zeitrechnung begann, war nicht neu in der Geschichte.
Die Römer taten es beim Antritt eines jeden neuen Herrschers. So wurde bei der Krönung eines Monarchen sofort auch das Jahr 1 der neuen Zeit angesetzt. Als später das Christentum zur einzig wahren Religion wurde, beschloss man – dass Jesus Christus der geistige Herrscher der Menschen sei. Und so begann man, dass Kalendersystem auf dieses Ursprungsdatum auszurichten.

Da es Aufzeichnungen darüber gab, welche Herrscher wie lange gelebt hatten, war es möglich das Datum Christi Geburt in Etwa zu rekonstruieren.

Weitere Zeitrechnungen

Nun ist es so, dass es heutzutage auch Zeitangaben für die chinesische Geschichte oder den islamischen Ursprüngen gibt. Diese Geschichtsdaten basieren auf dem gleichen System der Rückrechnung.
Dennoch gibt es Unterschied beim Ursprungsdatum.

Die Chinesen konnten ihre Zeitrechnung, anhand der Rückrechnung auf Regierungszeiten, bis ins 8. Jahrhundert nachvollziehen. Bei den Japanern ist der Beginn der Zeitrechnung das Jahr 660 v. Chr., als der erste japanische Kaiser Jimmu sein Amt antrat. Noch heute bezeichnen die Japaner die Amtszeit ihres Kaisers als Heisel und widmen ihm damit eine ganze Epoche.

Bei den Buddhisten begann die Zeitrechnung mit dem Todestag Buddhas im Jahre 1.
Und bei Hindus beginnt ihr Kalender mit dem Geburtsjahr ihres Gottes Brahma.

Über den Autor:

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