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Was bedeutet Feuermanagement bzw. kontrollierter Waldbrand


Feuermanagement oder auch integratives (herbeiführendes) Feuermanagement genannt, ist ein Konzept für die Planung und Umsetzung eines Feuers, welches die Folgen eines Brandschadens minimieren soll. Bei der intensiven Nutzung eines Feuers werden dabei die ökologischen, ökonomischen und kulturellen Aspekte immer mit einbezogen, um die Schäden so gering wie möglich zu halten. Dabei werden Präventions- und Bekämpfungsstrategien miteinander kombiniert und verschiedene Techniken eingesetzt. Diese Art der Brandbekämpfung wird nur Fachpersonal durchgeführt und überwacht.

Wo wird integratives Feuermanagement eingesetzt

Herbeigeführte Feuer werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt und dienen unterschiedlichen Zwecken. Die zwei häufigsten Formen sind das kontrollierte Abrennen, um zukünftige Feuer zu verhindern und die traditionelle Feuernutzung. Aber auch Gegenfeuer werden eingesetzt. Hier die drei unterschiedlichen Maßnahmen.

Traditionelle Feuernutzung

Traditionelle Feuernutzung kommt überwiegend im ländlichen Raum zum Einsatz, um Land- und Ressourcenflächen besser schützen zu können. Die sachgemäße Anwendung solcher Feuer basiert auf traditionellem Wissen und wird unter den geltenden gesetzlichen Vorschriften durchgeführt. Diese Brände werden dabei von Fachpersonal überwacht, um im Notfall eingreifen zu können.

Kontrollierte Brandlegung

Kontrollierte Brände werden innerhalb eines ausgewählten und begrenzten Gebietes eingesetzt, um geplante Managementziele besser erreichen zu können. In die Planung und Durchführung eines kontrollierten Brandes werden stets die jeweiligen vorherrschenden Umweltbedingungen mit einbezogen.

Durch gezielt eingesetzte Maßnahmen sind die Brände lenkbar und können als Gegenfeuer eingesetzt werden, um verheerende Brandschäden zu verhindern.

Kontrolliertes Brennen wird zur Flächenpflege eingesetzt, aber auch in Gebieten, in denen ein Einsatz von Rettungskräften zu gefährlich wäre. Weiterhin werden sie bei einer Munitionsbelastung der Brandfläche eingesetzt sowie bei Großbränden, die schwer unter Kontrolle zu bekommen sind. Durchgeführt und überwacht werden diese Brände nur von der Feuerwehr. Schließlich werden auch Gegenfeuer zur Bekämpfung von Waldbränden eingesetzt.

Brenntechniken im Feuermanagement

Beim integrativen Feuermanagement werden verschiedene Techniken eingesetzt. Die drei wichtigsten Brenntechniken sind:

Lauf- und Mitwindfeuer

Bei dieser Brenntechnik wird mit dem Wind gebrannt. Dabei entwickelt das Feuer hohe Temperaturen bis 1000 Grad und läuft schnell über eine Fläche. Inwieweit der Boden dabei verbrannt wird, hängt stark von der Beschaffenheit, Feuchtigkeit und Verteilung des Brennmaterials ab. Da die Temperaturen in Bodennähe jedoch niedriger als im oberen Bereich sind, wird meistens nur die obere Streuauflage verbrannt und der Boden selbst bleibt verschont.

Ringfeuer

Mit dieser Brenntechnik wird ein Feuer kreisförmig um die zu verbrennende Fläche gelegt. Durch Luftströmung entsteht dann ein Sog, durch den das Feuer intensiviert wird und beide Feuerfronten dann im Zentrum der Brandfläche aufeinandertreffen. Diese Brandtechnik wird häufig eingesetzt, um Gehölze und Äste kontrolliert abbrennen zu lassen.

Gegenfeuer

Ein Gegenfeuer wird immer gegen die Hauptwindrichtung gelegt. Mit dieser Brandtechnik wird verhindert, dass sich das Hauptfeuer schneller ausbreiten kann. Durch ein Gegenfeuer wird das Hauptfeuer wesentlich abgebremst und verbrennt dadurch das Brennmaterial einer Fläche vollständig. Gegenfeuer brennen zwar mit niedrigeren Temperaturen, sind dafür aber heißer in Bodennähe.
Diese Technik wird häufig angewandt, um große Waldbrände unter Kontrolle zu bringen.

