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Freitag der 13: Warum 13 als Unglückszahl der Geschichte gilt


Die Dreizehn gilt in der westlichen Kultur als Unglückszahl.
So gibt es keinen dreizehnten Stock in Hochhäuser oder auf Kreuzfahrtschiffen. Auch in einem Flugzeug wirst du vergeblich die 13. Sitzreihe suchen. In England des 16. Jahrhunderts glaubte man, dass keine dreizehn Personen an einem Tisch sitzen sollten, da ansonsten jemand stirbt.

Und Freitag der Dreizehnte ist der Wochentag, an welchem regelmäßig große Unglücke geschehen.
Alles Aberglaube? Vielleicht.
Aber woher kommt der Glaube, dass 13 eine Unglückszahl ist?

In diesem Beitrag erfährst du, welchen Einfluss Mythologie, Christentum, Hollywood und Sprachkultur auf unseren Aberglauben hatten. Denn nur dadurch ist der Mythos vom Freitag und der Unglückzahl 13 entstanden.
Beginnen wir mit dem Freitag als Unglückstag.

Aberglaube zum Freitag als Unglückstag in Mythologien

Aberglauben hat immer etwas mit dem tatsächlichen Glauben, aus einer zurückliegenden Zeit zu tun.
Dieser rührt immer aus Geschichten und Mythen, welche sich die Menschen damals erzählten und woran sie auch tief und fest glaubten. So widmeten die Menschen, im antiken Rom, jeden Wochentag einem Gott.

Der Freitag war ursprünglich der römischen Liebesgöttin Venus gewidmet.
Dies erkennt man noch an der französischen Bezeichnung vendredi.
Die Germanen widmeten ihren Freitag der Göttin Freyja, welche ebenfalls eine Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin war.
Demnach bekam der Freitag bzw. Friday (im englischen) seinen Namen als Tag der Freyja.

Dies hatte weitreichende Folgen.
Denn immer, wenn ein Unglück an einem Freitag passierte, lastete man dies der Göttin an.
So wurden die unglücklichen Ereignisse auch mit dem Wochentag identifiziert.
Fiel also eine Ernte an einem Freitag schlecht aus oder das Haus brannte an einem Freitag ab – glaubten die Menschen, dass Freyja oder Venus missgünstige Göttinnen seien.

Und Freyja, die nordische Göttin des Freitags, war eine Kriegsgöttin.
Sie war ursprünglich als Liebesgöttin zu den nordischen Göttern gekommen und wandelte sich mit der Zeit in eine Totengöttin, welche Krieg und Unheil auf der Erde stiftete.
Dadurch, dass Mythologien immer geschichtliche Ereignisse abbilden, ist dies ein Indiz dafür – dass schreckliche Dinge an einem Freitag passiert sein mussten.

Der Freitag wurde somit zu einer Personifizierung und jedes Unheil, welches an einem Freitag passierte – lastete man diesem Wochentag an und verstärkte dessen Mythos.
Dass die nordische Mythologie einen großen Einfluss auf unsere Kultur ausübte, ist heute unumstritten.
Denn die deutsche Geschichte reicht bis zu den Germanen, den Wikingern, der Völkerwanderung.
Und die Tatsache, dass der Freitag heute immer noch so heißt, ist wahrscheinlich Beweis genug.

Freitag als Unglückstag in der christlichen Welt

Die Weichen, dass Menschen an Unglückstage glauben – wurden durch die Mythologien aus der vorchristlichen Welt bereits gestellt.
Erst im 4. Jahrhundert wechselte das römische Reich zum Christentum über.
Solange hat sich der Glaube an unglücksbringende Wochentage gestärkt.
Aber der Glaube an einen Unglücksfreitag ist auch in der christlichen Welt belegt.

Jesus Christus wurde zu Ostern ans Kreuz genagelt.
Dies war der Tag, an dem wir heute Karfreitag feiern. Daher gilt der Freitag als der Wochentag, an dem Jesus Christus starb.

Das Christentum, als einzige Religionsform, haben die Deutschen und Westeuropäer erst vor zwei oder drei Generationen hinter sich gelassen. Somit glaubten sehr viele Menschen damals und heute noch, an Gott, an die Wiederauferstehung und das Erbe Jesus Christus.
Der Freitag als Todestag ist somit fest in unserer Kultur verankert.

Die 13 als Unglückszahl in der Mythologie

Ähnlich wie die personifizierten Wochentage soll es, laut Mythologie, auch Unglückszahlen geben.
13 ist die Unglückszahl in der nordisch germanischen Mythologie.

12 Götter sollen zusammengesessen und den Tod ihres liebsten Gottes Baldur bedauert haben.
Loki, der zwielichtige Feuergott der germanischen und nordischen Sagenkultur, traf als 13 Gott in die Halle ein.
Er war es gewesen, welcher den Tod des Baldurs zu verantworten hatte. Und dennoch verspottete er die Götter, worauf sie ihn an einen Felsen fesseln ließen. Diese Fesselung erzürnte Loki dermaßen, dass er Rache schwor und laut nordischer Mythologie den Weltuntergang (Ragnarök) einleitete.

