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Was ist ein Erzfeind: Definition, Bedeutung, Wortherkunft und Ursprung


Erzfeind setzt sich aus der steigernden Vorsilbe „Erz-“ und dem WortFeind“ zusammen. Es bezeichnet den übelsten Widersacher und hat seinen Ursprung im Mittelalter. Dort nutzte man es als synonymen Namen für den Teufel.

Bedeutung des Wortes Erzfeind

Der „Erzfeind“ bezeichnet den schlimmsten und meist gehassten Feind. Das Wort setzt sich aus der Vorsilbe „Erz-“ und dem Wort „Feind“ zusammen. „Feind“ entwickelte sich aus dem althochdeutschen „fiant“, was „Hassender“ bedeutet. Die Vorsilbe dient als Verstärkung. Synonym könnte man auch „oberster“ verwenden. Je nach Begriff, der auf die Vorsilbe folgt, passt auch „vollkommen“ oder „durch und durch“.

Einen Erzfeind gibt es in den meisten Büchern und Filmen. In der Harry Potter-Reihe ist Lord Voldemort der Erzfeind der Helden. Sauron nimmt diese Rolle bei Der Herr der Ringe ein. Ein ständig wiederkehrender Bösewicht bei Geschichten über Superhelden könnte als ihr Erzfeind bezeichnet werden.

Worte mit gleicher oder sehr ähnlicher Bedeutung wie „Erzfeind“ sind „Todfeind“, „Kontrahent“, „Gegenspieler“ oder „Teufel“.

Ursprung der Silbe Erz-

„Erz-“ stammt von dem altgriechischen Wort „archē“ ab. „Archē“ hat nichts mit dem deutschen Wort „Arche“ zu tun, welches einen schwimmfähigen Kasten bezeichnet.

„Archē“ ist in der antiken Philosophie der Stoff, aus dem die Welt entstanden ist. Übersetzt bedeutet „Archē“ so viel wie „Anfang“ oder „Ursprung“. Das Wort findet sich in dieser Form auch in einigen deutschen Begriffen. In der „Hierarchie“ ist es zum Beispiel enthalten. Der „Architekt“ ist so viel wie der Anführer der Bauarbeiter. Selbst das Wort „Arzt“ stammt ursprünglich vom griechischen „archiatros“ ab, welches frei übersetzt „Oberarzt“ bedeutet.

Aus „archē“ wurde zunächst „Arch-“ und später „Erz-“. Politiker und der Adel nutzten diese Vorsilbe gern, um den eigenen, besonders gehobenen Stand darzustellen. Der „Erzherzog“ entstand auf diese Weise, ebenso die „Erzämter“ im Heiligen Römischen Reich. Heute wird die Silbe freier und in vielen verschiedenen Zusammenhängen genutzt. Sie steht dabei sowohl positiven als auch negativen Wörtern vor, wobei die negativen klar dominieren. So existiert neben dem „Erzfeind“ auch der „Erzdemokrat“ oder „Erzlügner“. Außerdem kann jemand „erzdumm“, „erzfaul“ oder „erzböse“ sein. Jemand, der seinen Glauben oder seine politische Einstellung sehr konsequent auslebt oder verfolgt, könnte „erzkonservativ“ oder „erzkatholisch“ sein.

Entstehung des Wortes Erzfeind

An der Entstehung des „Erzfeindes“ war die christliche Kirche entscheidend beteiligt. Schon seit der griechischen Bibelübersetzung war das Wort „Erzengel“ gebräuchlich. Es bezeichnet dabei den ersten, höchsten aller Engel. Gleichzeitig setzte dieses Wort den Grundstein für die spätere Benutzung der Silbe „Erz-“ in der Politik, weil es Ränge unter den Engeln kennzeichnete.

Die Kirche nutzte die Silbe „Erz-“ anfangs für verschiedene, eigene Ämter. Der „Patriarch“, übersetzt der „Erzvater“, war der höchste Bischof in seinem Einzugsgebiet. Der Erzbischof steht noch ein Stück über diesem.

Das Wort „Feind“ bedeutete zu dieser Zeit noch „Hassender“. Dadurch entstand letztendlich das Wort „Erzfeind“. Die Kirche setzte die Silbe davor, um den Teufel, den schlimmsten Feind und Widersacher Gottes damit zu bezeichnen. Daher findet sich in frühen Aufzeichnungen auch das Wort „Erzfeind“ synonym zu „Teufel“. Auf diese Weise wird es heute kaum noch genutzt.