Welchen Erfolg hat ein integratives Feuermanagement

Integratives Feuermanagement ist in den meisten Fällen mehr als erfolgreich. Große Brandherde werden besser und schneller unter Kontrolle gebracht und verheerende Brandschäden werden minimiert.

Durch den Einsatz von Feuermanagement können gefährdete Flächen und Häuser besser geschützt werden und speziell ausgebildete Fachkräfte sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Diese sind in der Lage, sogenannte Schutzschneisen an einer Feuerfront zu legen und sorgen auch in schwer zugänglichen Gebieten dafür, dass sich die Brände nicht weiter ausbreiten können.

Was ist ein kontrollierter Waldbrand

Kontrollierte Waldbrände dienen unter anderem der Flächenpflege im Wald. Durch ein kontrolliertes Abbrennen werden potenzielle Brennstoffe wie Totholz und hohes, trockenes Gras reduziert und die Gefahr eines ungewollten Großbrandes wird damit minimiert.

Zudem wurde festgestellt, dass sich die Natur dadurch besser entfalten kann. Pflanzen wachsen schneller, da sie mehr Platz haben und auch Biotope können sich besser entwickeln.

Wie kann ein kontrollierter Waldbrand ein Wildfeuer verhindern

Durch ein kontrolliertes Abbrennen in Waldgebieten wird die Gefahr minimiert, dass sich ungewollte Feuer großflächig ausbreiten können. Mit einem regelmäßig durchgeführten Feuer wird die Brandlast vermindert, indem totes Gehölz reduziert wird.

Dafür werden häufig sogenannte Feuerschneisen angelegt, die einen bestimmten Waldstreifen roden. Dieser Streifen wird dabei so großflächig angelegt, dass das Feuer nicht darüber hinwegsetzen kann.

Die Methode von Feuerschneisen und Gegenfeuer wird auch bei unbeabsichtigten Großbränden angewandt. Durch das absichtlich gelegte Feuer werden die Brennstoffe vernichtet und das eigentliche Hauptfeuer findet keine Nahrung mehr, wenn es an diese Stelle gelangt.

Faktoren, die beim Feuermanagement beachtet werden müssen

Um ein erfolgreiches Feuermanagement durchführen zu können, müssen bei der Planung des Brandeinsatzes einige wichtige Faktoren berücksichtigt werden.

Beurteilung der meteorologischen Bedingungen

Zunächst einmal müssen die meteorologischen Bedingungen wie die Großwetterlage, Luftfeuchtigkeit, Windverhältnisse sowie Strahlungsverhältnisse beurteilt werden. Dabei spielt die Luftfeuchtigkeit und die Länge der vorausgegangenen Trockenperiode eine entscheidende Rolle, da sie einen großen Einfluss auf die Feuchtigkeit des Brennmaterials haben. Feines Brennmaterial wie lose geschichtete Nadeln und Laub sowie trockene Grasschichten, Äste und Zweige verbrennen weitaus schneller, vollständiger und mit hohen Temperaturen.

Befindet sich das Brennmaterial in einem feuchten Zustand, verbrennt es langsamer und mit niedrigeren Temperaturen. Dabei wird die Streuauflage nur oberflächlich abgebrannt und die Humusschicht des Bodens bleibt erhalten.

Die Windgeschwindigkeit bestimmt die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Feuers. Bei stärkerem Wind breitet sich das Feuer wesentlich schneller aus als bei schwächerem Wind.

Die Art der Brandbekämpfung

Da Waldbrände sich sehr schnell ausbreiten können und teilweise schwer unter Kontrolle zu bringen sind, spielt die Art der Brandbekämpfung eine entscheidende Rolle.

Oftmals sind viele Gebiete sehr schwer oder auch gar nicht zugänglich, was die herkömmlichen Löscharbeiten erschwert oder sogar unmöglich macht.
Unter Einbezug der meteorologischen Bedingungen entscheiden dann speziell ausgebildete Fachkräfte darüber, welche Brandbekämpfungstechnik zum Einsatz kommen soll.


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