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Bauchfett: Warum es entsteht, wie gefährlich es ist und wie es weggeht


Bauchfett ist ein leidiges Thema und einer der Hauptgründe für viele Diäten. Dabei spielt nicht nur die Optik, sondern auch die Gesundheit eine wichtige Rolle, denn Fettpolster am Bauch sind problematischer als an anderen Stellen. Deshalb ist es hilfreich, die Ursachen zu kennen und zu wissen, wie es wieder verschwinden kann.

Wo und wie entsteht Bauchfett?

Bauchfett wird aufgrund seiner Funktion relativ rasch aufgebaut. Es bildet sich oben auf der Muskulatur als Unterhautfettgewebe und fühlt sich dann zumeist relativ weich an. Diese Polster können auch an Hüfte, Oberschenkeln und Po beobachtet werden. Zusätzlich kann am Bauch jedoch auch unterhalb der Muskulatur Fett gespeichert werden, das sich dann zwischen den Organen anlagert – in dem Fall fühlt sich auch ein dicker Bauch relativ fest an.

Teilweise wird angenommen, dass eine zu zuckerhaltige Ernährung inneres Bauchfett, sogenanntes Viszeralfett, und eine zu fettreiche Ernährung andere Fettpolster begünstigt. Insgesamt handelt es sich jedoch in beiden Fällen um ein „zu viel“ – wo genau die ungesunden Angewohnheiten liegen, sollte individuell erkundet werden.

Wie wird Bauchfett gemessen?

Bauchfett kann auf unterschiedlichem Wege gemessen werden. Ein genereller Indikator ist zunächst das Gewicht: Ist es zu hoch, ist häufig auch der Bauch zu dick, besonders bei Männern. Was zu hoch ist, darüber gibt der BMI (Body Mass Index) Auskunft, der das eigene Gewicht in Relation zur Größe setzt. Bei der Auswertung sind zudem Geschlecht und Alter relevant. Etwas genauer ist die Messung des Bauchumfangs, denn durch sie werden Unsicherheitsfaktoren wie die individuelle Ausprägung des Skeletts oder der Muskulatur minimiert.

Um den Bauchumfang zu messen, wird ein Maßband idealerweise morgens auf Höhe des Bauchnabels, also zwischen Taille und Hüftknochen, um den nackten Bauch gelegt. Dabei sollte es eng anliegen und die Person entspannt weiteratmen. Als kritisch zu werten ist bei Frauen ein Umfang von mehr als 80 Zentimetern, bei Männern ein Umfang von mehr als 94 Zentimetern. Ernsthafte Gesundheitsgefahr besteht bei einem Umfang von 88 beziehungsweise 102 Zentimetern.

Eine weitere Möglichkeit der Messung liegt in der sogenannten Caliper-Methode, bei der mit einer speziellen, weichen Zange an drei Stellen des Körpers eine Fettfalte gemessen wird. Die genutzte Hautfalte muss jedoch immer die gleiche sein, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Insgesamt gilt die Methode als eher ungeeignet zur Bauchfettmessung, da lediglich das Unterhautfettgewebe, nicht aber das Viszeralfett bestimmt werden kann. Aus ähnlichen Gründen sind Körperfettwaagen nur als grobe Orientierung zu betrachten.

Bauchfett: Wozu dient es, wie gefährlich ist es

Bauchfett dient, im Gegensatz zu Unterhautfettgewebe, weniger der Temperaturregulation und mehr als Energiespeicher. Diese Funktion war über zehntausende Jahre hinweg lebenswichtig für die Menschheit, denn nur so konnten die häufigen Hungerperioden überstanden werden. Es bildet keinen lang-, aber einen mittelfristigen Speicher. Während es sich in den meisten Fällen gut wieder abbauen lässt, können ausgerechnet ehrgeizige Diäten den Prozess verzögern.

Das geschieht immer dann, wenn Betroffene versuchen, mittels Hungerphasen abzunehmen, beispielsweise beim Intervallfasten oder extrem kalorienreduzierten Diäten. Denn dabei wird dem Körper eine schlechte Nahrungsmittelversorgung suggeriert, die zur Bildung von Reserven anregt.

Problematisch sind nicht die sichtbaren Fettpolster am Bauch, sondern das darunter eingelagerte Fett, das sich unterhalb der Muskulatur als Viszeralfett zwischen den Organen ansammelt. Es ist hormonell aktiv und produziert unter anderem Botenstoffe, die Entzündungen begünstigen können. Das führt zu einem höheren Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen.

Wer neigt zu Bauchfett?

Männer neigen eher zu Bauchfett als Frauen. Die Ursache ist einerseits darin zu suchen, dass insgesamt mehr Männer als Frauen übergewichtig sind, andererseits gibt es hormonelle Gründe. Denn während Testosteron eher den Bauchansatz begünstigt, sorgt Östrogen eher für Hüftspeck. Deshalb müssen Frauen ihrem Bauch allerdings speziell nach der Menopause Beachtung schenken, wenn der Östrogenpegel sinkt.

Es kommt auch vor, dass Kinder kurz vor der Pubertät etwas Bauchfett anlegen, das bei folgenden Wachstumsschüben jedoch häufig wieder verbraucht wird. Allerdings kann viel und frühes Bauchfett auch den Grundstein für lebenslange Gewichtsprobleme legen, weshalb gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung in jungem Alter besonders wichtig sind.

Ein weiterer Grund für Bauchfett ist ein hoher Cortisolspiegel: Es wird auch Stresshormon genannt, weil es ursprünglich dazu gedacht war, den Körper auf anstrengende Phasen vorzubereiten – dazu gehörte auch die Energiespeicherung. Folgt dann jedoch keine Mammutjagd, sondern ein Meeting, bleibt das Fett an Ort und Stelle. Auch andere Hormone werden von Cortisol beeinflusst, sodass es zu höherem Appetit kommen kann. Ursächlich sind chronischer Stress und Schlafmangel.

Wie verliert man Bauchfett?

Im Gegensatz zu anderslautenden Gerüchten verschwindet Bauchfett nicht besonders gut durch spezielle Bauchübungen. Denn die Muskulatur baut die darüberliegende Fettschicht nicht direkt, sondern über den Umweg durch das Blut ab. Allerdings kann der Bauch durch Bauchmuskeltraining trotzdem deutlich konturierter und weniger schlaff aussehen – für die Gesundheit ändert das jedoch zunächst nichts. Stattdessen ist bei Bauchfett dasselbe Verhalten angezeigt wie beim Abnehmen im Allgemeinen: Eine Umstellung der Ernährung hin zu weniger Fett und Zucker anstatt Crash-Diäten, die für einen Jojo-Effekt sorgen.

Mehr Sport und Bewegung im Alltag, am besten so, dass es leicht durchzuhalten ist. Zwar verschwindet Bauchfett langsamer als Unterhautfett, bei ausreichend Geduld und Konsequenz ist ihm trotzdem beizukommen.

Fazit

Ein echter Bauch entspricht nicht dem Werbebild von Männern und Frauen in den Medien – und muss das auch nicht. Trotzdem gilt es, darauf zu achten, dass nicht zu viele Fettpolster entstehen, denn sonst leidet nicht nur die Optik, sondern vor allem die Gesundheit. Ist das der Fall, lohnt es sich für Betroffene, gegenzusteuern und das hartnäckige Fett mit gesunder, ausgeglichener Ernährung und viel Bewegung abzubauen.


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