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Angst


Angst ist ein erlebter Zustand, welcher als beklemmend und unangenehm wahrgenommen wird. Für das ängstliche Individuum stellt Angst eine Bedrohung dar, welche sich in physiologische Prozesse – wie Schwitzen oder Zittern, aber auch psychologische Handlungen – wie Kampf, Flucht oder Schreien – äußert.

Angst ist immer personell und somit ein Ich Zustand. Weiterhin ist Angst immer auf einen Umstand bzw. Sachverhalt bezogen, welcher für das Individuum als bedrohlich erscheint. So kann man Angst vor einer bestimmten Person haben, aber auch vor ganzen Personengruppen. Es gibt Verlustängste, wobei die Bedrohung durch Armut, Tod, Scheidung oder Ähnlichen manifestiert wird.

Furcht und Angst werden oftmals gleichgesetzt. Doch Furcht ist eine Reaktion auf eine mögliche spezifische Bedrohung. Man kann zum Beispiel Furcht vor Spinnen, Hunden, den Mobbern in der Schule oder Ähnliches haben. Furcht ist somit spezifisch auf ein bestimmtes Ereignis, Umstand bzw. Bedrohung bezogen. Angst wiederum ist ein Gefühl, welches global und unspezifisch ist. Dies bedeutet, dass das Wort Angst ein Sammelbegriff für alle Befürchtungen ist.

Angst als Basisemotion

Der US-amerikanische Psychologe Paul Ekman untersuchte verschiedene Emotionen und deren Ausprägung in sämtlichen Bevölkerungsschichten und Kulturen. Sein Ziel war es, bestimmte Basisemotionen zu definieren, welche demnach jeder Mensch besitzt. Er fand heraus, dass Angst in sämtlichen Kulturkreisen existiert und demnach eine evolutionäre Bedeutung besitzt und im menschlichen Gen verankert sein muss.

Wieso ist das so wichtig?
Nehmen wir das Gefühl der Eifersucht. Dieses erlebte Gefühl äußert sich bei einigen Menschen in körperlichen Beschwerden, wie zum Beispiel Magenschmerzen, Herzschmerzen oder Ähnlichem. Weiterhin werden durch Eifersucht auch psychische Prozesse und Handlungen hervorgerufen. Ist es deshalb eine Emotion?

Laut Ekmans Ergebnissen kommt dieses Gefühl nicht in allen menschlichen Kulturkreisen vor und ist demnach keine Basisemotionen. Stattdessen ist Eifersucht eine Angst vor Verlust des Ehepartners, Angst vor Status- oder Kontrollverlust. Die Angst etwas zu verlieren, äußert sich lediglich im Erleben einer Eifersucht. Demnach bleiben das Grundmotiv und die Basisemotion weiterhin nur Angst.

Neben der Angst existieren noch die Emotionen Überraschung, Trauer, Wut, Verachtung, Ekel und Freude als weitere Basics in unserem evolutionären Erbgut. Sämtliche Menschen auf der ganzen Welt sind in der Lage Angst zu erleben und auch Angstausdrücke im Gesicht eines anderen Menschen zu erkennen. Angst besitzt demnach auch eine Signalwirkung, welche von einer Person auf die andere übergeht.

Wie entsteht Angst?

Angst ist die Reaktion eines Lebewesens, welches eine Bedrohung erkennt bzw. vermutet. Dabei passiert folgendes:

  1. Das Individuum schätzt eine Situation als bedrohlich ein. Der Angstzustand wird ausgelöst. Dabei erfolgt eine Rückmeldung des Organismus, welcher sich auf sensorischer und kognitiver Ebene äußert. Diese Rückmeldung wird als unangenehm und unbehaglich erlebt.
  2. Je bedrohlicher die Situation ist bzw. erlebt wird, umso mehr verfällt das Individuum in der Angstreaktion
  3. Individuen, welche zu großer Ängstlichkeit neigen verharren länger im Angstzustand als andere
  4. Die Angst führt dann zu einem gewissen Verhalten (Flucht, Starre, Zittern, Ohnmacht oder Kampf) oder zu weiteren psychischen Vorgängen (Fokussierung auf Angstursache, gedankliches Ausschmücken der Bedrohung).

Mehr Einzelheiten über die Reaktionen der Angst im Körper und Gehirn, kannst du hier nachlesen.