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Warum sind Spielschulden immer Ehrenschulden


Warum sind Spielschulden Ehrenschulden

Spielschulden sind Verbindlichkeiten, welche beim Glücksspiel entstehen können. Diese werden als Ehrenschulden bezeichnet. Aber nicht nur Spielschulden sind Ehrenschulden, sondern auch Wettschulden. Warum dies so ist, erfährst du in diesem Artikel.

Was sind Spielschulden

Spielschulden entstehen bei einem Spiel, bei welchem Geld eingesetzt wird. Der Spieler setzt sein Geld auf einen bestimmten Spielausgang bzw. Ergebnis. Tritt dieses Spielergebnis ein, gewinnt der Spieler seinen Spieleinsatz zurück und erhält eine Prämie, in Höhe einer bestimmten Wett- oder Spielquote.

Die meisten Spiele, in welchen Gelder eingesetzt werden, sind Glücksspiele. Diese basieren auf dem Zufallsprinzip, wobei die Risiken – das Spiel zu verlieren, deutlich höher sind als die Gewinnchancen. Verliert ein Spieler seinen Geld-Einsatz nennt man dies Spielschulden. Die Abgrenzung zu anderen Schulden hat rechtliche Aspekte, wie weiter unten geschildert wird.

Was sind Wettschulden

Wettschulden sind Schulden, welche bei einer Wette entstehen können. Auch hier wird ein Wetteinsatz gegeben, um eine gewisse Endsituation oder ein Ergebnis vorauszuahnen und darauf zu wetten.

Die Wette ist demnach ebenfalls ein Spiel, basiert oftmals auch auf Zufall – da der Wettende nicht alle Variablen und Zustandsgrößen kennt, welche auf die Situation wirken. Demnach können auch bei einer Wette störende und einflussnehmende Faktoren wirken, welche das Wettergebnis beeinflussen.

Falls der Wettende seine eingesetzten Geldmittel verliert, hat er gegenüber dem Wettpartner eine Wettschuld.

Warum werden Spielschulden als Ehrenschulden bezeichnet

Glücksspiele sind in vielen Ländern verboten, in anderen Ländern werden sie stark reglementiert. So ist bspw. das Glücksspiel an Spielautomaten in Deutschland nur in Spielhallen erlaubt. Gaststätten können eine Genehmigung beantragen, müssen allerdings dafür Sorge tragen, dass die Spielenden über 18 Jahre alt sind. Gleiches gilt für Spiellokale. Der Zutritt wird nur volljährigen Personen gestattet.

In Deutschland und vielen anderen Ländern sind Spielschulden auch nicht gesetzlich geregelt. Da das Glücksspiel entweder verboten oder nur mit Genehmigung stattfinden kann, sind die dort entstandenen Spielschulden auch eine rechtliche Grauzone. Und weil man Niemanden für Spielschulden rechtlich belangen kann, haftet der Schuldner mit seiner Ehre.

Mit Ehre ist der sozialer Status einer Person gemeint. Oftmals geht Ehre mit Hochachtung oder Höherstellung einher. Hat jemand Schulden aus einem Glücksspiel erworben, kann man diese Person nicht verklagen oder auf anderen rechtlichen Wegen die Schulden eintreiben. Stattdessen muss man auf das Ehrenwort des Schuldners vertrauen, dass dieser seine Spielschulden zurückzahlt. Demnach sind Spielschulden auch immer Ehrenschulden.

Warum werden Wettschulden als Ehrenschulden bezeichnet

Die Wette ist, rechtlich gesehen, ebenfalls ein Glücksspiel. Demnach sind Wettschulden zugleich Spielschulden und können nicht auf rechtlichen Wege eingezogen werden. Stattdessen muss der Gläubiger darauf vertrauen, dass der Ehrenmann seine Schulden begleicht. Somit sind Wettschulden ebenfalls Ehrenschulden.

Warum funktioniert das Spielschulden-Ehrenschulden-Prinzip

Die Ehre ist ein sozialer Status, deren Verlust mit einem Gesichtsverlust gleichkommt. Verliert jemand seine Ehre, verliert er seinen sozialen Status, seine Anerkennung und Akzeptanz.

Im Wilden Westen funktionierte das Ehrprinzip so gut, dass sich Menschen gegenseitig erschossen haben, wenn die Ehre verletzt wurde. Hatte jemand Spielschulden musste er seine Ehre wiederherstellen und die Schulden begleichen. Tat er das nicht, wurde diese Person zu einer ehrlosen Person erklärt. Diese verlor den Rückhalt der Gesellschaft.

Warum ist der soziale Rückhalt so wichtig?
Menschen sind soziale Wesen, welche darauf vertrauen, dass ihnen die Gemeinschaft einen gewissen Schutz garantiert. In der Nahrungskette der Wildnis konnte die Menschheit nur aufsteigen, da diese als Gruppe agierte. Ohne Schutz von anderen, ist der Mensch ein hilfloses Wesen und steht in der Nahrungskette irgendwo auf den ersten Gliedern. Demnach ist dieses Schutzbedürfnis und der Instinkt dazugehören zu wollen, tief im menschlichen Genom verankert und ein Evolutionsvorteil gewesen.

Wenn man irgendwo einen Wolf sieht, hofft man instinktiv darauf, einen anderen Menschen zu treffen. Verläuft man sich im Wald, hofft man ebenso darauf, dass man andere Menschen trifft. Andere Menschen im Umfeld zu haben, ist demnach ein Bedürfnis – welches einen gewissen Schutz garantiert. Viele Menschen würden niemals in die Wildnis ziehen, einfach nur – weil die nächsten Nachbar viel zu weit weg wohnen.

Verliert man nun seine Ehre, verliert man den Rückhalt und den Schutz einer Gemeinschaft. Dies widerspricht dem menschlichen Grundbedürfnis, weshalb jeder darauf drängt seine Ehre wieder herzustellen.

Die Anerkennung und das Dazugehören sind demnach Instinkte oder Triebe, welchen jeder Mensch folgt. Die Wiederherstellung der Ehre ist so ein abgeleiteter Schutzinstinkt, welcher in Agrargesellschaften besser funktioniert als in hochentwickelten Gesellschaften. Der Grund dafür ist, dass der Einzelne in einer Zivilisation durch den Staat oder andere Institutionen geschützt wird. In früheren Gesellschaften garantierte der staatliche Überbau so einen Schutz nicht. (Siehe Wilder Westen). Die eigene Ehre war somit eine Garantie auf Schutz, auf Dazugehören und Ansehen.


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