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4 Gründe, warum Hochkulturen an Flüssen entstanden


Bereits vor mehreren Tausend Jahren waren Hochkulturen überzeugend strukturiert und organisiert. Ihre aufstrebende Entwicklung vollzog sich über einen langen Zeitraum, da sie hierzu über die notwendigen Voraussetzungen verfügten. Die Ansiedlung im Bereich großer Flüsse eröffnete zahlreiche Chancen für eine sichere Zukunft der Bewohner.

Denn die Flüsse boten Lebensgrundlagen durch eiweißhaltige, vitaminreiche Nahrung und Trinkwasser sowie Transport- und Handelsmöglichkeiten. Dazu wurden überschüssige Nahrungsmittel und angesammelten Vorräte genutzt.

1. Große Flüsse boten Fischfang und Trinkwasser in ausreichenden Mengen

Die Ansiedlung an einem großen Fluss sorgte dafür, dass ohne vorhandenen Reichtum genügend Nahrung und Trinkwasser selbst für viele Menschen vorhanden war. Dadurch wurden störende Verteilungskämpfe, um täglich satt zu werden, vermieden. Zu dieser Erkenntnis kamen bereits vor 4000 Jahren die Ägypter bei ihren Ansiedlungen im unteren Nildelta.

Etwa zu dieser Zeit bildete sich die Hochkultur der Sumerer an Euphrat und Tigris in Mesopotamien, einige Hundert Jahre später die der Elam. Um 3000 vor Christus entstanden die Hochkulturen von China am Hwangho sowie Indien am Indus. Davon weit entfernt beeindruckte ebenfalls zu dieser Zeit die Hochkultur der Maya.

Gemeinsame Merkmale für diese Hochkulturen waren hervorragende Fähigkeiten zum Städtebau und die Entwicklung einer eigenen Schrift. Außerdem waren die Erkenntnisse zur vorteilhaften Organisation von Wirtschaft und Verwaltung bereits sehr ausgeprägt. In zentralen Bereichen wurden akzentvolle Tempel zur Religionsausübung erbaut.

2. Transporte über das Wasser optimierten die Möglichkeiten für Handel und Versorgung

Per Schiffsladung konnte so ziemlich alles beschafft werden, was die Lebensqualität damals ausmachte. Dadurch konnten für damalige Verhältnisse auch große Mengen schnellstmöglich befördert werden. Der Handel konnte außerdem zum Reichtum einer Hochkultur beitragen. Ebenso konnten wichtige Informationen und Neuigkeiten durch den ständigen Schiffsverkehr ausgetauscht werden.

Der Bevölkerungszuwachs attraktiver Hochkulturen wurde durch per Schiff anreisende Personen gesteigert. Der Bewegungsradius der Bevölkerung und der kulturelle Austausch wurden durch den wachsenden Schiffsverkehr erweitert.

3. Regelmäßige Überschwemmungen machten das Land besonders fruchtbar

Überschwemmungen sind bei großen Flüssen die Regel. Durch zusätzliche Feuchtigkeit und angeschwemmte Nährstoffe werden die Böden fruchtbarer. Diese Veränderungen schaffen gute Bedingungen für die Betreibung von Landwirtschaft und Viehzucht.

Als weiterer Pluspunkt für landwirtschaftlichen Anbau kann ein Fluss nach langer Sonnenbestrahlung als Wärmespeicher dienen. Selbst in langanhaltenden Trockenzeiten kann durch das Flusswasser eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit erhalten bleiben. Der Bau von Staudämmen, Kanalisierungen und die Speicherung von Getreidevorräten verstärken die Erfolgsaussichten.

4. Die Flussnähe wurde häufig zum Waschen, Baden und zur Freizeitgestaltung genutzt

Da zur damaligen Zeit noch keine Badewannen, Waschmaschinen und Schwimmbäder verfügbar waren, erfüllte ein großer Fluss diese Aufgaben. Im Alltagsgeschehen wurde der Fluss daher mangels Auswahlmöglichkeiten zwangsläufig zu den verschiedensten Zwecken genutzt. So sorgte der Fluss für Sauberkeit und bot Gelegenheit zum abwechslungsreichen Schwimmvergnügen. Außerdem eignete sich der Strandbereich als hervorragender sozialer Treffpunkt.

Fazit

Die Nähe zu großen Flüssen war ein wichtiges Kriterium bei der Ansiedlung von Hochkulturen. Ägypter wie Sumerer und andere Hochkulturen erkannten die vielseitigen Vorteile der Anbindung ihrer Bevölkerung an Fließgewässer. Dazu zählten die Versorgung mit Nahrungsmittel und Trinkwasser ebenso wie die Transport- und Handelsmöglichkeiten. Als Faktor für Ernährung, Wirtschaft und kulturelle Entwicklung war die Flussnähe von zentraler Bedeutung.


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