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Was bedeuten Waldbrandstufen: Ursachen, Bedeutung und Auswirkungen


Waldbrandstufen dienen zur Einschätzung der Waldbrandgefahr sowie der Vorbeugung von Waldbränden. Die Gefahr für Waldbrände hat in den letzten Jahren enorm zugenommen und die häufigsten Brandursachen sind dabei erhöhte Temperaturen und rückläufige Niederschläge. Doch auch menschliche Unvernunft kann schnell einen Brand auslösen.

Wozu braucht man Waldbrandstufen

Um die tatsächliche Gefahr eines Waldbrandes besser einschätzen und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können, hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) einen sogenannten Waldbrandgefahrenindex (WBI) erstellt. Der WBI gibt das meteorologische Potenzial einer Gefährdung eines Waldbrandes an und wird in fünf Gefahrenbrandstufen eingeteilt.

Bei Stufe 1 besteht dabei die niedrigste Gefahr und bei Stufe 5 die höchste Gefahr.
Der Deutsche Wetterdienst gibt diesen Index täglich und für die nächsten vier Folgetage bekannt und aufgrund dessen können einzelne Bundesländer die Brandgefahr besser abschätzen und nötige Vorkehrungen treffen. Dabei können die jeweiligen örtlichen Einschätzungen aber auch vom Deutschen Wetterdienst abweichen, da jede Region selbst festlegen kann, welche genauen Schutzmaßnahmen sie ergreifen will.

Wie werden die Gefahrenstufen ermittelt und eingeteilt?

2014 wurde ein Gefahrenstufensystem entwickelt, dass die verschiedenen Waldbrandstufen bundesweit einheitlich regelt. Anhand dieser Stufen können die einzelnen Bundesländer dann ihre Vorschriften zur Brandverhütung anpassen und gegebenenfalls zusätzliche Einschränkungen erlassen. Der Deutsche Wetterdienst ermittelt die Gefahrenstufen aufgrund von:

Zudem werden die Wälder der einzelnen Bundesländer regelmäßig in verschiedene Waldbrandgefahrenklassen eingeteilt, nach der die Regionen dann ihre Gefährdung beurteilen können. Bei der Einteilung der Klassen wird die Beschaffenheit der Wälder beurteilt und ob es sich um Laub- oder Nadelwälder handelt.

Was bedeuten die einzelnen Waldbrandstufen

Stufe 1 – sehr geringe Gefahr

Bei der Waldbrandstufe 1 ist die Gefahr eines Brandes so gering, dass Spaziergänger und Besucher den Wald ohne Einschränkungen betreten dürfen. Bestand vorher eine Waldbrandwarnung, wird diese mit der Einstufung auf Waldbrandstufe 1 automatisch aufgehoben.

  • Auswirkungen und Charakteristik: Feuer der Waldbrandstufe 1 sind kleine Boden- oder Lauffeuer, die nicht auf die Baumkrone übergreifen. Die Humusschicht des Bodens wird dabei nicht verbrannt und die Brände sind sehr schnell und einfach zu löschen. Kleinere Brände sind nie ganz auszuschließen, jedoch breiten sie sich nur sehr langsam aus und benötigen eine hohe Energiezufuhr, um größer werden zu können. Ein Feuer durch einen Blitzschlag ist hier sehr unwahrscheinlich.
  • Verhalten: Zigaretten und andere brennbare Gegenstände sollten nicht achtlos weggeworfen werden.

Stufe 2 – geringe Gefahr

Bei der Waldbrandstufe 2 besteht nur eine geringe Brandgefahr und das Betreten des Waldes ist noch uneingeschränkt möglich. Jedoch sollten Spaziergänger und Waldbesucher vorsichtig und umsichtig sein.

  • Auswirkungen und Charakteristik: Brände der Waldbrandstufe 2 sind Boden- oder Lauffeuer, die nur selten auf die Baumkrone übergreifen. Auch die Humusschicht des Bodens verbrennt dabei selten bis gar nicht. In einigen Fällen können Brände durch einen Blitzschlag verursacht werden, die sich langsam ausbreiten, wobei Flächenbrände eher selten sind.
  • Verhalten: Fahrzeuge dürfen nur auf ausgewiesenen Parkplätzen parken und sollten nicht auf trockenem Gras abgestellt werden. Getrocknete Wege und Pfade sollten nur dann betreten werden, wenn es nicht anders möglich ist. Ebenso sollten jegliche Zündquellen vermieden werden und bei Arbeiten im Wald müssen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Das gilt besonders dann, wenn mit leicht brennbaren Materialien und Schweißgeräten gearbeitet wird.

