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Was bedeutet Wie auf Eiern gehen – Definition und Bedeutung


Die Redewendungwie auf Eiern gehen“ verwendet man für einen unsicheren Fortbewegungsstil oder Probleme beim sicheren Gehen.

Wie auf Eiern gehen: Bedeutung und Herkunft

Wann genau diese Redensart entstand, ist nicht bekannt. Man weiß aus sehr alten Schriften aber, dass dieser Spruch so oder so ähnlich schon zu Zeiten Martin Luthers benutzt wurde (im 15. Jahrhundert).

Eier sind zerbrechliche Güter, wer auf ihnen gehen möchte, muss sehr vorsichtig laufen. Der Spruch bedeutet also, sich äußerst behände und sachte zu bewegen oder zu gehen. Es erscheint völlig zu Recht als übertrieben oder absurd, auf Eiern gehen zu wollen. So vorsichtig, dass diese nicht brechen, kann sich wohl kaum jemand fortbewegen.

Es ist leider nicht bekannt, ob es das Gehen auf Eiern in früheren Zeiten als eine Art Konzentrationsübung – ähnlich dem heutigen Gehen auf Glasscherben oder heißen Kohlen – gab.

Ähnliche und verwandte Sprüche

Die Redewendung hat eine Verwandtschaft zu den Sprüchen „einen Eiertanz aufführen“. Wie der Eiertanz funktionierte, ist dank Johann Wolfgang von Goethe überliefert. In seinem 1795 erschienenen Werk „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ tanzt das knabenhafte Mädchen Mignon den Eiertanz. Mit verbundenen Augen muss sie zwischen auf dem Boden ausgelegten Eiern tanzen. Das erfordert besonderes Gespür, wenn nicht sogar so etwas wie den sechsten Sinn.

Einen Eiertanz aufführen steht also ähnlich wie „auf Eiern gehen“ für ein sehr vorsichtiges Vorgehen. Allerdings wird der Eiertanz eher in Verbindung mit dem allgemeinen Verhalten oder auch der Argumentationsweise eines Menschen verwendet. Ein Synonym wäre „sich zieren“ oder „um den heißen Brei herumreden“.

„Herumeiern“ bedeutet ungeschicktes und wenig zielgerichtetes Vorgehen in einer Situation.

Wie wird „Wie auf Eiern gehen“ verwendet?

Die Aussage für eine besonders zarte, vorsichtige oder auch unsichere Fortbewegungsweise ist gleichbedeutend mit diesen Wörtern:

  • unsicher und sehr behutsam gehen
  • sich vorsichtig fortzubewegen
  • allgemein vorsichtig sein.

Beispiele für die Verwendung:

  • Eine junge Frau ist sich in der neuen Firma sehr unsicher. Statt sicher aufzutreten, schleicht sie auf Zehenspitzen und „eiernd“ über den Flur. Da sagt eine Kollegin ein wenig abschätzig, „Die geht ja wie auf Eiern!“
  • Der Winter ist hereingebrochen, eine dicke Schneeschicht hat stellenweise spiegelglatte Abschnitte gebildet. Auf dem Gehweg können die Menschen nur noch wie auf Eiern gehen.
  • Ein Mann hat sich das Bein gebrochen. Nach vielen Wochen der Heilung geht er erstmals wieder selbstständig und trotzdem noch sehr vorsichtig. Er sagt, „Ich kann mich immer noch nur wie auf Eiern fortbewegen.“
  • Das Möchtegern-Model zog sich High Heels mit zehn Zentimeter Absätzen an und taumelte leicht unsicher über den Catwalk. Ein Kritiker oder jemand, der sich über die junge Dame lustig macht, könnte sagen, „Die kommt ja wie auf Eiern daher.“

Der Spruch kann also normal bis wohlwollend oder selbstkritisch verwendet werden. Sehr oft wird „wie auf Einer gehen“ aber auch verulkend, abwertend oder sogar in beleidigender Weise verwendet.