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Kirchenstaat

Der Kirchenstaat ist der Vorgängerstaat von Vatikanstadt, welcher ab dem Jahr 756 und bis zum 6. Oktober 1870 existierte. Es war das weltliche Herrschaftsgebiet des Papstes, welches Teile von Mittelitalien bis zur Küste der Adria umfasste. Die Legitimation eines Staatsgebietes, welches der Westkirche unterstellt war, geht auf viele Schenkungen von Königen und anderen Herrschern zurück.

Bereits im 6. Jahrhundert war der Papst einer der größten Grundbesitzer in Italien. Die Schenkungen basierten darauf, dass der Papst neue Herrscher als rechtmäßig anerkennen und seine Unterstützung zusichern würde. Damit würde ein Eroberer oder Thronanwärter den göttlichen Beistand genießen und das eroberte Volk hinter sicher bringen, wodurch Unruhen und Aufstände entgegengewirkt werden würde. Durch die Verknüpfung zwischen weltlicher und geistlicher Macht, entstand ein Bündnis. Die Kirche profitierte durch Ländereien und genoss den Schutz des weltlichen Herrschers. Und die weltlichen Herrscher verstanden sich als Beschützer des Christentums, wodurch ihnen Gottesbeistand und Legitimation zur Herrschaft zugesichert wurde.