Stufe 3 – mittlere Gefahr

Gilt die Waldbrandstufe 3, besteht eine erhöhte Waldbrandgefahr und die zuständigen Behörden dürfen einzelne gefährdete Gebiete sperren. Das Betreten des Waldes ist zwar weiterhin erlaubt, jedoch sollten Spaziergänger äußerst vorsichtig sein. Fahrzeuge dürfen nicht mehr auf trockenem Boden abgestellt werden und das Befahren des Waldes kann verboten werden.

Offene Feuer und Grillen an öffentlichen Plätzen sind bei der Waldbrandstufe 3 verboten. Auch Anwohner, deren Grundstücke an ein Waldgebiet grenzen, dürfen kein offenes Feuer mehr auf ihrem Grundstück machen. Jegliche Arbeiten im Wald sind verboten, besonders der Umgang mit Maschinen.

  • Auswirkungen und Charakteristik: Brände der Waldbrandstufe 3 können auf die Baumkrone übergreifen und die Humusschicht des Bodens wird teilweise verbrannt. Die entstandenen Brände können nur noch von Fachpersonal und entsprechenden Materialien gelöscht werden. Selbst ein kleiner Funkenflug eines Grills kann sich mit mittlerer Geschwindigkeit breitflächig ausbreiten. Die Brandgefahr ist ebenfalls durch einen Blitzschlag erhöht.
  • Verhalten: Das Grillen und Feuer machen ist grundsätzlich verboten und beim Spaziergang auf trockenem Boden ist besondere Vorsicht geboten.

Stufe 4 – hohe Gefahr

Waldbrandstufe 4 bedeutet eine hohe Waldbrandgefahr und die zuständigen Behörden dürfen ganze Waldgebiete für Besucher sperren. Auch Parkplätze und öffentliche Orte in Waldnähe dürfen gesperrt werden und Spaziergänger dürfen einzelne Waldwege nicht mehr betreten. Öffentliche Straßen und Wege, die durch einen Wald führen, dürfen nicht mehr verlassen werden.

  • Auswirkungen und Charakteristik: Bei der Waldbrandstufe 4 handelt es sich um heiße Bodenfeuer, die auf die Baumkrone übergreifen und auch Flugfeuer auslösen können. Blitzschläge können schnell Brände auslösen, die sich recht schnell verbreiten können und schwer löschbar sind. Auch der kleinste Funkenflug eines Streichholzes kann einen großflächigen Brand auslösen, der schwer unter Kontrolle zu bekommen ist.
  • Verhalten: Rauchen, Feuer und Grillen in Waldnähe sind absolut verboten, auch Waldbesitzer dürfen kein offenes Feuer mehr anzünden. Spazieren im Wald kann verboten werden sowie das Parken auf öffentlichen Plätzen in Waldnähe.

Stufe 5 – sehr hohe Gefahr

Die Waldbrandstufe 5 ist die höchste Stufe und es besteht eine sehr hohe Waldbrandgefahr. Zuständige Behörden dürfen komplette Wälder sperren und auch Spaziergänge in Waldnähe sind nicht mehr möglich. Die einzelnen Regionen dürfen zudem zusätzliche Einschränkungen erlassen, die die Gefahr eines Waldbrandes eindämmen. Zudem sind die jeweiligen Behörden dazu verpflichtet, aktiven Brandschutz zu unternehmen und nur noch Rettungsdiensten und Forstbetrieben den Zugang zum Wald zu gestatten.

  • Auswirkungen und Charakteristik: Bei einem Brand der Waldbrandstufe 5 handelt es sich um sehr heiße und großflächige Feuer mit Kronenfeuer. Diese Flugfeuer breiten sich mit einer hohen Geschwindigkeit über sehr große Distanzen aus und sind nur sehr schwer zu löschen. Ein Ausbruch ist jederzeit möglich und es dauert oft sehr lange, bis diese Brände wieder unter Kontrolle sind.
  • Verhalten: Bei der Waldbrandstufe 5 herrscht absolutes Rauchverbot in Waldnähe, offene Feuer und Grillen sind ebenfalls absolut tabu. Den Anweisungen der Behörden ist unbedingt Folge zu leisten und wer sich nicht daran hält, muss mit teilweise sehr hohen Bußgeldern rechnen.

Wo kann man die Waldbrandstufen für die einzelnen Bundesländer einsehen?

Der Deutsche Wetterdienst gibt den Gefahrenindex täglich von März bis Oktober auf seiner Webseite bekannt.
Welche genauen Waldbrandstufen und Vorschriften dann in den einzelnen Bundesländern gelten, erfahren die Bürger durch die Feuerwehr und die zuständige Forstbehörde. Befindet sich eine Region in der Stufe 4 oder 5, werden oftmals auch Schilder an den Waldgebieten angebracht, die die Bürger auf die Gefahren aufmerksam machen.


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