Eine Art Weltuntergang wird es wahrscheinlich, in Form eines Klimawandels oder Vulkanausbruches, tatsächlich gegeben haben.
Denn die einst friedlichen Bauern Skandinaviens konnten im 6. Jahrhundert ihre Äcker nicht mehr bestellen.
Das raue Klima im Norden zwang sie dann dazu, dass ihre Siedlungen regelmäßig verließen und zu Raubzügen nach England und Frankreich aufbrauchen. Diese Zeit ging als Wikingerzeitepoche ein und hatte starken Einfluss auf ganz Europa.

Und auch die Menschen in Mitteleuropa erlebten diese Zeit als Klimaveränderung und Umbruch.
So kam es zur großen Völkerwanderung ab dem vierten Jahrhundert.
Laut Mythologie und der damit verbundenen Geschichte gilt die Zahl 13 somit als Beginn des Weltunterganges.

Die 13 als Unglückszahl im christlichen Glauben

Komischerweise findet man die 13, wie auch den Freitag, als Unglücksbringer nicht nur in der Mythologie – sondern auch in der Religion.

Jesus Christus soll beim letzten Abendmahl, welches am Tag vor Karfreitag war, mit seinen 12 Jüngern gespeist haben.
Judas, welcher später als der Verräter in die Geschichtsbücher einging, soll sich als 13. Apostel dazu gesellt haben.
Ihm hatte es Jesus Christus zu verdanken, dass er am nächsten Tag am Kreuz starb.

So gibt es in unserer westlichen Kulturwelt zwei Indizien darauf, weshalb die Zahl 13 als Unglückszahl gilt.
Dazu gesellt sich der Karfreitag als Todestag und die Kombination aus beiden, ergibt den unglücklichen Wochentag.

Freitag der 13 als Börsencrash

Freitag der 13. ist ein Buch des amerikanischen Börsenmaklers Thomas William Lawson.
In diesem Buch beschreibt er einen fiktiven Börsencrash und nennt dabei Freitag den 13. als Datum und Buchtitel.

Tatsächlich war der große Börsencrash am 24. Oktober 1929, welcher als schwarzer Donnerstag in die Geschichte einging. Die Erzählung, dass am Freitag danach sich die Spekulanten aus dem Fenster stürzten, passierte also an einem Freitag den 26. Somit konnte der Mythos nicht bestätigt werden.

Aber das Buch „Freitag der 13.“ hatte einen großen Erfolg und wurde auch verfilmt.

Freitag der 13. als Unglückskultur in Hollywood

Heute wird dies nicht mehr so deutlich.
Aber Filme hatten einmal einen erheblichen Einfluss auf die Emotionen und die Denkkultur von Menschen. Und so auch die Verfilmung des nie stattgefundenen Börsencrashs von Lawson.
Heutzutage erscheinen jeden Monat mindestens zwei neue Blockbuster, wodurch die Menschheit an Reizüberflutung leidet.

Welchen Einfluss früher Filme auf die Weltanschauung hatten, beweist der Film „Der weiße Hai“ aus dem Jahre 1975.
Vor 1916 hatte niemand Angst vor Haien. Die Menschen gingen ins Wasser und niemand glaubte, dass Haie eine Gefahr für den Menschen darstellen konnten. Dann kam es zu Haiangriffen in diesem Jahr und 1975 zu einer Verfilmung dieser Attacken. Seitdem sehen Menschen Haie, als Symbol für Gefahr und Bedrohung an.

Aber nicht nur das.
Das ganze Erscheinungsbild eines Haies wirkt auf Menschen furchteinflößend und beängstigend.
Hätte man vor einhundert Jahren einen Menschen ein Hai-bild gezeigt, würde er dieses ganz anders und viel rationaler beschreiben.

Erst durch den Film vom weißen Hai hat sich in unserem Gedächtnis ein sogenanntes Referenzbild manifestiert. Dies ist ein psychologisches Grundkonzept, wonach wir alle Reize mit bestimmten abgespeicherten Bildern im Kopf vergleichen. Und dies führt dazu, dass alles was so ähnlich aussieht, wie die Abbildung des Haies im Film – als Bedrohung erachtet wird.

Der Hai Mythos ist somit ein Aberglaube, welchem heute viele Menschen tatsächlich folgen.
Ähnlich ist es beim Wolf oder beim Bären. Geprägt wurde dieser Glaube durch Geschichten, Fernsehfilmen, Büchern oder anderen Überlieferungen.

Der fiktive Börsencrash, die Ereignisse am Freitag, die Mythologien der Zahl 13 und später die Horrorfilme vom Freitag den 13. hatten eine ganz ähnliche Wirkung.
Diese haben, den sowieso längst vorhandenen Geschichtsmythos, weiterhin verstärkt und den Aberglauben in unserer Kultur immer weiter verbreitet.

Über den Autor:

Mein Name ist Mathias Mücke und ich bin Autor und Inhaber von ScioDoo.

Das Ziel von ScioDoo ist es, dass du hier Informationen findest, welche du für deinen Alltag, Schule, Studium oder eine betriebliche Weiterbildung brauchst.

Aber nicht nur das...

Gleichzeitig will ich das Wissen recht unterhaltsam servieren, so dass du vielleicht mal wiederkommst.

Ich weiß selbst, dass dieser Ansprung enorm ist.

Aber deshalb arbeite ich auch jeden Tag an mir und an diesem Projekt, so dass du auch jeden Tag neues kostenloses Wissen bekommst.

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Also bis später vielleicht.

LG Mathias Mücke


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