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Wofür steht das Abendmahl: Bedeutung im Christentum


Das Abendmahl ist eines der wichtigsten Elemente des christlichen Glaubens und ist eng mit dem Osterfest und der Auferstehung Jesu verbunden. Es soll die Christen daran erinnern, welches Opfer durch Jesus Christus erbracht wurde.

Vergleich altes und neues Testament

Im zweiten Teil der Bibel, im neuen Testament, ist Jesus die zentrale Figur. Die Schriften der vier bekannten Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes berichten von der Geburt Jesu und von seinem Leben als der Sohn Gottes auf Erden.

Im alten Testament strebten die Menschen danach, durch Opfergaben, Beschneidung, Fasten und allerlei andere Taten, die Gunst Gottes zu erhalten und ihm zu gefallen. Das neue Testament zeigt den Gläubigen jedoch einen anderen, völlig neuen Weg. (Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, Joh. 14,6)

Der Glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes und Erlöser, soll die Menschen befreien und ihnen den Weg zu Gott ebnen. So ist das neue Testament als ein Buch der Versöhnung von Gott mit den Menschen, die an ihn glauben, zu verstehen.

Jesus und sein Wirken

Um das Abendmahl richtig zu begreifen, muss man auch die Vorgeschichte von Jesus kennen. Jesus widerlegte durch sein Denken, durch sein Reden und durch sein Handeln all das, was zu seinen Lebzeiten gesellschaftlich üblich war. Er spricht mit Zöllnern und Prostituierten, heilt Leprakranke, Gelähmte und Blinde und prangert gesellschaftliche Missstände an. Er stört sich nicht daran, dafür öffentlich kritisiert zu werden und kümmert sich vor allem um die gesellschaftlich schwächsten und Armen.

Und genau das ist es, was die Obrigkeit der damaligen Zeit auf den Plan ruft und gegen ihn aufbringt. Während viele Menschen Jesus für seine guten Taten, seine vielen Wunder, seine Aufrichtigkeit und sein vorurteilsfreies Handeln lieben, sehen die politischen Führer des römischen Reiches ihn als eine Gefahr für die öffentliche Ordnung an. Der Versuch der damaligen religiösen und politischen Elite, Jesu Einfluss auf die Menschen zu brechen, mündet schließlich in der Kreuzigung auf dem Hügel von Golgatha.

Jesus und die 12 Jünger

Zum engsten Kreis rund um Jesus Christus zählen seine insgesamt 12 Jünger. Hierbei handelt es sich um die Personen: Jakobus, Simon Petrus, Johannes, Philippus, Thomas, Andreas, Matthäus, Bartholomäus, Judas Ischariot, Thaddäus, Jakobus Sohn des Alphäus und Simon. Mit Ihnen ist Jesus unterwegs, ihnen vertraut er und durch sie lässt er seine Lehren unter dem Volk verbreiten. Er beauftragt sie damit, allen Menschen die gute Botschaft der Erlösung zu überbringen und sie in ihrem Glauben an Gott zu stärken. (Gehet hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker…Matthäus 28, 18-20)

Ostern, Karfreitag und das Abendmahl

Die zentrale Botschaft des neuen Testaments ist die Erlösung der Menschen von ihren Sünden durch den Glauben an Jesus Christus, denn er macht den Weg zu Gott frei.

Es gibt aber keine Erlösung ohne Kreuzigung und Tod und keine wahre Gemeinschaft mit Gott ohne das Abendmahl. Das Ritual des Abendmahls geht auf die letzten Stunden Jesu vor seiner Verhaftung und vor seinem Tod am Kreuz zurück.

In der jüdischen Tradition, war das Passafest einer der höchsten Feiertage im Jahr. Bei diesem Fest gedachte man der erfolgreichen Befreiung des Volkes Israel aus den Händen der ägyptischen Verfolger und Unterdrücker nach langer Knechtschaft. Und genau dieses Fest, wollte Jesus gemeinsam mit seinen Jüngern feiern. Er mietete einen Raum und alle versammelten sich zu einem gemeinsamen Abendessen.

Niemand ahnte, was am nächsten Tag geschehen würde und so bereitete Jesus seine Freunde auf das Kommende vor. Er teilt ihnen mit, dass er am nächsten Tag sterben und die Welt verlassen würde. Obwohl seine Jünger wussten, welchem Druck und welcher Verfolgung sie alle ausgesetzt waren, konnten sie diese Nachricht nicht begreifen. Noch weniger konnten sie jedoch verstehen, dass es ausgerechnet einer aus ihrer Mitte sein sollte, der Jesus an die Obrigkeit verriet und den Peinigern ausliefern sollte. (Matthäus 26, 17-30)

Jesus jedoch versucht sie zu trösten und erklärt seinen Jüngern, dass sie auch ohne ihn zu sehen und ohne ihm wirklich körperlich nahe zu sein, Gemeinschaft mit ihm haben können. Um dies zu demonstrieren, brach er das Brot, verteilte es unter seinen Jüngern und sagte zu ihnen:“ Dieses ist mein Leib, den ich für Euch hingebe“. Danach nahm er den Kelch mit dem Wein, fordert alle Jünger dazu auf, nacheinander daraus zu trinken und sagte: „Dieses ist mein Blut, welches für Euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden, dieses tut zu meinem Gedächtnis.“

Mit diesem Ritual, macht Jesus allen seinen Freunden klar, dass, wann immer sie gemeinsam das Brot brechen und gemeinsam aus einem Kelch Wein trinken, er im Geiste in ihrer Mitte sein wird und ihnen den Weg zu Gott ebnet. (Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen Matthäus 18,20)

Wenige Stunden nach dem sogenannten „letzten Abendmahl„, wird Jesus von den römischen Soldaten abgeführt, gefangen genommen, gekreuzigt und stirbt am Karfreitag einen gewaltsamen Tod am Kreuz. Die Hoffnung, die jedoch vom Kreuz ausgeht, ist, dass, Jesus, der sein Leben für die Menschen gab, durch sein Blut den Weg zu Gott und zur Vergebung der Sünden frei gemacht hat.

Konsequenz des Abendmahles

Die Auferstehung Jesu aus dem Grab am dritten Tag nach seinem Tod, wird im Christentum am Ostersonntag begangen. Die Osterbotschaft ist, dass alle, die im Abendmahl und im Gebet die Gemeinschaft mit Gott und Jesus suchen, ein ewiges Leben haben und in ewiger Gemeinschaft mit Gott leben werden.


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